Forum: Gesundheit
Größte Fallstudie zu neuer Methode: Mediziner gaben Querschnittsgelähmten Bewegungen
Washington University School of Medicine/ The Lancet

Sie essen wieder selbstständig, greifen nach dem Smartphone: Durch eine neue OP-Methode können 13 junge Querschnittsgelähmte bislang deaktivierte Muskeln wieder nutzen. Dafür manipulierten die Forscher Nerven.

Claudia_D 05.07.2019, 00:54
1. Endlich...

...einmal wieder eine gute Nachricht in all dem Chaos. Ich freue mich für die Patienten und gratuliere den Ärzten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
svempa 05.07.2019, 07:17
2. Ausserhalb vom Körper wachsen lassen

Der finale Schritt wäre dann doch, die benötigten Nervenstränge im Reagenzglas zu ” züchten“ und dann in den Körper einarbeiten. Und Bums ist die Lähmung weg. Cooler Ansatz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aurora vor dem Schilf 05.07.2019, 08:20
3.

Eine Hoffnung machende Nachricht für Tetraplegiker. Man darf sich allerdings keine übertriebenen Vorstellungen machen: Was die Leute zurückbekommen ist eine eingeschränkte Handfunktion, bei der einfachste motorische Bewegungsabläufe erlernt werden können. Trotzdem: Die Aussicht, selbstständig Essen, jemanden begrüssen oder eine Tastatur mit der Hand bedienen zu können ist ein riesiger Fortschritt.

Hättest Du das noch erleben können, Anja.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bert1966 05.07.2019, 08:56
4. What´s new?

Den Transfer peripherer Nerven gibt es als operatives Verfahren schon seit Beginn der modernen Neurochirurgie (also seit der Nachkriegszeit), erfolgreiche Sehnenumstellungsverfahren seit der Etablierung der Methodik durch Ferdinand Sauerbruch. Einzig die Kombination beider Verfahren ist einigermaßen innovativ, wenn auch nicht neu. Es wurden im Lancet lediglich die Ergebnisse einer größeren prospektiven Serie vorgestellt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bert1966 05.07.2019, 09:08
5.

Zitat von svempa
Der finale Schritt wäre dann doch, die benötigten Nervenstränge im Reagenzglas zu ” züchten“ und dann in den Körper einarbeiten. Und Bums ist die Lähmung weg. Cooler Ansatz.
Das wesentliche Problem ist derzeit nicht die in vitro-Züchtung menschlicher Zellen, sondern die zu rasche bindegewebige Vernarbung und die umkoordinierte Reorganisation der verletzten Strukturen. Darum erneut: kein neues Verfahren, eine schöne, altbekannte Hilfe im Rahmen der Nutzung der körpereigenen Restfunktionen, aber weit entfernt von "Bums ist die Lähmung weg".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Global88 05.07.2019, 11:14
6. Für die Betroffenen...

ein Lichtblick nach Unfällen...ich finde auch, dass der Artikel Mut macht und es mich für die Menschen, die's erwischt hat, freut. Ja, endlich mal wieder etwas positives in all dem Negativen Durcheinander...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bahnbezwinger 05.07.2019, 13:35
7. Zukünftig werden Cyborgs normal.

Aus eigener Erfahrung: Mein Radialisnerv vom rechten Arm war wegen einem schweren Unfall durchtrennt und konnte daher den rechten Arm nicht bewegen. Wegen der ziemlich guten Operation und nachher Massagen am Arm konnte der durchtrennte Radialisnerv wieder zusammenwachsen. Beim Schreiben bin ich zwar noch immer sehr grobmotorisch, aber die Entwicklung hin zu mehr Feinmothorik hat noch immer nicht aufgehört, obwohl der Unfall schon ca. eine Dekade her ist und die meisten Ärzte meinen, dass mein Heilungsprozess abgeschlossen ist.

In diesem Artikel wird etwas ähnliches erwähnt, wobei Nerven für andere Muskeln zuständig waren. Aber das Gehirn scheint enorm flexibel und lernfähig zu sein (was ich durch mich und andere schweren Unfälle anderer Personen mitbekommen habe). Man könnte sich vorstellen, Nerven auch mit künstlich erzeugten Gerätschaften zu verbinden und das Gehirn könnte dann lernen diese fremdartigen Gerätschaften zu bedienen, die dann gefühlsmäßig mit der Zeit sich nicht fremdartig, sondern natürlich anfühlen.

Damit man richtige Cyborgs erzeugen könnte (also bestehende Neven nicht mehr transferiert werden müssen), müsste man herausfinden, wie man künstliche Nerven erzeugt und mit dem Gehirn verbindet.

Dann wäre auch physikalisch eine enorme menschliche Weiterentwicklung möglich!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dr.T 05.07.2019, 23:09
8. Narbengewebe

Wäre natürlich schön, wenn die Nerven die durchtrennte Stelle im Rückenmark einfach durchwachsen würden. Wollen sie aber nicht, warum, weiß man immer noch nicht. Narbengewebe ist ein Punkt, aber nur daran kann es nicht liegen. Bei peripheren Nerven ist das besser, wenn die durchtrennt wurden, wachsen die ganz gut wieder aus (wenn man sie so legt, dass sie entlang der alten, abgestorbenen Nervenbahn wachsen können. Ich finde es auch erstaunlich, dass die Plastizität unseres Hirns es ermöglicht, von einem Nerv auf den anderen umzuschalten, wie in diesem Experiment.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andreas.spohr 07.07.2019, 01:20
9. "Gelähmte gehen und Blinde sehen"

....wenn es auch so klingt,
davon ist die Medizin jedenfalls weiterhin weit entfernt!
Beides ist nicht neu - sowohl der Nerven- als auch der Sehnentransfer.
Und gerade der Erfolg einer Nervennaht hat doch eine unsichere Prognose!
Zu bedenken ist auch, daß eine funktionierende neuromuskuläre Einheit "geopfert" werden muss!

Beitrag melden Antworten / Zitieren