Forum: Gesundheit
Kampf gegen die Masern: Radikale Impfgegner sind nicht das Problem
Guido Mieth/ Getty Images

Deutschland bekommt die Masern nicht in den Griff. Jetzt soll es eine Impfpflicht für Kinder richten. Doch der Plan lässt ein großes Problem außer Acht.

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ommshya 18.07.2019, 17:27
10. Mißverständnis

Zitat von Nordstadtbewohner
Jeder Mensch (und dazu gehören auch Eltern) muss für sich selbst entscheiden, was gut für ihn ist. Wer sich nicht impfen lassen will, der soll das tun und eventuell mit den Konsequenzen leben.
Das ist doch genau das Mißverständnis. Ungeimpfte (gerade wenn sie älter sind) gefährden nicht nur sich, sondern insbesondere Babys und Kleinstkinder, bei denen die Impfung aus Risikogründen nicht erlaubt ist.
Deshalb muß aus genau diesem Grund ein Zwang her - weil die eigene Freiheit dort endet wo sie die gesundheit anderer beeinflusst.

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ruhepuls 18.07.2019, 17:28
11. Problem erkannt...

Die Autorin hat Recht: Das Problem sind nicht die paar Radikalen, die eine Erstimpfung verweigern, sondern die Masse, die keine Zweitimpfung für nötig hält. Die Masern waren so lange eine Kinderkrankheit, solange nicht geimpft wurde. Durch die Impfung - die KEIN Leben lang schützt - verschiebt sich der Erkrankungsbeginn ins spätere Lebensalter - und da sind die Komplikationen auch häufiger und schwerer. Wer also als Kind geimpft wurde, muss sich als junger Erwachsener erneut impfen lassen, sonst hat er oder sie ein erhöhtes Risiko für eine Masernerkrankung mit Folgen. Insofern geht das neue Gesetz tatsächlich am Hauptproblem vorbei.

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monsieurlechef 18.07.2019, 17:30
12. Genau richtig

Sehr gut, endlich eine Impfpflicht, ich kann das ganze augenrollende Verschwörungsgeblubber der Impfgegnerinnen (ausschließlich Frauen) in unserer Kita nicht mehr ertragen.

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Lebonk 18.07.2019, 17:32
13.

Zu "meiner Zeit " war es üblich, sich gegen alles Mögliche impfen zu lassen. bzw. wurde einfach geimpft.
Dann habe ich jahrsehntelang nichts mehr von Masern gehört. Zeit ca. 4 Jahren werden Masern wieder zum Problem. Warum das plötzlich ?

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kimmik 18.07.2019, 17:33
14. Was soll das eigentlich?

Ich bin wirklich kein Impfgegner. Es stört mich aber massiv, dass jeder, der die momentane Hysterie in Frage stellt als weltfremder Spinner disqualifiziert wird.
Tatsächlich bin ich ein Gegner der Pflicht, ich sehe es als Verstoß gegen mein Recht auf körperliche Unversehrtheit und gegen den ganzen Artikel 2 GG. Was kommt als nächstes? Mehr Impfungen? Pflicht zur Darmspiegelung ab 50?

Die Argumente für eine Pflicht sind nicht so gut, wie sie sich anhören mögen. Krankheiten ausgerottet haben wir tatsächlich erst eine oder zwei. Herdenschutz und Pipapo sind alle Illusion, solange sie nur in unserer westlichen Bubble angewandt werden.

Das andere Hauptargument, eine von tausend Maserninfektionen verlaufe schwer aber nur eine von einer Million Impfungen habe Komplikationen, vergisst, dass ich nur 500 Masernfälle in 2018 in Deutschland hatte. Das macht 0,5 schwere Verläufe. Eine Impfung aller bezieht aber mehr ein: 10 Millionen? Dann wären in 8 Jahren alle geimpft.
Das bedeutet aber 10 Impfungen mit Komplikationen. Selbst wenn es nur 1 Fall wäre, wem habe ich denn so geholfen? Es steht 1 zu 0,5 gegen die Impfpflicht.

Warum springen eigentlich alle auf den Impfpflichtzug auf? Unter der Überschrift "Zahl der Maserninfektionen hat sich 2018 verdreifacht" schreibt die "Zeit" am 8. Februar, dass es in Deutschland 2017 900 Fälle gab und 2018 noch 500. Das sieht für mich wie eine gut funktionierende Freiwilligkeit aus.

Von den genannten 83000 Masernfällen in 2018 in "der Europaregion" waren 53000 in der Ukraine, 5000 in Serbien. Was soll eine Impfpflicht in Deutschland da helfen?

Sorry, ich will mich selbst für eine Impfung entscheiden, nachdem ich mich informieren durfte. Und das habe ich auch für meine 4 Kinder 100% verantwortungsbewusst getan.

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peterkausb 18.07.2019, 17:33
15. Kein Problem

Ich sehe kein Problem wenn beides gemacht wird. Impflicht für die Kinnings. Die können ja nichts für die Blödheit der Eltern. Und für die älteren die Wiederholungskampagnen.

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benutzernahme////////// 18.07.2019, 17:42
16.

Meiner Meinung nach hat der Autor die falsche Idee: Das impfraten durch eine impfpflicht nicht steigen, liegt nur an den angedrohten Sanktionen und deren Durchsetzung. Nichtimpfen ist Kindeswohlgefährdung und nebenbei bemerkt zutiefst antisozial. Nicht nur die Masernimpfung sollte verpflichtend sein, vielmehr sollten die Empfehlungen der Stiko des Robert-Koch-Instituts verpflichtend sein. Nicht geimpfte gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch Neugeborene und immunsupprimierte Patienten. Impfungen retten Jahr für Jahr Millionen Leben und sind mit eine unserer größten Errungenschaften. Die Impfpflicht sollte deshalb für alle kommen - Kinder wie Erwachsene. Man könnte zB bei der Beantragung des Führerscheins und des Personalausweises die Vorlage des Impfpasses verpflichtend machen und die Dokumente nur bei vollständigem Impfstatus ausgeben. Zusätzlich hohe Bußgelder für Verweigerer, ich würde sogar soweit gehen, dass impfgegnern, die sich dauerhaft weigern ihre Kinder zu impfen, das Sorgerecht wegen Kindeswohlgefährdung entzogen werden kann (natürlich nur als allerletztes Mittel).
Manche Positionen (Impfgegnerschaft, Klimawandel leugnen usw.) sind in meinen Augen keine Meinungen, sondern bewusste Verbreitung falscher Fakten. Es ist katastrophal, dass das Ignorieren von Tatsachen heutzutage als Meinungsäußerung angesehen wird und nicht als dass was es ist - Idiotie.

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fördeanwohnerin 18.07.2019, 17:43
17. -

Zitat von Nordstadtbewohner
Ich bin zweifach geimpft (Meine Ärztin überprüft regelmäßig den Impfstatus) und meine Kinder sind auch alle geimpft (selbstverständlich auch gegen Masern), da ich das für wichtig halte. Allerdings bin ich strikt gegen Zwangsmaßnahmen wie zum Bespiel Bußgelder oder Kita-Aussperrungen. Jeder Mensch (und dazu gehören auch Eltern) muss für sich selbst entscheiden, was gut für ihn ist. Wer sich nicht impfen lassen will, der soll das tun und eventuell mit den Konsequenzen leben. Dieser Hang, allen Menschen per Gesetz etwas aufzuzwingen, sollte aufhören. Aufklärungskampagnen ja, Zwangsmaßnahmen nein.
? Eltern sollen für sich entscheiden, was gut für sie selbst ist. Okay. Aber wenn Eltern für ihre Kinder entscheiden, was schlecht für sie und andere Kinder/Erwachsene ist, hört der Spaß auf, oder nicht?
Es gibt sehr viele sinnvolle Gesetze, die Menschen Dinge verbieten, finden Sie nicht? Und die Pocken hat man genauso ausrotten können.

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mirkoklaus 18.07.2019, 17:44
18. Kommentar eines Impfgegners?

Das die verpflichtende Impfung auf die Schnelle nicht der Heilsbringer ist, steht außer Frage. Eine Pflicht zur Erst- und Folgeimpfung wird aber langfristig sicherstellen das die Impfquote das erforderliche Niveau erreichen wird. Selbst wenn nur die Faulenzer das jetzt machen und die renitenten weiterhin renitent sind.
Die im Kommentar beschriebenen Punkte gehören sicher auch dazu, sind aber begleitend und machen die Impfpflichtig nicht unnötig.

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Gluehweintrinker 18.07.2019, 17:45
19. Wollen Sie noch 20 Jahre lang auf Eigenverantwortung warten?

Zitat von Nordstadtbewohner
Ich bin zweifach geimpft (Meine Ärztin überprüft regelmäßig den Impfstatus) und meine Kinder sind auch alle geimpft (selbstverständlich auch gegen Masern), da ich das für wichtig halte. Allerdings bin ich strikt gegen Zwangsmaßnahmen wie zum Bespiel Bußgelder oder Kita-Aussperrungen. Jeder Mensch (und dazu gehören auch Eltern) muss für sich selbst entscheiden, was gut für ihn ist. Wer sich nicht impfen lassen will, der soll das tun und eventuell mit den Konsequenzen leben. Dieser Hang, allen Menschen per Gesetz etwas aufzuzwingen, sollte aufhören. Aufklärungskampagnen ja, Zwangsmaßnahmen nein.
Irgendwann ist es mal gut, bzw. schlecht genug, bis der Geduldsfaden reißen darf, wenn es um das Gemeinwohl geht. Jeder, der hier lebt in unserem Schlaraffenland Mitteleuropa, genießt die Vorzüge eines Sozialstaats mit Bildung, Medizin, Rechtssicherheit, Garantie der Befriedigung seiner Grundbedürfnisse, weil sich alle an Regeln halten bzw. jene, die Regeln brechen, zur Rechenschaft gezogen werden. Bei Impfungen ist die Teilnahme ein Schutz für sich selbst, aber auch für andere, und damit stößt die Eigenverantwortung schon mal in ihre Grenzen, denn der Nichtgeimpfte bedeutet eine Gefährdung für Dritte, profitiert aber selbst vom Herdenschutz, den Geimpfte ihm bieten.

Sich nicht impfen zu lassen ist also alles andere als eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten können darf. Es ist in höchstem Maße asozial, weil schmarotzerisch und deswegen gehören nach vielen Jahren des Mahnens, Bittens und Aufklärens drastischere Maßnahmen eingeläutet. Im selben Maße wie Verblödung, Verschwörungsgeschwurbel und Starrsinn, befeuert durch Asoziale Medien, zunehmen, im selben Maße muss man Menschen offenbar zu ihrem Glück zwingen, sofern andere davon tangiert werden.

Jeder darf sich gern weiterhin dick und rund futtern bis zur Bewegungslosigkeit und dem folgenden Infarkt, jeder darf sich selbst mit Alkohol und sonstwas zuschütten und sich, wenn er / sie das wirklich möchte, in den vorzeitigen Kompostierungsprozess hinein begeben. So lange aber jemand durch verantwortungsloses Verhalten andere gefährdet, endet meine Toleranz für Dummheit. Muss ja mal gesagt werden.

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