Forum: Gesundheit
Großvater mit Alzheimer: Enkel entwickelt Überwachungs-Socken für Opa
Safewander

Immer wieder büxte sein an Alzheimer erkrankter Opa aus, eines Nachts stand er sogar auf der Bundesstraße. Aus Sorge um ihn erfand sein 16-jähriger Enkel ein Alarmsystem zum Überziehen.

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2469 27.04.2015, 18:20
30. An sich eine gute Idee,

aber das darf nicht in "falsche Hände" geraten.

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Otziotzi 27.04.2015, 22:28
31. Was fällt mir dazu noch ein?

Wer über das Für und Wider solcher Maßnahmen dikutiert, sollte über weitreichende praktische Erfahrungen im Umgang mit desorientierten Personen verfügen. Verwandtschaft, etwas zu guter Wille oder/und mangelnde Erfahrung verklären den Blick und fördern das Wunschdenken.

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kroganer 28.04.2015, 10:17
32. Fern der Realität!

Wenn ich das schon lese mit freiheitsentziehenden Maßnahmen, dann merkt man mal wieder wie fern die Gesetzteschreiber vom wirklichen Leben sind. Meine Mutter ist Demenz krank seit 15 Jahren hat mein Vater (76 Jahre ) sie gepflegt bis er es körperlich nicht mehr geschaft hat (Leistenbruch, Bauchfellbruch). Vor 4 Wochen haben wir sie ins Pflegeheim gebracht und wir wissen alle das sie dort nicht mehr lange Leben wird!
Mein Vater hat sich immer mit selbstgebauten Gurten und Halterungen geholfen um Stürze und Verletzungen zu vermeiden und hatte die ganze zeit Angst das jemand zur Kontrolle kommt und im daraus einen Strick dreht. Meine Mutter hatte keine Freiheit mehr die man ihr entziehen konnte, sie war und ist nur noch eine leere Hülle. Demenz im Endstadium ist wirklich eine schreckliche krankheit und ich finde gerade die private, familäre Pflege sollte entlastet werden. Da gibt es ne menge Vorschriften die alles nur schlimmer machen und angehörige noch mehr belasten.

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poetnix 28.04.2015, 11:04
33.

Zitat von querollo
Eine "freiheitsentziehende Maßnahme" können diese Socken gar nicht sein. Denn im Gegensatz zu Fixierung oder Sedierung schränken sie die Bewegungsfreiheit des Anwenders gar nicht ein. Sie zeichnen seine Bewegungen lediglich auf. Das ist ja nun ein großer Unterschied.
Fixierung und Sedierung zahlt die Kasse!
Aber wer zahlt die "freiheitsentziehenden Socken"?
Als Kassenpatient stellt sich diese Frage schon.
Und unter diesem Kostengesichtspunkt ist es sicherlich besser, auf Freiheitsentzugs-Socken zu verzichten und die Variante des Eingangssatzes zu nutzen. .

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tlatz 28.04.2015, 11:10
34.

Zitat von hman2
Unfug. Der Sockenträger kann völlig ungehindert dahin gehen, wo er hin möchte. Die Socke hindert ihn daran nicht im Geringsten.
Sie haben das "Problem" nicht verstanden. Außerdem haben Sie nicht verstanden, dass das "Problem" eigentlich kein Problem ist.

Natürlich kann der gehen wohin er will, natürlich hindert die Socke ihn nicht daran, sich zu bewegen. Aber es ist eine freiheitsentziehende Maßnahme. Freiheit bedeutet nämlich nicht nur die Freiheit, zu gehen, wohin ich will. Freiheit heißt auch, die Freiheit zu tun was ich will ohne dass es andere etwas angeht und ohne dass andere hierüber in Kenntnis gesetzt werden.

Wenn ich z.B. ungerne mit Socken schlafe, mir aber das Sockentragen aufgezwungen wird, dann ist das ein Eingriff in meine Freiheit und somit freiheitsentziehend.

Wenn mir die Möglichkeit genommen wird, unbemerkt von A nach B zu gehen, dann ist auch das ein Eingriff in meine Freiheit und somit freiheitsentziehend.

Freiheit hört nicht auf bei der Freiheit von der Kette. Freiheit ist mehr.

Das ist aber dennoch kein echtes Problem. Die Socke ist gut, sie darf ohne Weiteres verwendet werden. Es gibt da aber eben etwas zu beachten: Sie darf nicht gegen den Willen eines Menschen verwendet werden, sofern dieser Mensch noch zu einer Willensbekundung fähig ist.

Man darf einen mündigen Menschen nicht zwingen, diese Socke zu tragen. Wenn Großvater nun also Alzheimer hat, dann ist diese Socke eine wunderbare Erfindung, aber - genau wie die Fixierung mit Fesseln oder einem Käfig um das Bett - sie darf dem Mann nicht einfach so von den Angehörigen angelegt werden, solange diese nicht zu dessen Vormündern ernannt worden sind. Das kann aber nur ein Gericht machen. Sie müssen also – egal ob sie ihren Verwandten festbinden, einsperren, ihm Überwachungsmatten vor das Bett legen, eine Videoüberwachung installieren oder ihm eine Meldesocke anziehen – erst zu einem Amtsgericht und sich zum Pflegebevollmächtigten (wie auch immer der juristische Fachbegriff sein mag) bestellen lassen. Das war in Deutschland – Gott (wer auch immer das sein mag) sei Dank – immer schon so und wird hoffentlich auch so bleiben.

Aber das ist eh schon mit den meisten Alzheimerpatienten in häuslicher oder stationärer Pflege geschehen. Es stellt also gar kein Problem dar. Man muss es eben nur wissen und beachten.

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tlatz 28.04.2015, 11:13
35.

Zitat von Senf-Dazugeberin
Mein Kleinkind hält grade im Gitterbett seinen Mittagsschlaf. Zusätzlich auch noch überwacht von einem Babyphon. Werde ich jetzt angeklagt? *Ironie off*
Da ihr Kind ihr Kind ist, also nicht mündig und da sie ein Elternteil sind, sind Sie Pflegebevollmächtigter. Also ist alles gut.

Da ihr Großvater aber ein Erwachsener, somit ein mündiger Mensch ist, dürfen Sie seine Freiheit nicht einschränken, ES SEI DENN er ist aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Herr seiner Sinne und EIN GERICHT hat ihnen die Pflegevollmacht erteilt inklusive der Erlaubnis, bei Bedarf freiheitsentziehende Maßnahmen durch zu führen.

Wenn das nicht so wäre, wenn also jeder Mensch selber entscheiden dürfte, ob und wann und warum er seinen Großvater "an die Kette legt", na dann gute Nacht.


Ich verstehe gar nicht, warum sich hier so viele echauffieren über diese wirklich feine, kleine Erfindung, nur weil ein Fachmann ganz korrekt sagt, dass man niemanden zwingen darf, sie zu benutzen, es sei denn, man hat eben eine entsprechende Genehmigung.

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karlsiegfried 28.04.2015, 11:41
36. Da kann man ja richtig Angst bekommen ...

... vor der Demenz und der 'liebevollen Pflege'. Was ist denn das für ein Leben? Da fällt mir Gunther Sachs ein. Der hat es richtig gemacht. Den Anfängen wehren. Das ist sehr gut für den Betroffenen und auch seine Angehörigen. Nun warte ich auf massenweise Beschimpfungen.

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tlatz 28.04.2015, 11:47
37.

Zitat von huehneraugen
dann vielleicht 80€, wenn es aber garantiert zuverlässig arbeiten soll, dann ist vermutlich etwas mehr Entwicklungsaufwand nötig, der auch wieder "eingespielt" werden muss.
Betrachten Sie mal ihre Waage, auf die Sie sich morgens ab und an mal stellen. Eine funktionierende Waage für einen Erwachsenen kriegen sie für 19,99. Nun muss die Druckplatte die gesamte Bettbreite abdecken, wird also größer und hat nicht vier Füße mit Wäägezellen sondern 6. Die eigentlich Platte ist aber nicht so teuer. Sowas kann man dann immer noch für 49,99 bauen. Dann muss da noch ein Alarmkontakt eingebaut werden, die Waage muss also wenn z.B. 20kg überschritten werden einen nach außen geführten Kontakt schließen. Das klingt nun kompliziert, kostet aber in der Tat gar nichts; die elektronsichen Komponenten sind Centartikel, die eigentliche Alarmgabe erfolgt über eine kleine Softwareanpassung der Wäägesoftware (denn ja, auch moderne Waagen haben eine Software).

Weil es ein Centartikel ist kostet die Druckplatte nun nicht mehr 49,99 sondern 50,00EUR. Wenn man für 19,99EUR problemlos industirell eine Waage mit einer Kantenlänge von 40x40cm bauen kann, dann kann man für 50EUR ebenso problemlos eine Wäägeplatte mit einer Kantenlänge von 120x80cm bauen, die bei Überschreitung eines Schwellwertes einen Kontakt betätigt. Dieses Signal kann man sich dann abholen und damit eine Lampe oder Hupe betätigen, das kostet noch mal 10 bis 20 EUR. Mehr nicht.

Die Waage muss dann noch rutschfest bezogen werden und die Kanten (denn sie steht ca. 3cm hoch) müssen mit stolperverhindernden Überhängen versehen werden, kostet noch mal 10 bis 20 EUR.

Industriell nach hohen Standards gefertigt ist das sicher problemlos. Eine Bastellösung hingegen wäre teurer.

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Greyjoy 28.04.2015, 12:23
38.

Eine tolle Idee auf die der junge Erfinde durchaus stolz sein darf.
Vielleicht sollte so mancher, der hier von Freiheitsentzug schwadroniert, mal praktische Erfahrungen mit dementen Menschen machen. Ich habe mir das als Zivi monatelang auf einer gerontologischen Station einer Psychiatrie gegeben.
Eine Erfahrung fürs Leben, die mich zunächst vollkommen schockiert hat und die ich heute nicht missen möchte. Die Arbeit ging, natürlich inoffiziell, weit über das hinaus was man sonst in dieser Position tut. Es ist gar nicht immer zwingend nötig jemanden zu sedieren oder zu fixieren, wenn er sich zu einem Ausflug aufmachen will oder allgemein unruhig ist.
Wichtig ist aber die Kenntnis über die Aktivität. Dann kann man reagieren.
Meiner Meinung nach bietet diese Erfindung vor allem Potential demente Menschen länger in häuslicher Pflege zu halten. Das ist meiner Meinung nach das Beste was man tun kann. Sowohl für Patienten als auch für Pflegende. Der Weg ins Pflegeheim bedeutet für Demenzkranke oft einen massiven Abstieg. Wichtig wäre ein anständiger Preis und bei Bedarf eine Übernahme durch die Kassen. Die Abzocke welche auch hierzulande in dem Bereich betrieben wird, ist menschenverachtend.

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opinio... 28.04.2015, 12:30
39. warum nicht einfach

die elektron. Fussfessel modifizieren und umnenennen?!

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