Forum: Gesundheit
Gutachten: Kliniken richten Behandlungsmethoden nach Profit aus
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Welche Therapie Krankenhäuser empfehlen, hängt auch davon ab, wie viel Geld sie damit verdienen können. Zu diesem Schluss kommt nach SPIEGEL-Informationen ein unveröffentlichtes Gutachten. Die Autoren empfehlen eine Reform des Fallpauschalensystems.

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mepahoo 07.07.2014, 16:02
90. Falscher Ansatz

Eine Klinik kann nicht kostendeckend arbeiten. Dazu müsste sie etwas produzieren, das man in Euro erfassen kann und dann die Kosten gegenrechnen. Das tut eine Klinik aber nicht. Wie wollen Sie Gesundheit in Euro ausdrücken? Das Gesundheitssystem verursacht Kosten und soll unser wichtigstes Gut - die Gesundheit - fördern. Dafür zahlen wir unsere Beiträge. Die Gesundheit soll daher auch im Mittelpunkt stehen. Wirtschaftliche Zwänge über die Gesundheit zu stellen ist der falsche Ansatz.

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RosalieMarieMahlWieder 07.07.2014, 16:50
91. Danke für die Klärung

Zitat von mepahoo
Eine Klinik kann nicht kostendeckend arbeiten. Dazu müsste sie etwas produzieren, das man in Euro erfassen kann und dann die Kosten gegenrechnen. Das tut eine Klinik aber nicht. Wie wollen Sie Gesundheit in Euro ausdrücken? Das Gesundheitssystem verursacht Kosten und soll unser wichtigstes Gut - die Gesundheit - fördern. Dafür zahlen wir unsere Beiträge. Die Gesundheit soll daher auch im Mittelpunkt stehen. Wirtschaftliche Zwänge über die Gesundheit zu stellen ist der falsche Ansatz.
Genau das kapieren aber Ärzte in ihrem Überheblichkeitswahn nicht.

Sie verursachen Kosten ,werden von anderen das BIP steigernden Personen finanziert und machen sich über dieselben dann noch lustig.

Natürlich wählt man grün ,da es hip ist. Ganz uneigennützig, wie immer bei Ärzten , profitiert man als Staatsangestellter natürlich vom Hyperstaatsduktus dieser Bewegung.

Funktionärsstaat at its best

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dr.schaetzler 08.07.2014, 15:13
92. Schlechtes Gutachten - falsche Schlussfolgerungen

Zitat von sysop
Welche Therapie Krankenhäuser empfehlen, hängt auch davon ab, wie viel Geld sie damit verdienen können. Zu diesem Schluss kommt nach SPIEGEL-Informationen ein unveröffentlichtes Gutachten. Die Autoren empfehlen eine Reform des Fallpauschalensystems.
Wenn die Zahl der stationären Behandlungsfälle von 2007 bis 2012, also in 6 Berechnungsjahren, um 1,4 Millionen von 17,2 auf 18,6 Millionen ansteigt, ist das zunächst kein Grund zur Besorgnis. Die Bevölkerung alterte in dieser Zeit auch um 6 Jahre mit Zunahme von Morbidität, Komorbidität und Multimorbidität bzw. erhöhter Anspruchshaltung und Machbarkeit, medizinisch-technisch-pharmakologischer Performance und Weiterentwicklung innovativer medizinisch-stationärer Interventionen. Pro Jahr ist das ein Anstieg um durchschnittlich 233.333 Behandlungsfälle und entspricht einem außerordentlich moderaten Zuwachs von jährlich 1,36 Prozent von der Ausgangsbasis in Deutschland.

Da es sich aber hier weder um einen SOWI-Leistungskurs, noch um ein Anfängerseminar in Sachen Krankenhaus-Ökonomie handelt, sondern um ein "unveröffentlichtes Gutachten" des Hamburger Gesundheitsökonomen Jonas Schreyögg und seines Berliner Kollegen Reinhard Busse, aus dem DER SPIEGEL jetzt auch in seiner aktuellen Montags-Print-Ausgabe genüsslich spekulierend zitiert, haben sich damit die beiden Auftraggeber Deutsche Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen einen echten Bärendienst erwiesen.

Zu einer entrüsteten Fundamentalkritik "Kliniken richten Behandlungsmethoden nach Profit aus" reichen derartig dürftige Zahlen jedenfalls nicht. Und Kliniken müssen keinesfalls veralteten Behandlungsmethoden, die nur noch Verluste bringen, bevorzugen. Wie gut, dass Gesundheitsökonomen nicht auch noch Untersuchung, Diagnostik und Therapie bei den Patienten erbringen können.

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salveRicciolo 09.07.2014, 01:04
93. Falsch

Zitat von dr.schaetzler
Wenn die Zahl der stationären Behandlungsfälle von 2007 bis 2012, also in 6 Berechnungsjahren, um 1,4 Millionen von 17,2 auf 18,6 Millionen ansteigt, ist das zunächst kein Grund zur Besorgnis. Die Bevölkerung alterte in dieser Zeit auch um 6 Jahre mit Zunahme von Morbidität, Komorbidität und Multimorbidität bzw. erhöhter Anspruchshaltung und Machbarkeit, medizinisch-technisch-pharmakologischer Performance und Weiterentwicklung innovativer medizinisch-stationärer Interventionen. Pro Jahr ist das ein Anstieg um durchschnittlich 233.333 Behandlungsfälle und entspricht einem außerordentlich moderaten Zuwachs von jährlich 1,36 Prozent von der Ausgangsbasis in Deutschland. Da es sich aber hier weder um einen SOWI-Leistungskurs, noch um ein Anfängerseminar in Sachen Krankenhaus-Ökonomie handelt, sondern um ein "unveröffentlichtes Gutachten" des Hamburger Gesundheitsökonomen Jonas Schreyögg und seines Berliner Kollegen Reinhard Busse, aus dem DER SPIEGEL jetzt auch in seiner aktuellen Montags-Print-Ausgabe genüsslich spekulierend zitiert, haben sich damit die beiden Auftraggeber Deutsche Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen einen echten Bärendienst erwiesen. Zu einer entrüsteten Fundamentalkritik "Kliniken richten Behandlungsmethoden nach Profit aus" reichen derartig dürftige Zahlen jedenfalls nicht. Und Kliniken müssen keinesfalls veralteten Behandlungsmethoden, die nur noch Verluste bringen, bevorzugen. Wie gut, dass Gesundheitsökonomen nicht auch noch Untersuchung, Diagnostik und Therapie bei den Patienten erbringen können.

Na das ist ja beruhigend, wenn der Leistungserbringer selbst die Daten fälscht.
Die 1,36 Prozent pro Jahr sind aber halt tot oder lädiert.
Das würde mich dann schon ein wenig aufregen, denke ich.
Im Zweifelsfall kann man ja auch bei dem betreffenden "Doktor" (siehe ihren Nick) im Krankenhaus vorbeigehen und ihn über den Unmut "informieren", sofern er nicht anderweitig abgelenkt ist.

Also in Onlineforen mit akademischem ,eigentlich nicht zum Namen gehörenden Grad zu schreiben, Geld zu zählen ,Patienten oder Schwestern zu beleidigen (medilearn.de) etc.

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albert schulz 10.07.2014, 21:45
94. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern

Ist ja toll, daß man mal informiert wird, und dann so progressiv. Schon vor über zwanzig Jah-ren haben Krankenhäuser und vor allem Praxisgemeinschaften Anwälte und Steuerberater gesondert beauftragt, die günstigsten Finten in den Honorarvorschriften zu ergründen. Daß mit der kapitalintensiven Mechanisierung der Medizin diese Methode zum Standard werden mußte, verwundert wenig. Ganz massiv werden das die privaten Krankenhausbetreiber ma-chen und die sogenannten Ärztegemeinschaften, die nichts anderes als Kapitalverwertungsge-sellschaften sind. Es wird reingehauen, was den teuren Geräteeinsatz angeht, weil hier am leichtesten abzusahnen ist, die Gewinne sind exorbitant.

Wo früher ein Stethoskop reichte und ein wenig Anamnese, heute mit einem EKG und einem Ultraschall (spottbillig) absolute Gewißheit herrscht, wird heute noch ein MRT und eine Ka-thederuntersuchung durchgeführt (je 1.300 €), und der Privatpatient darf absolut grundlos noch einen Tag im Privatklinikum verbleiben (nochmal 1.300 €). Da kommt Freude auf. Es handelt sich um nichts anderes als Raubrittertum, was natürlich in allen Wirtschaftszweigen üblich ist, allerdings gibt es dort sehr viel mehr Korrelative, Kontrollen, Öffentlichkeit, Klar-heit, vor allem Ausweichmöglichkeiten. Die werden im Krankheitswesen ganz bewußt ver-mieden, damit niemand in die Lage versetzt wird zu vergleichen, Wertigkeiten oder Relatio-nen zu registrieren oder Maßnahmen zu beurteilen.

Eigentlich ist es eine Zumutung, daß hier Zusammenhänge veröffentlicht werden sollen, die seit Urzeiten allgemein bekannt sind. Man könnte natürlich hoffen, daß etwas in Bewegung gesetzt wird, wie bei dem Tropfen auf dem heißen Stein. Das ist ziemlich wahrscheinlich, weil die kapitalkräftigen Einheiten das Maß und die Regeln bestimmen. Und alle ziehen den Schwanz ein, egal ob Politiker oder Kassen. Die Privatkassen freuen sich sogar höllisch über diese makaberen Umsatzsteigerungen. Und gewisse Presseorgane, die sich gar nicht lassen können vor Freude, über jede Menge Unpäßlichkeiten und die ruhmreichen Gerätschaften der Medizinmänner zu berichten. Wie damals im Kral.

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