Forum: Gesundheit
Katharina Saalfrank antwortet: Wieso nimmt der Große dem Kleinen das Spielzeug weg?
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Immer wenn der Zweijährige ein Spielzeug ansteuert, spurtet der Dreieinhalbjährige los und schnappt es weg. Das Geschrei ist groß, die Mutter ratlos: Soll sie eingreifen? Die Familienpädagogin Katharina Saalfrank hat eine andere Idee.

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svempa 27.10.2017, 07:16
1. Aber was ist denn die Lösung?

Die Hintergruende sind verständlich dargestellt. Aber was ist die Lösung in diesem Fallbeispiel? Habe ich sie ueberlesen?

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hansgustor 27.10.2017, 07:34
2. Nö

Das Verhalten hat doch nichts mit Verlustgefühl zu tun. Das kommt genauso im Kindergarten vor. Man kann auch alles überdramatisieren..

Das ältere Kind hat vor Kurzem gelernt, dass es das Spielzeug mit den Geschwistern teilen muss. Die Standardregel "wer es zuerst hat, darf damit spielen". Diese Regel wird jetzt umgesetzt. Dass der kleine Bruder dadurch traurig wird, muss er erst lernen.

Das ist ein wichtiger Punkt. Wer hier dem Kind keine Grenze setzt, bekommt ein egoistisches Balk dass seine Spielkameraden ärgert.

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Django der Wahrhaftige 27.10.2017, 08:10
3. So geht es halt in dieser Familie zu

und der Sohn kopiert das Verhalten der Eltern

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cyoulater 27.10.2017, 08:18
4. Geschwurbel

Frau Saalfrank schwurbelt wieder mal wortreich herum und liefert doch keine Lösung. Wir hatten das Problem vor Jahren ganz ähnlich. Was ist passiert? Der Große bekam von uns Grenzen aufgezeigt, damit er lernt, dass nicht das Recht des Stärkeren/Schnelleren/Größeren gilt. Der jüngere Bruder hat mit der Zeit gelernt, sich zu wehren und sich sehr kreative Strategien ausgedacht (kündigte seine Vorhaben nicht mehr lautstark an; holte sich Spielzeug A, ließ es sich vom Bruder wegschnappen, um sich das eigentlich gewünschte Spielzeug B zu greifen - mit fettem Grinsen, so dass der große Bruder merkte, dass er reingelegt wurde). Die Kinder haben gelernt sich zu arrangieren und Kompromisse auszuhandeln - und glauben Sie nicht, Kinder mit 2 Jahren seien arme, kleine, hilflose und unterlegene Bündel. Die setzen sich durch. Was die emotionals Situation "neues Geschwisterkind" angeht haben in dem beschriebenen Fall BEIDE älteren Geschwister mit Gefühlen und Konkurrenzsituationen um elterliche Aufmerksamkeit zu kämpfen, das ist nicht nur eine Sache des Großen.

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womo88 27.10.2017, 08:23
5. Familienpädagogin

Ist Frau Saalfrank da zertifiziert, hat sie da Weiterbildungen gemacht? Oder ist sie selbsternannte Familienpädagogin? Das würde mich nun wirklich interessieren.#
Frau Saalfrank scheint ja auch selbsternannte Musiktherapeutin zu sein ohne Abschluss.

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masselquuu 27.10.2017, 08:25
6. egoisten???

@hansgustor
Oder man bekommt ein Kind mit angeknackstem Selbstbewusstsein, weil es lernt, dass es moralisch falsch ist, wenn man seine Handlungen nach seinem eigenen Interesse ausrichtet. Es ist so wichtig, dass die Kinder in dieser Phase lernen ihre Bedürfnisse, gerade die, die die Bedürfnisse anderer kreuzen, zu verbalisieren, und Kompromiss Lösungen zu finden. Ich denke, das Kind sollte lernen, dass es gut ist, dass es für sich eintritt. dennoch kann es mit 4 Jahren durchaus schon (be grenzt) Rücksicht nehmen -> wertschätzend besprechen mit Kind. man muss davon ausgehen, dass das Kind nicht durch und durch böse ist, sondern ebenfalls nach Harmonie strebt. (gfk)
erstgeborene haben es nicht leicht. gibt da auch ein Buch zu mit dem Titel.
die Thematik betrifft jeden, denn jeder ist selbst einer oder schwester/bruder von einem.

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denkendermenschen 27.10.2017, 08:28
7.

Ich kann die Diagnose nachvollziehen. Aber ein Mama-Schild zum Hochheben als geeignete Verhaltensmaßnahme?? Wirklich?
Ich würde viel eher versuchen, dem Großen das Gefühl zu geben, ein wichtiger Bestandteil zu sein im Umgang mit dem Kleinen. Er soll mit seiner Erfahrung helfen. Ich würde ihn zB im Spielzeugladen fragen, welches Spielzeug er für geeignet hält, dass der Kleine damit spielen kann. Und er darf es ihm dann auch überreichen. Auf die Art erreicht man sowohl die gefühlte Wertschätzung durch die Eltern, die im Text erwähnt wird, als auch ein Verantwortungsgefühl für den kleinen Bruder.

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Hochbeet 27.10.2017, 08:39
8. Liebe vom Vater

Saalfrank, die scheinbar einzige Pädagogin Deutschlands, vergisst hier - wie auch schon als "Supernanny", den Vater. Hier tauschen sich zwei Mütter vielwortig aus, ohne einen Moment darüber nachzudenken, WER wohl immer das Spiel " TipToi" mit dem großen Jungen gespielt hat: wahrscheinlich mit dem, der hier fehlt: dem Vater. Wie Totem wird es nun "bewacht". Und erst wenn dieser mit allen Kids das Spiel GEMEINSAM spielt, ist es auch für alle "freigegeben". Wer Familie nicht als Triade - als Dreier-System - Mutter, Vater, Kind - begreift, treibt die Mütter in die Überforderung, die hier eindeutig droht. Frau Saalfrank: Die " stille Treppe" haben Sie ja abgeschafft, nun sollten sie systemisch denken.

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noethlich 27.10.2017, 08:56
9. Nicht einverstanden

Wenn der Kleine zuerst die Idee hatte und das Spielzeug nicht definitiv einem der beiden gehört, dann darf der Kleine spielen und nicht der Große. Selbst, wenn das Spielzeug dem Großen gehören würde, und er nur damit spielen will, weil es auf einmal auch der Kleine will, würde ich ihn bitten, es ihm trotzdem zu überlassen, er hätte dann allerdings die Wahl, dies nicht zu tun (auch zu berücksichtigen, ob der Kleine das Teil vielleicht kaputt machen kann, dann gibt's ein "Dafür bist du noch etwas zu klein, aber in 1 Jahr darfst du"). Es wird sich bald herausstellen, dass dieses Verhalten nicht nur in einer Richtung vorkommt. Auch der Kleine wird irgendwann anfangen, genau das zu wollen, was der Große in einem bestimmten Moment will, und dann ergeht das höchst richterliche Urteil umgekehrt. Das wird dem jeweils Benachteiligten in diesem Moment nicht gefallen (weil er oder sie es in diesem Moment ja gaaanz unbedingt haben muuuuussss und gaaanz dolle dolle will), aber meine Erfahrung ist, dass die Kinder es verstehen, und die Regel "Wer hat die Idee zuerst gehabt" ziemlich einleuchtend finden. Wenn es mal nicht eindeutig ist, was auch ziemlich häufig vorkommt, muss man sich durchlavieren. Das Hauptziel besteht dann darin, dass keiner der beiden heult (d.h. "sich ungerechtfertigt zurückgesetzt fühlt").

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