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Igel-Angebote: Ärzte bieten Gutverdienern öfter Selbstzahlerleistungen an
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Biofeedback bei Migräne, Sauerstofftherapie bei Hörsturz: Für einige Untersuchungen beim Arzt müssen Patienten extra zahlen. Mediziner haben dabei offenbar eine bestimmte Klientel im Blick.

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Ein_denkender_Querulant 26.02.2019, 16:30
20. Wirtschaftlicher Nutzen versus persönlichem Leid

Sie müssen unterschieden zwischen wirtschaftlichem Nutzen für die Krankenkasse als Wirtschaftsunternehmen und dem persönlichem Leid. Natürlich zahlt die Krankenkasse nicht flächendend z.B Impfungen gegen Zeckenbisse, weil es Milliarden kosten würde, und die behandlung einiger hundert Patienten billiger ist. Stuft man das individuelle Risiko selber hoch ein, ist es keine wissenschaftlich ungeprüftes Verfahren. Beim Augendruck gilt ähnliches.

Bei einer guten privaten Versicherung erübrigen sich diese Fragen übrigens, es gibt von den Versicherungen gezahlt, was die Ärzte oder der Patient für sinnvoll hält.

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Newspeak 26.02.2019, 16:40
21. ...

Zitat von Spiegelleserin57
niemand kann einem Mediziner verbieten seine Leistungen zu verkaufen da der Mediziner auch Unternehmer ist und auf dem freien Markt agieren kann.Auch der Patient kann frei entscheiden ob er eine Leistung annehmen möchte!
Wenn ein Mediziner sich in erster Linie als Unternehmer betrachtet, dann soll er das tun, sich aber nicht mehr Arzt nennen. Denn dann geht es ihm nicht mehr primaer um den Menschen, sondern den Profit. Der Patient kann naemlich meistens nicht frei entscheiden, sondern befindet sich aufgrund seiner Krankheit in einer persoenlichen Notlage, und aufgrund des Wissensunterschieds zum Mediziner auch in einer asymmetrischen Situation, und zwar auf der schwaecheren Seite. Diese Situation bzw. Notlage ist es, die von Unternehmer-Medizinern fuer ihren persoenlichen Vorteil ausgenutzt wird. Denn wer will schon sparen, wenn es um seine Gesundheit geht? Ich schreibe mal nicht, was ich von dieser Form von Unternehmer-Medizinern halte. Das Obige bedeutet nebenbei nicht, dass Aerzte nicht gut verdienen sollten. Aber eben nicht nach den Gesetzen des freien Markts. Koennen sich ja anders nennen, selbstaendig sein, aber dann eben keine Kassenleistungen bekommen.

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karl_idstein 26.02.2019, 16:47
22. Was der Patient verdient

Einige Posts hier fragen sich, wie der Arzt weiß oder wissen kann, was der Patient verdient. Nun ja, zu vielen seiner Ärzte hat man ja ein langjähriges und vertrauensvolles Verhältnis. Und so weiß der Arzt dann natürlich etwa den Beruf seines Patienten, den Arbeitgeber, die Position, wie lange dort tätig plus auch sonst viel Familiäres. Ist ja ok und so sind auch die finanziellen Verhältnisse zumindest einschätzbar. Habe ich kein Problem mit.

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CancunMM 26.02.2019, 17:00
23.

Zitat von karl_idstein
Einige Posts hier fragen sich, wie der Arzt weiß oder wissen kann, was der Patient verdient. Nun ja, zu vielen seiner Ärzte hat man ja ein langjähriges und vertrauensvolles Verhältnis. Und so weiß der Arzt dann natürlich etwa den Beruf seines Patienten, den Arbeitgeber, die Position, wie lange dort tätig plus auch sonst viel Familiäres. Ist ja ok und so sind auch die finanziellen Verhältnisse zumindest einschätzbar. Habe ich kein Problem mit.
Leider ist es längst nicht mehr so.Man hat viele Patienten, die mal dort und mal dort hingehen. Und der Arbeitgeber ist auch häufig wechselnd.

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CancunMM 26.02.2019, 17:02
24.

Zitat von Newspeak
Wenn ein Mediziner sich in erster Linie als Unternehmer betrachtet, dann soll er das tun, sich aber nicht mehr Arzt nennen. Denn dann geht es ihm nicht mehr primaer um den Menschen, sondern den Profit. Der Patient kann naemlich meistens nicht frei entscheiden, sondern befindet sich aufgrund seiner Krankheit in einer persoenlichen Notlage, und aufgrund des Wissensunterschieds zum Mediziner auch in einer asymmetrischen Situation, und zwar auf der schwaecheren Seite. Diese Situation bzw. Notlage ist es, die von Unternehmer-Medizinern fuer ihren persoenlichen Vorteil ausgenutzt wird. Denn wer will schon sparen, wenn es um seine Gesundheit geht? Ich schreibe mal nicht, was ich von dieser Form von Unternehmer-Medizinern halte. Das Obige bedeutet nebenbei nicht, dass Aerzte nicht gut verdienen sollten. Aber eben nicht nach den Gesetzen des freien Markts. Koennen sich ja anders nennen, selbstaendig sein, aber dann eben keine Kassenleistungen bekommen.
Ein Patient von mir sagte mal zu mir: Sie müssen das und das machen, er sei ja mein Kunde ....
Ich entgegnete Ihm nur, dass er sich bestimmt nicht von mir als Kunde behandeln lassen möchte, denn dann würde ich ganz andere Dinge machen.

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cave100 26.02.2019, 17:09
25. hilfe

Beitrag "oledoledoffe" anzeigen.
Einfach nur zur Info, Ärzte verdienen im Durchschnitt, je nach Facharzt/in, zwischen 200.000 - 2.000.000 € im Jahr.
Es ist daher überflüssig sich Gedanken um deren Existenz zu machen. Die Kritik an IGEL ist auf jeden Fall berechtigt, da manche Patienten Angst haben ihren Arzt/in zu verärgern wenn sie angebotene Leistungen
ablehnen würden.

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ruhepuls 26.02.2019, 17:14
26. Alles reglementieren - und dann über Gängelung jammern...

Zitat von Newspeak
Es sollte eigentlich doch nur darum gehen, ob etwas medizinisch notwendig ist. Wenn ja, sollte JEDER die bestmoegliche medizinische Versorgung bekommen. Wenn nein, sollten Aerzte diese Leistungen auch nicht anbieten duerfen. Das koennten ja andere Berufe tun, die aber explizit IMMER selbst bezahlt werden muessen. Es waere fuer alle besser, wenn man Aerzte medizinische Taetigkeiten ausfuehren laesst, und erst gar nicht diese Grauzone zulaesst.
Niedergelassene Ärzte sind Freiberufler und keine Angestellten der Kassen. Insofern dürfen sie alles anbieten, was sie wollen - nur abrechnen dürfen sie eben nur im Rahmen der Kassen, was diese auch erstatten.
Ansonsten müssten die Kassen den Ärzten einen Angestelltenvertrag anbieten - was die allerdings aus guten Gründen nicht tun, denn dann wären die Kassen auch für Praxismiete, Personal, Geräte usw. verantwortlich. Und ob dann die Medizin besser würde, ist auch noch sehr fraglich, wenn man beispielsweise in die Länder schaut, in denen das Gesundheitswesen staatlich ist und die Ärzte Angestellte/Beamte.
Die BESTmögliche medizinische Versorgung für alle ist nicht möglich. Genauso gut könnten Sie das "beste Auto" für alle fordern - und das wäre dann vielleicht ein Rolls Royce.
Auch der Begriff der Notwendigkeit ist sehr diskussionsfähig, da darüber ganz unterschiedliche Vorstellungen herrschen - je nach dem, wenn Sie fragen.
Ich führe hier gerne das Extrembeispiel der jungen Mädchen an, die aufgrund von psychiatrischen Gutachten eine Brustvergrößerung bezahlt bekamen, weil sie sonst - wegen der Abweichung von den aktuellen Schönheitsvorstellungen - Depressionen bekommen hätten. Heute findet man das noch eigenartig, aber in 20 Jahren ist es vielleicht üblich, weil man "schlechte Gefühle wegen des eigenen Aussehens" als Krankheitsbild definiert hat. Also was ist notwendig?

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ruhepuls 26.02.2019, 17:16
27. Er schaut aus dem Fenster...

Zitat von dragondeal
weiß der Arzt eigentlich, wer was verdient? Ich hab's meinem nicht gesagt und er braucht es auch nicht zu wissen.
Nun, gemeinhin ist es nicht sonderlich schwierig aus dem Auftreten des Patienten, dessen Kleidung, Erzählungen (Urlaub..) oder auf dem Parkplatz parkenden fahrbaren Untersatz auf dessen finanzielle Potenz zu schließen. Und manche legen ja auch Wert darauf, sich von der Masse abzuheben.

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rudi_ralala 26.02.2019, 17:19
28.

Zitat von cave100
...... Die Kritik an IGEL ist auf jeden Fall berechtigt, da manche Patienten Angst haben ihren Arzt/in zu verärgern wenn sie angebotene Leistungen ablehnen würden.
Überflüssig ist es auch sich überdiagnostizieren zu lassen.
Das kann in manchen Fällen auch tötlich enden.

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ruhepuls 26.02.2019, 17:21
29. Physiotherapie hat keine gute Lobby

Zitat von drmedmabuse
Jeder Arzt sollte wissen, was sein Patient beruflich macht. Das gebietet die Sorgfalt bei der Anamnese. Und was viele IGeL-Leistungen angeht, die Vorsorgecharakter haben: die Kassen zahlen ja kaum noch Präventivleistungen. Beispiel Krankengymnastik: ich würde meinen vielen Rückenpatienten gerne öfter KG verordnen, laufe aber stets Gefahr, in Regress genommen zu werden (was uns auch schon mal pasiert ist...). Wohingegen jede Rücken-OP klaglos bezahlt wird. Sei die Studienlage auch noch so schlecht. Und die Nebenwirkungen auch noch so gravierend.
Ja, genau so ist es. Konservative Methoden sind eben nicht so "hipp" und haben keine gute Lobby.

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