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Krankenhausreport 2012: Männer mit Prostatakrebs häufig impotent nach OP
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OP mit schweren Nebenwirkungen: Viele Patienten mit Prostatakrebs sind nach dem Eingriff impotent oder inkontinent. Das zeigt der neue Barmer GEK Krankenhausreport. Dabei sind solche Operationen oft überfüssig.

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einsteinalbert 24.07.2012, 15:17
1. die Betroffenen

werden sehr oft nur unzureichend über die entstehenden Risiken aufgeklärt. Selbst eine einfache " Abhobelung " der Prostata kann bzw. hat bei der Mehrzahl der Operierten unangenehme Nebenwirkungen. Dabei ist die möglicherweise eingeschraenkte oder nicht mehr vorhandene " Standhaftigkeit " - sprich erektile Disfunktion - noch das kleinere Übel, insbesondere bei Patienten im fortgeschrittenen Alter. Es ist dabei ziemlich egal nach welcher Methode operiert wurde. Folgeschäden sind nicht auszuschliessen. Ein kluger Arzt hat einmal postuliert : Wenn erektile Disfunktion und Inkontinenz als ärztliche Kunstfehler klassifiziert werden könnten, dann gäbe es schlagatig vermutlich nur die Hälfte der Prostata-Operationen. Damit hat er wohl uneingeschraenkt recht. Wie ein Betroffener mit der Krankheit umgeht und welche Möglichkeit der Behandlung er als optimal ansieht, bleibt immer seine ureigenste Entscheidung. Diese kann ihm auch niemand abnehmen.

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dunnhaupt 24.07.2012, 15:18
2. Cui bono? Die Krankenkassen

Der letzte Abschnitt verdeutlicht den Grund, weshalb neuerdings laufend derartige Warnungen vor Prostata-Operationen in die Presse geschleust werden: Die Krankenkassen versuchen, ihre Kosten zu reduzieren.

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nobby_l 24.07.2012, 15:53
3. Gut so

Zitat von dunnhaupt
Der letzte Abschnitt verdeutlicht den Grund, weshalb neuerdings laufend derartige Warnungen vor Prostata-Operationen in die Presse geschleust werden: Die Krankenkassen versuchen, ihre Kosten zu reduzieren.
Denn das ist in unser aller Interesse. Wir müssen uns vom Zwang frei machen, möglichst viel wieder aus den Krankenkassen herauszuholen. Und wenn ich bei meinem Ableben den Gegenwert eines kleinen Reihenhauses bezahlt haben werde, bin ich trotzdem froh um jeden Arztbesuch, den ich nicht machen musste.

Wir machen zu oft aus gesunden Menschen Patienten.

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kibbs 24.07.2012, 17:25
4.

es muss dann wohl jeder für sich entscheiden was einem wichtiger ist,eine erektion oder noch ein paar jahre mehr leben.klar die möglichen komplikationen dieser op sinda mega sche...., aber frühzeitig zu sterben ist finde ich auch nicht viel besser.

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kumi-ori 24.07.2012, 21:00
5.

In diesem Artikel wurde nicht erwähnt, dass bei frühen Stadien meistens auch eine Bestrahlung ausreicht. Und die hat deutlich weniger Nebenwirkungen. Deshalb können Vorsorge-Untersuchungen durchaus auch Vorteile bringen.

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Mo2 24.07.2012, 23:05
6. Wohl wahr

Zitat von kumi-ori
In diesem Artikel wurde nicht erwähnt, dass bei frühen Stadien meistens auch eine Bestrahlung ausreicht. Und die hat deutlich weniger Nebenwirkungen. Deshalb können Vorsorge-Untersuchungen durchaus auch Vorteile bringen.
Ich habe mich mit 53 Jahren und T2b-Stadium, was nicht gerade früh ist, für eine interne Bestrahlung (Brachytherapie) entschieden, als ich von den o.g. Nebenwirkungen erfuhr. "Sicherheitshalber" folgte anschließend noch eine abgemilderte externe Bestrahlung.

Das ist auch alles nicht lustig und natürlich gibt es Nebenwirkungen, u.a. weil der Darm schlecht Strahlung verträgt und der bekommt zwangsläufig was ab. Impotenz / Inkontinenz sind dagegen selten.

Jetzt nach 5 Jahren und kaum nachweisbarem PSA bin ich überzeugt, dass es für mich genau der richtige Weg war.

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Oliver Gnutz 24.07.2012, 23:25
7.

Zitat von kumi-ori
Deshalb können Vorsorge-Untersuchungen durchaus auch Vorteile bringen.
Geh' Du mal schön zu Deiner Vorsorgeuntersuchung....

Ich bin fast 50 und gehe mit Sicherheit nicht zu Deiner "geilen Vorsorgeuntersuchung"...

Ich bin 101% hetero und lasse mich von keinem Doktortitelträger anschwulen - und die Statistik zeigt, dass ich nicht der einzige Hetero in D bin.

Tröstlich

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JaguarCat 24.07.2012, 23:44
8. Je genauer man untersucht ...

... desto mehr Prostatakrebs findet man. Praktisch jeder Mann im Rentenalter hat maligne Zellen in der Prostata. Aber nur für einen Teil der Männer werden diese Zellen zum Problem. Und nur für diese ist die OP ein Vorteil. Für alle anderen ist sie ein Nachteil: Hohe Wahrscheinlichkeit von ED und Inkontinenz, und ebenso die üblichen OP-Risiken, die immer auch zum Tod führen können.

Wenn eine randomisierte Studie, wo die Auswahl der Männer, die operiert bzw. nicht operiert werden, per Zufall erfolgte, die 10-Jahres-Überlebensrate gleich ist, dann zeigt das, wie wenig die Operationen nach dem Gießkannen-Prinzip helfen!

Wenn überhaupt OPs bei Prostata-Krebs helfen können sollen, dann nur, wenn man herausfindet, welche Männer von einer solchen OP profitieren, um künftig nur noch diese gezielt zu operieren.


Jag

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hassoa 25.07.2012, 00:46
9. Wie immer geht es nur ums Geld

Wenn ich so eine 'aktuelle' Krankenkassen-Meldung lese, gehen bei mir immer sofort die roten Laempchen an. Wie kann man bei einer solchen Entscheidung (ob PSA-Test, Operation etc.) auf Statistiken vertrauen, ganz besonders, wenn sie aus den USA kommen. Das ist Meinungsmache pur. Ausserdem hat irgendwer einmal sehr richtig gesagt : Statistisch betrifft es nur 5%, persoenlich sind es aber immer 100%. Ich stand selbst vor Jahren vor dieser Entscheidung - tun wir was oder tun wir nichts. Dank eines sehr kompetenten Hausarztes hatte ich die minimal-invasive OP und war auch schon nach 4 Tagen wieder daheim. Natuerlich dauert es bei einem solchen Eingriff eine Weile, bis die Kontinenz wieder hergestellt ist, aber es geht. Und Erektile Dysfunktion ist ein Preis, den ich (in Abstimmung mit meiner Frau) bereit war zu zahlen. Wer da unbedingt drauf besteht, kann sich zahlreicher Hilfsmittel medizinischer und technischer Art bedienen. Ein Zuwarten waere die schlimmste aller Loesungen, denn der Krebs, wenn er erstmal da ist, waechst weiter, und wenn er gestreut hat, geht das Theater los. Leider sagt die Statistik dazu nur sehr wenig aus, weil, wie der eine Kommentator sehr richtig sagte, die Bewertung nur viel zu kurzfristig ist. Und ja, lieber ein paar Jahre mehr als staendige Ungewissheit und eine Scheinwelt. Denn wenn der Krebs sich ausweitet, ist sowieso Schluss mit Lustig, aber dann kommen noch die wildesten Therapien und, bei Misserfolg, ein durchaus jaemmerliches Ende hinzu. Also, es war nicht angenehm, die Folgen waren abzusehen, aber nach 4 Jahren mit PSA-Werten unter 0,1 gibt es hoffentlich immer noch eine Zukunft!

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