Forum: Gesundheit
Ketogene Diäten: Vorsicht bei Verzicht auf Kohlenhydrate
Oliver Berg/ TMN

Low-Carb ist angesagt, dabei sind extreme Diät-Formen ganz ohne Kohlenhydrate umstritten und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Helfen können sie aber bei Epilepsie.

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Powerfee60 10.09.2016, 10:32
40.

Zitat von kumi-ori
Die Krebszellen bekommen ihren Zucker aus dem Blut. Und wenn Ihre Leber und Ihre Bauchspeicheldrüse noch halbwegs funktioniert, dann ist der Blutzuckerspiegel exakt 100 mg/100 ml, egal wie Sie sich ernähren. Wenn Sie es trotzdem schaffen, sich so zu ernähren, dass der Blutzuckerspiegel unter 100 mg/100 ml fällt, dann fallen Sie ins Zuckerkoma und dann haben Sie wirklich ein Problem.
Wow - dann bin ich mit beständigem Blutzuckerspiegel von um die 70 - 80 also im Dauerkoma. Klasse, weil in meinem Zustand bin ich auch beruflich so leistungsfähig wie nie zuvor (mit dem ganzen Kohlehydrat-Mist)
Bevor hier einige Leute Thesen aufstellen, die nicht haltbar sind, empfehle ich doch mal ein wenig Fachliteratur zu lesen, bevor man wilde Behauptungen aufstellt.

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Powerfee60 10.09.2016, 10:36
41.

Zitat von gekkogirl
Was fuer ein Bloedsinnsartikel. Wer zuviel Kohlenhydrate isst nimmt ebenso zu wie jemand der zuviel Totalkalorien ueberwiegend aus Fett isst. Der Koerper von jemanden in einer Ketodiaet benoetigt nicht mehr Energie als der einer Person die einenormale Mischdiaet isst. Mehr wird ebenfalls nicht ausgeschieden. Ein Zuviel an Energie in welcher Ernaehrungsform auch wird als Fett eingelagert. Gleichzeitig nimmt man nicht zu wenn man nicht ein Zuviel von Kalorien von anderen Quellen zu sich nimmt. Ich esse rund 60% Kohlenhydrate weil ich Fette so gut wie nicht verarbeiten kann und bin gesund und nicht uebergewichtig, ausser dass ich einige Vitamine extra zufuehren muss. Der Nachteil von vor allem kyrzkettigen Kos ist dass man schneller wieder Hunger bekommt als mit Protein und Fett (von einer hohen Fettdiaet wuerde ich aber verhungern).
Stimmt auch nicht so ganz. Die Produktion von Ketonkörpern zur Energiegewinnung ist für den Körper weit anstrengender = höherer Kalorienverbrauch , als der bequeme Weg leicht verfügbare Kohlehydrate dafür zu verwenden. Bei einem Menschen der sich ketogen ernährt ist messbar schon der Grundumsatz leicht erhöht. Und wer das mag läßt einfach mal eine Grundumsatzmessung durchführen und erweitert das um eine Messung, ob er mehr im Fettstoffwechsel oder mehr im Zuckerstoffwechsel läuft.

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Powerfee60 10.09.2016, 10:41
42.

Zitat von angelamerkel123
jede Ernährungsform wird als die Beste verkauft. (verkauft weil ihre Erfinder damit Geld machen wollen und Wissenschaftler untersuchen diese, weil sie so auch ihr Geld verdienen). Keiner weiß wirklich wie wir uns ernähren soll
Eine paleotische, ketogene und artgerechte Ernährung hat nun mal so gar nichts mit "Geldmacherei der Erfinder" zu tun. Wer sich natürlich, mit nicht industriell verarbeiteten Lebensmitteln ernährt, macht vielleicht einen Bauern etwas reicher, weil diese Lebensmittel aufgrund höherer Qualität teurer sind, als der Massenschrott im Discounter. Es werden keine Pillen und Pülverchen und künstliche Eiweiss-Shakes von den sogen. "Erfindern" angeboten, sondern diese werden abgelehnt. Also wo bitte verdient ein "Erfinder" genorientierter und genussreicher Ernährung an den Einkäufern der Anwender, wenn diese z.B. ihr Fleisch von einem Hof mit Weidehaltung einkaufen. Maximal möglicherweise der Preis für ein Buch dazu fallen an. Die Kosten einer fehlgeleiteten Kohlehydratbelasteten Industriefütterung für den Menschen sind im Vergleich dazu, aber ungleich höher.

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Powerfee60 10.09.2016, 10:43
43.

Zitat von kumi-ori
Gluten ist ein Protein und daher bestens mit Ihrer Low Carb Diät kompatibel.
Verspeisen Sie ruhig fleissig Gluten. Die Entzündungsmarker Ihres Körpers werden sich freuen und es Ihnen bestimmt danken.

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Influxx 10.09.2016, 10:47
44.

Hier wird aber viel durcheinander geworfen. Weder Fette noch Carbs sind das Problem (interessant auch, wie z.T. alle carbs mit industriezucker gleichgesetzt werden). Letzten Endes macht eben die Dosis das Gift. Die Ketogenese ist ein Notfallmechanismus, der den Körper in einen Alarmzustand versetzt. Für eine gewisse Zeit kein Problem, auf Dauer aber mit Vorsicht zu genießen (angehober stresslevel - erhöhter Herzschlag, weniger Schlaf, etc.).
Der Körper besitzt nicht umsonst Kohlenhydratspeicher. Energiegewinnung kann und soll - auch(!!!) - über Kohlenhydrate stattfinden.

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Powerfee60 10.09.2016, 10:47
45.

Zitat von chaps
Und das auch noch vegan. Getreide, Obst, Gemüse, Salate, Nüsse, Soja, etc. Ich zähle keine Kalorien oder Fette oder Proteine und bin schlank. Auch der Arzt stellt bei mir keine Mangelerscheinung fest (B12 supplementiere ich - bitte keine sinnlose Diskussion). Genau so geht es den Veganern die ich kenne. Tierische Fette und Proteine halte ich für gesundheitlich arg bedenklich.
Sie wissen aber schon das Soja eines der am höchsten industriell verarbeiteten Nahrungsmittel ist? Zu Hülsenfrüchten zählt, die nachweislich durch ihre Lektine und Phytate für den starken Anstieg von Erkrankungen mit Leahy Cut verantwortlich sind. Das Getreide viele Antinährstoffe enthält, die unserem Körper eher schaden als Nutzen. Und das in den vielen veganen Nachbau-Produkten jede Menge Zusatzstoffe enthalten sind, die als schädlich bezeichnet werden dürfen? Vor einigen Jahren hat noch jeder angeekelt aufgeschrien: Pfui, Analog-Fleisch - Analog Käse - heute wird das teuer als veganer Ersatz verkauft. So ändern sich die Zeiten.

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lemmuh 10.09.2016, 11:00
46.

Zitat von Powerfee60
Sie wissen aber schon das Soja eines der am höchsten industriell verarbeiteten Nahrungsmittel ist?
Nur wenn man industriell verarbeitetes Soja isst. Erklären Sie mir mal, wie industriell verarbeitet Sojabohnen oder Sojakeime sind. Und auch dann gibt es Abstufungen. Ein absolut unsinniger Allgemeinplatz, egal wie man nun zu einer sojareichen Ernährung steht.

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ruhepuls 10.09.2016, 11:15
47. so ist es!

Zitat von pamhalpert
werden wir auch in 100 Jahren noch an Diabetes und Überfettung sterben. Wer meint, ketogene Ernährung könne eine Krebstherapie ersetzen - bitte, geht mich nichts an. Aber was ist mit den vielen Vorteilen der Ernährungsform? Diabetiker kommen mit weniger Insulin aus, manche Typ-2- Diabetiker kommen gsnz davon weg. Insulinresistenzen können gar nicht erst entstehen. Die Blutfettwerte verbessern sich (und wer tatsächlich immernoch meint, dass Herzgefäßerkrankungen vom Nahrungsfett kommen, der möge bitte mal Einzug ins 21. Jahrhundert halten). Gewichtsreduktion wird dank gleichmäßiger Blutzuckerwerte ERHEBLICH erleichtert, Muskelgewebe wird geschont, Fett abgebaut. Hormonel bedingte Krankheiten bei Frauen (PCOS bspw.) werden zumindest symptomatisch besser. Gicht-Anfälle werden reduziert und selbst Menschen ohne Gallenblase kommen mit Keto super klar. Wie lang werden wir noch hören müssen, wie wichtig Kohlehydrate angeblich sein sollen? Wacht endlich auf, recherchiert besser und schreibt die Wahrheit und nicht das ab, was man seit 70 Jahren vergeblich versucht, gegen Zivilisationskrankheiten zu predigen.
Seit Jahrzehnten predigt die DGE eine "kohlenhydratbetonte, "vollwertige", fettarme Ernährung" - insbesondere zur Gewichtsreduktion. Aber alle Langzeituntersuchungen zeigen, dass diese Strategie erfolglos geblieben ist. Sie funktioniert einfach nicht.

Das sollte einem doch zu denken geben. Seit den "gefakten" Ergebnissen eines Ancel Keys wird die "Low-Fat"-Ernährung propagiert. Und mit welchem Ergebnis? Das Durchschnittsgewicht in den USA steigt Jahr zu Jahr, trotz sinkender Fettgehalte in der Nahrung. (dafür aber mit mehr Zucker. Irgendwoher muss der Geschmack ja kommen...).

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ruhepuls 10.09.2016, 11:24
48. Irrtum!

Zitat von Newspeak
Der Sinn von low-carb ist zunächst einmal der Verzicht auf "Sättigungsbeilagen", die einen zu hohen Energieinhalt haben, für den durchschnittlichen Menschen, der nicht mehr körperlich hart arbeitet. Nudeln, Kartoffeln, Reis, Brot. Wenn man diese Beilagen reduziert oder weglässt, hat man praktisch automatisch eine low-carb Diät. Das andere, die ketogene Diät, ist meiner Meinung nach etwas ganz anderes, nämlich ein absoluter Grenzfall, bei dem die zugeführte Kalorienmenge nicht nur etwas, sondern weit unter dem Grundumsatz liegt. Man könnte es auch "Hungern" nennen. Nur dann stellt sich der Stoffwechsel auf Ketonkörper um, und zwar erst nach einer längeren Zeit (kann man in Biochemiebüchern nachlesen, sind, glaube ich, einige Wochen, nachdem man angefangen hat, zu hungern). Diese zwei Dinge sollte man nicht vermischen, denn das eine ist lediglich eine Variation der Ernährung (nichts ist verboten, es werden nur besonders nahrhafte Lebensmittel weniger verzehrt), das andere ein massiver Eingriff in den Stoffwechsel, der natürlicherweise nur in Notzeiten auftritt. Dementsprechend gibt es im ersten Fall praktisch keine Nebenwirkungen oder Dinge, die medizinisch zu beachten wären, während der zweite Fall immer hart an der Mangelernährung vorbeischrammt.
Eine ketogene Ernährung ist keineswegs "kalorienarm", außer man ist eben entsprechend wenig. Nur stammen die Kalorien eben weitgehend nicht aus Kohlenhydraten. Sobald kaum noch Glucose vorhanden ist, beginnt die Leber (ca. nach 2-3 Tagen) mit der Herstellung von Ketonen, die statt Glucose zur Energieerzeugung dienen. Ganz ohne Glucose ist der menschliche Stoffwechsel nie, weil er die im Zweifel aus Eiweißen selbst herstellen kann (Gluconeogenese). Erythrozyten benötigen beispielsweise Glucose, weil sie keine Mitochondrien haben. Daher ist ein "Aushungern" von Krebs auch nur im Reagenzglas möglich, wo man Glucose auf Null fahren kann.(Dort aber funktioniert es...)
ABER, Krebspatienten profitieren von einer - hochkalorischen - ketonen Ernährung, weil sie Energie bereitstellt, ohne die Tumorzellen (die einen Gärungsstoffwechsel haben) zu mästen. Kachexie ist eines der Hauptprobleme bei Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium.

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ruhepuls 10.09.2016, 11:33
49. Falsch...

Zitat von sagittarius12
Hier ist wohl niemanden bewusst,dass Diabetes, Krebs ,Alzheimer usw pure Alterskrankheiten sind. Die Natur hat es nun mal nicht vorgehabt, dass der Mensch 80-90 Jahre alt wird. Und der Anstieg dieser Krankheiten hat nichts mit dem ach so schlechten "Industriefrass" (wenn ich diesen Blödsinn schon höre) zu tun sondern mit der dramatisch angestiegenen Lebenserwartung. Und wer die Steinzeitdiät macht sollte sich auch erinnern dass die Menschen damals (auch wegen des unausgewogenen Essens) nur 30-40 Jahre alt geworden sind-medizin.Fortschritt hin oder her... Esst was euch gut tut und wonach ihr euch gut fühlt. Bei Diabetes, Zöliakie, Lactoseunverträglichkeit sollte natürlich auf das Essen geachtet werden, das ist klar.
Früher nannte man Typ II Diabetes "Altersdiabetes", weil er tatsächlich vorwiegend im höheren Alter auftrat. Heute haben ihn bereits viele Menschen zwischen 20 und 30 - und sogar Kinder (ja, Typ II). Die menschlichen Gene erlauben - theoretisch - ein Lebensalter von etwa 120 Jahren.

Auch in der Steinzeit gab es sehr alte Menschen. Nur war das Leben eben viel gefährlicher als heute - und darum wurden viele nicht alt. Nicht, weil sie nicht gesund waren. (Bekannt ist z.B. dass die US-Indianer vor dem Einzug in Reservate eine Lebenserwartung von durchschnittlich fast 70 Jahren hatten. Heute sind es nur noch rund 50 Jahre. Die "Zivilisations-Ernährung" ist eine der Ursachen dafür.)

Übrigens: Gerade weil wir heute sehr alt werden können, ist es wichtig, möglichst lange gesund zu bleiben. Was hat man davon 90 zu werden, wenn man ab 70 Jahre dann in Kliniken und Praxen herumhängt? (So jedenfalls die Statistik).

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