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Igel-Leistungen beim Arzt: Wir müssen reden!
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Ärzte bieten viele Leistungen an, die gesetzlich Versicherte selbst bezahlen müssen. Die Kassen kritisieren den fehlenden medizinischen Nutzen. Das wahre Problem ist aber ein ganz anderes.

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communicate 26.02.2015, 10:42
90. Dieses Ärzte-Bashing nervt!

Zitat von ClausWunderlich
Sie bringen es auf den PUNKT. Ärzte sind heute ganz normale Unternehmer die nur eins wollen. Unser Geld!
Selbstverständlich sind Ärzte auch Unternehmer!. Nur leider befinden sie sich - im Gegensatz zu den anderen Unternehmern in diesem Land - inmitten einer Planwirtschaft. Ich verstehe wirklich nicht, warum von jemandem, der sich den Berufs des "Heilens" ausgesucht hat, erwartet wird, dies am besten noch per altruistischem Draufzahlen auszuüben. Ein Arzt muss genauso seine Kredite abbezahlen und seine Angestellten vergüten. Und immer wieder in die Anschaffung neuer Technologien investieren. Und auch ein Arzt darf den Anspruch stellen, sich und seine Familie ernähren zu können. Und wie denken Sie, sollte das denn funktionieren? Ja, der Arzt muss Geld verdienen. Nur leider wird er selten direkt bezahlt, da unser Gesundheitssystem auf Umverteilung basiert. Patienten zahlen Kassenbeiträge, Kassen legen Vergütungssätze fest und zahlen die Ärzte danach. In den letzten fünf Jahren fuhren die Krankenkassen Rekordgewinne ein. Ich glaube nicht, dass die Vergütung der Ärzte entsprechend dieser Entwicklung gestaltet wurde.
Im Übrigen bin ich dankbar für die Möglichkeit, IGel in Anspruch nehmen zu können. Mir tut es in diesem System nur wirklich Leid für diejenigen, die das schlicht nicht bezahlen können. Und da sind wir wieder bei der Planwirtschaft. Die machen aber nicht die bösen Ärzte, denn - wie Sie ja richtig schreiben - die versuchen, mit ihrem Beruf selbstständige Unternehmer zu sein (dazu gehört auch, Gewinn zu machen) UND Krankheiten zu heilen. Wir können uns über jeden Arzt freuen, der diesen Wahnsinn noch mitmacht! Ob am Ende vielleicht auch in Unternehmern sowas wie Idealismus steckt????

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browneyes 26.02.2015, 10:43
91. Statistik...

"auf eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes unter mehr als 4.000 Arztpraxen. Demnach kamen niedergelassene Mediziner im Jahr 2011 auf einen Reinertrag von durchschnittlich 13.833 Euro pro Monat, vier Jahre zuvor waren es 11.833 Euro gewesen. "
Reinertrag ist nach Abzug aller Kosten, falls das unklar sein sollte.

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sara100 26.02.2015, 10:43
92.

Zitat von msxy
Eigenartigerweise wird bei der Diskussion um Sinn und Unsinn von IGeL immer als erstes die Sonografie der Eierstöcke erwähnt. Ich habe noch NIE davon gehört, dass jemand überflüssigerweise operiert wurde, weil da ein Tumor gesessen hat, der fälschlicherweise als solcher erkannt wurde. Ich kenne aber die Situation, wo ein Ovarialkarzinom erst durch die Tastunteruchung auffiel, weil vorher nie sonografiert wurde. Und das ist dann dementsprechend weit fortgeschritten und kaum mehr kurativ behandelbar. Das sollte sogar einem medizinischen Laien einleuchten.
Sorry aber dann sind Sie der einzige der davon noch nie gehört hat. Ich kenne sogar einige Fälle denen eine OP aufgezwungen wurde, die sich dann als völlig unsinnig erwies. Auch Enfernung der Eierstöcke.

Besonders beliebt sind die OP von Frauen am Gebärmutterhals. zu 80% unnötig und verheerend für die Frau.

Deswegen rate ich jeder Frau, auch jedem Mann sich immer eine 2te Meinung zu holen. Wenn nötig auch eine 3te.
Mich hat es vor einer Operation bewahrt !. Auch wenn ich bis zur 2ten Diagnose die Hölle durchlaufen habe.

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Kleintier 26.02.2015, 10:44
93. Vorsorge

Bei Frauenärzten wird einem schon von den Sprechstundenhilfen ein Katalog von Igel-Leistungen aufgedrängt, noch bevor man im Behandlungszimmer war. Lehnt man ab, wird man säuerlich angesehen.
Bei der Behandlung dann dasselbe Spiel. Und, nach der Ablehnung "Na gut, dann aber das nächste Mal!" ...

Folge: da ich konfliktscheu bin, aber auch eigensinnig - ich will einfach nicht igeln - gehe ich schon seit Jahren nicht mehr zur Vorsorge. Weiß der Henker, ob ich noch gesund bin, aber das Theater in der Praxis ... lieber tot als das!

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marny 26.02.2015, 10:44
94. mein Zahnarzt

hat mir vor Jahren überall Goldinlays gemacht, die sind besser - weil weicher, so er. Dann hat er sie alle wieder ausgetauscht, gegen Keramik, das macht man jetzt so. Er hat ein Cerec3, das die Inlays in Minuten zurechtkurbelt, damit verdient er sich neuerdings die goldene Nase. (Da kommt nix mehr vom Zahnlabor - Minutenarbeit. Das Cerec ist geleast, und wirft Geld ab wie Heu. Das dabei mehr Hartsubstanz draufgeht, weiss der Patient ja nicht. Und Krone ist Krone.)
Das Gold der Inlays könne man nicht mehr verwenden, zu viele Zutaten drin, sagt er - und hat alles behalten. Sogar als ich ihn speziell darum gebeten habe, hat er es nicht mitgegeben - und ich habs vor Aufregung, später vor Scham nicht mehr nachgefordert.
Er fährt einen schnieken Porsche Chayenne, hart sich ne neue Praxis gekauft! und auch schnell mal ein Haus gekauft neben einem Golfplatz - wie praktisch, mindestens die Reifen des Autos hab ich mit meinem Gold bezahlt - ich weiss - ich bin der Depp!
Dazu hat er mir kürzlich eine Krone an seinem Cerec reingeklebt, die einem Zwerg zustehen würde, ich hab reklamiert. Er: ich mach Ihnen die auch neu, wenn Sie wollen. Aber da müsste ich wieder Hartsubstanz abschleifen. Das überleg ich mir gerade. Heul.

Nun: Soll ich mir nach 25 Jahren (wovon ich 20 sehr zufrieden war) einen neuen Zahnarzt suchen, weil der anfängt, mich abzuziehen, um seinen überbordenden Lebenswandel zu finanzieren.
Als Patient muss man das Schmarotzersystem erst einmal durchschauen. Und ob der nächste ZA weniger geschäftstüchtig ist, das weiss auch niemand im Vorfeld.

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sara100 26.02.2015, 10:45
95.

Zitat von fort-perfect
"....wenn sie eine Igel-Leistung mitbuchten; oder in denen Patienten schon beim Betreten der Praxis Selbstzahlerangebote aufgedrängt wurden." Die oben zitierte Vorgehensweise ist eine beliebte Praxis bei Augenärzten. Bevor man dort einen Arzt zu sehen (Ironie) bekommt, wird erst einmal das volle Programm an Igel-Leistungen durch das "Praxismanagement" in Stellung gebracht. Ich habe nach vielen Jahren endlich einen Augenarzt gefunden, wo das nicht passierte und ich recht zeitnah einen Termin bekam. Dieser Arzt hat nach einer ausführlichen Untersuchung tatsächlich ein vernünftiges verständliches Patientengespräch mit mir geführt. Ich war hin und weg! Ach ja, Kassenpatient, freiwillig pflichtversichert....
Stimmt diese Erfahrung habe ich erst vor kurzem wieder gemacht. Ich habe sie nicht in Anspruch genommen und die Ärztin hat mich dem entsprechend kurz behandelt. Nächster Termin war dann in 3 Monaten..... Neues Quartal. Sie verstehen?.

Und nein, ich gehe natürlich da nicht nochmal hin.

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c218605 26.02.2015, 10:47
96. Suboptimale Riskioabwägung

Zitat von hartmut2013
Ich war zur Überprüfung beim Hautarzt. Dort habe ich schon im Empfangsbereich eine umfangreiche Information über IGEL Leistungen bekommen, die mir den Eindruck vemittelten: Wenn Du nicht zahlst, dann schauen wir nicht richtig hin: Sprich für meine gesetzlich zugesicherte Überprüfung auf Hautkrebs wird nur mit dem Auge (und einer Lupe) nachgeschaut. Ein besseres Screening ist IGEL... Da fühle ich mich doch veralbert.
Nachvollziehbar, jedoch versuchen Sie bitte auch folgendes zu verstehen: Was in der Medizin selten ist, bleibt es auch. Und das ist ein Augenhintergrundmelanom. Darm- und Brustkrebs sind es dagegen nicht. Wird nun bei allen möglichen Erkrankungen immer derselbe diagnostische Aufwand betrieben, sind die Kassen schnell erschöpft und die Beiträge werden exorbitant steigen. Und ob dann die Solidaritätsgemeinschaft weiterhin bereit ist, auch für seltenere Einzelschicksale einzustehen, darf bezweifelt werden.

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sara100 26.02.2015, 10:50
97.

Zitat von wally76
macht 16 Patienten am Tag. Da kann der Arzt mit einer Anfangsinvestition in die Praxisausstattung von mehreren 100 TEUR gleich dichtmachen oder sich beim Amt als Aufstocker melden. Damit es rentabel ist (Gehälter der MTAs und Reinigungskraft müssen auch bezahlt werden) müssen min. 50 Patienten am Tag durch die Praxis, besser 80. Macht 6 Minuten pro Patient bei 8 Stunden.
Sorry aber als Patient kann und will ich da kein Mitleid aufbringen.

Wer sich auf Kosten von Kranken, unwissenden und vor allem ängstliche Menschen bereichert, bekommt von mir eine rote Karte.

Andere Menschen müßen auch sehen wie sie weiterkommen. Und deren Verdienst ist weit niedriger als die der Ärzte.

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sara100 26.02.2015, 10:55
98.

Zitat von DC9WX
...sind gezwungen nach Methode Nr. 2 vorzugehen. Liebe Bürger, schaut mal in die Gebührenordnungen der Krankenkassen. Der Zahnarzt beispielsweise bekommt für eine Beratung < 10 Euro und darf am gleichen Termin keine weiteren Leistungen abrechnen. Zehn Euro für eine halbe Stunden Aufklärung?! Da lacht jeder Handwerker drüber. Aber Achtung: Beim Zahnarzt gibt es keine IGEL-Leistungen!
Nein, der Zahnarzt ist wirklich arm dran *Ironie aus*

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isolde.duschen 26.02.2015, 10:55
99.

Zitat von sitiwati
müssten alle Ärzte am Hungertuch nagen in einem Zelt oder im Lagerraum der Praxis wohnen sich von der TAFEL Ernähren und schief getretene Absätze haben echt Ihr tut mir alle leid haben Sie ein Spendenkonto??
Ich hab schon mal drüber nachgedacht einen Friedhof für Ärzte zu eröffnen. Mit zehn Zentimeter breiten Gräbern. Mehr Platz ist für so einen verhungerten Facharzt sicher nicht nötig. Nach eingehender Recherche bin ich davon aber wieder abgekommen, weil diese armen Menschen sich selbst das nicht leisten können.

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