Forum: Gesundheit
Halbmarathon trotz Multipler Sklerose: "Jetzt erst recht!"
Andreas Purzc

Claudia Drosdek ist das beste Beispiel dafür, dass sich Sport und Multiple Sklerose nicht ausschließen müssen. Im Interview mit erzählt die 43-Jährige von Schwindelattacken, Halbmarathon-Plänen und erklärt, warum mehr MS-Patienten Sport treiben sollten.

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siviha 24.01.2014, 16:00
1. Ja!

So was kommt dabei raus, wenn wer zu Wort kommt, der/die wirklich Ahnung von dem hat, worüber geredet wird. War erst skeptisch. Nachdem ich den Artikel las und absolut bestätigen kann, werde ich* ihn wärmstens weiterempfehlen.
* gleiches Alter, gleicher Diagnose -Zeitpunkt, ähnliche Symptome, nicht gar so sportlich, aber auch. Und: wann, wenn nicht jetzt.

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faxn 24.01.2014, 16:44
2. 1

nicht ganz so alt und nicht ganz so sportlich, aber die selbe Einstellung. jetzt erst recht ... genieße jeden Tag so gut es geht!

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-kay- 24.01.2014, 17:00
3.

Ja ja und nochmal ja. Habe MS seit 17 Jahren. Ungefähr dieselben Symtome. Wenn ich meinen Sport(Badminton) nicht hätte, wäre es wohl viel schlimmer.

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fd53 24.01.2014, 17:04
4. MS - die Krankheit mit vielen Gesichtern - Praxis

Mancher hat halt Glück im Unglück. Und der betreffende kann mit dem Glück im Unglück sogar Sport treiben - traumhaft. Meine Nichte hat weit weniger Glück: Diagnose chronische MS im schweren Fall. Nur 6 Monate nach der Diagnose sahen bei ihr die Ärzte keine Chance noch länger als 2 Jahre zu überleben. Monatlich lag sie im Krankenhaus und lies sich 5 Flaschen Cortision geben - freiwillig! 18 Monate nach der Diagnose saß sie längst im Rollstuhl. Kein Medikament wirkte. So schlug man ein Experiment vor: 2 Jahre Chemotherapie - als Infusion. Die 2 Flaschen mit dem giftblauen Zeug wurden mit Kochsalzlösung auf 2 Liter getreckt und monatlich verabreicht. Und obendrein auch noch alle 3 Monate 2 große Tropfflaschen Cortision. Als dann endlich Tysabri verfügbar war, wurde sofort auf dieses Teufelszeug gewechselt. Und das bekommt sie nun schon durchgehend seit Dezember 2006. Natürlich haben die 2 Jahre Chemotherapie heftige Folgen hinterlassen. 3 Allergien (u.a. Fisch und Laktose) sind nur ein Teil davon. Aber selbst Tysabri konnte und kann weitere Schübe und weiteren Befall nicht stoppen. Und wie bitte soll man mit einer nicht steuerbaren Blase und einem kaum steuerbaren Darm Sport treiben? Wenn die Beine nur noch Gummi sind und selbst die Finger nicht mehr voll gehorchen. Auch Schwimmen fällt dann weg, nicht mal Baden ist möglich. Aber schön - das andere mehr Glück im Unglück haben.

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faxn 24.01.2014, 17:36
5. die 10000 Gesichter

ja das ist eben das krasse an der Krankheit .. zum Glück ist ein linearer Verlauf der Krankheit relativ selten.

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fd53 24.01.2014, 18:06
6. wer selbst betroffen

Zitat von faxn
ja das ist eben das krasse an der Krankheit .. zum Glück ist ein linearer Verlauf der Krankheit relativ selten.
der bricht bei so einer "Bemerkung" ein weiteres Stück zusammen. Zumal ja Beschreibungen ala
Zitat von
Ja, man denkt, dass Menschen mit Multiple Sklerose im Rollstuhl sitzen und nichts mehr tun können. Das stimmt aber nicht. Nur bei ganz wenigen ist das der Fall. Sie ist nicht tödlich, wie viele denken. Bei der MS sind Entzündungen im Gehirn oder Rückenmark vorhanden. Mit Medikamenten lassen sich diese abschwächen. Im besten Fall ist der Schub nach ein paar Tagen oder Wochen vorbei. Manchmal bildet sich der Schub nicht vollständig zurück und Einschränkungen bleiben bestehen.
wie im redaktionellen Beitrag dann auch der Maßstab für die Beurteilung der betreffenden Person in seinem Umfeld, bei den Politikern, bei den Behörden und bei den Pflegekassen sind - und auch bei der Wohnungssuche. "Bei allen anderen helfen doch die Medikamente - verweigern sie deren Einnahme?". Solche tollen Berichte malen dann ein sehr positives Bild. Das geht dann soweit, dass die Landesbehörde das Gutachten zu den Bewegungseinschränkungen nicht anerkennt und die Anerkennung der Schwerstbehinderung 90% aG verweigert. Und das die Pflegekasse mit Hinweis auf den üblichen Verlauf von MS keine Notwendigkeit für eine Pflegestufe sieht.
*
Euer Artikel mag gut gemeint sein. Aber allen die mies dran sind, denen leistet ihr beim Kampf um ihre Rechte einen gewaltigen Bärendienst.

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jaach 24.01.2014, 18:12
7. MS - Dr. Terry Wahls M.D.

Jeder MS-Kranke sollte die wunderbare Dr. Terry Wahls kennen:

http://www.terrywahls.com/

Sie läuft zwar keinen Marathon, ist aber nach Umstellung ihrer Ernährung nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen und fährt Fahrrad.

For four years, secondary progressive multiple sclerosis confined Dr. Terry Wahls to a tilt-recline wheelchair. But by using Functional Medicine to create the Wahls Protocol, Dr. Wahls has transformed her health and body: now she walks easily without a cane and commutes by bicycle. Dr. Wahls uses these diets and protocols in her primary care and traumatic brain injury clinics and is leading a clinical trial to test her protocols on others. ..

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fd53 24.01.2014, 20:10
8. Philippinische Wunderheiler

fehlen jetzt noch als Ergänzung zu diesem Beitrag hier:
Zitat von jaach
Jeder MS-Kranke sollte die wunderbare Dr. Terry Wahls kennen: Sie läuft zwar keinen Marathon, ist aber nach Umstellung ihrer Ernährung nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen und fährt Fahrrad.
Denn es gab und gibt tatsächlich völlig verzweifelte Patienten mit MS, die an solche Wunderheiler glauben ... und dort hin reisen. "Das größte Wunder des Glaubens ist der Glaube an das Wunder selbst." Die oftmalige extreme Verzweiflung nach der Diagnose MS ist die Realität in diesem Land, nicht der Halbmarathon. Und laut den mir bekannten Zahlen hören derzeit täglich bereits 27 Personen diese Diagnose. Und in der Reha finden man immer öfter sehr junge Menschen - und immer öfter mit der Diagnose "Chronische MS". Mit jung meine ich damit Jungs mit 15 und Frauen mit 21. Und wer wirklich noch sehen kann, der kann die viele Menschen mit MS im Rollstuhl eigentlich nicht übersehen. Die Realität mit MS im Rollstuhl gibt es nämlich 50 000 fach öfters als den Halbmarathon mit MS. Aber in dieser Gesellschaft schaut die Masse lieber weg und die Medien perfektionieren dann den Selbstbetrug. Und die meisten Menschen mit MS haben wegen dem extremen Zeitaufwand beim Kampf um ihre Rechte kaum genügend Zeit für Sport.

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rockethamster 24.01.2014, 23:43
9. @fd53

Also das klingt fast so, als gönnten Sie anderen MS Betroffenen einen günstigeren Verlauf nicht. Vor nunmehr neun Jahren wurde bei mir MS diagnostiziert, Auslöser war eine Sehnervenentzündung. Ich habe keinen Grad der Behinderung, nicht einmal Missempfindungen. Ich studiere, gehe nebenbei arbeiten, treibe regelmäßig Sport und lasse mir selbst Saunabesuche nicht nehmen. Die einzige Einschränkung empfinde ich durch die medikamentöse Dauertherapie, da ich mich subjektiv nicht krank fühle, es aber objektiv bin. Wenn ich aber Ihre Beiträge lese, bekomme ich den Eindruck, als müsste ich mich schlecht fühlen, weil ich zu jenen gehöre, die "Glück im Unglück" hatten. Ich sehe das so: Die Diagnose war nicht schön, aber es ist immer eine Frage wie man selbst und das Umfeld damit umgeht und ob und aus welcher Perspektive Dinge für sich selbst neu bewertet.Nicht allen Betroffenen geht es per de schlecht. Es ist gut, dass die Erkrankung inzwischen sehr gut diagnostizierbar ist und der Progress zwar nicht aufgehalten aber immerhin medikamentös verlangsamt werden kann. Dass das im Fall Ihrer Nichte nicht so ist, ist traurig aber nicht änderbar.

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