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Könner oder Aufschneider: So finden Sie einen guten Zahnarzt
Corbis

Zertifikate, Curricula, Tätigkeitsschwerpunkte: Die Titelflut auf Praxisschildern bei Zahnärzten soll Eindruck schinden. Doch was sind wirkliche Gütesiegel? Die wichtigsten Tipps bei der Suche nach echten Könnern.

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uli.bo 28.02.2014, 15:12
50. Zustimmung:

Zitat von henkeltopf
Oute mich auch als Zahnarzt, und muss aus Erfahrung durch eigene Bewerbungsgesprächen,Kollegen- und Patientenberichten feststellen, dass 80% meiner Kollegen enntweder Abzocker oder handwerkliche Nieten sind oder beides. Einen guten ZA erkennt man, wenn einem Alternativen (auch kostenlose!) aufgezeigt werden. Einen schlechten erkennt man an zahlreichen Jubelkritiken auf Bewertungensportalen. Die sind nämlich in der Regel gefälscht und lassen tief blicken.
Mein Vater ist Zahnarzt (kurz vo der Rente) und seit 20 Jahren Gutachter für P- und GKV. Letzteres bedeutet, dass er einen ziemlich guten Überblick über Leistungsfähigkeit und "finanziellem Aufwand" der Heil- und Kostenpläne der meisten Kollegen im Stadtgebiet hat.

In dieser mittelgroßen, ostdeutscehn Stadt ist die Relation Guter PRAKTIKER vs Dünnbrettbohrer ca. 50/50. Die z.T. hemmungslose Abzocke (und eindeutige Fehlberatung) hat in den letzten 10-15 Jahren extrem zugenommen. 400 TEUR Investitionskosten für Gründung/Übernahme einer ZA-Praxis müssen halt irgendwie wieder reinkommen, die Banken interessiert's nicht, ob jemand ein guter Heilberufler ist, da interessieren NUR die Zahlen.

Allerdings sieht er auch die Patienten teilweise in der Schuld, welche sich immer mehr von der Optik und techinschem Schnickschnack blenden lassen (wollen). Es gibt wohl auch Patienten, die ihn für inkompetent halten, wenn er sie für sehr schwierige Eingriffe/Teilarbeiten an aus seiner Sicht geeignetere Spezialisten überweist. Für mich nicht nachvollziehbar aber wohl nicht "untypisch", oder was sagen Sie?

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wgschmidt 28.02.2014, 15:38
51. Leider stimmt das doch.

Zitat von _SethGecko_
Es ist schlichtweg gelogen, dass es nur eine anerkannte Disziplin für Fachzahnärzte gibt. Mein Bruder ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie, so darf sich nur jemand nennen, der auch tatsächlich die vierjährige, hauptberufliche Weiterbildung mit erfolgreicher Prüfung abgeschlossen hat.
... und diese lokale Qualifikation ist bundesweit nichts wert, was Ihr Bruder spätestens dann schmerzlich am Beutel erkennen wird, wenn er nach dem Tarifvertrag für Ärzte als "Facharzt" bezahlt werden möchte.

Gleiches gilt beispielsweise für den Fachzahnarzt für Paradontologie (in NRW) und den Facharzt für allgemeine Stomatologie (DDR-Begriff für Zahnmedizin) in Brandenburg. Lokale Bezeichnungen, bis heute nicht bundesweit anerkannt.

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henkeltopf 28.02.2014, 16:19
52.

Zitat von uli.bo
Mein Vater ist Zahnarzt (kurz vo der Rente) und seit 20 Jahren Gutachter für P- und GKV. Letzteres bedeutet, dass er einen ziemlich guten Überblick über Leistungsfähigkeit und "finanziellem Aufwand" der Heil- und Kostenpläne der meisten Kollegen im Stadtgebiet hat. In dieser mittelgroßen, .....
Mir ist bis heute schleierhaft, wie sich Patienten von einer glitzernden Praxishomepage und absolut überladener Außenwerbung an Laternenmasten und den üblichen Schlagwörter "Ästhetik" "Modern" "Wohlfühl" in die Praxis locken lassen. Ich finde dies hochnotpeinlich und macht eher den Eindruck eines Kosmetiksalons als dem einer medizinischen Einrichtung. Wer dann dort noch gesagt bekommt "Es muss alles neu gemacht werden" - ja der sollte doch spätestens dann flüchten. Wer dann der Behandlung einwilligt hat es auch wirklich nicht besser verdient als abgezockt zu werden.
Die Sache mit den Spezialisten erlebe ich eher andersherum. In unserem verwöhnten deutschen Gesundheitssystem kommen die Patienten teilweise von sich aus mit der Bitte, doch für jeden Popelszahn, welcher gezogen werden muss, eine Überweisung für den Kieferchirurgen zu erhalten. Ich sehe die Zukunft in der Zahnmedizin absolut beim Generalisten, denn den meisten Leuten sind ihre Zähne nicht sooo viel wert, die scheuen die damit verbunden Kosten beim Spezialisten.

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gesundheitssystem 28.02.2014, 19:09
53. Dr. Dr. L. aus Hannover

Dieser Dr. Dr. L. ging nicht einfach mit einem Dr. h.c. auf Kundenfang, dieses wäre ja garnicht so schlimm.
Der Dr. h.c. des L. iat ein Titel der Yorkshire University of the british virgin islands.
Bei diesem Titel handelt es sich, wenn Frau Wolf besser recherchiert hätte, um einen gekauften Titel. Dieser Titel kostete seinerzeit 3600,-€. Dahinter steckte ein Osnabrücker Kaufmann. Derzeit werden alle diese Titelträger gesammelt.
Dr. L. hat schon seit Jahren ein Verfahren wegen dem Titel am Hals, eigentlich sollte das Verfahren 2012 fortgeführt werden...aber was hier in Hannover bei Staatsanwaltschaft und Gericht los ist braucht man ja keinem mehr erklären.
Die Ermittlungen der heisigen Staatsanwaltschaft wegen Verdacht auf Körperverletzung, Abrechnungsbetrug, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung haken, wohl aus den selben Gründen, auch schon seit längeren.
Aber das Schlachtvieh des Gesundheitssystems ist ja geduldig, was soll man auch tun.....

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only me 28.02.2014, 19:41
54. Würden Sie

Zitat von spmc-12653168937531
Ein guter Freud erhielt einen Kostenvoranschlag für eine Zahnsanierung. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca. 6.500 Euro. Ich riet ihm dringend über das Portal "2.Zahnarztmeinung.de" Vergleichsangebote einzuholen. Er war demgegenüber sehr skeptisch und verwies auf das langjährige Vertrauensverhältnis zu seinem Zahnarzt. Schließlich entschloss er sich doch und bekam etliche Angebote, die ca. 2.500 Euro günstiger waren. Er gab den Zuschlag einem anderen Zahnarzt und war mir sehr dankbar für die erhebliche Kostenreduzierung bei gleicher Behandlungsqualität. Nun kommt aber der Hammer! Nachdem er sich beim neuen Zahnarzt zur Behandlung einfand, gab dieser ihm den Hinweis, dass nur eine Zahnreinigung erforderlich ansonsten seien die Zähne ok. Wir waren beide konsterniert und fassungslos.


bitte den Namen des Zahnarztes und wo sich die Praxis
befindet sagen.

Danke

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Locusta 28.02.2014, 20:40
55. Spezialist vs. Generalist - wie überall.

.
Zunächst kann ich die Qualifikation eines Zahnarztes nicht beurteilen. Bin auch schon reingefallen. Inzwischen lasse ich mir aus dem Bekanntenkreis jemanden empfehlen. Und zwar von einem Mediziner. Sonstige Bekannte sich genauso blauäugig, wie ich.

Empfohlen wurden mir Leute, die Abschlüsse in Medizin und Zahnmedizin haben. Promotion ebenfalls. Ein Mediziner ohne Promotion wäre mir suspekt. Könnte gut sein, dass er aufgrund eines grottenschlechten Studienabschlusses zur Promotion nicht zugelassen wurde.

Und dann bin ich immer an einem Generalist interessiert. Egal, ob eine Wurzelresektion, ein Implantat, eine einfache Krone, oder eine ganz gewöhnliche "Baustelle zum Bohren" ansteht: Mein Generalist erledigt das und zwar zu meiner vollsten Zufriedenheit. Er ist sich auch nicht zu fein, mal schnell Zahnstein zu entfernen.

Natürlich hat so ein Generalist auch bestimmte Schwerpunkte, die er aus fachlichem und finanziellem Interesse bevorzugt erledigt. Trotzdem bin ich rundum betreut.

Was ich von einem Zahnarzt, der mir empfohlen wurde, sehen will, ist eine Homepage, aus der seine Ausbildung einschließlich Promotion ersichtlich ist.

Jemandem, der hier eine solide, breit angelegte Basis hat, traue ich zu, dass er sich nach der Promotion neue Erkenntnisse und Technologien auf die Weise aneignet, die ihm sinnvoll erscheint.

Den ganzen Zertifikate-Urwald sehe ich weder auf der Homepage, noch in der Praxis an.

Es ist mir auch egal, wie viele Behandlungen der einen oder anderen Art er bereits durchgeführt hat. Von Quantität auf Qualität zu schließen, halte ich für Unsinn.

Mein Zahnarzt wurde mir empfohlen, als er gerade seine Praxis eröffnet hatte. Er hat mich auch damals durch Qualität überzeugt – obwohl im damals 15 "Erfahrungsjahre" gefehlt hatten, die er inzwischen auf dem Buckel hat.

Noch eines ist mir wichtig: Ich will einen, mit dem man "normal reden" kann.

An einem politisch überkorrekten, windkanalgeglätteten, "Patientenversteher" mit aufgekursten Kommunikationsplattitüden", wäre ich nie und nimmer interessiert.

Jemandem mit so wenig eigener Struktur und Authentizität, würde ich auch fachlich nicht unbedingt etwas Besonderes zutrauen.

Ein Zahnarzt, der nach der Behandlung mit leiser, suggestiver Stimme flötet "schööön", hat seine Kommunikationsschulung" fehl investiert.

Ich kann selbst in den Spiegel sehen und entscheiden, ob mir das Ergebnis gefällt.

Dieses leise und suggestiv geflötete "schööön", reicht mir bereits im Friseursalon.

Und was noch die zweite und dritte Meinung angeht: Natürlich kann nicht nur ein Konzern, sondern auch eine Privatperson so lange evaluieren, bis "der Zug abgefahren ist".

Im einen Fall eines Konzerns kommt das Projekt nicht voran.
Im Fall eines Zahnproblems fallen vielleicht die Zähne von selbst aus, bis die Evaluierungsphase abgeschlossen ist.

Und man sollte nicht vergessen: Zeit ist Geld - auch für mich. Ich brauche keine Evaluierungsphase, die teurer ist als evtl. einsparbare Behandlungskosten.

Im Klartext: Wenn ich einem Zahnarzt vertraue und das Preis-Leistungsverhältnis für mein subjektives Gefühl "passt", dann "hat es sich" damit.

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abbrazzo 01.03.2014, 09:57
56. Zusatzqualifikation ist nicht gleich Zusatzqualifikation

Zitat von wgschmidt
... und diese lokale Qualifikation ist bundesweit nichts wert, was Ihr Bruder spätestens dann schmerzlich am Beutel erkennen wird, wenn er nach dem Tarifvertrag für Ärzte als "Facharzt" bezahlt werden möchte. Gleiches gilt beispielsweise für den Fachzahnarzt für Paradontologie (in NRW) und den Facharzt für allgemeine Stomatologie (DDR-Begriff für Zahnmedizin) in Brandenburg. Lokale Bezeichnungen, bis heute nicht bundesweit anerkannt.
Ihre Aussage bzgl. des Fachzahnarztes ist schlichtweg falsch: es gibt zwei Fachzahnärzte, die bundesweit anerkannt sind: das ist der Oralchirurg und de Kieferorthopäde - beide mit einer mehrjährigen Weiterbildung, die es in sich hat. Es handelt sich um eine "Zusatzqualifikation" im eigentlichen Sinn des Wortes. Das heißt, dieser Titel ist geschützt und wird mit einer Prüfung abgeschlossen.
Will nicht heißen, dass ein Parodontologe, der diesen Zusatztitel erworben hat, der nicht bundesweit anerkannt wird, nicht berechtigt ist, das ist eine rein politische Frage. Aber auch um sich Fachzahnarzt für Parodontologie nennen zu dürfen, braucht es eine mehrjährige Weiterbildungszeit.

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zahnkaufmann 01.03.2014, 19:48
57. Keine Selbstreinigungskräfte in der Zahnärzteschaft,

...Das ist das Hauptproblem. Niemand hätte es nötig sich mit zT unsinnigen Titeln über die Kollegen zu "erheben", wenn einfach die zahlreichen schwarzen Schafe ausgemerzt würden:
Die verbleibenden sauberen Kollegen hätten jede Menge Patienten.

Jedoch werden die schwarzen Schafe von Kollegen gedeckt, nirgendwo wird so zusammengehalten wie in der Ärzteschaft, egal was angerichtet wurde.

Details dazu: www.aerztepfusch-und-behandlungsfehler.de

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Sonne123 02.03.2014, 10:40
58. Ich auch...

Zitat von o-w
Schicken Sie Ihren "Klempner" mal zur Stillung einer Nachblutung nach Weisheitszahnentfernung. Das will ich sehn...
Von Allgemeinmedizin hat ein Zahnarzt naemlich keine Ahnung. Wenn der Patient auf dem Stuhl kollabiert, steht er ratlos da, mit oder ohne Master- oder - seltener - Doktortitel. Es hat schon Todesfaelle waehrend oder nach einer Zahnbehandlung gegeben. Die Verdienstmargen sind im Verhaeltnis zu anderen anspruchsvolleren medizinischen Berufen geradezu unverschaemt.

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chawarma 02.03.2014, 12:18
59. Eigenwerbung

@ Feuerwehrmann001: Ich darf zitieren: Spiegelonline publiziert einen Artikel und im Anschluss daran kann man das Buch der Journalistin, die den Artikel geschrieben hat kaufen? Wie dreist ist das denn?

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