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Kostendruck statt Patientenwohl: Ärzte fordern grundlegende Krankenhausreform
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"Rettet die Medizin" appellieren 215 Ärzte und 30 Organisationen im "Stern" an den Staat. Sie stellen fest: Der Kostendruck schadet der Gesundheitsversorgung massiv, das Patientenwohl wird der Ökonomie untergeordnet.

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Michael von D. 05.09.2019, 13:09
20. Tja ...

... leider ist dieser Umstand den Entscheidern vollumfänglich bewusst und das Gesundheitssystem entwickelt sich genau so, wie es das eben soll. Schlecht für den Patienten, schlecht für das Personal, gut für die Rendite.

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Michael von D. 05.09.2019, 13:11
21. Ich finde ...

Zitat von Gerwien
Deutschland ist eines der am Besten mit Krankheitsdienstleistungen versorgten Land der Welt. Hier die Medizin retten zu wollen, mutet seltsam weltfremd an. Wäre völlig obsolet, wenn die Mediziner nicht soviel Arbeitszeit auf die Pflege ihres Standesdünkels verwenden würden und diese Zeit am Patienten verbringen würden. Ein Allgemeinmediziner verbringt heute mehr Zeit mit der Pflege der Krankenkassenadministration und weiterer Verwaltungsarbeit als mit Patienten.
Ihren Kommentar völlig daneben. Zeigen Sie mir mal eine Klinik, wo es an Zeit für den Patienten mangelt, weil man gerade den Standesdünkel pflegt. Dieser wird eher auf Konzern-/Vorstandebene gepflegt... zum Thema Admininistration und Verwaltung und Zeitaufwand haben Sie allerdings Recht.

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lupo44 05.09.2019, 13:15
22. Herr Spahn jetzt wird es aber Zeit hier ein zu greifen.....

die Medien wie gestern das Fernsehen berichten über die Machenschaften von Ärzten ( nicht Alle ) um sich Ökonomisch zu behaupten auf Kosten der Patienten.Vor den Hintergrund wird auch noch diskutiert Krankenhäuser zu schließen wo es sich nicht Lohnt? Es lohnt sich immer Menschen leben zu erhalten ,zu pflegen und durch gute schnelle Diagnose zu retten. Was soll daran falsch sein? Handeln ...Handeln:::::

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dodgerone 05.09.2019, 13:17
23.

Zitat von quark2@mailinator.com
Viele verbinden die Schröderschen Reformen immer "nur" mit H4, aber es wurde viel mehr Sozialstaat zerstört, eben auch die Medizin ökonomisiert, was langsam aber sicher zu britischen und amerikanischen Verhältnissen führt. Ich könnte jetzt hier eine lange Liste aufmachen, was sich dadurch für die Patienten alles verschlechtert hat. Und wer jetzt mit dem Geldproblem kommt ... wohin ist es denn gegangen, das angeblich eingesparte Geld ? Es wurde genauso in die Umverteilung gesteckt wie andere Maßnahmen jener Jahre. Allerdings habe ich keinerlei Hoffnung darauf, daß das mal wieder zurückgenommen werden wird. Im Gegenteil, ich fürchte, die neue Ärztegeneration kennt es gar nicht mehr anders.
Das System war schon vorher schlecht und die Probleme sind leider nicht behoben, aber auch nicht wirklich verschlimmert worden.

Die Einführung von DRGs war absolut sinnvoll. Nur die Umsetzung und das ganze System ist Schrott. Es gibt viel zuviele Krankenhäuser die aus politikschen Gründen erhalten werden (unser Dorf braucht sein Krankenhaus).
Ausserdem die Gängelung durch System und Krankenkasse. Und tw. durch den Patienten.
Das das System sich verschlechtert habe ist pauschal gesehen erstmal ein Märchen. Es gibt Sachen die haben sich verbessert, andere nicht bzw. sind schlechter geworden. Was Kassen früher tw. gezahlt haben: unglaublich.
Hier gehören einfach Vorschriften aufgeräumt (auch bei den Kassen). Und Pat. müssen auch endlich Verantwortung tragen. Hier verlässt man sich auf unser Vollkaskosystem. Verantwortung will in unserem Land keiner übernehmen (gilt auch für Politiker).

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Omegatrust 05.09.2019, 13:17
24. Es geht ums Geld

Wie immer, wenn der Staat die Verantwortung an gewinnorientierte Privatfirmen abgibt geht es primär ums Geld. Aktuell lockt der Gesundheitsminister mit Geld, damit er erfolgreich dasteht. Das wohl der Patienten ist dabei Nebensache.

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Berl155 05.09.2019, 13:19
25. Gesundheit gehört nicht in die Hände von Investoren!

Diesen Satz habe ich zum Beginn der Privatisierung von Krankenhäusern von einer aufgebrachten Ärztin gehört. Recht hatte sie!
Beispiel aus unserer Familie: Mein Mann hatte plötzlich heftige Beschwerden, die u.a. auf einen leichten Hirninfarkt schließen ließen. Er bekam von seinem Hausarzt eine Notfallüberweisung ins Krankenhaus, um CT, Hirnstrommessung und evtl. ein MRT durchzuführen, ohne lange Terminsuchen bei Fachärzten. D.h. es musste sehr schnell gehen. Ich habe den Papierkrieg erledigt, während die ersten Untersuchungen schon liefen.
Während die Daten erfasst wurden, war die Karte unserer privaten Versicherung (nur für stationäre Behandlung) mit auf den Tresen gerutscht. Ein Blick, und: "Sie sind ja Privatpatient", kurze Rücksprache mit Kollegen usw.. 10 Minuten später wurde uns erklärt, dass sich zwei weitere Untersuchungen verzögern und mein Mann deshalb stationär aufgenommen werden muss. Bevor die Karte der Privatversicherung ins Spiel kam, war davon keine Rede. Zusammengefasst: Das Krankenhaus hat deutlich mehr verdient, als bei der eigentlich geplanten Kassenleistung; mein Mann hat dafür 2 Nächte nicht schlafen können wg. eines schwer kranken Mitbewohners und die gesetzl.KV hat die Untersuchungen nicht bezahlen müssen.
Sowas nennen Berater wohl max.Optimierung. Hat sich für die Klinik zumindest gelohnt.
Aber solch ein Verhalten ist zu erwarten, wenn der Druck durch erwartete Profite auf Ärzten und Personal lastet.

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Freidenker10 05.09.2019, 13:20
26.

Zitat von zudummzumzum
Mal wieder der Versuch der Heilkundigen, sich den Heiligenschein aufzusetzen und die Moral gepachtet zu haben! Klar, in unserem Gesundheitswesen ist der Kranke nur der Auslöser von Zahlungsströmen. Aber zu glauben, dass Ärzte Patienteninteressen vertreten ist in etwa genauso zutreffend wie zu glauben, dass Löwen die Interessen von Antilopen vertreten. Also: Es geht allen nur ums Geld. Die Patienten wollen nichts bezahlen und alle anderen möglichst viel verdienen. Da ist es scheinheilig, Forderungen an "die Politik" zu stellen, ohne selbst auch ein Angebot zu machen, was man selbst zu ändern bereit ist. Fakt ist, dass mehr als genug Geld im Gesundheitswesen steckt. Wir bezahlen pro Kopf, im internationalen Vergleich, weit überdurchschnittlich viel und erreichen damit nur durchschnittliche Leistungen. Also Missmanagement überall! Da noch mehr Geld reinzustecken ist so sinnvoll, wie den Waldbrand mit Reisig löschen zu wollen. Kann man versuchen, aber bitte nicht wundern, wenn es hinterher noch schlimmer ist...
Es wäre wirklich mal interessant die Geldströme ins Gesundheitswesen genau unter die Lupe zu nehmen. Wie Sie schon sagten ist unser Gesundheitssystem mitunter am besten in der Welt finanziell ausgestattet erreicht aber nur eine Mittelmäßige Qualität. Also wohin fließt all das Geld und wie wird es verwendet, habe darüber noch nie genaueres gelesen ( kleiner Wink an die Medien ). Die Verwaltungen der Kassen ist natürlich so ein Punkt, aber dem stehen auf der anderen Seite auch eine Menge Profituere mit durchaus auch kriminellen EIgenschaften gegenüber und wenn die Kassen mangels Personal nicht mehr überprüfen können wäre dem Betrug Tür und Tor geöffnet. Ich persönlich kann es mir aber nicht erklären wohin die hunderte von Milliarden fließen bei dem Output an Qualität! Da scheinen mehr Leute die Hände aufzuhalten als es dem System gut tut! Allerdings fehlt trotzdem noch Geld, denn die Krankenhäuser wie auch die Pflegeeinrichtungen sind personell total am Ende...!

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gruii001 05.09.2019, 13:28
27. Höchste Zeit, dass dieses Thema von den Medien aufgegriffen wird

Hier Erfolge zu erzielen kann nur im Rahmen eines Enthüllungsjournalismus, wie man ihn traditionell vom Spiegel her kennt, Aussicht auf Erfolg haben. Diejenigen, die hinter solchen Konstrukten stehen, verdienen sehr gut und werden ihr Geschäftsmodell nicht ohne weiteres aufgeben.
Auch die z.B. ambulante Medizin ist diesbezüglich betroffen: Ich kann mir z,B. nicht vorstellen, dass es o.k. ist, wenn eine Kette (hier vorwiegend "Praxen") im Rahmen einer private equity Gesellschaft, deren Sitz die Isle of Jersey ist, betrieben wird, und dies soweit erkennbar, ohne Gegenaktivitäten der Politik. Bei all diesen Dingen könnte eigentlich unser hyperaktiver Minister Spahn mit Leichtigkeit punkten. Er wird genau dies jedoch nicht tun und er wird auch nichts gegen die im Artikel beispielhaft genannten Klinikketten tun. Darzuzstellen, weshalb dies so ist, wäre ein langdauerndes erfolgreiches Geschäftsmodell für wirklich guten Journalismus. Ich hoffe, dass dieser Artikel als Anfang dazu zu sehen ist.

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syt 05.09.2019, 13:30
28. Als aller erstes,muss es um

den Menschen gehen,das er möglichst schnell ,und möglichst gut versorgt wird ,um gesund zu werden. Dann muss es um das Personal gehen,das genug Zeit hat,dem Menschen zu helfen .Das genug Personal vor Ort ist ,das auch gut bezahlt wird . Es kann nicht sein,das ich Wochen auf einen Termin warten muss ! Dann kann ich mich gleich selbst versorgen ,und brauch kein Fachpersonal ! Wie hier mit unseren Beiträgen umgegangen wird,finde ich nicht ok !

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spon_8011314 05.09.2019, 13:33
29. Nachgedacht wurde sicherlich

Zitat von jujo
Die Medizin und der Staat haben sich seit Beginn der Privatisierung zum Büttel der Ökonomie gemacht. Hätte man 5 Minuten nachgdacht hätte man wissen können wie das läuft. Das gilt nicht nur für das Gesundheitswesen!
Aber der eigenen Geldbeutel ist immer näher und lukrative Posten in Aussicht lösen Hemmungen sicherlich auf.

Außerdem hat sich der Staat aus dem Markt rauszuhalten. Der Markt arbeitet doch viel effizienter und das Wohl der Menschen steht natürlich auch an oberster Stelle, keiner würde Gewinne darüber stellen ;-)

Wie bei dem Artikel zu den Immoblienpreisen kann man nur noch mit Ironie und Sarkasmus kommentieren.

Meine Definition von Privatisierung:
Zwischen zwei Partner wird ein Dritter geschaltet, der den Gewinn abschöpft. Die anderen beiden verlieren.

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