Forum: Gesundheit
Innerhalb von 27 Jahren: Alkoholkonsum steigt weltweit um 70 Prozent
Donyanedomam/ iStock Editorial/ Getty Images

Forscher haben die globale Entwicklung des Trinkens untersucht. Demnach verzichten 40 Prozent der Menschen komplett auf Alkohol, jeder Fünfte konsumiert deutlich zu viel.

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olli_b 08.05.2019, 15:22
20.

Zitat von Senf-o-Mat
Eine der beiden Zahlen kann also nicht stimmen. Oder was ist mit der 17 gemeint?
Die 17 Liter habe ich im Text auch nicht mehr gefunden. Es könnte eine (ost-)europäische Zahl von 1990 oder 2010 sein.

Deutschland ist von 16 auf 13 Liter runter und am Anfang heißt es, in Osteuropa wird die Menge kleiner und in Asien größer. Die 15 Liter von Moldawien sind von 2017, das könnte vorher mehr gewesen sein.


@dasfred:
Der Median wäre interessant.

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3-plus-1 08.05.2019, 16:10
21.

Zitat von rambazambah
[...] Gerade wenn man selbst nicht viel trinkt und die Menschen beobachtet, wie sie bei jedem Getränk "lustiger" werden, die Gesichtszüge entgleiten, die Zunge schwer wird, das Gesprochene an Sinn verliert, zeigt es einem sehr deutlich vor Augen, was Alkohol da anrichtet, dass eigentlich intelligente Menschen dummes Zeug reden, unangemessen anzüglich werden und anfangen zu stinken. [...]
Ehrlich gesagt, mich ängstigt der Hass, der da zwischen Ihren Zeilen hervorlugt, vor allem, weil Sie ja bewusst nicht von Menschen schreiben, die unter Drogeneinfluss andere gefährden. Nein, das Freizeitverhalten ohne Teilnahme am Straßenverkehr auf der eigenen Terasse der Nachbarn ist Ihnen ein Dorn im Auge.

Von mir kann ich sagen, dass ich Alkohol inzwischen nur und ausschließlich alleine trinke. In unserer heutigen Gesellschaft muss man - dienstlich wie privat - immer 100% kontrolliert sein, weil Böswillige mit Kamera und dem Wunsch andere vorzuführen zur Allgegenwärtigkeit geworden sind.

Wie schön ist es da im Sommer nach ausgiebiger Fahrradtour alleine mit der Zeitung oder einem Buch in der untergehenden Abendsonne auf der Terasse zu sitzen und seinen italienischen Salat mit einem trockenen Rotwein zu genießen. Ohne die Gesundheitsapostel und Miesepeter um einen herum und mit einem Glas abgefüllter Mitelmeersonne zum Trinken.

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bstendig 08.05.2019, 16:31
22. Wenn Sie dann zwei minderjährige kinder haben

Zitat von zeichenkette
Wenn der globale Durchschnitt bei 6,5 Litern Alkohol im Jahr liegt, sind das 130 Liter Bier (mit 5% Alkoholgehalt) im Jahr, also etwa eine 0,33-Liter Flasche Bier am Tag. Wer mehr als das trinkt, trinkt also überdurchschnittlich viel. Das mal anschaulich vorzurechnen, kann doch für gelernte Journalisten nicht so schwer sein, oder?
und ihrer Frau bei dem einen Bier bleibt, haben Sie schon 3 pro Tag, also einen Liter. Es greht ja um den Pro-Kopf-Verbrauch.

Mit 1 Liter Bier am Tag gehören Sie schon zu den Alkoholikern. Das nur zur Ergänzung.

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Postwachstumsökonom 08.05.2019, 17:00
23. Zu Nr. 21 - keine Zustimmung

Nein, der Kommentator hat recht. Ich wohne auch auf dem Land und störe mich genau an den gleichen Sachen. Da wird sich mit einer Selbstverständlichkeit volllaufen gelassen und man bekommt den Eindruck, daß viele Menschen nur noch von Wochenende zu Wochenende leben, von Rausch zu Rausch. Haben Sie schon mal von randalierenden Tennisfans am Rotenbaum gehört? Oder von Ausschreitungen nach einem Basketballspiel? Nein? Ich auch nicht, denn an diesen Veranstaltungen wird kaum oder kein Alkohol konsumiert.

Alkohol führt zu so viel Schlechtem und es ist unerträglich, wie unsere Gesellschaft den Rausch durch Alkohol zum traditionellen Ritual gemacht hat und als etwas völlig normales ansieht. Bei Preisen von 3.49 Euro für eine große Flasche Korn auch das staatlich subventioniert und gedulded. Nirgendwo sind legale Drogen, wo Alkohol dazu gehört , so billig wie in Deutschland. Und Sie unterstützen durch Ihre Haltung dieses System. Ganz nebenbei bemerkt ist ''Alleine trinken'' echt armselig, Sie beschreiben es als Genuß, aber in Wirklichkeit ist es schon Sucht, wenn man zum Salat schon Wein braucht. Aber es wird verharmlost, wie in 90 Prozent aller Fälle in unserer Gesellschaft. Tradition statt Suchtverhalten, Genuß statt Selbstlüge.

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meiner_einer 08.05.2019, 17:45
24.

Man muß ja nur mal ins Fernsehen schauen:

BR am Sonntagmittag: Beim Stammtisch stehen - natürlich - lauter randvoll gefüllte Weißbiergläser am Tisch. Oder im September, da wird zwei Wochen lang Dauerwerbung für die Intersuff (aka "Wies'n") betrieben, mit täglichen(!) Sondersendungen, in denen Wasser und Fruchtsäfte keine Rolle spielen. Und dann kommt natürlich noch der Starkbieranstich ("Nockherberg") im Frühjahr, wo über Stunden ständig gut gefüllte Bierkrüge im Bild sind, dann Maibock-Derbleckn usw. usw.

Wenn man man mit einbezieht, wieviele Dritte durch Alkohol geschädigt oder zu Tode kommen, dann ist diese Zahl weitaus höher, als bei anderen Drogen oder Zigaretten! Wer's nicht glaubt, darf gerne am Montagmorgen die Zeitung aufschlagen und all die Suff-Fahrten mit Todesfolgen und schweren Verletzungen lesen. Von Dritten, die durch Zigarettenrauch ums Leben kamen oder schwer verletzt werden, ist dagegen sehr wenig zu lesen, ebenso in Bezug auf andere Drogen.

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3-plus-1 08.05.2019, 18:32
25.

Zitat von Postwachstumsökonom
Nirgendwo sind legale Drogen, wo Alkohol dazu gehört , so billig wie in Deutschland. Und Sie unterstützen durch Ihre Haltung dieses System. Ganz nebenbei bemerkt ist ''Alleine trinken'' echt armselig, Sie beschreiben es als Genuß, aber in Wirklichkeit ist es schon Sucht, wenn man zum Salat schon Wein braucht. Aber es wird verharmlost, wie in 90 Prozent aller Fälle in unserer Gesellschaft. Tradition statt Suchtverhalten, Genuß statt Selbstlüge.
Erstens, natürlich stütze ich "dieses System", denn dieses System ist eines in dem es zum Glück noch keine staatlich durchgedrückten Ernährungsvorschriften aus (religiösem?) Aktivismus gibt. Ich finde das muss auch so bleiben und zweifle, mit Blick nach Osteuropa, auch an, dass Alkohol in Deutschland am billigsten ist.

Zweitens, habe ich mich von dem frei gemacht, was man angeblich nur in Gesellschaft tun soll oder darf. Auch ins Kino ging man nur in Gesellschaft. Angeblich. Bis es mich störte, dass ich dann Keinen fand, der auch in "komplizierte" Filme mitgehen wollte. Man muss sich schon von solchen Vorgaben emanzipieren, wenn man nicht das Leben Anderer führen will, sondern sein Eigenes.

Tja, und wenn dann solche Sätze kommen, wie "wenn man zum Salat schon Wein braucht", dann weiß ich aus welcher Richtung ich genussfeindliches Geschwätz zu ignorieren habe. Da ist es nur noch einen Steinwurf entfernt, bis Zuckerablehner mir erzählen ich wäre süchtig und solle bitteschön die Marmelade auf dem Sonntagsbrötchen weglassen oder Veganer mir erzählen, ich wäre süchtig, weil ich Milchkaffee trinke und den Kaffee nicht schwarz.

Aber ich sagte es ja schon, diese aggressiv-vorschreibende Verzichtsprediger machen mir Angst, wenn ich bedenke sie könnten politische Macht erlangen. Das ändert aber gar nichts daran, dass ich finde bei Gesetzesverstößen sollte Drogenkonsum gleich welcher Art nicht strafmindernd, sondern -verschärfend geltend gemacht werden.

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Postwachstumsökonom 08.05.2019, 19:27
26. Zu Nr. 25

Tatsächlich stimme ich ihnen jetzt in fast allen Punkten zu, wenn es denn wirklich mal bei einem Gläschen bleibt. Dennoch finde ich, das der Staat mehr durchgreifen muss, z.b. 100 % Prozent Biolandwirtschaft, Fleisch darf nur noch an einem Tag in der Woche gegessen werden, Gesundheitsampel auf Lebensmitteln, jeder der einen Garten hat muss 30 Prozent davon für Insekten verwildern lassen per Gesetz, Benzin 5 Euro pro Liter, 100 autofreie Tage pro Jahr, Flüge 5x so teuer wir jetzt, Süßigkeiten besteuern mit 300 Prozent, Verbot von Alkoholisiert-sein im der Öffentlichkeit, Legalisierung von Marihuana, Mindestlohn 25 Euro pro Stunde und Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Das wären alles Maßnahmen die sofort umgesetzt werden müssten für eine bessere Gesellschaft. Ganz nebenbei muss auch noch der Planet gerettet werden und das geht am besten mit nüchternem Kopf und Fokus auf die wichtigen Dinge!

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Gaztelupe 08.05.2019, 19:32
27. Here's to Western Culture

Man kann sich natürlich Sorgen machen: Mehr Trinker, mehr sozial inkompatible, unproduktive Alkoholiker sind zu erwarten. Um es gleich ganz deutlich zu machen: Jedes durch Alkohol zerstörte Leben ist zu bedauern, vielleicht sogar besonders jenes, in dem der Stoff nicht selbst getrunken wird.

Aber eine Korrelation ist dann doch interessant. Der große, expansive Kulturkreis, in dem der Genuss von Alkohol abgelehnt wird, quasi ein Tabu ist, weist keine auffällige Anzahl von Patentanmeldungen oder, wenn das Ranking etwas zu sagen hat, so gut wie keine Nobelpreisträger auf. Wir alle wissen, welchen Kulturkreis ich meine und es darf angenommen werden, dass ich ihn wegen propagierter Abstinenz allein niemals verurteilen würde.

Auf der anderen Seite ist es der, möglicherweise mit einigem Recht als dekadent zu bezeichnende, Westen, der nun seit ziemlich langer Zeit für den technischen und medizinisch-pharmakologischen Fortschritt in der Welt gesorgt hat - und in dem die besseren Lebensbedingungen herrschen, jedenfalls wenn man sich Richtung und Intensität der globalen Migrationsbewegungen vor Augen hält. Der Alkohol folgt dem Wohlsein oder das Wohlsein dem Alkohol, vielleicht ist deswegen der Begriff selbst ein im Deutschen beliebter Trinkspruch.

Insofern wäre ein global um sage und schreibe 70 Prozent gestiegener Alkoholkonsum ein Indiz dafür, dass sich die Welt - so als Ganzes - mehr und mehr westlichem Lebensstandard und damit seiner hohen Lebenserwartung annähert. Mir fiele kein Grund ein, das zu verurteilen.

Nicht unterschlagen gehören natürlich die asiatischen Staaten, allen voran Japan, Südkorea, der Riese China nicht zu vergessen. Aber auch dort ist man einem guten Gläschen bzw. einem ordentlichen Exzess in Sachen Schnaps nicht abgeneigt. Aus diesen Ländern kommen die Könner der Gegenwart und Zukunft, auch in Indien nimmt man es mit tugendhafter Enthaltsamkeit nicht mehr so genau.

Ob eine Kausalität besteht zwischen Alkoholkonsum und Kompetenz, müssen seriöse Wissenschaftler klären. Ist aber schon auffällig, dass im globalen Maßstab Trinkerei nicht auf Elend und Stagnation, sondern auf das Gegenteil hindeutet.

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Gaztelupe 08.05.2019, 19:45
28.

Zitat von Postwachstumsökonom
[...] 100 % Prozent Biolandwirtschaft, Fleisch darf nur noch an einem Tag in der Woche gegessen werden, [...] jeder der einen Garten hat muss 30 Prozent davon für Insekten verwildern lassen per Gesetz, Benzin 5 Euro pro Liter, 100 autofreie Tage pro Jahr, Flüge 5x so teuer wir jetzt, Süßigkeiten besteuern mit 300 Prozent, Verbot von Alkoholisiert-sein im der Öffentlichkeit, Legalisierung von Marihuana, Mindestlohn 25 Euro pro Stunde und Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. [...]
Davon ausgehend, hier nicht auf eine Satire hereingefallen zu sein: In so einer Gesellschaft möchten Sie nicht leben.

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Postwachstumsökonom 08.05.2019, 19:54
29. @28

Und warum sollte man in so einer Gesellschaft nicht leben wollen? Ganz nebenbei werden wir es sowieso MÜSSEN, oder wie retten Sie den Planeten in den nächsten 10 Jahren? Gesellschaft besteht nicht nur aus Menschen, sondern auch aus Tieren und Pflanzen. Also daher hundertprozentig KEINE Satire :-)

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