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Großinvestoren kaufen Zahnarztpraxen: Das dicke Geld machen mit Zähnen
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Finanzinvestoren kaufen hierzulande Zahnarztpraxen, um ihr Geld zu vermehren. Das bedeutet: mehr Großpraxen und Ketten. Im besten Fall steigt die Qualität, im schlechtesten geht es um schnelle Rendite.

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echobravo 30.05.2018, 11:55
10. Investoren

Das beudetet Igel Leistungen ohne Ende. (Ja, ich weiss, das heisst beim Zahnarzt anders). Jede zwei Jahre alte Füllung muss raus, aufgrund "motorischer instabilität der Zunge" kann dann jeweils der 3,5fache Preis aufgerufen werden. Na toll. Das bedeutet ebenfalls, dass die Beiträge für Zahnzusatzversicherungen bald drastisch ansteigen werden. Jeder verdient, nur der der nicht kauen kann, schaut in die Röhre. Vielleicht sollte es nicht mehr Zahnarzt sondern Zahndienstleister heissen.

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werner-xyz 30.05.2018, 11:58
11. na ja

wenn wir mal ehrlich sind, ist es heute auch bei machen Zahnärzten nicht viel anders.
Da gibt es auch die mit tollem Ambiente und Porsche vor der Tür, die einem erstmal ne Zahnzusatzversicherung empfehlen, bevor Sie in den Mund schauen, und dann gibt es die Zahnärzte, denen es nicht um Gewinnmaximierung sondern um den Patienten geht. Und die Heuschrecken, werden sich genau die Zahnarztpraxen suchen, bei denen der Zahnarzt die passende Mentalität an den tag legt. Dann hat der Herr oder die Dame Zahnarzt halt mehr Zeit Ihren Porsche aus zu fahren, wenn Sie weniger Bürokratie haben.

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sicks 30.05.2018, 12:00
12. Komisch

Humanmediziner verdienen laut Stat.Bundesamt ja angeblich viel mehr als Zahnärzte. Wie kommt das denn wieder zustande? Die genialistische Promotionsquote von 95% im Spiel? Deutschland hat eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt, in dem der Onkel Doktor noch glaubt per Dekret angehimmelt zu werden. Das spricht sich eben auch international rum. Schön dabei,dass es mittlerweile auch der Letzte verstanden hat und der Reformdruck systemisch ins Unermessliche wächst.

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theinvisibleone 30.05.2018, 12:00
13. Machen wir uns nichts vor...

Was zählt sind am Ende allein die Umsatzzahlen. Die Mitarbeiter und Patienten sind dann nichts mehr wert. Sieht man ja hierzulande in immer mehr Krankenhäusern.

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cinkor 30.05.2018, 12:03
14.

....ist dieses Model Gang und gebe. Ich habe hab mit solchen Gruppen gearbeitet und ich kann ihnen versichern, dass die Qualität nicht steigt. Es werden junge unerfahrene Zahnärzte eingestellt und mit den Dental Labors lächerliche Preise für die Prothetik verhandelt, dass keiner der beiden Seiten am Ende ein Interesse daran hat qualitative Arbeit zu liefern. Es geht dann nur um Rendite. Ich lehne gerne ab mit solchen Institutionen zu arbeiten.

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eggie 30.05.2018, 12:05
15.

Dabei sind bereits jetzt die deutschen Zahnärzte unter den weltweit schlechtesten (wenngleich teuersten ausgebildeten). Also ich würde in Qualität investieren.

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Spr. 30.05.2018, 12:06
16. Profit hat im Gesundheitswesen nichts zu suchen!

Theoretisch können private Investoren natürlich auch die Qualität verbessern. Realistisch geht es jedoch nur um einen jährlich steigenden Profit, was auf Dauer eher eine Abnahme der Qualität erwarten lässt.

Genau deshalb sollten private Investoren im Gesundheitswesen, also nicht nur bei Zahnärzten, eigentlich verboten sein! Unsere ewige Kanzlerin hat in ihren viel zu vielen Amtszeiten jedoch zum Schaden der Patienten das exakte Gegenteilt ermöglicht und gefördert: Immer mehr Kliniken fallen Heuschrecken in die Hände, die zum Zwecke von Einsparungen die Personaldecke bis an die äußerste Grenze ausdünnen und dies durch "Arbeitsverdichtung" kompensieren wollen, damit nur ja jedes Jahr eine höhere Rendite "erwirtschaftet" wird als im Jahr davor. Der Patient interessiert hier nur als Zahler von Zusatzleistungen.

Solange es noch Kliniken und (Zahn-)Arztpraxen gibt, die nicht von privaten Investoren ausgepresst werden, halte ich mich selbstverständlich an diese und meide die Ausbeuter von Personal, Patienten und auch Krankenkassen wie die Pest. Kaffee von Jakobs werde ich ab heute nicht mehr kaufen, weil mir solche Renditejäger einfach nur zuwider sind.

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napoleonwilson 30.05.2018, 12:13
17. Zahnärzte

Nur zur Info...Es spielt beim ZA keine Rolle ob Privat oder Kasse. Nur bekommt man als Privatpatient den Grossteil zurück. Ohne Zusatzversicherung gibt es als Kassen Opfer fast gar nichts zurück . Bei haben 4 Implantate zzgl. 2 Brücken über 20tsd. EUR gekostet. Privat mit Altvertrag 90 % Absicherung war es bezahlbar. Irrsinnig. Ich habe den falschen Beruf.

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srinivasa.r.aiyangar 30.05.2018, 12:15
18.

Der interessanteste Satz aus dem Artikel ist "Eine Praxis kommt nur ab einer Größe von zwei Ärzten infrage und einem Mindest-Jahresgewinn von einer Million Euro". Da Gewinn nicht gleich Umsatz ist, kann damit ja wohl nur das Bruttojahreseinkommen der Praxisinhaber vor Steuern gemeint sein. Und das für Schmalspurmediziner, die noch nicht einmal richtige Fachärzte sind.

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hmueller0 30.05.2018, 12:17
19. Qualität oder Rendite ist doch nicht wirklich die Frage

Einem FINANZinvestor geht es selbstverständlich ausschließlich um die Rendite - sonst würde er erst gar nicht investieren. Das ist erst einmal wertungsfrei. Das sich mehr Rendite nicht unbedingt mit mehr Qualität verträgt - oder anders - durch Einsparungen bei der Qualität, Personalkosten etc. die Rendite maximieren lässt - sollte doch auch hinlänglich bekannt sein. Oh - und wer es immer noch lieber an den Weihnachtsmann glaubt kann sich ja mal gerne die Projekte der Vergangenheit ansehen - zB Krankenhausketten.
Die ganzen Auswüchse sind m.E. primär deshalb möglich, weil sich der Staat hier einen schlanken Fuß machen will - d.h. nicht der eigenen Verantwortung nachkommen (Versorgung und Kontrolle) und auch nur zu gerne wegen angeblicher oder kurzfristiger Kostenersparnis alles verscherbelt/privatisiert, was möglich ist (siehhe sozialer Wohnungsbau). Eigentlich wäre das Ziel, dass das gesamte Gesundheitswesen nach dem besten verfügbaren und sinnvollen Stand arbeitet - und dabei kostendeckend bleibt.

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