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Jesper Juul antwortet: Was mache ich, wenn Kinder beim Spielen aggressiv werden?
Corbis

Bei manchen Geschwistern eskalieren harmlose Situationen regelmäßig zu Streit. Wann sollten Erwachsenen einschreiten? Und vor allem wie? Tipps vom Pädagogen Jesper Juul.

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Jolande9 14.02.2016, 12:35
40. Respekt lernen Kinder nicht durch reden.

Sondern dadurch, dass man ihn vorlebt. Erziehung ist Selbsterziehung. Abgesehen davon:
Menschen mögen sich und können miteinander - oder auch nicht. Das gilt auch für Geschwister. Das rein auf einer Verstandesebene zu klären halte ich für nicht zielführend (klappt bei Erwachsenen idR. auch nicht).
Meist spielen Geschwister ganz gut miteinander, aber nur über einen bestimmten Zeitraum (den man mit ein bisschen Erfahrung auch einkalkulieren kann). Dann steigt langsam der Aggressionspegel. Man sollte eingreifen, ehe das eskaliert und die Kinder aus der Situation erlösen. Als Eltern weiß man ungefähr, wie lange das gut geht. Spätestens, wenn es anfängt lauter zu werden, kann man interagieren. Sei es durch ein Gesellschaftsspiel, Vorschläge zum Basteln (Tonen, Schreinern.. geht alles auf kleinstem Raum) - oder: ab in die Stiefel und raus aus dem Haus. Letztlich sind Kinder auch nur kleine Tiere die ein Recht auf artgerechte Haltung haben.
Meist fühlen sich die betroffenen Eltern aber nur gestört und reagieren unangemessen, entweder indem sie (wenns zu spät ist) in so einer Situation noch ein Gespräch versuchen, oder indem sie rumbrüllen oder sanktionieren. Dabei sollten sie sich einfach an die eigene Nase fassen, ein wenig aufmerksam sein und rechtzeitig agieren. Damit spart man sich viel Zeit, Ärger, Nerven und die Kinder lernen einen kontruktiven Umgang mit sich selbst und ihren Stimmungen. Das Ganze nennt sich "Erziehung".
Bei Familien, in denen schon kleine Kinder sehr aggressiv aufeinander reagieren, sollten sich die Eltern selbst hinterfragen. Meist leben die Kinder unterschwellige oder offene Konflikte der Eltern aus. "Normal" ist das nicht. Das "Schimpfen, Ermahnen, Drohnen" sollte man sich sparen - es ändert an der Situation gar nichts.

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anna cotty 14.02.2016, 20:57
41.

Zitat von Jolande9
Sondern dadurch, dass man ihn vorlebt. Erziehung ist Selbsterziehung. Abgesehen davon: Menschen mögen sich und können miteinander - oder auch nicht. Das gilt auch für Geschwister. Das rein auf einer Verstandesebene zu klären halte ich für nicht zielführend (klappt bei Erwachsenen idR. auch nicht). Meist spielen Geschwister ganz gut miteinander, aber nur über einen bestimmten Zeitraum (den man mit ein bisschen Erfahrung auch einkalkulieren kann). Dann steigt langsam der Aggressionspegel. Man sollte eingreifen, ehe das eskaliert und die Kinder aus der Situation erlösen. Als Eltern weiß man ungefähr, wie lange das gut geht. Spätestens, wenn es anfängt lauter zu werden, kann man interagieren. Sei es durch ein Gesellschaftsspiel, Vorschläge zum Basteln (Tonen, Schreinern.. geht alles auf kleinstem Raum) - oder: ab in die Stiefel und raus aus dem Haus. Letztlich sind Kinder auch nur kleine Tiere die ein Recht auf artgerechte Haltung haben. Meist fühlen sich die betroffenen Eltern aber nur gestört und reagieren unangemessen, entweder indem sie (wenns zu spät ist) in so einer Situation noch ein Gespräch versuchen, oder indem sie rumbrüllen oder sanktionieren. Dabei sollten sie sich einfach an die eigene Nase fassen, ein wenig aufmerksam sein und rechtzeitig agieren. Damit spart man sich viel Zeit, Ärger, Nerven und die Kinder lernen einen kontruktiven Umgang mit sich selbst und ihren Stimmungen. Das Ganze nennt sich "Erziehung". Bei Familien, in denen schon kleine Kinder sehr aggressiv aufeinander reagieren, sollten sich die Eltern selbst hinterfragen. Meist leben die Kinder unterschwellige oder offene Konflikte der Eltern aus. "Normal" ist das nicht. Das "Schimpfen, Ermahnen, Drohnen" sollte man sich sparen - es ändert an der Situation gar nichts.
Bravo!
Ich habe selten einen so vernuenftigen Beitrag gelesen!

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willibaldus 16.02.2016, 17:15
42. Ich habe keine guten Erinnerungen an Erziehung.

Da gab es schon mal Schläge mit dem Knüppel und zwar im Schuppen, damit der Nachbar meine Schreie auch wirklich gehört hat. Das Urvertrauen zu meiner Mutter war dann weg und ist bis heute nicht zurück. Ihre Art sich emotional heranzuwanzen und jede herausgekitzelte Information bis zur Unkenntlichkeit zu verdrehen und Geschichten gegen mich zu erfinden sehe ich bis heute. Ich besuche meine Eltern, aber Wärme ist anders.
Leider ist auch meine Frau gewalttätig gegen unseren Sohn gewesen und versuchte sein Leben für ihn zu leben. Das hat er ertragen, bis er sie nicht mehr brauchte. Der meldet sich kaum noch bei ihr.
Mein Vater war in Ordnung, nie gewalttätig. Aber sein Wort zählte, wenn er auch neben Sport und Familienbesuchen kaum verfügbar war. Vielleicht Eskapismus um der emotionalen Achterbahn und der Diva zu Hause zu entgehen.

Mit meinem 1 Jahr älteren Bruder gab es einen ständigen von der Mutter befeuerten Konkurrenzkampf, wobei der Stammhalter immer Recht hatte und nach Prügeleien mit seiner Sicht so gut wie immer durchkam. Wir verstehen uns bis Heute nicht besonders.

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willibaldus 16.02.2016, 17:26
43. Fortsetzung

Die Folge war, das ich niemandem getraut habe und Freundschaften ferngeblieben bin. Wenn ich schon niemandem aus der eigenen Familie trauen kann, wem dann? Bis Heute habe ich nur wenige Freunde und andauernde Kontakte.
Damals in der Schule waren die Folgen Bettnässen, Nägelkauen und Stottern. Das Bettnässen verging weitgehend mit der Grundschule, das Nägelkauen verschwand mit einem Meditationskurs. Gegen das Stottern war eine Sprachtherapie völlig nutzlos, da hat auch die Meditation geholfen und der Auszug aus dem Elternhaus. Mit der Wehrpflicht und Studium in einer anderen Stadt war es dann ganz weg.

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rompipalle 17.02.2016, 18:52
44. Die Abendstimmung....

Meine Burschen (10&8 Jahre jung) kloppen sich manchmal abends, aus Affekt und Spaß um sich zu entladen.
Oft denke ich dann:"aus einem Flitterchen wird oft ein Gewitterchen...", nun nicht immer ist es so. Falls es jedoch mal so kommt? Es hat jeder sein Dreck am stecken, und somit werde ich nie der Polizist der alles bereinigen muss. Und wenn es mir mal sehr auf den Nerv geht, dann sage ich das Meine oder trenne sie mit einer Idee der Beschäftigung. Das hat sich bis so eingespielt, um sie abzulenken -und bis jetzt hat es sehr oft funktioniert.

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