Forum: Gesundheit
Großvater mit Alzheimer: Enkel entwickelt Überwachungs-Socken für Opa
Safewander

Immer wieder büxte sein an Alzheimer erkrankter Opa aus, eines Nachts stand er sogar auf der Bundesstraße. Aus Sorge um ihn erfand sein 16-jähriger Enkel ein Alarmsystem zum Überziehen.

Seite 1 von 5
querollo 27.04.2015, 09:19
1. Definition

Eine "freiheitsentziehende Maßnahme" können diese Socken gar nicht sein. Denn im Gegensatz zu Fixierung oder Sedierung schränken sie die Bewegungsfreiheit des Anwenders gar nicht ein. Sie zeichnen seine Bewegungen lediglich auf. Das ist ja nun ein großer Unterschied.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xvxxx 27.04.2015, 09:31
2.

Freiheitsentziehend ist die Massnahme in sofern, weil Alarm ausgelöst wird, und , ähnllich wie bei der elektronischen Fussfessel, damit natürlich verhindert werden soll
dass jemand seinen "erlaubten Bereich" verlässt.
Aber halt passiv. Und das ist das gute daran.

Das ist kein Vergleich mit der Sedierung mit Medikamenten oder gar mit "ans Bett fesseln".
Super Sache, hoffentlich nutzt das vielen Menschen und man wählt nicht die einfachen und weniger arbeitsintensiven Lösungen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pete_2718 27.04.2015, 09:37
3. Na ja,...

Zitat von querollo
Eine "freiheitsentziehende Maßnahme" können diese Socken gar nicht sein. Denn im Gegensatz zu Fixierung oder Sedierung schränken sie die Bewegungsfreiheit des Anwenders gar nicht ein. Sie zeichnen seine Bewegungen lediglich auf. Das ist ja nun ein großer Unterschied.
...ich würde allein schon die Verpflichtung zuhause überhaupt Socken tragen zu müssen als Freiheitsentzug betrachten. Und bezüglich der Bewegungsaufzeichnung wäre schon zu klären,ob da wirklich der Weg aufgezeichnet wird, oder - wie beim Schlüsselfinder - nur das Ziel geortet wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Koalabärin 27.04.2015, 09:47
4. @ querollo

Hallo, soweit ich das verstanden habe zeichnen die Socken noch nicht mal die Bewegung auf, sondern geben nur ein Signal, wenn der Träger auf den Füßen steht, was er ja im liegen nicht machen sollte. In diesem Zusammenhang von "freiheitsentziehenden Maßnahmen" zu sprechen, finde ich persönlich allerdings weit hergeholt. Festgurten oder sedieren bis zum sabbern sind da wesentlich härtere Geschütze, die auch eher unter diese Kategorien fallen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Abbo Theke 27.04.2015, 10:19
5. Ein sehr krativer Lösungsansatz,

der wohl auch im Sinne der Erkrankten sein wird. Schade, wenn diese Erfindung an rechtlichen Bedenken scheitern sollte. Wer diese Socken nicht tragen will, kann sich ja lieber auf der Bundesstraße überfahren lassen.
Ich sehe eigentl. nur ein kleines technisches Problem: jeder nächtliche Gang zur Toilette wird dann wohl auch den Alarm auslösen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kurbelradio 27.04.2015, 10:23
6. Sensormatten

hm...ich arbeite in einem Pflegeheim und wir haben Sensormatten. Was ist jetzt genau der Unterschied zu den Socken? Bei uns werden die Sensormatten eingesetzt, wenn der Bewohner extrem sturzgefährdet ist. Zumal viele gar nicht mehr in der Lage sind, sich selbst Socken anzuziehen bzw. manche wollen keine Socken. Oder muss derjenige dann nachts die ganze Zeit die Socken tragen?
Wenn eine Weglauftendenz besteht, helfen diese Sensormatten nachts genauso gut. Tagsüber sind wir Betreuer da. Wenn der Bewohner weg will, gehen wir mit ihm weg, nach draußen. Meist vergessen sie, wohin sie genau wollten. Oder was sie wollten. Unbetreut läuft derjenige weg, wobei das kein Weglaufen ist, sie wollen irgendwohin hin. Alte Arbeitsstelle etc....
Es ist nicht einfach. Wenn in der Familie zu Hause jemand an Demenz leidet, wobei das ja nicht Alzheimer sein muss, sondern auch andere Ursachen haben kann, ist das eine große Herausforderung für die Familie. Sensormatte ist da, nachts, besonders hilfreich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 27.04.2015, 10:41
7.

Zitat von Abbo Theke
der wohl auch im Sinne der Erkrankten sein wird. Schade, wenn diese Erfindung an rechtlichen Bedenken scheitern sollte. Wer diese Socken nicht tragen will, kann sich ja lieber auf der Bundesstraße überfahren lassen. Ich sehe eigentl. nur ein kleines technisches Problem: jeder nächtliche Gang zur Toilette wird dann wohl auch den Alarm auslösen?
Viele Demenz-Patienten können gar nicht alleine zur Toilette gehen, weil sie in ihrer Mobilität oft eingeschränkt und zumindest sehr unsicher sind. Die häufigste Todesursache von Demenz-Patienten sind Stürze.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spiegelschiffmann 27.04.2015, 10:43
8. Es geht viel einfacher ...

mit einem Bewegungsmelder unter dem Bett. Radio anschließen und fertig. Sobald die Füße auf den Boden kommen, geht der "Alarm" los. Hab ich schon vor Jahren bei meiner damals ebenfalls an Alzheimer erkrankten Mutter erfolgreich eingesetzt.

Rechtliche Bedenken dürfte es dabei auch nicht geben.

Prof. Dr. W. Schiffmann

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thechamelion3 27.04.2015, 10:46
9.

Zitat von querollo
Eine "freiheitsentziehende Maßnahme" können diese Socken gar nicht sein. Denn im Gegensatz zu Fixierung oder Sedierung schränken sie die Bewegungsfreiheit des Anwenders gar nicht ein. Sie zeichnen seine Bewegungen lediglich auf. Das ist ja nun ein großer Unterschied.
Das ist leider typsich Deutsch.

Es gibt eine praktische Erfindung, die vollkommen logisch ist und Sinn macht -
und die Deutschen kommen um die Ecke und finden irgendein Argument, warum das nicht in Ordnung ist.

Wir sind und bleiben halt Paragraphen- & Prinzipienreiter,suchen oft das Haar in der Suppe. Das ist in vielen Situationen auch nicht schlecht, wenn es um die Konstruktion einer Bremse oder eines Flugzeugs geht, bin ich ueber sehr kleinliche und genaue Ingenieure dankbar, aber in solchen Faellen kann man nur den Kopf schuetteln.

Dem Jungen kann man nur gratulieren - Problem erkannt, eine sinnvolle, logische und praktische Loesung entwickelt.
Sehr clever, sehr gut.

Ich hoffe er hat Erfolg damit!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5