Forum: Gesundheit
Heilfasten: Die grotesken Erwartungen ans Entschlacken
Corbis

Anhänger des Heilfastens schwören auf die Entschlackung. Doch was ist wirklich dran? Ernährungsexperte Andreas Pfeiffer erklärt, was im Körper passiert - und wie Fasten der Gesundheit nutzt.

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o.schork 01.04.2015, 18:53
1. Unterschied

Der beruhigende Unterschied zwischen einem Professor für Endokrinologie und einem der vielen selbsternannten Ernährungspäpsten ist, dass sich der Professor an vielen Stellen Nichtwissen erlaubt. Schön, auch mal so eine differenzierte Darstellung zu lesen.

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gebruker 01.04.2015, 19:12
2. Heilkunde vs. Medizin

Beim Lesen hat man den Eindruck, dass die medizinische Forschung noch nicht so weit ist, Dabei ist das Essen und seine Wirkung seit Beginn der Menschheit bekannt, die Lebensmittel haben auch eine Wirkung auf die Gesundheit und das Fasten in manchen Religionen schon sehr lange bekannt. Ob Heilkundler Erfahrungswerte besitzen, die nur von der Medizinische Forschung bislang nicht bestätigt wurden?

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lonicerus 01.04.2015, 19:20
3. Hildegard von Bingen

Die Äbtissin aus dem 12. Jh. wird ja in den letzten Jahrzehnten gerne als Namengeberin für diverse, teils bizarr anmutende Kuren herangezogen. Hier der einzige Satz, den sie zum Thema geäußert hat:
"Mit dem Fasten sollst Du es nicht übertreiben."

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Ch. Demian 01.04.2015, 19:42
4. Vorteil der Forschung

Zitat von o.schork
Der beruhigende Unterschied zwischen einem Professor für Endokrinologie und einem der vielen selbsternannten Ernährungspäpsten ist, dass sich der Professor an vielen Stellen Nichtwissen erlaubt. Schön, auch mal so eine differenzierte Darstellung zu lesen.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich hätte gewettet, als erstes käme die kontradiktorische Leier der Gläubigen...
Sie haben recht. Und das ist der Vorteil von Forschung und Wissenschaft überhaupt, bis entsprechende Belege und Mechanismen gefunden und belegt sind, ist es kein Problem zuzugeben, dass man es nicht weiß. Mehr noch, ist es ein großer Vorzug der Wissenschaft auch um die eigenen Schwächen und jene der Ergebnisse zu wissen. Leider ist die beseelte Gegenseite nicht so "frei" und legt die seitens der Forschung zugegebenen noch unerforschten Zusammenhänge als Schwäche aus und Platz für Humbug-Stories wie die Voodoo-Wirkungen von Herumpfuschereien im Darm. Ich bin mir sicher, dass der große Zwist unserer Zeit, keiner der uns bekannten zwischen Religionszugehörigkeiten oder sonst was für einer Segregation ist, sondern der zwischen Vernünftigen und Para-"Vernünftigen". Erst darunter teilt es sich in Säkulare und religiös Getriebene, Realisten und Phantasten, Schuldmedizin und Heilmumpitz usw...

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Ursprung 01.04.2015, 20:18
5. 30 Prozent laenger leben

Ein echter Widerspruch des Interviewten zum berichteten wohltuenden (oder gesuender machenden) Effekt des Fastens ist in dem Interview nicht zu entdecken.

Eher Ehrlichkeit darueber, was in all den medizinischen Forschungen bisher unzureichend angegangen wurde.

Es fehlt sowohl in der Fragetechnik ein Hinweis auf bereits erste vorliegende Forschungserlebnisse der statistisch signifikanten lebensverlaengernden Wirkung von Fasten. Aber auch der Interviewte erwaehnt sie nicht, obwohl genau das ein zentrales Anliegen fast aller Menschen waere.

Die bisherigen Forschungsergebnisse bei Maeusen, Wuermern, weiteren Versuchstieren besagen, grob vereinfacht, dass eine Reduzierung der Nahrungsaufname gegen "bisher ueblich und praktiziert" um 30 % auch eine rund 30 %ige Verlaengerung der erwartbaren Restlebenszeit nachziehen.
Eine fuer Menschen (ausser in Hungergebieten Betroffene) praktikable Reduzierung der Nahrungsaufnahme von 30 % ist erreichbar, wenn nur noch jeden 2. Tag etwas gegessen wird, dann egal wieviel an den jeweiligen Esstagen. Auch, wenn dann ungesund "geschlemmt" wird.
Klingt irgendwie logisch: Jaeger und Sammler, die wir rund 350 Tausend Jahre lang waren und die wir "in uns" tragen, lagen vermutlich bei diesen 30 % gegen heute.

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cyberkarl 01.04.2015, 21:03
6.

Zitat: " Der Fettabbau läuft immer, natürlich neben der Zuckerverbrennung, das ist ein Mischbetrieb. Aber sobald Sie eine negative Energiebilanz haben, verbrennen Sie Fett."
Auch wenn Herr Professor noch so renommiert ist, dies ist totaler Unsinn. Mittlerweile ist es unbestritten, dass bei "falschen Diäten" mit zu hohem Kohlenhydratanteil und nachfolgend ansteigendem Insulinspiegel ein Fettabbau eben grade nicht stattfindet sondern Protein- bzw. Muskelabbau. Aus dem Grunde funktionieren viele Diäten nicht!

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schnittlauch_y 01.04.2015, 21:28
7. Proteolyse

Zitat von cyberkarl
Zitat: " Der Fettabbau läuft immer, natürlich neben der Zuckerverbrennung, das ist ein Mischbetrieb. Aber sobald Sie eine negative Energiebilanz haben, verbrennen Sie Fett." Auch wenn Herr Professor noch so renommiert ist, dies ist totaler Unsinn. Mittlerweile ist es unbestritten, dass bei "falschen Diäten" mit zu hohem Kohlenhydratanteil und nachfolgend ansteigendem Insulinspiegel ein Fettabbau eben grade nicht stattfindet sondern Protein- bzw. Muskelabbau. Aus dem Grunde funktionieren viele Diäten nicht!
Das klingt aber biochemisch äußerst kühn. Insulin als anaboles Hormon wirkt der Proteolyse nämlich strikt entgegen. Woher das Prädikat 'unbestritten' stammt, würde mich von daher sehr interessieren.

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Erwan 01.04.2015, 21:32
8. Der Professor antwortet ziemlich einsilbig und der Fragesteller

zeigt auch auf, daß er wenig weiß, sonst würde er nachhaken.
Warum macht man denn Einläufe? Bei (längerem) Fasten, sollte man das tun. Weil der Körper selbst bei strengem Fasten Kot abscheidet und der so hart werden kann, daß er nur mit Schmerzen abgeht. Dagegen helfen Einläufe, die man aber nicht unbedingt täglich machen muss.
Was die Gerüche vorwiegend aus dem Mund- man muss eher Gestank sagen - beim Fasten angeht, sind die nicht allein auf Ketone zurückzuführen, sondern eher auch auf schwefelhaltige Verbindungen, die eigentlich untersucht und bekannt sein müssten. Ich denke das beispielsweise an Thiole und Schwefelwasserstoffverbindungen.
Daß manche Krankheiten durch Fasten gebessert oder gar geheilt werden können, aber nicht nur die hier angedeuteten, sondern auch andere wie beginnende Mulitiple Sklerose hat man schon erleben können. Nur einfach mal bei Kennern nachfragen.
Was manche Ausscheidungen von Stoffwechselschlacken nennen, ist bisher eher gar nicht erforscht. Die Medizin hat sich ganz einfach dafür bisher nicht interessiert.
In der Mikrobiologischen Therapie, die solche Ausscheidungen auch fördern soll, aber ohne Fasten spricht man von Ausleitungsdysbakterie, die sich anhand der Stuhlflora auch nachweisen lässt, wenn sie mal eintritt. Auch ein sonst unerforschtes Gebiet der offiziellen Medizin.

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cyberkarl 01.04.2015, 21:49
9. Insulin

Insulin ist das einzige Hormon, welches lipogenetisch wirkt, d.h. zur Fettspeicherung und nicht zum Fettabbau führt. Deswegen sind Typ I- Diabetiker, die ja kein Insulin mehr endogen bilden können, bei Entdeckung häufig eher dünn. Erst wenn exogenes Insulin gespritzt wird, nehmen Sie wieder Fett zu.
Das ist nicht gewagt, sondern eine physiologische Tatsache.
MfG ck

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