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Igel-Leistungen beim Arzt: Wir müssen reden!
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Ärzte bieten viele Leistungen an, die gesetzlich Versicherte selbst bezahlen müssen. Die Kassen kritisieren den fehlenden medizinischen Nutzen. Das wahre Problem ist aber ein ganz anderes.

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Jota.Nu 26.02.2015, 07:38
20. IGeL-Leistungen sind sinnvoll!

Wenn man sie zur regelmäßigen Vorsorge anwendet, dann besteht eine große Chance garnicht erst krank zu werden, bzw. eine Krankheit frühzeitig zu erkennen und sie im frühen Stadium zu behandeln.
Leider gehen viel zu viele Menschen erst zum Arzt, wenn sie bereits krank sind. Fataler Fehler, die Menschen müssen da selbst umdenken lernen!
Beim Auto lassen sich die Menschen darauf ein, dass sie regelmäßig zur Inspektion gehen müssen, weil sonst die Gewährleistung erlischt.
Warum nicht eine ähnliche Systematik im Gesundheitssystem einführen?

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ha.neub.9 26.02.2015, 07:42
21. Goä

Ein berechtigter Artikel, aber was fehlt ist ein wenig Hintergrundrecherche.
Laut Gebührenordnung wäre vermutlich Ziffer 3 abrechenbar. Dazu heißt es in der Gebührenordnung:
Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung auch mittels Fernsprecher
Die Leistung nach Nummer 3 (Dauer mindestens 10 Minuten) ist nur berechnungsfähig als einzige Leistung oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung nach den Nummern 5, 6, 7, 8, 800 oder 801.
Eine mehr als einmalige Berechnung im Behandlungsfall bedarf einer besonderen Begründung.
Und das ermöglich die ABrechnung von 8,74€.
Dafür soll also ein Arzt 30min mit einem Patienten sprechen (und sonstige Praxiskosten decken?)

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Manamiro 26.02.2015, 07:50
22. Es waren einige Ärzte ...

.. die seinerzeit mit Beratungsleistungen von 25-30 Stunden (pro Tag!!) zu der heute weder für Ärzte noch für Patienten befriedigenden Situation geführt haben.

Früher war mein Hausarzt ein absoluter Gegner von zu frühem Einsatz von Pharmazeutika, Heute werden auch bei kleinen Wehwehchen schon zwei Rezepte ausgestellt, davon mind. eines privat.
Darauf angesprochen hat er ganz freimütig zugegeben, dass er sich nur noch mittels der Rezepthonorare über Wasser halten kann und jedes Jahr wieder vor der Frage steht, ob er die Praxis überhaupt weiterführen sollte.

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opsys 26.02.2015, 07:53
23. Meine Zahnärztin ist Superausnehmerin

Man betritt das Arztzimmer, ein Blick auf meine Zähne reicht um die Professionelle Zahnreinigung zu empfehlen, mit anschließendem Bleaching, natürlich!
Dann sieht sie mein bisschen Herpes an der Lippe. Ratet mal: Sie hat einen Laser, mit dem man das behandeln kann. Und dann die Sache mit der Füllung. Man kann natürlich die normale nehmen. Oooder die supergute Neue... Alles gegen Aufpreis.

Davon ab, nimm sie sich aber sehr viel Zeit. Beantwortet alle Fragen. Deswegen gehe ich noch dort hin. Eine ziemlich ambivalente Beziehung die wir haben.

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ziehenimbein 26.02.2015, 08:03
24. Wunschdenken!

Meine Ärztin nimmt sich Zeit und verkauft trotzdem IGEL-Leistungen wo sie nur kann. Wieso sollte sie das ändern, wenn das Gespräch besser bezahlt würde, wäre sie dann kein Unternehmer mehr? Würde an der Tankstelle die Cola billiger, wenn der Pächter mehr am Treibstoff verdienen würde? Mit Sicherheit auch nicht!

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DogHoliday1 26.02.2015, 08:03
25. Märchenerzählerin

mit einer Vorliebe für Kuriositäten, das trifft besser auf Frau Weber zu. Da werden AOK-Weißheiten kritiklos nachgeplappert- bloß keinen investigativen Journalismus.
Zur Sache: Noch bis vor zwei Jahren habe ich regelmäßig meine Schwangeren 'abgezockt' und ihnen einen Zuckerbelastungstest angeboten zum Aufdecken eines möglichen Schwangerchaftsdiabetes - oh Wunder, oh Wunder, nun ist ein Zuckertest eine Kassenleistung (wenn auch nur der kleine Test mit 15-30% falsch negativen Ergebnissen). Bis vor 10 Jahren haben die Kassen auch bei Pat. mit über 55 Jahren jährlich den Stuhltest bezahlt, nun nur noch alle zwei Jahre (unglaublich)- wer weiterhin jährlich den Test machen möchte muß ihn wegen des Geizes der Kassen eben alle zwei Jahre selbst bezahlen. Übrigens biete ich auch den immunologischen (genaueren) Test an- aber auch die BEK für ihre Pat., allerdings nur bayrische Därme scheiner einer erhöhten Krebsgefährung ausgesetz zu sein. Bzgl. der Sinnhaftigkeit eines Brustultraschalls verweise ich auf eine Sendung von NDR3 Visite (bitte googeln), bzgl. des fehlenden Benefits einer Vaginalsonographie ist zu sagen, daß sich dies auf eine australische(?) Studie bezieht, wo aber auch stumpf alle Pat. mit einer Zyste ab 3 cm operirt wurden - hierzulande ein no-go. Ich habe so schon einige male zwingend behandlungsbedürftige Erkrankungen des innneren Genitales entdeckt.
Als Märchenerzählerin hat man natürlich jeglichen Realitätssinn verloren: Über die unbudgetierten Leistungen hinaus (Schwangerenbetreung=105€ für die komlette Qaurtalbetreuung und Krebsfrüherkennung 17,85€ und Kontrazeptionberatung 11,61€) sind alle anderen Leistungen im sog. Regelleistungsvolumen versenkt. Dies beträgt 14,40 € pro Pat/Quartal - egal wie häufig die Pat. im Quartal kommt. Für 14,40 € kann sich niemand 30 min Zeit nehmen, da kann ich nicht einmal meine Helferin von bezahlen. Muß jetzt in die Praxis -später evtl. mehr

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sgmeyer 26.02.2015, 08:05
26. Problem erkannt

Ist leider so. Das Gespräch wird mit maximal 20 € vergütet - pro Quartal. Folgegespräche sind gratis. Versuchen Sie mal einen Handwerker für 20 € zu bekommen - unsere Computerfirma nimmt das schon für 10 Minuten plus Mwst. Wer als Niedergelassener versucht, ausschliesslich ärztlich zu handeln wird bestraft und ist bald pleite.

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marny 26.02.2015, 08:06
27. mein HNO-Arzt zu mir:

bis zu den Stimmbändern scheint alles ok, wenn ich den Kehlkopf auch noch anschauen soll - das entscheiden Sie - dann bekomme ich 35 Euro von Ihnen.

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der_joerg 26.02.2015, 08:07
28. Schlimm Schlimm

Erinnert mich an meine Werkstatt. Da muss ich mich auch selbst informieren. Wobei ich mich bei IGEL-Leistungen immer fragen muss, warum das meine Kasse wohl nicht bezahlen möchte.
Jeder will mich über den Tisch ziehen: Die Autowerkstatt, die Versicherung, der Bankberater. Warum sollte der Arzt eine Ausnahme sein?

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peace-and-freedom 26.02.2015, 08:08
29.

Ähnlich gerade erst Dienstag erlebt. Nur ohne Igel. Zwei Minuten Gespräch. Es wurde nicht mal richtig gefragt bzw mir die Chance gegeben, zu berichten wie lange ich die Bewegungseinschränkung habe. Das ich nur noch unter Schmerzen arbeite, hat nicht interessiert. Das Medikament hätte ich sofort so in der Apotheke bekommen. Ohne mehrere Wochen auf diesen Facharzt Termin zu warten. Aussage: Wenn Sie Glück haben, geht's so schon weg.
Die empfohlenen Dehnübungen während der Arbeit verschlimmern alles. Auf zum nächsten Arzt. Sehr sinnvoll.....

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