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Igel-Angebote: Ärzte bieten Gutverdienern öfter Selbstzahlerleistungen an
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Biofeedback bei Migräne, Sauerstofftherapie bei Hörsturz: Für einige Untersuchungen beim Arzt müssen Patienten extra zahlen. Mediziner haben dabei offenbar eine bestimmte Klientel im Blick.

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drmedmabuse 26.02.2019, 14:41
1.

Das generelle Problem in Deutschland ist leider, dass die GKV gesetzlich dazu verpflichtet ist, den Patienten nur eine "ausreichende" Versorgung zu gewähren. Keine Rede von "sehr gut". "Ausreichend" ist die Schulnote 4. Und natürlich wollen sich die gesetzlichen Krankenkassen dies nicht nachsagen lassen und haben daher den IGeL-Monitor entworfen. Dieser steht den meisten IGeL-Leistungen dementsprechend tendenziell negativ gegenüber, auch wenn die gegenwärtige Studienlage (siehe z.B. Stosswellentherapie) anders lautet. Natürlich gibt es viel Blödsinn, der von den ärztlichen Kollegen angeboten wird, aber auch viel Sinnvolles. Da hilft nur: Augen auf bei der Arztwahl.

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keine-#-ahnung 26.02.2019, 14:59
2. Das ist bestenfalls ein Drittel der Wahrheit ...

Zitat von drmedmabuse
Das generelle Problem in Deutschland ist leider, dass die GKV gesetzlich dazu verpflichtet ist, den Patienten nur eine "ausreichende" Versorgung zu gewähren. Keine Rede von "sehr gut". "Ausreichend" ist die Schulnote 4. Und natürlich wollen sich die gesetzlichen Krankenkassen dies nicht nachsagen lassen und haben daher den IGeL-Monitor entworfen. Dieser steht den meisten IGeL-Leistungen dementsprechend tendenziell negativ gegenüber, auch wenn die gegenwärtige Studienlage (siehe z.B. Stosswellentherapie) anders lautet. Natürlich gibt es viel Blödsinn, der von den ärztlichen Kollegen angeboten wird, aber auch viel Sinnvolles. Da hilft nur: Augen auf bei der Arztwahl.
... liebe Frau Kollegin resp. lieber Herr Kollege. Korrekt heisst es in Satz 1 des §12 SGB V:

"Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen."

Sollte man sich immer mal wieder in ausgedruckter Form (analog!) unter das Kopfkissen legen ...

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sven2016 26.02.2019, 15:09
3. Woher wissen die Ärzte, was ein Patient

verdient? Ohne Zugriff auf die Daten der Krankenkasse dürfte das schwierig zu bestimmen sein.

Oder habe ich da Veefahrensregeln nicht mitbekommen? Wenn das in der Statistik sogar nach Einkommensgruppen aufgeschlüsselt wird ...

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Newspeak 26.02.2019, 15:13
4. ...

Es sollte eigentlich doch nur darum gehen, ob etwas medizinisch notwendig ist. Wenn ja, sollte JEDER die bestmoegliche medizinische Versorgung bekommen. Wenn nein, sollten Aerzte diese Leistungen auch nicht anbieten duerfen. Das koennten ja andere Berufe tun, die aber explizit IMMER selbst bezahlt werden muessen. Es waere fuer alle besser, wenn man Aerzte medizinische Taetigkeiten ausfuehren laesst, und erst gar nicht diese Grauzone zulaesst.

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oledoledoffe 26.02.2019, 15:15
5. Der Beitragssatz für Krankenversicherung

...bleibt gleich, mit dem gleichen Geld müssen in kürzerer Zeit mehr und kränkere Patienten versorgt werden, die Pharmaindustrie schöpft kräftig ab... am Ende will der Arzt auch noch was verdienen... solange IGeL als solche beim Namen genannt werden, kann ich nichts verwerfliches an dem Angebot solcher durch die Ärzteschaft finden. Im Gegenteil, wenn Ärzte bei Gutverdienern mehr verdienen wollen, um ihre Existenz zu sichern, so scheinen Ärzte nur die Konsequenz aus dem Dilemma einer sich in Arm und Reich aufspaltenden Gesellschaft zu ziehen. Solange sich sehr Reiche nur mit einem lächerlichen und gedeckelten Beitrag am sogenannten Solidarischen Gesundheitssystem beteiligen müssen, werden Ärzte weiter nach alternativen Einkommensquellen suchen, ins Ausland gehen oder in die Industrie...

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sonnenschein_3 26.02.2019, 15:17
6. Augenärzte sind gesetztlich verpflichtet, Glaukomvorsorge anzubieten

Erschreckend ist das in der Tat, allerdings vorrangig, dass sich viele Augenärzte eines Behandlungsfehlers schuldig werden lassen, indem sie offenbar NICHT allen Patienten die Glaukomvorsorge anbieten. Entgegen allen Verunglimpfungen der Presse über die angebliche Nutzlosigkeit der Untersuchung und die große Abzocke mit dem 19€-Geschäft wird nämlich oft ein ganz banaler Grund außer Acht gelassen, die Untersuchung als Augenarzt anzubieten:
Augenärzte sind dazu seit nunmehr 41 Jahren gesetzlich gezwungen, Patienten über das Glaukom und die entsprechenden Früherkennungsmaßnahmen aufzuklären (Oberlandesgericht Hamm 29.11.1977, 9U23/77 OLG Hamm), inzwischen im Falle eines nachgewiesenen Glaukoms auch noch über weiterführende ebenfalls von den Kassen nicht bezahlte Diagnostik (OLG Hamm 15.1.2016- 26 U 48/14). Das Gericht interessiert nämlich der Nutzen für den _individuellen Patienten_. Das Gericht interessiert nicht, ob sich die Vorsorgeuntersuchung für die _Krankenkassen_ nicht rechnet, was sie nicht tu, da ein erblindetes Auge die Krankenkassen kein Geld kostet (Blindengeld zahlt nicht die GKV, die teure medikamentöse Glaukomtherapie muss die GKV zahlen).

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dragondeal 26.02.2019, 15:25
7. Woher

weiß der Arzt eigentlich, wer was verdient? Ich hab's meinem nicht gesagt und er braucht es auch nicht zu wissen.

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Spiegelleserin57 26.02.2019, 15:29
8. Frage am Rande???

wie soll der Arzt denn ein Glaukom diagnostizieren? Erst wenn der Patient daran auffällig erkrankt ist oder vorher wenn sich noch eine erfolgreiche Therapie anschließen lässt?
Erst wenn das Kind im Brunnen liegt ist es leider oft zu spät!

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flytogether 26.02.2019, 15:31
9. Kommt mir sehr bekannt vor

Als ich die zahlreichen Untersuchungen bei einem Augenarzt ablehnte meinte dieser, ich solle mir einen anderen Arzt suchen. Als ich den Arzt bei Jameda negativ bewerten wollte weigerte sich das Portal, die Bewertung zu veröffentlichen.

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