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Kindererziehung: Ein Recht auf Schrammen
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Kinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

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oglokea 14.06.2012, 20:52
300. Fundament

Zitat von albert schulz
... Das ist der Haken. Das meiste lernt man unbewußt. Man wird sich nie wieder daran erinnern können, warum und wie man etwas gelernt hat. Zumal man am meisten in den ersten Jahren lernt. An der Stelle hat Freud ausnahmsweise recht. ....
Wenn ich Ihre Worte strickt wörtlich nehmen darf: bin ich da auf anderen Meinung.

Im Grund bin ich davon überzeugt, dass ein Kind (Geschw.) erste mal ihre Fundament in dem Familie zum Charakters Werten, wie (im meine Auge sind sie Tugenden): sich nachzugeben, durch zu setzen (es führt auch zum kons. Verhalten), loyal zu sein, und und.. "g i e ß e n" lassen müssen durch den Eltern, Geschwister, andere Familienmitglied, und diese, der Fundament muss unbewusst durch Verhaltens Muster stärken, dass hier (im Kind) eine Grund bilden kann, worauf dann wiederum bewusst (und durch weiteren unbewusste, automatische "Hirnselektion" zwischen falsch und richtig) bauen kann bis zum "Erwachsen zu sein". Aber es ist eine Tatsache: etwas Grund bildet im Kinder immer.
(Ja, ich weiß,leider habe ich zu kompliziert geschrieben, aber der Kern kann schon raus lesen. Hoffe mindestens.)

Und nun: Sie denken, Kinder/usw. im Kindheit gelernte (im Fall relevante) können vergessen zu haben; da bin ich aus oben genannten Grund nicht so sicher. Was da ist, muss nicht immer greifbar und zu offensichtlich sein, aber der Dasein vorhanden zu sein zeigt der Verhaltensmuster (in alle Richtungen!).
Aber ich bin nur eine Großmutter, kann ich nicht alles wissen, und kann ich hier auch falsch liegen. (Und mit eine Schmunzel: um Gottes Will: mit Freud will ich mich sicher nicht anlegen!)

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albert schulz 15.06.2012, 11:33
301. die Erinnerung ist meist miserabel

Zitat von oglokea
... (Ja, ich weiß,leider habe ich zu kompliziert geschrieben, aber der Kern kann schon raus lesen. Hoffe mindestens.) Und nun: Sie denken, Kinder/usw. im Kindheit gelernte (im Fall relevante) können vergessen zu haben; da bin ich aus oben genannten Grund nicht so sicher. Was da ist, muss nicht immer greifbar und zu offensichtlich sein, aber der Dasein vorhanden zu sein zeigt der Verhaltensmuster (in alle Richtungen!). ...
Loyal ist der Mensch von Natur, und selbstredend guckt er sich von den Eltern Verhalten ab. Mark Twain sagte: „Wir brauchen Kinder nicht zu erziehen, sie gucken uns sowieso alles ab.“ Natürlich haben Eltern einen unglaublichen Einfluß, gerade bei ganz kleinen Kindern, die ja weder Geschwister haben noch Freunde. Eltern geben vor allem Normen vor, normalerweise positiv formuliert, restriktive Drohungen inclusive. Eltern zeigen also wie die Welt funktioniert, nicht immer verständlich, aber zwingend. Genau das probiert man selber aus, je länger je mehr, und auch die Geduld der Eltern wird man dauernd auf die Probe stellen. Was halten sie aus ? Sie werden erbarmungslos gebrieft und geprüft.

Man kommt aber später nicht mehr dahinter, kann sich nicht erinnern, was da abgelaufen ist. Ich ertappe mich immer wieder bei Gedanken, die ich von meinen Eltern kindlich übernommen haben muß und die eigentlich gar nicht meiner Bewußtheit oder meiner Überzeugung oder meinem Wesen entsprechen. Einfach blind installiert. Und ich werde diese Vorgaben bis zu meinem seligen Ende sicher nicht alle abgearbeitet haben. „Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ewge Krankheit fort; sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte, und rücken sacht von Ort zu Ort. Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage: Weh dir, daß du ein Enkel bist! Vom Rechte, das mit uns geboren ist, von dem ist leider nie die Frage. Es erben sich Gesetz und Recht wie eine alte Krankheit.“ (Goethe)

Eltern sind für Kinder fast abstrakte Wesenheiten, gottähnlich (daher auch Gott). Ein ähnlich altes Kind ist Realität. Und die Erfahrung mit ihm wird als sehr viel bedeutsamer empfunden, kein luftleerer Raum. Es ist abschätzbar, erkennbar, eine echte Hilfe für eigenes Verhalten. Trotz Zank und Streit. Ganz nebenbei etwas, was Eheleute nicht wirklich beherrschen, im Gegensatz zu Kindern.

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oglokea 15.06.2012, 14:55
302. Bitte weiter Socken zum Sandalen zu tragen...

Zitat von albert schulz
.... Man kommt aber später nicht mehr dahinter, kann sich nicht erinnern, was da abgelaufen ist. Ich ertappe mich immer wieder bei Gedanken, die ich von meinen Eltern kindlich übernommen haben muß und die eigentlich gar nicht meiner Bewußtheit oder meiner Überzeugung oder meinem Wesen entsprechen. Einfach blind installiert. Und ich werde diese Vorgaben bis zu meinem seligen Ende sicher nicht alle abgearbeitet haben. „Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ewge Krankheit fort; sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte, und rücken sacht von Ort zu Ort. Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage: Weh dir, daß du ein Enkel bist! Vom Rechte, das mit uns geboren ist, von dem ist leider nie die Frage. Es erben sich Gesetz und Recht wie eine alte Krankheit.“ (Goethe) Eltern sind für Kinder fast abstrakte Wesenheiten, gottähnlich (daher auch Gott). Ein ähnlich altes Kind ist Realität. Und die Erfahrung mit ihm wird als sehr viel bedeutsamer empfunden, kein luftleerer Raum. Es ist abschätzbar, erkennbar, eine echte Hilfe für eigenes Verhalten. Trotz Zank und Streit. Ganz nebenbei etwas, was Eheleute nicht wirklich beherrschen, im Gegensatz zu Kindern.
Zum Ihre Titel:" die Erinnerung ist meist miserabel": ich (wie eine Kind): muss nicht erinnern zu können: es ist im Unterbewußtsein, aber ich glaube, wir beide (mit dem bessten Absicht) reden trotzdem nebeneinander vorbei. Ich verstehe was Sie sagen möchten, aber ich habe keine Ahnung warum Goethe hier passen würde beim "Recht zum Schrammen", obwohl ich möchte mit Ihre Verlaub zwei Goethe Zitaten trotzdem hier eingeben: vielleicht schaffen sie etwas Klarheit zum meine Auffassung für Kindererziehung:

Zitat: "Man hat zu allen Zeiten gesagt und wiederholt, man solle trachten sich selber zu kennen."
(Diese zum Ihren Elterns Verhaltensmuster Weitergabe: was vermittele ich für meine Kind?)

"Aber Goethe hat auch zu einem Freund gesagt: Was ich geworden und geleistet, mag die Welt wissen, wie es im eizelnen zugegangen, bleibe mein eigenstes Geheimnis."
(Es ist auf allen anderen Fregen beim Kinderentwicklung Persönlichkeits eine Antwort sein könnte. Oder auch nicht: vielleicht habe ich mich jetzt auf eine alte Schramme im meinem Kindheit unbewusst erinnert? Es ist wie eine Brunnen: kommt eine Echo zurück oder nicht.)
Zitat aus dem Buch: Kurt R. Eissler-goethe/ eine psychoanalytische studie/Einleitung:S:31,S.:1283, Detroit 1963)

Und was mich wirklich verunsichert: ich glaube, wir vermuten: ein Kind kann sich in dem "modern" gesellschaftlichen Erwartungen mitzuwachsen, dass er/sie es notwendigeweise dessen Erwartungen erfühlen kann, aber ich denke, es sind falschen Erwartungen gegenüber eine Kind (zurück zum Anfangsthema: ein Kind kann selbe Erkennen: was ist Gefahr, und was ist eine gesunde Herausvorderung): ein Kind ist eine Kind, mit 6-14-19 Jahre. Der Leben stellt vor dem Kind immer wieder neue Situation: wo er täglich richtig oder falsch entschieden kann/muss.
Schrammen werden unvermeindbar sein. Bei mir auch. Ich bin die Kind meine Mutters. Und körperlichen Schrammen kann/sollen nicht immer vermeiden zu wollen bei eine Kind. Das habe ich nur gelernt wie eine Großmutter. (Aber ich schließe meine Augen oft zu, und halte meine Ohr auch mit beide Hände zu. Es ist auch eine unbewußte Verhaltensmuster aus dem Kindheit. Angst zu haben für den Kinder.)

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albert schulz 15.06.2012, 21:07
303. Omas sind lieb und gut

Zitat von oglokea
Goethe - Zitat: "Man hat zu allen Zeiten gesagt und wiederholt, man solle trachten sich selber zu kennen."
Selbsterkenntnis wäre schön, aber sie ist ziemlich schwierig. Es dauert ewig, bis man Erkenntnisse hat. Ich habe alternd noch welche, ganz banale übrigens. Dinge, die mir nie jemand gesagt hat. Es geht nur darum, daß man möglichst jung möglichst viele Fehler macht zumeist Fehlversuche. Man muß es ausprobieren, und da sollte nach Möglichkeit kein Staatsanwalt daneben stehen. Es ist ein Vorrecht der Jugend Fehler zu machen und allgemein akzeptiert. Letztlich ist in dieser Phase jeder Mißerfolg ein Erfolg, weil man lernt. „Dumme machen immer die gleichen Fehler, Kluge immer neue.“ (Kurt Tucholsky)

Zitat von oglokea
Aber Goethe hat auch zu einem Freund gesagt: „Was ich ge-worden und geleistet, mag die Welt wissen, wie es im eizelnen zugegangen, bleibe mein ei-genstes Geheimnis."
Manchmal kommen Dinge, man erinnert sich plötzlich, weil man ein ähnliches Erlebnis schon mal hatte, und es nicht einordnen konnte. Es gibt sicher Rätsel aus der Kindheit, die Einem wieder einfallen. Aber es sind immer Einzelheiten, immer unvollständig.

Zitat von oglokea
Der Leben stellt vor dem Kind immer wieder neue Situation: wo er täglich richtig oder falsch entschieden kann/muss.
Bei körperlichen Schrammen ist das Kind bereits mit drei Jahren in der Lage, Risiken abzuschätzen, sogar Verkehr. Es weiß, wann ein Sprung gefährlich werden kann. Ein Kind ist allerdings risikobereiter als ein Erwachsener, und es konzentriert sich vielleicht auf zwei Dinge, und das funktioniert nicht. Da kann es auch zu üblen Stürzen kommen. Man lernt stürzen. Und man lernt sich nicht ablenken zu lassen.

Zitat von oglokea
Schrammen werden unvermeindbar sein.
Man bekommt als Kind wohl die meisten Schrammen durch das, was Eltern verlangen oder verbieten. Die sind keine sichtbaren Narben, sondern sie sind unsichtbar im Inneren. Sie können Einem das ganze Leben versauen, zumindest sind sie immer hinderlich.

Sandalen sind nichts Gescheites, weil man keinen Halt hat. Barfuß ist besser oder festes Schuhwerk, bei mir immer in selbstgestrickten Wollsocken, die früher von den Omas kamen.

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oglokea 16.06.2012, 01:58
304. Kapiert

Zitat von albert schulz
... „Dumme machen immer die gleichen Fehler, Kluge immer neue.“ (Kurt Tucholsky) ... Bei körperlichen Schrammen ist das Kind bereits mit drei Jahren in der Lage, Risiken abzuschätzen, sogar Verkehr. Es weiß, wann ein Sprung gefährlich werden kann. Ein Kind ist allerdings risikobereiter als ein Erwachsener, und es konzentriert sich vielleicht auf zwei Dinge, und das funktioniert nicht. Da kann es auch zu üblen Stürzen kommen. Man lernt stürzen. Und man lernt sich nicht ablenken zu lassen...
Heureka! (Obwohl dazu musste ich nicht unbekleidet durch die Stadt laufen.)

Jetzt, weil Sie soviele Mühe gemacht haben, habe verstanden den Kern Ihre Aussage zum Kindererziehung.
Und der zweite Teil Ihre Tucholsky Zitat ist sehr passend zum eine Kind beim lernen zu können wie gehts wirklich im Leben. Und damit später er/sie Umzugehen kann.

Und von Kindzusein bis Erwchsen zu sein ich der folgende Zitat (meine letzte, mit einen Dank zu Ihre Geduld) wie dazu eine Wegbeschreibung sehr passend finde:

"Wahrlich, es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Erwerben, nicht das Da-Sein, sondern das Hinkommen, was den größten Genuß gewährt."
...mit einige Schrammen, Knöchelbruch der Kindheit ist zu schnell vorbei.

(Zitat von Carl Friedrich Gauß)

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albert schulz 17.06.2012, 10:47
305. noch ein paar Buchstaben

Zitat von oglokea
... "Wahrlich, es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Erwerben, nicht das Da-Sein, sondern das Hinkommen, was den größten Genuß gewährt." (Carl Friedrich Gauß)
Blaise Pascal hat das im 17. Jhd. ähnlich ausgedrückt: „Denn sie wissen nicht, daß sie nur die Jagd und nicht die Beute suchen.“ Man braucht ein Ziel, und wenn man es erreicht hat, ist es weg. „Der Weg ist das Ziel.“ (Konfuzius) Man ist eben immer auf dem Weg. Und spannender und interessanter ist er in Kindheit und Jugend, wo es unzählige Dinge zu ergründen gibt. Dabei setzt es Schrammen, aber die körperlichen undw sichtbaren erscheinen läßlich gegenüber den inneren.

Die Alten wissen viel, vor allem, was unerreichbar ist, und sie gehen keinerlei Risiko mehr ein, sie strengen sich nicht mal mehr an. Es sei denn sie würden gefordert, aber das macht keiner. Höchstens mal ein Enkel.

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oglokea 17.06.2012, 19:49
306. Na geht doch...

Zitat von albert schulz
Blaise Pascal hat das im 17. Jhd. ähnlich ausgedrückt: „Denn sie wissen nicht, daß sie nur die Jagd und nicht die Beute suchen.“ Man braucht ein Ziel, und wenn man es erreicht hat, ist es weg. „Der Weg ist das Ziel.“ (Konfuzius) Man ist eben immer auf dem Weg. Und spannender und interessanter ist er in Kindheit und Jugend, wo es unzählige Dinge zu ergründen gibt. Dabei setzt es Schrammen, aber die körperlichen undw sichtbaren erscheinen läßlich gegenüber den inneren. Die Alten wissen viel, vor allem, was unerreichbar ist, und sie gehen keinerlei Risiko mehr ein, sie strengen sich nicht mal mehr an. Es sei denn sie würden gefordert, aber das macht keiner. Höchstens mal ein E n k e l.
...der Herausforderung: und wie meine Enkelsohn sagt: nur nicht schlapp machen!
Mit Enkelkinder muss immer auf den Hut sein: und ich lerne jeden Tag dazu, noch immer.
Und wachse mit: mit meinem Sohn musste der Papa der Fahradfahren beibringen, -ich hatte zu viele Angst, könnte ewas passieren, UND wirklich war eine Sturz da mit dem dreirädige Fahrad: er hat über den F. geflogen, auf der Stufe der Mund aufgeschlagen, und eine Milchzahn zurück gegangen UND wieder rausgewachsen.

Aber bei meine Enkelsohn war ich schon vorbereitet, und habe selbe der Fahradfahren auf zwei Rad beigebracht.
Mit etlichen schrammen beideseitigen Schrammen natürlich.

Mit Mädchen im Alte bis 5-6, wo der Schrammen- Plesuren kommen, da hat jede wenige Sorgen. Ein Mädchen ist im diese Alte immer ruhige.
Ich vermute: für Kinder der richtige Beschäftigung ist eine Mittel, keine Blödheit mit Verletzungen zu machen. Natürlich gibt hier keine Garantie, nur hoffen darf.

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nanya 27.06.2012, 23:09
307. exakt

Zitat von grüni
aber dann gibt es auch die überaus aufmerkasamen mitbrüger, die hinter jedem blauen fleck einfach mal ihre vermutungen anstellen und eine ausgemachte kindesmisshandlung unterstellen...
Genau so ist es. Ich werde gerade in die Kita zitiert wegen blauer Flecken. Man verwehrt meinem Kind das Recht auf Schrammen. Ich bilde mir ein, nicht aggressiv zu sein, und meine Reaktion auf dieses übervorsichtige Beobachten ist tatsächlich Beklemmung („Wie können sie so etwas von mir denken? Wirke ich so?“) – und ich werde noch viel mehr als zuvor aufpassen, dass sich mein Kind nicht in Situationen begibt, wo es Flecken bekommen könnte. Dummerweise passiert es bereits beim Laufen.

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larinna 31.08.2012, 16:39
308. Ihr Baby kann's

Dieses Buch erläutert eindrücklich wie schon Babys lernen mit Gefahren umzugehen. Es zeigt, dass ein Zeitfenster - eine sogenannte "sensible Phase" dafür eingerichtet ist, so dass Babys schon lernen können, richtig mit Gefahren umzugehen, ohne sich dabei ernsthaft zu verletzen. Dabei lernen sie sich selbst sehr gut einschätzen! Dieser Artikel empfinde ich als eine richtige Wohltat, denn die sog. Helikopter-Eltern (Eltern die ständig um ihr Kind herumschwirren) nehmen sprunghaft zu.

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