Forum: Gesundheit
Homöopathie-Kongress in Leipzig: Trommeln für Kügelchen und Tinkturen
imago/ Christian Ohde

Trotz fehlender Wirksamkeitsnachweise zahlen viele Krankenkassen homöopathische Behandlungen. Auf einem Kongress in Leipzig wollen die Heilkundler ihre Methode verteidigen - aber der Widerstand wächst.

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kkschiemert 13.06.2017, 18:59
1. Es gibt keine wirksame Argumente

Homöopathie hat längst den Status einer Religion erreicht und so wirken keine Argumente gegen sie. Ich bin eher pessimistisch im Kampf gegen Homöopathie solange die Kassen verantwortungslos sie weiter unterstützen.

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fahrgast07 13.06.2017, 19:07
2. Besser Zuckerkgelchen als Antibiotika?

Fakt ist, Homöopathie hat keine Wirkung. Gut, dass die Presse das immer klarer sagt.

Ein Arzt sagte mir mal, er kann nur zwei Dinge tun: Patient heimschicken, oder ins Krankenhaus einweisen. Bei zweiteren hilft nur richtige Medizin. Bei ersteren richten die Zuckerkügelchen wenigstens keinen Schaden an, im Gegensatz zu Antibiotika.

Vielleicht könnten wir aber mal erwachsen werden und lernen, dass Medikamente kein Wellness-Produkt sind. Und dass gegen die meisten Krankheiten ein simples, billiges Mittel hilft: Hinlegen, abwarten und Tee trinken.

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P.Delalande 13.06.2017, 19:13
3.

Vielleicht wäre es besser, wenn man Homöopathen nicht als Heilkundler bezeichnen würde, denn das erweckt den Eindruck, die Leute wüssten was sie tun und der Unfug hätte irgendetwas mit Wissenschaft zu tun.
Schließlich käme auch niemand auf die Idee Astrologen mit Astrophysikern auf die gleiche Stufe zu stellen.

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muskat51 13.06.2017, 19:17
4. Ich gehöre zu den vielen, die Erfahrungen mit Homöopathie haben,

Und diese Erfahrungen lauten: vollständig unwirksam. Ich wollte mich nicht der eiligen Vorverurteilung schuldig machen und habe es probiert, aber eben ohne irgendeine Wirkung. Ich bin dagegen, den Homöopathen ihren Ansatz mit der Begründung, es sei ja nicht schädlich, durchgehen zu lassen, den mit ihren Einnahmen werden sie leider Werbung treiben und die Politik beeinflussen, was leider zu Lasten der wirksamen Medizin gehen wird. Kleiner Denkanstoß zum Schluss: Die meisten Zuckerkügelchen werden zur Behandlung von Beschwerden eingesetzt, die auch ganz ohne Behandlung wieder vergehen. Da kann man leicht behaupten, die Behandlung hätte geholfen.

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equigen 13.06.2017, 19:19
5. Apperate werden überbezahlt?

Diese Aussage ist nicht korrekt: Die Apperatemedizin macht den kleinsten Teil der Kosten im Gesundheitswesen aus. Medikamente und Operationen sind die Kostentreiber. Und nebenbei ist das deutsche Gesundheitssystem zwar nicht das beste der Welt, aber definitiv unter den Top 10. Wir holen aus den Kosten zB eine wesentlich höhere Lebenserwartung als die USA raus (bei deutlich höheren Kosten pro Patient in den USA, die oft nicht von Kassen getragen werden). Selbst in China wird die Apperatemedizin besser vergütet als bei uns. Wir sind mittlerweile ein Niedrigpreisland bzgl. Medizintechnik.
Den Homöopathie-Quacksalbern gehört endlich das Handwerk gelegt. Vor allem muss den Menschen klar gemacht werden, dass dies NICHTS mit "natürlichen" Medikamenten zu tun hat. Kräuterextrakte haben selbstverständlich häufig sehr gute und nachgewiesene Wirkungen. Aber Zuckerkügelchen sind und bleiben Zuckerkügelchen, aus wenn das Wasser 10x im Kreis geschwenkt wird. Es ist wirklich unglaublich mit was für einem Blödsinn Geld verdient werden kann.

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hulmer 13.06.2017, 19:45
6. Propaganda statt Journalismus

Der Artikel argumentiert das es keinen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit der Homöopathie gibt. Wissenschaftlichkeit bedeutet auch, dass nicht Einzelfälle als Beleg für und wider einer zu prüfenden Risikoeinschätzung hergenommen werden. Genau das macht aber ihr Artikel, es werden zwei Einzelfälle hergenommen, die die Risiken der Homöopathie belegen sollen. Das halte ich für sehr unseriös! Man kann von der Homöopathie halten was man mag, aber mit dieser Vorgehensweise im Artikel führen Sie ihre eigene Argumentation ad absurdum.
Noch empörender finde ich, dass solch schlechter Journalismus auch noch durch die DPA verbreitet wird und völlig unkommentiert in Spiegel Online übernommen wird. Damit tragen Sie hier nicht zu einer sachlichen Debatte bei, die ohne Frage zu führen ist, sondern Reihen sich ein in ein politisches Klima in Deutschland, dass den Parolen und Propaganda immer stärkeres Gewicht verleiht. Auch und gerade bei einem Thema, dass unter diesen Aspekten harmlos erscheint. Diese Art des Journalismus und der Darstellung eines Themas schürt die Vereinheitlichung, die Reduzierung, die Begrenzung, die Tendenziosität und widerspricht den Grundprinzipien einer offenen, toleranten und vielfältigen Gesellschaft.
Bitte bemühen Sie sich in Zukunft um eine breitere Darstellung so eines Themas und übernehmen Sie nicht unreflektiert Artikel auf ihre Seiten.

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dborrmann 13.06.2017, 19:49
7. Schon der Ansatz ist falsch:

Warum sollen Kassen für Alles und Jedes zahlen? Wäre es nicht richtig, Banalitäten von den Patienten zahlen zu lassen und erst Krankheiten, die richtig ins Geld gehen, von den Kassen zu übernehmen. Dann könnten die Leistungen wieder adäquat honoriert werden und die Praxen und Krankenhäuser würden nicht durch sehr fordernde Patienten mit geringsten Störungen des Allgemeinbefindens verstopft.

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BettyB. 13.06.2017, 19:59
8. Kügelchen und Handauflegen

Nun ja, viele meinen, die Kügelchen würden helfen, sozusagen durch en durch das Einnehmen hervorgerufenen Placeboeffekt. Wenn meine alte Tante sich mit ihrer Gicht in die Kirche schleppt und am Abendmahl teilnimmt, fällt ihr der Rückweg leichter als der Hinweg, weil es gelingt für eine Zeit den Schmerzen mit der Hilfe des Priesters zu überlagern. Müsste die Krankenkasse ihn nicht dafür bezahlen, wenn sie doch auch die Dienstleistungen von Heilpraktikern bezahlt?

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Here Fido 13.06.2017, 19:59
9.

Zitat von dborrmann
Warum sollen Kassen für Alles und Jedes zahlen? Wäre es nicht richtig, Banalitäten von den Patienten zahlen zu lassen und erst Krankheiten, die richtig ins Geld gehen, von den Kassen zu übernehmen. Dann könnten die Leistungen wieder adäquat honoriert werden und die Praxen und Krankenhäuser würden nicht durch sehr fordernde Patienten mit geringsten Störungen des Allgemeinbefindens verstopft.
Hä? Warum sollte man auf Leistungen durch die Kassen verzichten, nur damit im Gesundheitswesen besser honoriert wird. Geht's noch?

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