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Kinder mit älteren und jüngeren Geschwistern: Aufwachsen als Sandwichkind
Sally Anscombe/ Getty Images

Sanfte Vermittler oder ständig auf der Suche nach Aufmerksamkeit? Sandwichkinder bekommen sehr unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben. Ist da was dran?

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juttakristina 12.07.2019, 12:58
20. Mhm,

man könnte den Artikel auch zusammenfassen: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist! Eigentlich ist doch der Tenor, dass man da nichts verallgemeinernd sagen kann, eben weil noch viele andere Faktoren reinspielen als nur die "Geburtsposition".

Wir waren auch zu dritt, ich das Nesthäkchen und einzige Tochter. Aber der Altersunterschied zu meinen Brüdern beträgt 6 bzw. 7 Jahre. Das ist dann wieder eine ganz andere Konstellation. Mein "Sandwich-Bruder" sollte eine weniger enge Bindung zum Elternhaus gehabt haben? Sorry, kann ich nicht bestätigen. Auch nicht, dass er irgendwie weniger Aufmerksamkeit als z. B. mein ältester Bruder bekommen hätte oder sonst was.

Es gab zwischendurch mal eine Phase, in der ich nicht so gut mit ihm konnte, aber das relativierte sich alles im Laufe seiner Pubertät und auch später. Er war ein toller Diskussionspartner, immer für seine Geschwister da, wenn es nötig war bzw. für die ganze Familie. Er war sehr einfühlsam und hatte sich mit Geschenken für Freunde und Familie immer viel Mühe gegeben und tolle Überraschungen zustande gebracht. Mein Bruder war weder blass noch unauffällig und er konnte auch gut im Mittelpunkt stehen. Man kann auch wirklich nicht sagen, dass er Probleme mit seinem Selbstbewusstsein gehabt hätte.

Als er durch die Schuld eines Suffkopfs tödlich verunglückte, zerriss es unserer Mutter das Herz, unser Vater war gerade 16 Tage davor verstorben. Den Tod ihres Kindes konnte sie nicht verwinden und auch wenn sie keine Unterschiede zwischen ihren Kindern machte, ich glaube, sein Tod hatte sie ein wenig härter getroffen als wenn es mein anderer Bruder gewesen wäre, vielleicht auch in Bezug auf mich, aber die Mutter-Tochter-Beziehung ist dann ja auch nochmal ein anderes Ding.

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juttakristina 12.07.2019, 13:06
21.

Zitat von hexenbesen.65
ständig wird einem die soooo tolle "hochintelligente" (in meinem Fall Schwester) vorgehalten "Mach doch endlich das mal so wie deine Schwester" oder "Kug sie dir an..mit der haben wir NIE schwierigkeiten" oder man muss rücksicht auf die arme, kleine (wieder in meinem Fall) Schwester haben. "Die arme Kleine...die kann doch nix dafür ! DU kannst ruhig mal rücksicht nehmen. Und DU passt auf sie auf- deine große Schwester muss schließlich für die Schule lernen!"....wie ich das gehasst habe. Die Große Schwester hat sich schnell verpisst, die Kleine Schwester hatte IMMER Kückenschutz...und ich war der Buhmann...für alles. Bei einer Psychotherapeutin, bei der ich wegen Burn-Out und Depressionen war, meinte nur:"Sie sind die stärkste der drei Geschwister !"--haha, dafür kann ich mir was kaufen...Meine ältere Schwester entwickelte eine Schizophrenie (aufgrund eines Nervenzusammenbruchs, weil ihre "ach so tolle heileWelt" mit der Scheidung (sie wurde von vorne bis hinten betrogen) zusammenbrach, die jüngste aufgrund Überbehütung bekam Panik-Attaken...und ich...hin und hergerissen zwischen "lasst mich in ruhe-" und "Helfen wollen- ist ja schließlich die Familie" einen Burn-Out mit Depressionen..Noch JAHRE danach erinnere ich mich mit grauen an meine "Kindheit", die eigentlich keine war. Funktionieren - das musste ich. Kindheit mit gedankenverloren spielen hatte ich nie...immer musste ich was zu tun haben ("Faulenzen kannst du immer noch !") ...entweder der "Großen Schwester" hinterher streben (nur war ich nie so Intelligent wie sie- geb ich offen zu ) oder ich musste auf meine kleineSchwester aufpassen, die es schamlos ausnutzte, das Kücken zu sein (sie zerstörte mir alle meine Sachen "upss, aus versehen" --na, natürlich....die Rasierklingen lagen ja nur so zufällig rum, damit sie meinen Barbie-Puppen die Brüste amputieren konnte...) oder meiner Schreibmaschine (mein Heiligtum) die Typen so verbog, dass man nicht mehr damit schreien konnte... "Lass die Kleine in ruhe!" hies es dann immer...
hexenbesen.65,

das gilt vielleicht in Ihrem Fall, aber deshalb kann man das doch nicht verallgemeinern und Ihr persönliches Erleben pauschal Allen überstülpen!

Apropos Schizophrenie, meines Wissens bekommt man die nicht einfach so aufgrund eines Nervenzusammenbruchs... Da muss die genetische Disposition vorher schon vorgelegen haben und dies könnte der Auslöser gewesen sein. Zumal es bei Frauen schon mal später zum Ausbruch kommen kann als bei Männern. Mein Cousin ist schizophren, das liegt in der Familie, in seinem Fall mütterlicherseits und das war auch bekannt, als mein Onkel damals seine Frau ehelichte, weil es schon in verschiedenen Generationen ihrer Familie aufgetreten ist.

Gerade die von Ihnen geschilderte Situation in Ihrer Familie scheint doch etwas spezieller zu sein und eignet sich daher noch weniger als andere zur Verallgemeinerung.

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juttakristina 12.07.2019, 13:09
22.

Zitat von Sibylle1969
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es kein Vergnügen ist, Sandwich-Kind zu sein. Man bekommt sehr wenig Aufmerksamkeit, man hat zu funktionieren, und die Eltern sind froh, wenn man möglichst wenig Probleme macht. Dafür wird man meist in Ruhe gelassen. Ich bin sofort nach dem Abitur ausgezogen und hatte danach nicht mehr viel mit meiner Familie am Hut und kein großes Bedürfnis nach Telefonaten oder Treffen mit meiner Familie. Ich kann nur jedem raten, auf gar keinen Fall drei oder mehr Kinder zu haben. Zwei ist im Grunde perfekt, drei ist ungünstig vor allem für das oft vernachlässigte Mittelkind.
Sibylle1969,

das ist IHRE ureigene Erfahrung in IHRER Familie! Aber das können Sie doch deshalb nicht verallgemeinern (man, man, man, man...)! Wenn ich mir die Persönlichkeit meines "Sandwich-Bruders" ansehe, trifft NICHTS davon auf ihn zu! Vor allem war er auch nicht vernachlässigt worden... Drei Kinder kann auch super laufen!

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