Forum: Gesundheit
Kaiserschnitte: Wohnort entscheidet über Geburtsverfahren
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Jedes dritte Kind kommt in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Wie eine Frau ihr Kind gebärt, hängt dabei nicht nur vom Verlauf der Schwangerschaft oder der Größe des Kindes ab. Eine neue Studie zeigt: In einigen Landkreisen ist die Kaiserschnittrate auffallend hoch.

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carlitom 13.11.2012, 16:13
20. Bestimmt nicht

Zitat von michaelXXLF
Gleichzeitig werden den freiberuflichen Hebammen die Versicherungsprämien ins Unendliche erhöht, damit auch ja alle ins Khs gehen. Im Osten Deutschlands könnte Hausgeburten auch in den 80er Jahren noch eher Standard gewesen zu sein, als die West-Frauen alle schon lieber ins Khs gingen. Gibt es dazu irgendwelche Belege?
Hausgeburten im Osten? Bestimmt nicht.

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dennisballwieser 13.11.2012, 16:23
21. Kosten der Geburtsverfahren

Zitat von alexaugust
Man sollte doch mal recherchieren, wieviel ein Krankenhaus für eine normale Geburt und wieviel für einen Kaiserschnitt inkl. längerer Nachsorge bekommt. Ein schelm, wer Böses dabei denkt...
Auf die Schnelle: Zum Beispiel gab es 2003 für eine natürliche Geburt ohne komplizierende Diagnose rund 1800 Euro (DRG 060D) für die Uniklinik München (wieviel Geld eine Klinik tatsächlich erhält, ist von Klinik zu Klink unterschiedlich). Bei einer natürlichen Geburt mit "komplizierender operativer Prozedur" gab es für die gleiche Klinik etwas über 2100 Euro, für einen Kaiserschnitt bekam das Krankenhaus gut 3800 Euro.

Die durchschnittlichen Gesamtkosten für eine vaginale (natürliche) Geburt lagen bei knapp 1700 Euro, die Kosten für einen Kaiserschnitt dagegen bei knapp 2400 Euro.

Aber Vorsicht: Eine Klinik, eine Studie (Rummel 2007) und bereits zehn Jahre alte Daten.

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al_barka 13.11.2012, 16:26
22. Kostengründe

Seit Krankenhäuser "wirtschaftlich" arbeiten müssen, nimmt die Sectiorate zu, denn ein Kaiserschnitt ist für die Klinik ertragreicher als eine normale Geburt, - obwohl er in der Summe deutlich teuerer ist.

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al_barka 13.11.2012, 16:39
23. schlecht informiert

Zitat von andjessi
Es hat ja einen Grund warum, die Versicherungsprämien für Hebammen, die Hausgeburten begleiten, so gestiegen sind: Es entstehen bei Hausgeburten eben durchschnittlich viel mehr teurere Versicherungsschäden als bei Krankenhausgeburten. Das wäre für mich ein Hinweis mit dem Zaunpfahl, auf die im Durchschnitt riskantere Hausgeburt zu verzichten.
Folgekosten aus schwierigen Geburten werden im Krankenhaus durch die Krankenhausversicherung abgedeckt. Eine hausgeburtlich arbeitende Hebamme (und der bereitstehende Arzt) müssen sich individuell versichern, was sehr teuer ist. Erkennbare Risikogeburten werden ohnehin rechtzeitig an Krankenhäuser abgegeben. Dass bei Hausgeburten "viel mehr teure Versicherungsschäden" entstehen ist nicht zutreffend. Das Gegenteil ist der Fall.

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andjessi 13.11.2012, 16:40
24. Komplikationsrate ist nicht vergleichbar

Zitat von carlitom
Und die Komplikationsrate für Mutter und Kind ist nachweislich höher. Aber wer will das hören, wenn alles so einfach und praktisch klingt?
Die Kompliaktionsrate Kaiserschnitt vs. normale Geburt ist nicht vergleichbar. Zu einm Kaiserschnitt kommt es häufig auch dann, wenn es mit der Schwangerschaft ohnehin schon Probleme gibt. Das verfälscht/verschlechtert natürlich die Kompliaktionsrate des Kaiserschnitts, da andere Probleme die Komplikationens des Kaiserschnitts überlagen.

Spannend wären Zahlen: unkomplizierte Schangerschaft mit normaler Geburt vs. unkomplizierte Schwangerschaft mit Wunschkaiserschnitt.

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andjessi 13.11.2012, 16:46
25.

Zitat von al_barka
Folgekosten aus schwierigen Geburten werden im Krankenhaus durch die Krankenhausversicherung abgedeckt. Eine hausgeburtlich arbeitende Hebamme (und der bereitstehende Arzt) müssen sich individuell versichern, was sehr teuer ist. Erkennbare Risikogeburten werden ohnehin rechtzeitig an Krankenhäuser abgegeben. Dass bei Hausgeburten "viel mehr teure Versicherungsschäden" entstehen ist nicht zutreffend. Das Gegenteil ist der Fall.
Ich bin jetzt kein Experte, aber die Studienlage scheint ja zumindestens nicht PRO Hausgeburt auszugehen:

Hausgeburt

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rokokokokotte 13.11.2012, 18:03
26. .

Zitat von sysop
Jedes dritte Kind kommt in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Wie eine Frau ihr Kind gebärt, hängt dabei nicht nur vom Verlauf der Schwangerschaft oder der Größe des Kindes ab. Eine neue Studie zeigt: In einigen Landkreisen ist die Kaiserschnittrate auffallend hoch.
Besser Kaiserschnitt denn Sturzgeburt!

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MediTomSin 13.11.2012, 18:40
27. Kaiserschnitte

Immer die bösen Ärzte; man mag`s nimmer hören!! Ich arbeite selbst im Krankenhaus und habe jahrelang in der Versorgung Schwangerer mitmachen dürfen. Es gibt eigentlich drei Gründe für Sectiones:
1. Es ist medizinisch indiziert und akut/ wird akut (Nabelschnur um den Hals, Fehllage des Kindes, zu großes Kind etc). Dann hat niemand etwas dagegen und ist unumgänglich.
2. Ökonomische Gründe. Ich kenne KEINEN Kollegen und KEINE Hebamme im Bekanntenkreis, der von solchen Fällen weiß.
3. Bei weitem am häufigsten: die Frauen WOLLEN einen Kaiserschnitt und lassen es sich ums Verrecken nicht ausreden. Hohes Narkoserisiko? Egal, man hat ja vor der Geburt Angst. Tut ja weh! Schlecht für`s Kind? ach was, man hat da was im Internet gelesen... Sieht auch besser aus, ist ein kleiner Eingriff, Genitalien bleiben intakt usw.
Was da wirklich passiert und das Frau dabei auch gut mal daran versterben kann oder sie dem Kind damit schaden *kann*, interessiert diese Frauen dann nicht.

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rotertraktor 13.11.2012, 18:45
28. Profit vs. Gesundheit

Im Artikel werden die vielfältigsten Gründe angeführt, nur nicht die naheliegendsten ... nämlich, dass sich mit Kaiserschnitten in weniger Zeit mehr Geld verdienen lässt.
Nicht nur, dass die Vergütung der Krankenkassen für eine Sectio weit höher ist, sondern auch, dass diese schneller über die Bühne geht und damit mehr Geburten wie am Fließband abgewickelt werden können.
Außerdem führt das standardisierte Verfahren dazu, dass die Routine mit weniger (geschultem) Personal über die Bühne zu bringen ist als eine natürliche Geburt, die eben nicht immer nach Plan verläuft.
Dies deckt sich auch mit der Aussage im Artikel, dass besonders viele Kaiserschnitte im Westen und in Ballungsgebieten vorgenommen werden, da dort die totale Durchkommerzialisierung unseres Gesundheitswesen schon weiter fortgeschritten ist als im Osten und in ländlichen Gebieten, wo den Ärzten das Wohl der Patienten wohl noch näher liegt als das Portemonnaie.
In der Konsequenz kann man dann diesem Mitforisten nur bepflichten:
Zitat von eigene_meinung
Es geht den Ärzten nicht um gesundheitliche Gründe, es geht nicht um Haftungsfragen - es geht einzig und allein darum, möglichst viel Geld von den Patienten (bzw. von den Versicherten über ihre Versicherungen) zu kassieren. Strafrechtlich ist dies als schwere und gefährliche vorsätzliche Körperverletzung aus niedrigen Beweggründen (Geldgier) zu werten.

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namibian 13.11.2012, 19:21
29. Vorteile können überwiegen

Ich hätte zwar eine natürliche Geburt bevorzugt, bin aber auch mit meinen Kaiserschnitten gut zurecht gekommen. Der Geburtstermin wurde jeweils erst am Tag zuvor festgelegt, es hat keinerlei Komplikationen gegeben. Statt dessen hatte ich ausgeruhte Schwestern und Ärzte um mich herum, für die der Kaiserschnitt ein Routine-Eingriff ist. Ich musste mir keine Sorgen machen, dass mein vertrauter Arzt keine Zeit hat. Hätte es Komplikationen mit der Lage, Nabelschnur etc gegeben, wäre mein Baby noch frisch und munter gewesen, nicht völlig übermüdet. Und ich auch.
Der Anstieg der Kaiserschnitte bedeutet nicht, dass Frauen den bequemen Weg gehen wollen - wer will schon Mutterschaft mit einem aufgeschnittenen Bauch beginnen? Ich hatte trotzdem keine Probleme mit Stillen etc.
Es wird gern argumentiert, dass es früher ja auch natürlich ging. Das ist so nicht haltbar. Ich lebe in der dritten Welt, hier sind schon viele Frauen und Neugeborene verstorben, weil zu lange mit dem Kaiserschnitt gewartet wurde (keine Krankenversicherung).
In vielen Fällen rettet der Kaiserschnitt Leben.

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