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Hilfsnetz First Responder: Schneller retten
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Im Notfall geht es um Sekunden, und ein Rettungswagen braucht im Schnitt mehr als acht Minuten. Das Netzwerk First Responder alarmiert zusätzlich Freiwillige in der Nähe des Unfallorts - die schneller helfen können.

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Laemat 02.01.2018, 12:18
1. Frechheit

wieder eine staatliche Aufgabe die an Ehrenamtliche abgewälzt wird. Anstatt das Ehrenamt immer weiter auszunutzen sollten die entsprechenden verantwortlichen Stellen mehr Personal einstellen.

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somon 02.01.2018, 12:42
2. Im Landkreis Ravensburg ist das ein erfolgreiches Konzept!

Ich habe im Landkreis Ravensburg jahrelang in einer Helfer vor Ort (HvO) / First Respondergruppe mitgearbeitet. Die Zahlen waren beeindruckend. Das Konzept wurde gegen anfängliche Widerstände der professionellen Retter aber wegen der schwierigen topografischen Bedingungen und weiter Anfahrtswege etabliert. Teilnehmen dürfen dort nur speziell ausgebildete ehrenamtliche Erdthelfer, die Mitglied einer DRK- Bereitschaft sind, regelmässig geschult werden und eine genormte und dem Ausbildungsstand entsprechende Ausrüstung dabei haben. Inziwschen sind die HvO- Gruppen dort eine feste Größe - allerdings mit Nachwuchssorgen, auch wegen der hohen Anforderungen und Einsattzbelastungen (zwischen 3 und 10 Einsätze pro Woche). Seit drei Jahren wohne ich in einer extrem ländlichen Region Norddeutschlands, Hier hält der Rettungsdienst kaum seine Hilfsfristen ein und trotzdem wehrt man sich mit Händen und Füßen gegen Neuerungen. Das HvO / First Responder System wird hier als Konkurenz gesehen und auf allen Ebenen unterdrückt. Auch gegen eindeutig belegbare Zahlen und Fakten aus anderen Landkreisen. Schade drum.

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seyffensteyn 02.01.2018, 13:16
3. Es eigentlich ganz einfach:

Schauen sie sich die website www.einlebenretten.de an und sie wissen ,wie es geht! Nicht jeder hat einen Defi dabei,um ihn einsetzen zu können.Aber zwei gesunde Hände,um den Patienten wieder zu beleben.Ich bin froh,daß sich demnächst in den Schulplänen der Schulen diese Wiederbelebnungsmaßnahmen gelehrt werden.In Deutschland sind wir noch weit hinter anderen Ländern mit der Ausbildung.Und keine Angst haben dabei,besser eine gebrochene Rippe,als ein Toter!

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somon 02.01.2018, 13:50
4. ... und Sie bezahlen das?

Zitat von Laemat
wieder eine staatliche Aufgabe die an Ehrenamtliche abgewälzt wird. Anstatt das Ehrenamt immer weiter auszunutzen sollten die entsprechenden verantwortlichen Stellen mehr Personal einstellen.
Ihr empörter Ton ist absolut unangebracht. Die HvO / First Respondergruppen operieren am effektivsten in Gebieten mit schlechter Erreichbarkeit oder extrem dünner Besiedlung. In urbanen Gebieten ist die Dichte der Rettungswachen so eng, das der HvO / FR i.d.R. nicht schneller am Einsatzort sein kann. Ihr Argument mehr Leute einzustellen zieht nicht: man findet momentan schon nicht genug Leute um die Wachen aufzufüllen. Wenn wie von Ihnen vorgeschlagen das Wachennetz verdichtet wird, müssen Sie die Stellen verdoppeln. Um das notwendige Personal zu rekrutieren können Sie dann das Gehalt verdoppeln. Werden Sie den Anstieg der Krankenkassenbeiträge klaglos hinnehmen? Und was machen Sie, wenn zufällig alle Rettungswägen im Einsatz sind? Klaglos 60min warten, bis der RTW aus dem Nachbarkreis da ist? Oder sich über den ausgebildeten Rettungsassistenten freuen, der in Seiner Freizeit für Lau als First Responder bei Ihnen vor der Tür steht?

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tester_1_2_3_4 02.01.2018, 14:27
5. Der Staat kassiert immer mehr und kürz immer mehr...

Hallo zusammen,
@Laemat und @ somon --> habt beide Recht.
1. Ja die HvO / First Respondergruppen machen Sinn und reduzieren die (*neudeutsch) Responsetime.
2. Und ja, der Staat nutzt das Ehrenamt aus, schon lange. Und er wird damit weitermachen (man erinnere sich an Merkels vollmundiges 'Wir' aus 'Wir schaffen ...')

Aber auch in Groß-Gerau (mitten!) im Rein-Main-Gebiet zwischen Frankfurt, Mainz und Darmstadt werden Notdienstzentralen geschlossen... Siehe: http://www.echo-online.de/lokales/kreis-gross-gerau/gross-gerau/notdienstzentrale-schliesst-telefonisten-und-aerzte-vor-ungewisser-zukunft_15648387.htm
Der Staat kürzt und kassiert wo es keinen Widerstand gibt ...
Schöne Grüße

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hubidocrosi 02.01.2018, 14:30
6.

Ich bin langjährig erfahrener Notarzt. Jetzt wohne in einem kleinen Dorf bei Koblenz und hatte auf Betreiben des örtlichen Feuerwehrchefs mehr als zwei Jahre einen Meldeempfänger als sog. "first responser". Aber alle meine Notfalleinsätze vor Ort sind dadurch ausgelöst worden, dass Nachbarn oder Bekannte angerufen haben. Die zuständige Rettungsleitstelle hat das System wohl nicht verstanden und nie Einsätze ausgelöst, so dass ich meinen Meldeempfänger wieder zurückgegeben habe. Diese eigentlich gute Idee kann halt nur funktionieren, wenn auf den Leitstellen auch gut Leute sitzen!

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Laemat 02.01.2018, 15:11
7. ich nehm die Freiheit heraus

in einem so unangebrachten Ton zu schreiben, weil ich selber aktives Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr (AGT und Maschinist) war. Der Staat geht in so vielen Bereichen in Richtung Hilfe zur Selbsthilfe, dabei bezahle ich 42% Lohnnebenkosten.
Ja ich würde einen höheren Kassenbeitrag bezahlen, wenn das Geld wirklich dazu führ, das Rettungsfristen auf 5 min sinken, wenn in ländlicher Region nicht nur 3 Krankenwagen auf x km² bereit stehen.

Man kann doch nicht immer davon ausgehen, das der Bürger immer ehrenamtlich dort einspringt wo der Staat versagt. Warum behandelt man diese First Responder nicht wie Rufbereitschaft? zu teuer?

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Guerilla_77 02.01.2018, 15:33
8. ...

Peinliche anglizismen sind ja eher nicht so meins, insbesondere in der Medizin wo man nicht unbedingt danach gefragt wird ob man diese, fals überhaupt noch entschlüsselbar, nutzen will.
Unfassbare frechheiten in Kliniken/Krankenhäusern die Stationen in "intermediate car, stroke unit, chestpain" etc. pp. umzubennen und dann anzunehmen das da 80jährige was mit anfangen können bzw. sich da wohl fühlen.
Man möge das doch bitte zumindest in der Medizin lassen.
Achsoja ich vergass die sprücheklopfer die 80jährigen dann sagen sie sollen halt aus ihrer unterschichtenecke rauskommen, weniger saufen und gefälligst englisch lernen - schon klar.

Eigentlich warte ich im kulturbefreiten Deutschland noch auf die Police, das Fire Department und das Emergency Medical...
Nungut, genug aufgeregt, zur eigentlichen Frage.
Warum stellt man die, vornehmlich gewünschten voll Ausgebildeten Rettungskräfte nicht eigentlich ein?
Also nur mal so als neue Idee für Deutschland, arbeit halt auch ausnahmsweise mal wieder zu bezahlen...

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joergzs 02.01.2018, 16:10
9. 42% Lohnnebenkosten?

Kriegt ja wohl kaum alles der Staat! Egal - woran merkt man, dass es dem Deutschen gut geht? Richtig, am meckern!
Gute Idee, wird hoffentlich ein Erfolg. Die die sich nicht Ehrenamtlich am Alltagsleben beteiligen, werden immer eine Ausrede haben, um sich rauszuhalten.

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