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Kostendruck statt Patientenwohl: Ärzte fordern grundlegende Krankenhausreform
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"Rettet die Medizin" appellieren 215 Ärzte und 30 Organisationen im "Stern" an den Staat. Sie stellen fest: Der Kostendruck schadet der Gesundheitsversorgung massiv, das Patientenwohl wird der Ökonomie untergeordnet.

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jujo 05.09.2019, 12:19
1. ....

Die Medizin und der Staat haben sich seit Beginn der Privatisierung zum Büttel der Ökonomie gemacht. Hätte man 5 Minuten nachgdacht hätte man wissen können wie das läuft. Das gilt nicht nur für das Gesundheitswesen!

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Hokuspokus 05.09.2019, 12:22
2. Zum Glück..

..gibt es diese Ärzte, die ein Gewissen und ein ethisches Verständnis ihres Berufs haben. Großes Lob hierfür.
Zu viele in diesem Gesundheitsbetrieb haben innerlich gekündigt oder schnippeln sich rücksichtslos zum nächsten Porsche hoch. Die Patienten wissen aber meist gar nicht was hinter den Kulissen abgeht. Meine Empfehlung: Man wende sich mal wieder den vielen meist unattraktiven, öffentlichen Krankenhäusern zu, statt sich vom Glanz der privaten Fließband-Medizin-Fabriken blenden zu lassen - da geht es meist nur ums Geld!
Und ist der Fuß erst mal ab, hilft diese Erkenntnis wenig....

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Gerwien 05.09.2019, 12:27
3. Luxusproblem

Deutschland ist eines der am Besten mit Krankheitsdienstleistungen versorgten Land der Welt.

Hier die Medizin retten zu wollen, mutet seltsam weltfremd an. Wäre völlig obsolet, wenn die Mediziner nicht soviel Arbeitszeit auf die Pflege ihres Standesdünkels verwenden würden und diese Zeit am Patienten verbringen würden.

Ein Allgemeinmediziner verbringt heute mehr Zeit mit der Pflege der Krankenkassenadministration und weiterer Verwaltungsarbeit als mit Patienten.

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stefanreuther 05.09.2019, 12:28
4. Das ist jetzt aber nichts neues, oder ?

Ich beobachte diese Entwicklung schon seit Jahren.
Überall da, wo es um Grundversorgung geht, also z.B. Wasser, Müll, Gesundheit, Bahn, Pflege etc. darf es nicht um Gewinn gehen.
All diese Felder dürfen eigentlich nicht von Unternehmen bedient werden (wo es ja bekanntermaßen um Gewinne geht).
Sobald in diesen Segmenten privatisiert wurde, ging es in die Hose, wurde alles mindestens schlechter.
Ich bin beileibe kein Sozi oder Kommunist, aber solche Dinge gehören in öffentliche Hand, weil das alles von öffentlichem Interesse ist!

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scgtef 05.09.2019, 12:31
5. Das Schlimmste sind die Zigtausend Toten durch Krankenhauskeime.

Vor allem, wenn nur aus finanziellen Gründen operiert wird. Das ist zutiefst unmoralisch, ja verbrecherisch.

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quark2@mailinator.com 05.09.2019, 12:31
6.

Viele verbinden die Schröderschen Reformen immer "nur" mit H4, aber es wurde viel mehr Sozialstaat zerstört, eben auch die Medizin ökonomisiert, was langsam aber sicher zu britischen und amerikanischen Verhältnissen führt. Ich könnte jetzt hier eine lange Liste aufmachen, was sich dadurch für die Patienten alles verschlechtert hat. Und wer jetzt mit dem Geldproblem kommt ... wohin ist es denn gegangen, das angeblich eingesparte Geld ? Es wurde genauso in die Umverteilung gesteckt wie andere Maßnahmen jener Jahre. Allerdings habe ich keinerlei Hoffnung darauf, daß das mal wieder zurückgenommen werden wird. Im Gegenteil, ich fürchte, die neue Ärztegeneration kennt es gar nicht mehr anders.

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hans_habermoos 05.09.2019, 12:32
7. Dem Wohle des Patienten?

Dem Wohle des Patienten? Im Ausland vielleicht aber nicht in Deutschland. Auch die Pflege unterliegt der Vermögensmehrung der ohnehin Begüterten. Selbst als kranker oder Pflegefall muss der AN noch die Gewinne produzieren. Sowas nennt man dann wohl soziale Marktwirtschaft.

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Gagoze 05.09.2019, 12:34
8. Quasi-religiöse Doktrin

Der Markt regelt alles am besten, weil... naja ist halt so. Und wenn wir nicht alle FDP wählen wachen wir morgen in Venezuela auf. Ausserdem ist das Gesundheitssystem nur wegen Merkels Entscheidung 2015 so marode. Ok, damit wären die erwartbaren Kommentare ganz gut zusammengefasst.

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mantrid 05.09.2019, 12:35
9. Lebensqualität vor biologischer Anwesenheit

Als Patient erwarte ich, dass ich medizinich sinnvoll versorgt werde. Da krankt es gewaltig im System. So werden Langzeit-Physio-Therapien nicht bezahlt, Operationen hingegen schon, selbst wenn sie unterm Strich viel mehr Kosten verursachen. Bei vielen Krebs-Patienten ist die restliche Lebenserwartung und die Lebensqualität ohne OP oft höher als mit, Das ist Verschwendung von Versicherten-Geldern und Nötigung von Ärzten, die Patienten Behandlungen "andrehen" müssen, weil Umsätze generiert werden müssen. Es sollte vielleicht weniger nach Aufwand, sondern mehr nach Erfolg abgerechnet werden. Die Fallpauschalen sind sehr porblematisch, weil die Patienten unterschiedlich sind. Ein Blindarm bei einem völlig fitten, durchtrainierten 20-Jährigen ist halt meistens schneller durch, als beim abgeschlafften, adipösen Fünfziger.

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