Forum: Gesundheit
Kieferorthopädie: Kritik an Zahnspange unerwünscht
Corbis

Fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen wird von Kieferorthopäden behandelt, doch der Nutzen ist fraglich. Ein Forscher der Uni Greifswald hatte dies in einem Fachaufsatz thematisiert - und hat nun keine Stelle mehr.

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rdhaspel 12.06.2015, 14:22
150. Zahnseide

Ausschlaggebend für ein Produkt, das der besseren Zahngesundheit dient, ist die Leistung, belegt durch klinische Studien. Infolgedessen ist Zahnseide zwar der
Goldstandard, aber nur 7 % Bevölkerung halten sich daran. Mundduschen werden in Ihrem Test nur halbher-
zig als gut beurteilt. Wichtig ist jedoch, mehr zu tun als
nur Zähne putzen. Im Übrigen ist auch bei Mundduschen
maßgeblich, welche Untersuchungen damit vorgenommen worden sind. Die Marke Waterpik ist die einzige weltweit,
die dazu über 50 klinische Studien vorlegen kann und deshalb von der deutschen Gesellschaft für präventive
Zahnheilkunde mit dem GPZ-Qualitätssiegel ausgezeichnet wurde. Für Zahnärzte bedeutet übrigens Prophylaxe in erster Linie kostenpflichtige PZR!

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abby_thur 12.06.2015, 14:27
151. Thema

Zitat von merho2
Ich fasse es nicht, wie es möglich sein kann, das weniger lass 50% der Frauen Brustimplantate vom Krankenkasse bezahlt bekommt! Die medizinische nachvollziehbarkeit ist mehr oder weniger dieselbe, die Kosten für die Kassen auch, und ebenso das Nutzen für den Patienten... Die Branche sollte dringend zur Schulung bei den Lobbysten von den Kieferorthopäden gehen!!
Große Brüste sind aber nicht gleichzusetzen mit graden Zähnen.

Beim Essen werden Sie merken, dass es zwar praktisch ist, dass, wenn etwas vom Löffel fällt gleich vom Dekolletee aufgehoben werden kann, wenn man es dann aber nicht gut kauen kann ist das schon nachteiliger.

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abby_thur 12.06.2015, 14:27
152. Kommentar

Zitat von uventrix
Ich hatte als Kind eine Zahnspange und bin froh darüber. Meine Zähne stehen wie im Bilderbuch in Reih und Glied und mir gefällt das. Wenn ich mir ansehe was manche Leute für einen Zahnsalat .....
Ich vermute, dass ist längerfristig absehbar.

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Martinvom Brocke 12.06.2015, 14:34
153. Struktion

Behandlungsbedürftige Zahnfehlstellungen sind das Resultat von evolutionsbedingter Kieferverkleinerung und verzögerter Zahngrössenanpassung. Ergo keine Erkrankung.

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doofnuss 12.06.2015, 19:57
154. an den zähnen sollt ihr sie erkennen

Zitat von bohrendeworte
Nach 30 Jahren Zahnmedizin kann ich nur sagen: Festsitzende Zahnspangen sind die Pest. Was nützt ein Heizkörperlächeln, wenn es in den Zwischenräumen gammelt? 5000.- Euro sind schnell verdient. Nur - was bekommt der Patient dafür?...
schöne zähne sind seit langem das pivileg der begüterten, arme müssen sich halt mit trümmerfeldern im mund abfinden - und karriere-hemmendem schiefen lächeln (o.k., etwas realistischer sarkasmus sei erlaubt).

aber zum glück gibt es für solvente eltern relativ unauffällige durchsichtige kunststoffspangen, die alle paar wochen erneuert, weil "schärfer gestellt", werden - sehen aus wie der gebissschutz von boxern.

zudem lassen sie sich jederzeit herausnehmen, die tägliche zahnpflege kann wie üblich vorgenommen werden, ebenso wie die regelmäßige zahnprophylaxe kein problem ist.
unter diesen spangen müssen die zähne nicht während der zugegeben langwierigen behandlungsdauer verrotten - meist dauert's mehrere jahre.

ach so, und teuer ist's: mindestens 7.000 - 8.000 euro werden gerne von den kieferchirurgen für diese fast unsichtbaren spangen "aufgerufen" - allerdings ohne erfolgsgarantie!

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entsetzt!!! 12.06.2015, 22:36
155. Sgb

Im SGB wird die Behandlungsnotwendigkeit klar definiert:
SGB V paragraph 29

Versicherte haben Anspruch auf kieferorthopädische Versorgung in medizinisch begründeten Indikationsgruppen, bei denen eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung vorliegt, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht


Und ich vermute eher nicht, dass die Krankenkassen mehr zahlen als nötig.
Diese ganze Hetze gegen die Gesundheitsberufe macht einen ganz krank.
Anstatt sich zu beschweren, sollten wir dankbar für unser GKV System sein.
Die Krankenkassen fahren jährlich Überschüsse in Millionenhöhe ein, da erscheint es eher abwegig, dass mehr als nötig gezahlt wird! Einwohner anderer Länder wären ausgesprochen dankbar für die Bezahlung einer Kieferorthopädischen Behandlung oder jeglicher zahnärztlicher Behandlung.

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Martinvom Brocke 13.06.2015, 10:36
156. Struktion

Das Problem das Dr. Spassov erkannt hat, liegt in der Tatsache, dass die heute genutzt "Norm" aus dem Jahr 1899 von einem Dr. Angle stammt, welcher 1906 bei der anthropologische Rechtfertigung seiner Einteilung einen Affenschädel nahm, bei welchem der gnathologisch wichtigste Zahn (der erste Unterkieferprämolar) fehlte. Er behauptete, dass für eine harmonische Gesichts-Gebiss-Beziehung der erste Oberkiefer-Molar als Schlüssel zur Okklusion genutzt werden müsste. Ich habe nach 5 Jahren intensivster Forschung ein Buch veröffentlicht, welches untere anderem einen mathematischen Zusammen (S=eD^2) zwischen der Zahngrössenanpassung und der evolutionsverursachten Kieferveränderung belegt. Dr. Angle hat sich um dieses entscheidende Thema herumgedrückt. Das mit der Gravitation der Erde in Zusammenhang stehende Phänomen der STRUKTION unter anderem auch zu einer neuen Form der Kieferorthopädie (Struktions-Kieferorthopädie), welche praktisch alle behandlungsnotwendigen Zahnfehlstellungen innert 6 Monaten beheben kann. Weniger Zeitaufwand = weniger Kosten: Also auch für Patienten mit kleinerem Geldbeutel und für das System der Versicherungen sowie Mediziner/Zahnmediziner geeignet.
Googeln Sie mal: "Struktion - Die harmonische Relativitätstheorie" vom Verlag Inspiration Un Limitied. Wir Kieferorthopädien und Zahnärzte können inzwischen locker mit den anderen Naturwissenschaftlern mithalten und sind gleichzeitig auch Menschen, welche sich jeden Tag fragen, verdiene ich auch wirklich, was ich dem Patienten biete. Gruss aus dem Zentrum der Alpen Dr. vom Brocke (CH)

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KayFlensburg 15.06.2015, 13:41
157. Etwas merkwürdig ist es aber doch...

Ich gehöre dankenswerter Weise zu den Menschen, die in den 70ern um so etwas wie Zahnspange herumgekommen sind und mangels Bezug dazu wenig Meinung habe. Was mich bei den zitierten Protagonisten aber wundert, ist Folgendes:
Warum wollte Dr. Spassov in einem Fach habilitieren, das seiner Meinung nach medizinisch wenig bringt?
Wiese ist Dr. Madsen noch als Kieferorthopäde (mit Kassenzulassung?) tätig, wenn auch seine Behandlung keinen nachgewiesenen medizinischen Nutzen hat?
Der Artikel bringt sicher ein wichtiges Thema auf den Tisch, aber es erscheint fragwürdig, gerade diese beiden Menschen als Protagonisten einer geänderten Sichtweise zu Positionieren. Gruß von der Förde in die Welt.

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Nordlicht 15.06 15.06.2015, 14:58
158. Überlegen Sie doch mal...

Liebe Mitdiskutierer,
ich habe mir viele Beiträge durchgelesen und die Mehrzahl scheint in die selbe Richtung gerichtet. Viele Kommentare sind zudem rein von Emotionen geleitet geschrieben - ohne Fachwissen - woher auch? Wenn man als Fach-Fremder einen Artikel zu einem Bereich liest, der zudem von einem fachfremden Journalisten geschrieben wurde, wird in der Regel an die Emotionen der Leser appeliert und suggerierend geschrieben. Fakt ist, dass beispielsweise die Uni-Greifswald selbst von 1997 bis 2001 eine groß angelegte Studie an 4.308 Patienten durchgeführte (SHIP-Studie). Darin wurde gezeigt, dass es sehr wohl Zusammenhänge zwischen funktionellen Problematiken im Kieferbereich und dem Biss gibt - auch wenn der Biss nicht alleiniger Auslöser dieser Problematiken ist.
Wenn Sie nun jemanden in den eigenen Reihen haben, der nicht nur gegen die eigene Lehrmeinung, aber auch gegen die nationale und internationale Lehrmeinung wittert, ist doch nachvollziehbar, dass sich das Interesse der Arbeitgeber denjenigen im eigenen Betrieb zu behalten, stark in Grenzen hält. Das hat m.E. nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun. Niedergelassen in eigener Praxis kann Herr Spassov seine Meinung in vollen rechtlichen Rahmen äußern.
Dass Kritiker heftigen Gegenwind (einer großen Mehrzahl) ernten, ist doch auf alle Bereiche übertragbar.
Trotzdem geht es uns in Deutschland glücklicherweise deswegen so gut, weil der Mehrheit der Menschen doch vernünftig zu sein scheint.

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bohrendeworte 15.06.2015, 16:30
159. Überlegen, aber richtig

Dann lesen Sie sich den Text nochmal durch. Prof. Jens Türp, Sprecher des Fachbereichs Zahnmedizin im Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin kritisiert, dass "kaum ein Mensch von Natur aus das in der Kieferorthopädie angestrebte ideale Gebiss habe" - dass also jedes Kind / jeder Jugendliche als "therapiepflichtig" eingestuft wird, obwohl keine Pathologie i.S.d. Sozialgesetzbuches vorliegt. Dieser Zustand wird - zurecht - kritisiert. Wenn also dieser nicht unerhebliche Finanzbeitrag den Versicherten nicht mehr abgebucht würde, käme eine Senkung der Lohnnebenkosten dabei heraus. Wer sich die Zahlen genauer ansehen möchte:

http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/Statistiken/GKV/Kennzahlen_Daten/KF2015Bund_Maerz_2015.pdf

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