Forum: Gesundheit
Jens Spahn: Der Hauruck-Minister
DPA

Krankenkassen bitten nun sogar Kanzlerin Angela Merkel einzugreifen: Seit seinem Amtsantritt mischt Jens Spahn das deutsche Gesundheitsministerium auf. Ein Überblick über seine Pläne - von Abtreibung bis Windeln.

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herrin 12.03.2019, 07:06
60. Ich mag ihn auch nicht, aber......

es wird Zeit, dass in diesem Gesundheitssystem etwas passiert. Diese Verbände, die sich gegenseitig und auch jede positive Entwicklung blockieren, gehören zerschlagen. Was muss jeder Teilbereich einen eigenen Verband haben? Saugen sich alle voll, bewegen nichts und erhöhen sich selbst nur die Vergütungen. Gleichzeitig die Pharmaindustrie, die ihre Produkte außerhalb Deutschlands preiswerter anbieten und in Deutschland den Markt schröpfen. Ehrlich gesagt, ist mir ein Spahn in solchen Momenten lieber als ein Scheuer, der nur seine eigene Zukunft im Auge hat und nichts bewegt.

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chipkow 12.03.2019, 07:11
61. Blinder Aktionismus

Das ist der blinde Aktionismus eines Unwissenden und seine Sucht nach Anerkennung. Er sollte sich lieber auf ein bis zwei Kernthemen konzentrieren und diese bis zum Ende durchdenken, statt mit der Gießkanne durch den Garten zu laufen in der Hoffnung, dass irgendwo eine Pflanze aufgehen mag.

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Micha_W 12.03.2019, 07:19
62. Bewegung reinbringen

Ich kann die Position des GKV gut verstehen. Man muss aber auch sagen, dass es sicherlich einige Therapien gibt, für die eine Evidenz vorliegt, diese aber durch die Kassen nicht gewährt werden. Im Gegenteil. manche Kassen haben in vergangenen Jahren über den Morbi-RSA Millionen € Mehreinnahmen für bestimmte Krankheitsbilder generiert ohne dass es eine Therapie für diese gibt. Und ja .. es gibt sicherlich auch Ansätze über die man Diskutieren kann.
Vielleicht ist dieser Aktionismus von Spahn auch dafür gut, die Herrschaften des GKV mal wachzurütteln.

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Liton 12.03.2019, 07:49
63. Gott bewahre das dieser Mann mal Kanzler wird...

aber was er aktuell im Gesundheitswesen macht (abgesehen von seiner CDU Abtreibungsstudie) ist wirklich gut. Hier wurden jetzt einige kritische Themen angesprochen aber er bewegt eine Menge mehr und setzt sich für die Rechte GKV ein. Wow... hätte nie gedacht einen CDU Politiker mal in Schutz zu nehmen...

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dakl 12.03.2019, 07:57
64. Engagement

Es ist schon traurig. Selten genug kommt es vor, dass ein Mitglied der Bundesregierung durch überobligatorischen Einsatz und persönlicher Identifikation mit seinem Ressort auffällt. Völlig unabhängig von einer inhaltlichen Bewertung der einzelnen aktuellen Tätigkeitsschwerpunkte im BMG wäre es dies doch erwähnenswert. Stattdessen wird - bei sehr oberflächlicher Betrachtung der inhaltlichen Arbeit - dem Minister unmittelbar Kompetenzüberschreitung und Machtstreben vorgeworfen. Dabei leidet dieses Land vor allem an Kompetenzunterschreitung und Verzagtheit.

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bluebill 12.03.2019, 08:00
65. Immerhin traut er sich

Das derzeitige Gesundheitssystem ist nicht gerade ein schützenswerter Hort von Ethos und Redlichkeit. Es ist eher ein undurchsichtiger Sumpf mit einem großen Verwaltungsapparat, der mehrere Lobbys trefflich ernährt. Der eigentliche Endkunde, der Kassenpatient, kommt darin nur als Kosten-Nutzen-Faktor vor. Aber er darf alles bezahlen. Da kann es absolut nicht schaden, wenn mal jemand Dampf reinlässt. Bisher hat sich noch kein Politiker getraut, gegen die heiligen Lobbys vorzugehen - Versicherungen, Ärzte, Pharmaindustrie. Mag sein, dass manche Vorstöße mehr und manche weniger sinnvoll sind. Aber insgesamt ist das Vorgehen sehr zu begrüßen. Auch wenn die Lobbys dagegen wettern. Klar, die haben sich bisher den Reibach schön untereinander aufgeteilt wie Mafiaclans, und sehen ihr Arrangement in Gefahr.

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frankfurtbeat 12.03.2019, 08:08
66. sicher ...

sicher muss das System reformiert und die alten Verkrustungen aufgelöst werden. Dazu gehört jedoch auch eine Reduzierung der Krankenkassen - wir brauchen keine 120 Anbieter mit Glaspalästen und regionalen Vorständen. Das braucht niemand! Dann ein einfaches System à la Schweiz wo es praktische eine Grundversorgung für alle gibt zzgl. add ons für die dicken Lippen oder Beseitigung erster Alterserscheinungen ...
Spahn ist in jeglicher Hinsicht überfordert - ich weiß tatsächlich nicht wie man sich derartig hoch ...

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Leser161 12.03.2019, 08:10
67. Spahn macht seinen demokratisch verliehenen Job

Spahn hat am Anfang einige sehr durchsichtige Vorschläge gebracht die irgendwem Vorteile bringen sollten, aber jetzt

"Er zieht keine Leitplanken, der regelt den Verkehr, bis hin zum Entzug der Fahrerlaubnis."

Ja, natürlich. Der Staat regelt den Verkehr und entzieht die Fahrerlaubnis. Was würde im Verkehr abgehen, wenn der Staat nur Leitplanken bauen würde und den Rest wirtschaftlichen Interessen überlassen würde?

Der Punkt ist: Spahn können wir abwählen, wenn er Mist baut. Die Krankenkassen können wir nicht abwählen. Spahn kann soviel Macht haben wie er will, solange er der demokratischen Kontrolle untersteht und das tut was seine demokratischen Kontrolleure wollen. Krankenkassen sind kein teil des demokratischen Prozesses.

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andreas_germann 12.03.2019, 08:10
68. wenn, dann

Ich habe heute einen gültigen Organspendeausweis im Portemonnaie.
Sollte es dazu kommen, dass die Gängelei des regierten Volkes auch auf dem Gebiet noch weiter vorangetrieben wird, werde ich in Zukunft eine Widerspruchserklärung gegen Organspende bei mir tragen.
Soviel zum Thema Spahn und der Richtigkeit seines Vorgehens.
Der ist fast so irre wie der aktuelle amerikanische Botschafter in Deutschland.
Achten Sie auch mal auf die Ähnlichkeit des Typs und des zugehörigen Blicks.
Da wird einem in beiden Fällen Angst und bibberbange.

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berlin333 12.03.2019, 08:22
69. "Herr Spahn traut sich was und will etwas bewegen" –

Zitat von kleinsteminderheit
Herr Spahn traut sich was und will etwas bewegen. Es ist ja nicht so, dass die heilige Selbstverwaltung der Krankenkassen, zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und all den Lobbyverbänden berauschende Leistungen gebracht haben. Was da wie warum bezahlt wurde ist eher undurchschaubar. Und häufig haben die etablierten Akteure auch gar keinen Sinn für die Bedürfnisse der Beitragszahler. Das Gesundheitssystem ist ein großer Kuchen und die Selbstverwaltung scheitert regelmäßig an einer sachgerechten Verteilung. Alle vorherigen Gesundheitsminister haben sich nie getraut, etwas von Ärzten und Kassen zu fordern. Wir haben ein großes Gesundheitsministerium. Die dürfen ruhig mal Ideen entwickeln. Herr Spahn ist der erste Gesundheitsminister, der zugegeben hat, dass Kassenpatienten ungerechtfertigt lange auf einen Facharzttermin warten müssen. Das hatten die Kassen mitsamt der heiligen Selbstverwaltung stets bestritten. Herr Spahn kommt zur richtigen Zeit. Ich hoffe, er greift kräftig durch.
Beim Thema "Doppelbelastung von Betriebsrentnern" hat er gerade einmal laut gedacht, die Kanzlerin hat ihn zurückgerufen –und Ruhe war.

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