Forum: Gesundheit
Kommentar zu Glyphosat-Zulassung: Klar, Feenstaub wäre besser
DPA

Mindestens anderthalb Jahre dürfen Bauern noch Glyphosat einsetzen. Und selbst wenn das Pflanzengift danach verboten wird, werden sie kaum auf alte Techniken umstellen - solange Konsumenten sie nicht dazu zwingen.

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spieglein19 29.06.2016, 10:48
40. Aha

"Ökologischer Landbau ist ineffizienter." -> über welchen Zeithorizont sprechen wir? Und über welche Art von ökologischem Landbau ?

Schön, dass Sie die Konsumenten aufrufen. Wie sieht es bei Ihnen selber aus? Wie gut funktioniert das? Reicht es aus, um den Gesetzgeber aus seiner Verantwortung zu lassen, Bedingungen für einen nachhaltigen Landbau zu schaffen?

Zu diesen Bedingungen gehört natürlich auch ein adäquates Tierschutzrecht für Nutztiere. Damit die Quälerei endlich ein Ende hat. Selbst wenn alle Konsumenten den Konsum von tierischen Produkten boykottieren würde, änderte das nichts an der Tatsache, dass Gesetze erlassen werden müssen. Von daher ist es mit Konsumentenerziehung alleine niemals getan.

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sonntagsberg 29.06.2016, 10:50
41. Sie müssen

Zitat von Charlie Hebdo
Übrigens: Wird es weltweit verboten, oder nur in der EU? Bekommen wir dann Obst und Gemüse im Winter glyphosatfrei gezüchtet aus Südamerika oder Afrika?
kein Obst und schon gar kein Gemüse aus Afrika und Südamerika kaufen. Es gibt genügend Gemüse, auch im Winter, aus europäischen Ländern.

Wenn das Kriterium allerdings der Preis für ein Lebensmittel ist und einem die Produktionsweise egal ist, ja dann.

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Der Terraner 29.06.2016, 10:51
42. Ganz schlechter Artikel

Zum einem ist Glyphosat so krebserregend wie rotes Fleisch oder Coffein. Das bedeuted die umstrittene Einstufung nähmlich wirklich und jetzt soll mir jemnad mal erzählen, dass er tatsächlich auch nur annähernd so viel Glyphosat aufnimmt. Zum anderen wurden Pflanzenschutzmittel nicht umsonst erfunden. Die Ernteerträge der Biobauern sind nur halb so hoch und sie verseuchen den Boden mit Kupfersalzen, weil es keine natürlichen Fungizide gibt. Will hier jemand zurück zu den alten Hungersnöten oder kaufen wir dann einfach die Nahrungsmittel woanders ein, damit die Preise dafür dramatisch steigen und woanders dann die Menschen sich das nicht mehr leisten können? Die Glyphosatdebatte ist vor allem durch Unkenntnis geprägt. Dieser Artikel gehört dazu.

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Julyvee 29.06.2016, 10:51
43. Wegwerfgesellschaft

wenn man ehrlich zu sich selbst ist, gesteht man sich ein, dass man ab und an "überreife" Früchte und überreifes Gemüse gern mal in die Tonne haut, eben weil es nicht so wirklich teuer ist. In keinem anderen Land sind die Lebensmittel so günstig, wie hier. Davon ab haben wir ein massives Überangebot. Würden die Landwirte wieder auf traditionelle Art ihre Äcker bestellen und auf Glyphosat verzichten, ab und an auch andere Feldfrüchte sähen oder eben ein Stück Acker Brach liegen lassen, wäre es sicherlich sowohl für uns, als auch die Umwelt sinnvoller. Preislich würde sich was ändern, natürlich - aber vielleicht auch damit ein bisschen mehr "schätzen lernen", und weg kommen von der Wegwerfgesellschaft. Die Landwirte werden hier von der Politik auch in eine falsche Richtung geschoben, subventioniert für den Anbau von Mais o.ä. für Biotreibstoffe, die keiner haben will. Damit gehen Ackerflächen für die "falschen" Produkte verloren. Im Einzelhandel werden so viele Gemüse- und Obstfuhren weggeworfen und dann abgeschrieben, weil keiner sie gekauft hat und sie vergammeln. Echt eine Schande - und woanders sterben Menschen vor Hunger. Mich macht dieser Konsumwahn einfach nur traurig, aber frei sprechen kann auch ich mich nicht davon, das ab und an was in der Tonne landet. Allerdings wäre ich bereit, mehr für die Lebensmittel (gerne regional und saisonal) zu zahlen, auch wenn ich mich in anderen Bereichen einschränken müsste. Auch für Milch, würde ich mehr zahlen, die aktuellen Preise sind im Verhältnis zur "Produktion" echt ein Witz.

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theoneonly 29.06.2016, 10:53
44. Autsch

Also ich hätte mir hier mehr Informationen gewünscht. Glyphostatist ja nicht nur schädlich für den Menschen, sondern auch direkt verantwortlich (mit) für das Bienensterben, dass uns alle betrifft. Denn ohne Biene kein Mensch.

Dann Bio unreflektiert als ineffektiv zu bezeichnen. Es ist arbeitsintensiver. Bauern müssten wieder ihrem Beruf nachgehen und müssten mehr als einem Knopf drücken pro Tag.

Aber jeder mit Kindern sollte in solche Produkte investieren, die zumindest Mindeststandards erfüllen. Die Biodiversität sichert unsere Zukunft aber sowas spricht man lieber nicht. Auch die total krankhafte Lebensmittelüberproduktion wird nicht beachtet. Wenn man hier schon wieder von Hungersnöten liesst.

Lesen bildet. Mit Biolandbau, sogar nach Demeter Standard, könnte man rund 10 Milliarden Menschen versorgen. Dann hat natürlich eventuell die Orange eine kleine Farbpigmentierungsstörung an der Schale. Sowas ist ja laut EU schon ein Grund, eine intakte und einwandfreie Frucht wegzuwerfen.....

Es wäre endlich Zeit, mit zukunftssicherer und nachhaltiger Landwirtschaft zu beginnen und das im grossen Stil. Aber da sind die Gewinne nicht mehr so fett.

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JBond 29.06.2016, 10:55
45. Back to Mittelalter

Zitat von mborevi
Es ging ohne Glyphosat über Jahrhunderte, bis vor wenigen Jahren, sehr gut.
Es ging auch ohne Computer und Autos über Jahrhunderte sehr gut.

Warum nutzen die Landwirte denn Glyphosat?
Weil es dadurch für sie noch besser geht.

Machen wir doch am besten eine Volksabstimmung - dann können wir doch gleich den Gebrauch jeglicher Pestizide verbieten, denn die sind ja mit Sicherheit alle irgendwie ungesund wenn man nur genügend davon zu sich nimmt.

Warum schon auf die Forscher hören - die verdienen damit ja nur ihr Geld...

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JBond 29.06.2016, 10:58
46.

Zitat von rhythm23
entscheidet die nicht demokratisch eingesetzte EUK über die Köpfe der Bürger hinweg zugunsten der Profitgier der Industrie- Lobby. So schafft man natürlich sehr viel Vertrauen für die EU, nicht wahr? Wenn mehrfach Abstimmungen nicht zu einem positiven Ergebnis für eine Zulassung führen, ist das ein Votum dagegen. Die EUK verkauft die Bürger an die Industrie.
Es gab 20 JA und nur eine NEIN-Stimme...das ist also laut ihrer Definition ein Votum GEGEN Glyphosat?
Interessante Weltanschauung.

Es kam nur zu keiner Entscheidung wegen der Enthaltung der bevölkerungsstarken Länder - aber Enthaltung ist eben eine Enthalung, und keine NEIN-Stimme.
Daher ist es nur folgerichtig jetzt die Experten der ECHA nochmal genau prüfen zu lassen.

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Incubus6 29.06.2016, 10:59
47. Und wieder

Mal zur genauen Einordnung. Glyphosat wurde in den 70er Jahren von Monsanto patentiert und auf den Markt gebracht. Auch in der DDR wurde in den 80er Jahren Glyphosat benutzt. Inzwischen ist das Patent längst ausgelaufen und Duzende Firmen stellen Glyphosat her. In über 40 Jahren Glyphosateinsatz konnten keine Gesundheitsfolgen für die Bevölkerung festgestellt werden.

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Martellus83 29.06.2016, 11:00
48. Kostenvergleich zu eindimensional

Wie der Autor richtig festgestellt hat: Über Jahrhunderte ist der Mensch ohne Herbizide ausgekommen. Das wäre auch heute möglich und kann auf Bio- und Demeterhöfen in der Praxis analysiert werden.

Durch kluge Fruchtfolgen und mechanische Bodenbearbeitung können Unkräuter unterdrückt werden. Darüber hinaus ist auch nicht jedes "Unkraut" schlecht für die Kulturpflanze. Manche Beikräuter ziehen beispielsweise förderliche Mikroorganismen an, die auch die Kulturpflanze fördern. Andere Beikräuter halten Schädlinge fern etc.

Natürlich sinkt der Ertrag, wenn man auf extensivere Anbaumethoden umsteigt. Aber daraus zu schließen ökologische Landwirtschaft sei teurer als konventionelle Landwirtschaft ist Unfug. In diese Rechnung müsste auch eingepreist werden, dass wir mit den derzeitigen Methoden die Böden auslaugen und für zukünftige Generationen ruinieren. Durch unsere Art des Anbaus werden Böden verschlemmt oder weggespült und in nicht allzu ferner Zukunft wird dort nichts mehr wachsen. Wenn man diese Tatsachen mit einem "Preis" hinterlegt, dann kehrt sich das Verhältnis sehr schnell um.

Ich selbst habe einen Hofanteil an einem regionalen Demeterhof im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft. Dieser Hof versorgt mich mit vernünftig produzierten Lebensmitteln zu einem zugegebenermaßen höheren Preis. Aber für mich ist Nahrung etwas so Elementares, dass ich lieber an teurer Kleidung oder Elektronik spare als am Essen, dass durch meinen Körper geht.

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modellflieger 29.06.2016, 11:02
49.

Zitat von keksguru
natürlich kann man eine Kuh grilen wenn man sie direkt an einem Mobilfunksender festbindet und die Strahlung wird der Kuh absolut nicht bekommen, aber die Dosis die ein Mensch davon normalerweise abbekommt ist so gering daß es statistisch betrachtet eben nICHT zu einer Krebsepidemie gekommen ist. So auch beim Glyphosat... selbst Agent Orange war an sich ja nicht wirklich gefährlich oder Amalgan bei Zahnärzten - nur sollte man nicht mit Glyphosat duschen so wie man das auch mit Agent Oragne nicht tun solte.... es ist auch durch Glyphosat nicht zu einer KRebsepidemie bei Verbrauchern gekommen sondern es haben vereinzelt Landwirte Gesundheitsschäden davongetragen.
Ganz falsch!

Das Herbizid Agent Orange war herstellungsbedingt mit 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD) verunreinigt. Daher erkrankten viele hunderttausend Bewohner der betroffenen Gebiete in Vietnam und bis zu zweihunderttausend US-Soldaten. TCDD ist das Seveso-Gift. Agent Orange wurde zur Entlaubung der Wälder und zur Vernichtung der Ernte eingesetzt.

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