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HPV-Impfung: Ärzte wollen Krankenkassen kritische Broschüren verbieten
DPA

Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs: Weil ihnen kritische Töne in einer Broschüre über die HPV-Impfung missfallen, gehen Berufsverbände der Ärzte gegen zwei Krankenkassen vor. Die beharren auf ihrem Aufklärungsauftrag.

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psychologiestudent 29.04.2014, 09:28
1.

Zitat von sysop
Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs: Weil ihnen kritische Töne in einer Broschüre über die HPV-Impfung missfallen, gehen Berufsverbände der Ärzte gegen zwei Krankenkassen vor. Die beharren auf ihrem Aufklärungsauftrag.
naja, ich kann beide Seiten verstehen. Einerseits die Krankenkassen, denn natürlich sollen die Leute informiert werden, was gut evaluiert ist und was nicht, und dann kann der theoretisch mündige Bürger entscheiden, was er mit seinem eigenen Körper tut. Andererseits aber auch die Ärzte, denn der theoretisch mündige Bürger ist oft auch leicht abzuschrecken, ohne sich länger mit einem Thema zu beschäftigen, zumal es sowieso einfacher ist, jemanden von einer Massnahme abzuhalten als ihn dazu zu bewegen, wenn er neutral eingestellt ist (Mehraufwand und Angst vorm Arztbesuch als solcher...). Ausserdem kommt natürlich noch der finanzielle Aspekt dazu: Dass Krankenkassen Interesse daran haben, dass Patienten möglichst wenig Leistungen in Anspruch nehmen, während Ärztevertreter (jetzt nicht der einzelne Arzt, bitte differenzieren) eher daran interessiert sind, dass möglichst viele Leistungen genutzt werden.
schwieriges Thema... Und warum ist das nicht besser untersucht? Ich höre seit Jahren: die Studienlage ist unklar...

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PinKLady73 29.04.2014, 09:41
2. Und was ist jetzt das Richtige?

Leider verunsichert auch der SPON-Artikeln wieder die Mütter und Väter, die zusammen mit Ihren Kindern (minderjährigen Mädchen) diese Entscheidung treffen müssen. Etwas mehr medizinische Verweise wären vielleicht angebracht...

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les2005 29.04.2014, 09:54
3.

Zitat von psychologiestudent
schwieriges Thema... Und warum ist das nicht besser untersucht? Ich höre seit Jahren: die Studienlage ist unklar...
Einfache Antwort: Weil man erst in etlichen Jahren statistisch ablesen können wird, ob die Imfung eine Senkung der Krebsrate erbracht hat. Wer sich ein bißchen mit der Thematik beschäftigt hat, weiß ja, daß die Impfung ja Krebs eben NICHT verhindert, sondern eine von mehreren möglichen Vorstufen bekämpft. Nachdem es also keinen direkten ursächlichen Zusammenhang gibt, bleibt nur die Statistik. Und für die brauche ich viele Fälle und viele Jahre.

Ich persönlich finde, daß gerade angesichts der in der Bevölkerung weit verbreiteten Impfskepsis die Krankenkassen gut beraten sind, die HPV-Impfung möglichst neutral zu kommentieren. Wenn diese trotz der dürftigen Wissenslage vorbehaltlos befürwortet würde, wäre das nur Wasser auf die Mühlen derer, die an allen, auch den unstrittig wirksamen Impfungen rummäkeln.

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Olaf 29.04.2014, 09:55
4.

Zitat von PinKLady73
Leider verunsichert auch der SPON-Artikeln wieder die Mütter und Väter, die zusammen mit Ihren Kindern (minderjährigen Mädchen) diese Entscheidung treffen müssen. Etwas mehr medizinische Verweise wären vielleicht angebracht...
Bei einer Impfung gegen Krebs braucht es eben viele Jahrzehnte, bis man sichere Aussagen über ihre Erfolgsrate treffen kann.

Darum geht es letztlich bei den Unsicherheiten. Sicher ist, dass die Impfung gegen bestimmte Viren hilft (70%), von denen man weiß, dass sie für Gebärmutterkrebs mit verantwortlich sind.

Daraus kann man aber nicht den Umkehrschluss ziehen, dass 70% der geimpften Frauen keinen Gebärmutterkrebs mehr bekommen werden.

Das sind die Unsicherheiten, man hat noch keine ausreichende Datenlage, um die Wirksamkeit der Impfung belegen zu können. Dafür muss man über Jahrzehnte die Entwicklung bei geimpften und bei ungeimpften Frauen verfolgen.

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Kessl 29.04.2014, 10:22
5. Kritische Stimmen sind angebracht

Nur weil es dafür einen Nobelpreis gab bedeutet das nicht, dass zur Hausen mit seiner Arbeit Recht hat. Ich glaube noch immer nicht an einen Zusammenhang zwischen HPV und Krebs, alleine deshalb nicht weil es bis Heute keine Studie gab wie häufig HPV eigentlich in der gesunden Bevölkerung vorkommt. Sollten die 70% nämlich schlicht dem Durchschnitt durch die gesamte Bevölkerung entsprechen und wären der Normalfall, dann wäre der Rückschluss auf Krebs vermutlich falsch.
Andererseits beißt ein Hund nie die Hand die ihn füttert.

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Morpheus_Ahrm 29.04.2014, 10:24
6. Halbgötter in weiß

Zitat von
"Natürlich stimmt es, dass in Bezug auf die Impfung noch viele Fragen offen sind", sagt Wolfram Hartmann, als Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte hat er die Pressemitteilung mitverantwortet. "Die Diskussion gehört aber in Fachkreise. Patientinnen werden dadurch nur verunsichert."
Ich könnte schon wieder in einer beliebigen Praxis Amok laufen - ich erwarte von Ärzten, dass sie mich so gut wie das bei einem Laien wie mir möglich ist über Behandlungen, Impfungen etc. informieren, damit ich eine möglichst eigenverantwortliche Entscheidung treffen kann. Wenn sie das von vornherein verweigern kann ich nur davon ausgehen, dass es in erster Linie um den Erhalt ihrer Macht im Arzt-Patienten-Verhältnis geht.

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doppelpunkt 29.04.2014, 10:26
7. Nicht blind den Kassen vertrauen

Um es gleich zu sagen: Ob HPV-Impfungen sinnvoll sind, kann ich nicht beurteilen. Wohl sehe ich aber die Informationspolitik der Krankenkassen in einem vielleicht vergleichbaren Fall sehr kritisch, nämlich beim PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs. Als Betroffener bin ich immer wieder darüber entsetzt, wie stark viele Krankenkassen in Broschüren und auf Webseiten die Risiken des PSA-Tests hervorheben. Wer sich mit dem Thema noch nicht befasst hat, kann nach der Lektüre eigentlich nur vor diesem Test zurückschrecken. Eine wirklich ausgewogene und sachliche Darstellung sieht anders aus. Ich habe dafür bislang nur einen Grund gefunden: Die Kassen wollen vermeiden, zukünftig tausende vom PSA-Tests übernehmen zu müssen (die bislang von den Versicherten selbst bezahlt werden müssen). Das scheint für die Kassen billiger zu sein als die Behandlungskosten für einige zu spät erkannte Krebsfälle.
Unzweifelhaft kommt es immer wieder vor, dass Ärzte Leistungen und Behandlungen nur deshalb anbieten, weil aie an ihnen gut verdienen. Doch das Verhalten der Kassen in Sachen PSA-Test zeigt für mich, dass auch sie - vorsichtig formuliert - nicht immer nur das Patientenwohl im Auge haben, sondern auch ihr finanzielles Kalkül. Daher würde ich auch bei der HPV-Impfung betroffenen Eltern und jungen Mädchen empfehlen, den Informationen der Kassen nicht blind zu vertrauen, sondern sich umfassend und gründlich zu informieren - und zwar nicht nur bei Spiegel online.

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Medizinstudent_0815 29.04.2014, 10:32
8. Impfung ist gegen die Viren NICHT gegen den Krebs

Ich moechte nur klarstellen, dass NICHT gegen den Krebs geimpft wird, d.h. trotz erfolgter Impfung sollte in regelmäßigen Abständen die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen werden.
Geimpft wird gegen bestimmte Viren der HPV-Familie, welche stark mit der Entstehung von Gebämutterhalskrebs und auch anderen Krebsarten assoziiert ist. Da ist man sich heute relativ sicher, dass dieser Zusammenhang existiert. Daher die Rechnung: keine Viren= weniger Krebs, welcher UNTER ANDEREM von diesen Viren durch chronische Reizung gefördert/verursacht wird.

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psionict 29.04.2014, 10:36
9. Geldmaschine

Da war sie wieder, die HPV-Impfdiskussion.
Diese Impfung ist nachweislich gefährlich und aufgrund des hohen Preises dennoch zu lukrativ, um sie wieder vom Markt zu nehmen.
Ich bin mal gespannt, wann diese ganze Volksvergiftung aufgedeckt wird.
Das gilt leider für die meisten Impfungen.
Ich kann nur jedem empfehlen sich auch an den Meinungen derer zu orientieren, die kein Milliardengeschäft damit machen und hungrige Aktionäre zu befriedigen haben.
Hier antworten gleich gewiss wieder nur die, die ein finanzielles Interesse daran haben.

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