Forum: Gesundheit
Katharina Saalfrank antwortet: Gehört das Kind mit fünf noch ins Elternbett?
Getty Images

Kinder brauchen Geborgenheit und Raum zur Selbstverwirklichung zugleich. Ein Arzt fragt Familienberaterin Katharina Saalfrank, wie lange Kinder im Familienbett schlafen dürfen. Und ob Stillen mit drei Jahren noch okay ist.

Seite 1 von 9
bandelier 01.11.2017, 12:31
1. Warum sollen Kinder nicht ins Elternbett kommen,

wenn es dort für sie emotionale Sicherheit gibt? Sie sehen, wie Papa und Mama in einem Bett schlafen, aber sie sollen räumlich getrennt in einem anderen Bett schlafen? Das ist doch recht irritabel. Meine Kinder schliefen friedlich nin ihren Betten ein, kamen jedoch, wenn sie nachts wach wurden, ins Elternbett, schmiegten sich an, wie eine zweite Haut und störten nicht. Es gab, wahrscheinlich auch deshalb, nie Einschlaf- oder Durchschlafprobleme. Ab 18.30h hatten wir den Abend für uns. Und nun sind sie erfolgreiche und glückliche Erwachsene und handhaben das mit ihren Kindern ebenso mit ebenso wenig Schlafproblemen. Wenn ich um 19.00h abends anrufe, ist keiner der Enkel mehr zu sprechen, weil sie glücklich im Bett sind. Manchmal sind die elterlichen Bauentscheidungen gar nicht falsch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lykanthrop_ 01.11.2017, 12:38
2.

Ich denke die Nähe zum Kind wird dann zum Problem, wenn Sie von den Eltern unbedingt ausgeht.
Wenn Eltern Ihren eigenen Wert durch das Kind definieren. Wurzeln und Flügel brauchen Kinder das ist ein sehr schöne Beschreibung, annehmen wollen und abgeben können, Geborgenheit bieten und nicht emotionale Gefangenschaft und Abhängigkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grumpy53 01.11.2017, 12:38
3. schön gesagt

So viel schöne, ausgewählte, aber eben leider sehr wenig hilfreiche Worte auf eine klare Frage. Und bei aller Liebe, die Eltern hoffentlich für ihre Kinder, für ihre PartnerIn und für sich selbst empfinden und leben soll und kann, kommt man als Eltern nicht um die Entscheidung herum, wann welcher Zeitpunkt ist. Klar ist das schön, wenn ein Kind (oder mehrere?) die Geborgenheit, die Wärme und Zärtlichkeit auch aus dem Schlaf heraus suchen und bekommen - im elterlichen Bett. Und da liegt man dann, wenigstens eines der Elternteile hat morgen im Erwerbsleben ausgeschlafen zu sein, das andere Elternteil hat, wenn es nicht ums Erwerbsleben geht, den vereinbarten Anteil Familienarbeit, Erziehung, Haushalt - und die Bedürfnisse weiterer Kinder erholt zu wuppen. Und findet sich nicht immer beglückt darin, den Schlaf und den (Bett-) Raum und die Ruhe zu finden, wenn da noch weitere Personen das gleiche beanspruchen. Was bei einem schlechten Traum, bei einer kleinen Erkrankung oder am Wochenende ein liebevoller Ausnahmefall sein kann, wird mit 3-5 Lebewesen im gemeinsamen Bett einfach nicht immer auszuhalten sein. Und schon ist das schlechte Gewissen der Eltern da, wenn einer der erwachsenen seinen Freiraum im Bett mitbestimmen will. Wenn die Kinder spüren, dass die Eltern halt auch mal ohne sie sein wollen, macht die nächtliche Wanderung um so interessanter. Und wenn erst mal beim vorsichtigen Rücktransport ins Kinderbett geheult wird über diese "Herzlosigkeit" hat man als Elternteil nicht nur die Hoffnung auf Ruhe verloren, sondern auch das gute Gewissen. Aber Hut ab, liebe Frau Saalfrank, die Betonung auf Liebe und Flügel und Freiheit gibt solchen Eltern ja sicher klare Ansage, dass man neben dem Elternsein auch noch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen ist, die im Idealfall sowieso erst mal auf Jahre für 80% zurückgefahren werden, damit der Nachwuchs bloß keine negativen Erlebnisse haben muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yoda56 01.11.2017, 12:45
4. Wir haben es (bei 4 Kindern) anders gemacht.

Zitat von bandelier
wenn es dort für sie emotionale Sicherheit gibt? Sie sehen, wie Papa und Mama in einem Bett schlafen, aber sie sollen räumlich getrennt in einem anderen Bett schlafen? Das ist doch recht irritabel. Meine Kinder schliefen friedlich nin ihren Betten ein, kamen jedoch, wenn sie nachts wach wurden, ins Elternbett, schmiegten sich an, wie eine zweite Haut und störten nicht. Es gab, wahrscheinlich auch deshalb, nie Einschlaf- oder Durchschlafprobleme. Ab 18.30h hatten wir den Abend für uns. Und nun sind sie erfolgreiche und glückliche Erwachsene und handhaben das mit ihren Kindern ebenso mit ebenso wenig Schlafproblemen. Wenn ich um 19.00h abends anrufe, ist keiner der Enkel mehr zu sprechen, weil sie glücklich im Bett sind. Manchmal sind die elterlichen Bauentscheidungen gar nicht falsch.
Einer von uns (meistens ich - Papa - konnte überall sofort einschlafen) ist mit dem jeweils schlaflosen Kind in sein Zimmer gegangen, einen Moment am Bett gesessen, eventuell auf das jederzeit griffbereite Klappbett gelegt und das wars. Die Kinder haben das Engagement honoriert und ihre Besuche auf das nötige (Unwohlsein, Albträume usw.) beschränkt - in unserem Bett WOLLTEN sie dann gar nicht sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
noethlich 01.11.2017, 12:49
5. Kann nur zustimmen

Es ist bei jedem anders und manche Kinder brauchen mehr Nestwärme. Meine Kinder haben recht lange bei uns im Zimmer im Beistellbett geschlafen, bis 3 Jahre etwa... und dann gab es überhaupt kein Problem, als sie in ihr eigenes Zimmer gekommen sind. Der Kleine kommt manchmal morgens noch zum Kuscheln, allerdings hat das eher damit zu tun, dass er nicht mehr schlafen will... und dann muss der Papi halt aufstehen. Im Prinzip, sollte das jede Familie nach ihrer Façon handhaben, auf das Kind und seine Bedürfnisse achten und sich nicht durch irgendwelche Ratgeber oder Familienangehörige verrückt machen lassen. Ich glaube, viele Menschen haben einfach kein Vertrauen in ihre Intuition und einen Mangel an Selbstbewusstsein, was die Kindererziehung angeht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lionsfan 01.11.2017, 12:55
6. .... bei Down-Syndrom Kindern noch ausgeprägter?

Mein Sohn, 14 Jahre Down-Syndrom, findet jede Nacht den Weg ins Elternbett. Auch die Auftrennung des Elternbettes in zwei Teile in zwei verschidenen Räumen hat daran nix geändert. Er pendelt dann Nachts zwischen den Betten und Räumen hin und her.
Mein Sohn hat eine sehr ausgeprägte Gefühlsebene. Liegt wohl auch am DS.
Aber trotzdem frage ich mich, wie lange der Abnabelungsprozess noch dauern soll.
Spätestens mit 18 sollte er im eigenen Bett morgens aufwachen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jujo 01.11.2017, 12:55
7. ...

Unsere Tochter kam jede Nacht zu uns.
Wir wissen nicht ob sie sich selbst den Stichtag gesetzt hatte .Mit dem Tag der Einschulung schlief sie durch(?) und kam nicht mehr.
Ihr Sohn bestand auf seinen Nuckel. ca. 4 Monate vor seinem 4ten Geburtstag erklärte er, das dann Schluss sei. An seinem Geburtstag übergab er unserer Tochter seinen letzten Nuckel und das war es.
Ich lerne daraus, das Kinder schon recht früh vernünftig und richtig entscheiden können. Bei beiden Beispielen hätte man ja durchaus frühere Zeitpunkte durchsetzen können, höchstwahrscheinlich nur mit sehr viel Druck und Kampf. Wem hätte es genützt und was hätte man damit gewonnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
farouka 01.11.2017, 12:56
8. Auch die Bedürfnisse der Eltern zählen

Ich finde es absolut in Ordnung, wenn Kinder auch mit 5 oder gar 8 noch im Familienbett schlafen. Jedem das seine. Ich habe meine Kinder jeweils mit 8 Monaten in ihr eigenes Zimmer "ausquartiert", was aber nicht heißt, dass sie im Bedarfsfall im Elternbett geschlafen haben. Grundsätzlich sollte jeder für sich entscheiden, was ihm und seinen Kindern gut tut. Was mich alleinig bei all diesen Diskussionen immer aufregt ist, dass immer nur über das kindliche Wohl gesprochen wird. Klar steht das im Vordergrund. Aber auch Eltern haben Bedürfnisse. Und es ist bei uns etwa nicht zielführend, dass unsere Kinder im Elternbett schlafen. Wir sind beide Vollzeit berufstätig und der Schlaf von meinem Mann und mir leidet sehr stark unter weiteren "Bettbewohnern". Das funktioniert auf Dauer einfach nicht. Wiederum kenne ich andere Eltern, die es sehr genießen dass ihre Kinder bei ihnen schlafen. Dann ist das doch völligst okay. Aber ich denke es ist für alle Beteiligten, auch für die Kinder, langfristig wichtig, dass auch die Eltern ihre Bedürfnisse ernst nehmen. Denn so oft stellt man alles hinten an und ist dann unausgeschlafen, gestresst und überfordert. Eine ausgeglichene Mami ist für meine Kinder sicher besser :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Teilzeitalleinerzieherin 01.11.2017, 12:59
9. ich kann nicht schlafen,

wenn eins meiner Kinder mit im Bett liegt. Und da es für die emotionale Entwicklung des Nachwuchses sehr schädlich ist, mit einer unausgeschlafenen und deswegen übellaunigen Mutter konfrontiert zu sein, schlafen sie - von absoluten Ausnahmen (Krankheit, schlimmer Albtraum) mal abgesehen - in ihren eigenen Betten - und das von Beginn an. Und sobald das Kind abgestillt war, stand das Bett auch im Kinderzimmer. Das Recht auf Autonomie (und liebevolle Zuwendung...) steht nämlich nicht nur den Kindern sondern auch ihren Eltern zu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9