Forum: Gesundheit
Hohe Lebenserwartung, kaum Geburten: Alt, älter, Japan
Lee Chapman

Die japanische Gesellschaft altert so sehr, dass Forscher einen Countdown bis zum Untergang eingerichtet haben. Ein Fotograf gibt Einblicke in den oft arbeitsreichen Alltag der Ältesten.

Seite 1 von 12
rdexter 25.10.2016, 09:00
1.

"Erst wenn Männer viel Verantwortung im Haushalt übernehmen, können es sich Frauen leisten, Karriere zu machen und zusätzlich Kinder zur Welt zu bringen." Kann man auch anders sehen: Erst wenn Frauen nicht mehr nur Karriere machen wollen, habe sie Zeit, Kinder zur Welt zu bringen. Vielleicht einen Mittelweg gehen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
olli0816 25.10.2016, 09:02
2. Wirklich?

Japan ist total überbevölkert. Das heißt, für die Menschen dort ist es ein Segen, wenn sie von 127 Millionen bis 2050 auf 100 Millionen oder etwas darunter schrumpfen. Bevölkerungsberechnungen bis ins Jahr 3778 ist natürlich Nonsense, da kein Mensch weiß, wie die Gesellschaft auch nur in 100 jahren aussehen wird.

Ich hatte vor vielen Jahren mal ein Gespräch mit einem japanischen Bekannten. Ich hatte kurz davor einen Bericht über die Funktionsvielfalt von japanischen Toiletten gesehen und sie als eigenartige Marotte der Japaner angesprochen. Er meinte dazu: Wir Japaner leben so eng aufeinander, dass das stille Örtchen der einzige Platz ist, wo man mal für sich alleine ist. Da möchte man einfach seine Ruhe und ein bisschen Komfort geniessen. Wir Japaner haben auch gelernt, bei allen möglichen Geräuschen wegzuhören, um uns unsere Privatspähre zu bewahren.

Wenn ich mir das anhöre, frage ich mich, warum man die Bevölkerungsanzahl halten sollte? Am dusseligsten im Artikel fand ich den drittletzten Absatz, wo Frauen Karriere machen sollen, um dann mehr Kinder zu bekommen. In Deutschland haben z.B. Akademikerinnen, die einen anspruchsvollen Job haben, das größte Problem, jemanden zu finden mit dem sie eine Familie mit Kindern gründen können. Das heißt nicht, das Frauen sich nicht selbst verwirklichen sollen. Aber das Ergebnis wird in Japan so unterschiedlich nicht sein, wobei die Gesellschaft dort noch viel konservativer als hier ist. Das zeigt schon die Statistik, wie lange sich ein Mann mit Hausarbeit beschäftigt.

Im Grunde sind die niedrigen Geburtenraten absolut positiv, auch wenn die Gesellschaft insgesamt älter wird und natürlich auch etwas weniger innovativ. Aber andersherum benötigt man kein so großes Wirtschaftswachstum mehr und jeder hat ein wenig mehr Platz für sich. Wenn ich durch München gehe, wünsche ich mir gerne weniger Menschen. Auch Deutschland ist zu dicht besiedelt trotz mehr leerer Flächen auf dem Lande durch Abwanderung in die Städte. Andererseits sind alle Plätze aus meiner Kindheit nahe München inzwischen bebaut und selbst Plätze, wo man sich damals das gar nicht vorstellen konnte, stehen heute Häuser. Meine Schule grenzte auf der einen Seite an einen Wald und an der anderen an weitläufige Felder. Den Wald gibts noch, nur ist eine große Umgeheungsstraße davor und die Felder sind alle Geschichte. Ist es das, was wir wirklich wollen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr.northman 25.10.2016, 09:10
3.

Es ist mir unverständlich, das schrumpfende Bevölkerung so negativ dargestellt wird. Die Zahl der Menschen muss sinken, sonst reichen die Ressourcen nicht und die Verteilungskämpfe werden für Schrumpfung sorgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pariah_aflame 25.10.2016, 09:26
4. Ja, sowas!

Da schau an: So eine hohe Lebenswerwartung bei einer Bevölkerung die sich fast nur von Kohlenhydraten ernährt! Das dürfte den Ketonikern übel aufstossen. Ha ha.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
khid 25.10.2016, 09:26
5. @unzensierbar

Wann ist altern Ihrer Meinung nach "künstlich" und ab wann ist ein Mensch "zu alt"?

Wer befindet darüber? Sie? Ärzte?" Die Gesellschaft "?

Wie steht es mit dem Grundgesetz der BRD? Kennen Sie das?
Oder die UN-Menschenrechtscharta?

Nein, wie es den Anschein hat...

Unzensierbar? Ah so...?!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
okav 25.10.2016, 09:27
6. Auswirkungen auf unser Land

Die Demographische Entwicklung sollte in seine Auswirkungen mal auf unser Land betrachtet werden und dann sollten sich die Deutschen entscheiden, ob sie für unsere Gesellschaft diesen Weg in die soziale und humanitäre Katastrophe gehen wollen oder doch lieber eine Willkommenskultur für eigene Kinder in diesem Land entwickelt, denen man Werte, Kultur und Bildung vermittelt. Es muss ja nicht das Motto "Bumsen für Deutschland " sein

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muellerthomas 25.10.2016, 09:28
7.

Japan befindet sich derzeit noch in einer Übergangsphase, in der die Erwerbsbevölkerung schneller schrumpft als die Gesamtbevölkerung. Das wird sich jedoch nach und nach angleichen und wenn dann Gesamt- und Erwerbsbevölkerung gleich stark sinken, sollte es keine grundsätzlichen Probleme geben. Letztlich hat eine sinkende Einwohnerzahl auch durchaus positive Aspekte - und Japan dürfte ohnehin Vorbild für den Rest der Welt sein. In nahezu ganz Europa und weiten Teilen Asiens liege die Geburtenziffern unter 2 je Frau und der Rest der Welt bewegt sich in die Richtung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
holm7777 25.10.2016, 09:28
8. abschottung

das passiert, wenn sich ein Land völlig gegen Einwanderung abschottet. da sind wir in dtl. einen Schritt weiter. es wird nicht kommuniziert, aber die Flüchtlinge von heute bezahlen morgen unsere Rente mit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
max-mustermann 25.10.2016, 09:30
9.

Zitat von mr.northman
Es ist mir unverständlich, das schrumpfende Bevölkerung so negativ dargestellt wird. Die Zahl der Menschen muss sinken, sonst reichen die Ressourcen nicht und die Verteilungskämpfe werden für Schrumpfung sorgen.
So ist es aber da noch immerin allen Bereichen das Mantra des ewigen Wachstums als einziges Allheilmittel gepredigt wird wird sich daran nichts ändern.
Ist bei uns ja nichts anders, obwohl die Arbeit immer weniger wird (die Zahl der Vollzeit Jobs nimmt seit Jahrzehnten ab bzw. wurde durch viele Halbtags und Minijobs ersetzt) und auch in Zukunft dank fortschreitender Automatisierung und Digitalisierung weiter schrumpft wird uns was von zu wenig Kindern erzählt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 12