Forum: Gesundheit
Igel-Angebote: Wenn Ärzte zu aufdringlichen Verkäufern werden
Corbis

Igel-Leistungen sind medizinisch umstritten, aber für Ärzte ein lukratives Geschäft. Einige drängen ihre Patienten sogar mit unseriösen Methoden dazu, die Extras in Anspruch zu nehmen. Verbraucherschützer sind empört.

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aktiverbeobachter 11.05.2015, 19:50
50. Verwechslung

Zitat von Georg_Alexander
werden Sie es verstehen, sollten Sie doch einmal schwer erkranken. Ich wünsche es Ihnen nicht, aber in dem Fall werden Sie von der Solidargemeinschaft reichlich 'profitieren'.
Sorry aber in so einem Fall profitiere ich doch nicht von der Solidargemeinschaft sondern von meinen hoch eingezahlten Beiträgen. Es ist sogar gänzlich umgekehrt, gäbe es diese sog. Solidargemeinschaft nicht, würde ich in so einem Fall noch viel mehr von meinen bis dato hoch eingezahlten Beiträgen profitieren. Erstens hätte ich bis dahin viel Geld gespart (welches ich z.B. Für sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen genutzt hätte) und zweitens würde ich dann eine viel bessere Versorgung bekommen. Diese sog. Solidargemeinschaft verlangt ungemein viel Solidarität von denen, die diese finanzieren. Welchen solidarischen Beitrag leisten denn die sog. Geringverdiener, die logischerweise auch deutlich geringere Beiträge in die GKV zahlen, in diese Solidargemeinschaft?

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mehrgedanken 11.05.2015, 20:17
51. schönes Beispiel

Zitat von testuser2
Wenn man bei uns zur Augenärztin reinkommt, wird man als Erstes aufgefordert, eine Unterschrift zu leisten, dass man sich zu einer Messung des Augeninnendrucks und der damit verbundenen Kostenübernahme Bereit erklärt. Weigert man sich, wird man aufgefordert, ein Papier zu unterschreiben, dass man sich geweigert hat, die Untersuchung durchführen zu lassen. Wenn der Patient auch diese unterschrift verweigert, machen die netten Damen am Tresen mit dem Ausruf: "schreib rein, Patient weigert sich" einen entsprechenden Vermerk und die Augenärztin wird von den Sprechstundenhilfen darüber informiert. Die Augenärztin macht Einem dann im Behandlungszimmer Angst, indem sie vor den Folgen warnt und die Untersuchung mit einer Prostatakrebsfrüherkennung vergleicht, mit den Worten: "Vor Krebs wollen Sie sich doch auch schützen, warum also nicht vor Blindheit". So läuft das bei jedem Neupatienten und in regelmäßigen Abständen bei Altpatienten.
Weil von der Krankenkasse empfohlen machte ich mich also tapfer auf den Weg zur Krebsvorsorge, als Mann... was geschah? nun ich sollte diese Liste ankreuzen was ich verweigert habe-und wurde stattdessen geröngt-im Beleg- Krankenhaus, Lunge-um die ging es gar nicht.... immerhin erklärte mir der Radiologe ehrlicherweise dass niemand einen Lungenkrebs ausschliessen kann anhand von Röntgenbildern. Ach was Herr Doktor! super! ich kam wegen Darm und Prostata Früherkennung.... da fiel ihm die Kinnlade runter. habe mich dennoch bedankt da ich Raucher bin. der Arzt sieht mich nie wieder. Einen habe ich noch: freiwillige Impfungen wegen Auslandsreise Asien-wieder falsch informiert und für 400€ gespritzt, aber gut.....
zum Augenarzt? gehen Sie zum Optiker Ihres Vertrauens, der misst genauer-aber das führt zu weit. meine letzte Augenärztin durfte mir ihre Fehlmessung erstatten, mit Hilfe der Krankenkasse.
Alles Einzelfälle gel?

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Atheist_Crusader 11.05.2015, 20:19
52.

Wenn TTIP kommt, dann wird Medikamentenwerbung wohl auch in Europa legal werden. Dann ist das hier ein milder Vorgeschmack.

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hobbyastronaut 11.05.2015, 20:29
53. Wenn das, was über die GKVs verdient wird ...

... nicht reichen sollte, muss man sich eben breiter austellen. Wie wären angrenzende Geschäftsfelder, wie etwa Pakete an der Rezeption anzunehmen, oder Lottoscheine?

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marcw 11.05.2015, 20:45
54.

Zitat von aktiverbeobachter
Ich weiß nicht genau was Sie so unter hinterhergeworfen verstehen, ich finde halt Viel Geld=Viel Leistung. Aber Sie haben natürlich Recht, diese Diskrepanz entsteht aufgrund des Solidarsystems. Evtl. sollte man dieses System mal grundsätzlich hinterfragen. Ich zahle jeden Monat einen hohen Betrag in die GKV für eine Person, obwohl ich gar nicht krank bin und das seit zig Jahren...irgendwie für mich schwer verständlich.
Sie kriegen auch viel Leistung. Nämlich dann, wenn Sie sie brauchen. Sie zahlen auch dann, wenn Sie diese hochpreisigen Leistungen nicht brauchen, damit Sie im Falle, dass Sie sie brauchen, nicht wegen Zahlungsunfähigkeit krepieren müssen. Ist das denn so schwer zu verstehen?

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smartinus 11.05.2015, 20:56
55. Jeder ist sich selbst der nächste?

Zitat von aktiverbeobachter
Sorry aber in so einem Fall profitiere ich doch nicht von der Solidargemeinschaft sondern von meinen hoch eingezahlten Beiträgen. Es ist sogar gänzlich umgekehrt, gäbe es diese sog. Solidargemeinschaft nicht, würde ich in so einem Fall noch viel mehr von meinen bis dato hoch eingezahlten Beiträgen profitieren. Erstens hätte ich bis dahin viel Geld gespart (welches ich z.B. Für sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen genutzt hätte) und zweitens würde ich dann eine viel bessere Versorgung bekommen. Diese sog. Solidargemeinschaft verlangt ungemein viel Solidarität von denen, die diese finanzieren. Welchen solidarischen Beitrag leisten denn die sog. Geringverdiener, die logischerweise auch deutlich geringere Beiträge in die GKV zahlen, in diese Solidargemeinschaft?
So ein Unsinn, wenn es die Solidargemeinschaft nicht gäbe, wären Sie bei einigen Krankheiten verdammt schlecht dran. Wenn Sie z.B. Multiple Sklerose bekommen, dann können Sie noch so viel eingezahlt haben, Sie werden auf die Solidarität der anderen angewiesen sein. Denn es fallen Therapiekosten von über 100.000 jedes Jahr an. Hohe Therapiekosten fallsen auch für viele andere chronische Erkrankungen an, erst recht für einige Krankheiten, die schon bei Geburt auftreten.

Im Übrigen würde das Krankenversicherungssytem nicht funktionieren, wenn es keinen Ausgleich zwischen Gesunden und Kranken geben würde. Ähnliches gilt für Reiche und Arme. Jemand mit Down-Syndrom z.B. wird im Durchschnitt weniger verdienen als jemand ohne Down-Syndrom, er kann froh sein, wenn er überhaupt eine sozialversicherungspflichtige Arbeit findet. Es spricht Bände über Menschen, die eine solche Solidargemeinschaft ablehnen.

Man kann nur jedem wünschen, dass er möglichst lange ein möglichst gesundes Leben führen kann. Dafür muss man zwangsläufig in Kauf nehmen, mehr Krankenversicherungsbeiträge gezahlt zu haben als an Leistungen erhalten. Oder will jemand doch lieber an der Chemo hängen oder eine Reha nach Schlaganfall mit Sprach- und Bewegungsstörungen absolvieren mit dem "guten" Gefühl, endlich medizinische Leistungen erhalten zu haben? Oje...

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cutestrabbitonearth 11.05.2015, 21:27
56.

Zitat von noggakatt
Ich habe keine IGEL-Leistungen angeboten und nicht ueberlebt. Nicht mehr kostendeckende Honorare und ein Arzneimittelregress oben ´drauf haben mich meine Existenz gekostet. Ich lebe heute in Schweden. Das Desaster im Deutschen Gesundheitswesen ist aus der Sicht des Nordens eine späte Genugtuung.
Glückwunsch! Die Gesundheitsreform ist eine der schwersten Sündenfälle der letzten Jahrzehnte und ich begreife nicht, wie sie so lange trotz besseren Wissens überleben konnte. Wenn hier einige behaupten, dass man nur den Arzt wechseln muss, dann ist das Humbug. Ich habe gar keinen Hausarzt mehr, weil ich jedesmal wegen eindringlicher Mahnung, doch diese oder jene IGEL-Leistung anzunehmen, freundlich nicke und so tue, als ob ich einen Termin vereinbaren würde und dann den Arzt wechsele. Was waren das für Zeiten, als man zum Arzt ging und davon ausgehen konnte, dass der wirklich versuchte herauszufinden, was dem Patienten fehlte. *träum*

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laubfrosch69 11.05.2015, 21:38
57. Lieber SPON,

deine tendenziöse Berichterstattung kotzt einen wirklich langsam an. - Da beginnt in Frankfurt der Deutsche Ärztetag. Da machen sich Ärzte Sorgen um die Datensicherheit ihrer Patienten (70 Millionen GKV-Versicherte), die massiv von Politkern gefährdet wird - E-health-Gesetz, Elektronische Gesundheitskarte usw. - Und ihr habt nichts Dümmeres drauf, als über IGEL zu räsonieren? Und dann auch noch erbärmlich recherchiert! Die Zahnärzte haben es vorgemacht. Die haben einen Katalog von 'Grundleistungen' definiert, der von den Kassen liebend gern angenommen wurde - weil so schön billig. Alles, was darüber hinaus geht, muß der Versicherte selbst tragen - egal, ob er in die "Solidargemeinschaft" eingezahlt hat, oder nicht. Wehe den 70 Millionen GK-Versicherten, wenn die 'Kassenärzte und -psychotherapeuten' auf die selbe Idee kämen. Dann haben wir Verhältnisse, wie in unseren Nachbarländern. Da steht in jeder Praxis nämlich eine Registrierkasse und es wird bar bezahlt! - Und das 'Schreckgespenst', daß Arztpraxen pleite gehen könnten, zieht bald auch nicht mehr, da ja inzwischen jeder Kassenarzt weiß, daß er kaum noch eine Chance hat, seinen Sitz gewinnbringend an den Nachfolger zu bringen - es gibt keine! - Also dann, der Letzte macht das Licht aus und gibt den Schlüssel in Berlin im Bundesgesundheitsministerium ab!

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igolamos 11.05.2015, 21:39
58. Sorry

Zitat von aktiverbeobachter
Sorry aber in so einem Fall profitiere ich doch nicht von der Solidargemeinschaft sondern von meinen hoch eingezahlten Beiträgen.
aber Sie haben Georg_Alexander nicht verstanden, oder?

"So ein Fall" ist zum Beispiel, dass bei Ihnen eines Tages
völlig unvorbereitet eine chronische myeloische Leukämie festgestellt. Davor bewahrt Sie keine Ihrer selbst bezahlten Vorsorgeuntersuchungen.
Dann benötigen Sie ab sofort einen TKI-Hemmer, der günstigstenfalls 42.000 €, bei Unverträglichkeit bis zu 70.000 € pro kostet. Das müssen Sie schlucken, Jahr für Jahr, Jahrzehnte oder gar bis an Ihr Lebensende. Dazu kommen permanente Blutuntersuchungen in einem Speziallabor, mehrmals im Jahr.
Ansonsten beträt die mittlere Überlebenszeit ca. 3 Jahre.
Selbst wenn Sie, wie ich mal vermute, seit Ihrem ersten Verdienst den Beitragshöchstsatz bezahlt hätten, kämen Sie mit dem Angesparten nicht viel weiter lebend.

Wer bezahlt's? Nicht die Schweizer, sondern die Solidargemeinschaft!
Aber irgendwie vermute ich, Sie wissen garnicht, was solidarisch ist. Googeln Sie es mal.

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MaRoCH 11.05.2015, 21:50
59. Auswandern !!!

Dieses peinliche Aerztebashing Ritual einer neidgetriebenen Minderheit, die fürsorgliche Arbeit nur zu gerne mit unentgeltlicher Arbeit (aber bitte auf höchstem Niveau!) verwechseln. Liebe Kollegen, wandert aus, die meisten Deutschen sind zu dämlich ärztliche Tätigkeit wertzuschätzen. IGeL und dieser peinliche Blödsinn. Aus etwas Entfernung ist das nur noch peinlich was da in Deutschland betrieben wird.

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