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Krankenkassen-Bericht: Immer mehr Menschen mit Rückenschmerzen in Klinik
DPA

Wenn Ärzte nicht mehr weiter wissen, landen Menschen mit Rückenschmerzen immer häufiger im Krankenhaus. Viele werden operiert, dabei könnte oft eine Schmerztherapie helfen.

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Spiegelleserin57 21.07.2015, 18:20
10. Ibuprofen und Diclofenac

Zitat von butternut
In punkto Schmerztherapie sind deutsche Ärzte in der Regel sehr zurückhaltend. Ibuprofen und Diclofenac helfen nur bei leichten bis mittelmäßigen Schmerzen. Dafür sind die Nebenwirkungen von Diclofenac übel. Warum Rückenschmerzpatienten sich Leber und Niere kaputt machen müssen, nur um keine Opioide zu verabreichen, ist mir ein Rätsel. Es ist doch schon seit Jahrzehnten durch unzählige Studien gesichert, dass bei entsprechendem Schmerzgeschehen Opioide seltenst süchtig machen.
werden in der Regel mit Magenschutzpräparaten
(Pantoprazol oder Antra) verschrieben. Wer mal die Bürostühle anschaut wird feststellen dass die wenigsten wirklich den Vorschriften entsprechen und auch die PC-Arbeitsplätze sind häufig mangelhaft. Da liegen nämlich die Ursachen dass an diesem Arbeitsmaterial gespart wird.
Schmerzmittel haben sehr viele und oft unangenehme Nebenwirkungen die kein Fahrzeugfahren zulassen und auch das sonstige Wohlbefinden stark einschränken. Beim Verschreiben der Krankengymnastik wird bei den Hausärzten sehr gespart ( verbunden mit großen Debatten) und die 6 malige Verordnung bringt kaum Erfolg , auch da in den Praxen häufig nur noch 15 Minuten behandelt wird, kaum Zeit eine ordentliche Therapie durch zu führen. In der Regel wird um privaten Zuzahlung gebeten. Kein Wunder also dass viele Menschen den einfachen Weg zur OP wählen wenn ihnen dieser auch heilversprechend empfohlen wird. (OPs bringen Geld) Die Kassen machen zwar Studien ABER es ändert an den den Problemen gar nichts wenn das System nicht verändert wird. Es hängt eben nicht immer an dem Nichtweiterwissen sondern oft auch an dem einfacheren Weg der der Klinik mehr Geld verspricht. Hinzu kommt dass das Budget mancher Ärzte durch die Verordnungen sehr strapaziert wird und kein Arzt möchte gerne diese Grenzen überschreiten und zahlt dann Strafe.

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breakthedawn 21.07.2015, 18:33
11. Sport hilft.

Rückenprobleme hat oder bekommt nur, wer keine ausreichende Rückenmuskulatur mehr hat.

Folglich sollte die Behandlung für den Patienten kostenpflichtig werden, da er sie selbst verschuldet hat.

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guentherzaruba 21.07.2015, 18:35
12. wie wir alle wissen,

sind die Lebensgewohnheiten der meisten sehr falsch. Zuviel sitzen ( Arbeit, Auto, Freizeit) auch zuviel an einer Stelle stehen bei der Arbeit ist nicht gut. Hinterher ist man Schlauer ?? Muss eigentlich nicht sein.

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steffen.ganzmann 21.07.2015, 18:36
13. Barmer-GEK-Chef Christoph Straub wertet die aktuellen Zahlen auch als Ausdruck dafür, dass Schmerzpatienten zu oft nicht am richtigen Ort therapiert würden.

Da hat er recht - leider! Der Ausbildungskatalog für Orthopäden ist zu OP-lastig. Wissen über konservative Therapien wird kaum gefordert.

Meines Erachtens sollte ein angehender Orthopäde nicht nur ein Jahr Allgemeinchirurgie absolvieren sondern auch mindestens ein Jahr in einer orthopädischen Rehaklinik, um zu lernen, was konservative Therapie überhaupt kann und auch nicht kann. Denn zu oft bekommen solche Kliniken auch Patienten zugewiesen, mit denen sie gar nichts anfangen können!

Aber absolut abstrus ist der einleitende Satz "Wenn Ärzte nicht mehr weiter wissen, landen Menschen mit Rückenschmerzen immer häufiger im Krankenhaus."!

Ja, wer behandelt denn Patienten im Krankenhaus Putzfrauen oder auch Ärzte? Alldieweil, Rehakliniken sind übrigens auch Krankenhäuser.

Und ja, ich weiss genau, wovon ich schreibe, ich bin gelernter Orthopäde/Traumatologe und mein letzter Arbeitsplatz vor meiner Erkrankung war leitender Oberarzt einer sehr guten Rehaklinik in der Südpfalz ...

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marcw 21.07.2015, 18:45
14.

Zitat von olo_kit
die Medizin mit ihren "Pillen" und modernen Diagnosegeräten ist gescheitert. Es gibt ganz hervorragende und nebenwirkungsfreie "Anwendungen" die an der Wurzel des Übels - egal ob Kreuzschmerzen, akut oder chronisch - erfolgreich angewendet werden können. Aber wer die (Geld-) Macht hat hat das Sagen. Und die Patienten leiden weiter.
Ja genau, wegen ihres Scheiterns ist unsere Lebenserwartung auf historischem Rekordhoch. Und die "Alternativen" sind nicht nur sanft, sondern kosten auch nix! (bis auf's Rhinohorn für das eigene Hörnchen)

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Spiegelansgar 21.07.2015, 18:55
15. Und was ist mit Psychotherapie ?

Wie jeder Psychosomatiker und Psychotherapeut zu berichten weiß, ist die nächste Stufe nach der Schmerztherapie bei relativ jungen Patienten - oft sind sie ja schon erfolglos auf Morphiumpflaster einggestellt - ist eine umfassende Psychotherapie. Nach meiner Erfahrung kann diesen Menschen sehr gut geholfen werden und sie können den Prozess der süchtig machenden Medikation nochmals zurückdrehen, wenn sie noch nicht zu sehr auf die Berentung fixiert sind.

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steffen.ganzmann 21.07.2015, 18:56
16. Ja, und meine psychosomtische Erkrankung war so stark, ...

Zitat von vhn
Man untersuche zehn Leute von der Straße auf einen Befund am Rücken. Per CT z. B. Davon haben dann fünf einen Befund, der potentiell Schmerzen machen könnte. Allerdings haben von diesen fünf vllt nur zwei Leute Schmerzen, mit denen sie zum Arzt gehen. Gerade beim Thema Rücken äußert sich eine starke psychosomatische Komponente. Der Volksmund kennt das mit Aussprüchen wie "Er hat eine schwere Last zu tragen." oder "Das hat ihm das Rückgrat gebrochen." Durch die Entwicklung in unserer Gesellschaft kommen wundert einen diese Entwicklung der Krankenzahlen im psychosomatischen Bereich nicht. Leider fehlt den Patienten oft die adäquate Therapie. Irgendwann findet sich immer ein berechnender Operateur, der diese Patienten operiert. Stattdessen wäre eher gesunder Menschenverstand angesagt. Sich Zeit nehmen zu können für den Einzelnen. Und eine multimodale Schmerztherapie mit Ärzten, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten. Funktioniert leider in der Praxis viel zu selten. Zuhören und auf jemanden eingehen ist in unserer Gesellschaft leider nicht mehr "in"...
... dass ich seit Jahren nicht mehr auf den rechten Zehen stehen und gehen kann (BSV LWK 5 / SWK 1 mediolateral rechts) ...

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xenoxx 21.07.2015, 20:02
17. Solidargemeinschaft?

Zitat von breakthedawn
Rückenprobleme hat oder bekommt nur, wer keine ausreichende Rückenmuskulatur mehr hat. Folglich sollte die Behandlung für den Patienten kostenpflichtig werden, da er sie selbst verschuldet hat.
Lassen wir Ihren unbewiesenen und unwissenschaftlichen Gedanken konsequent zu Ende denken: Übergewichtige, Alkohol- und Drogenkranke - und noch etliche weitere Befunde müssten dann aus der eigenen Tasche die Behandlungskosten tragen. Und vor allem aber: Zahnarztrechnungen! Ein Zahnarzt ist schliesslich nur erforderlich, wenn es an Mundhygiene gemangelt hat und falsche Ernährung Karies und Parodontose beflügelt haben.

Merken Sie, wohin Ihr Gedanke die Solidargemeinschaft bringt?

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wernerwenzel 21.07.2015, 20:59
18. Grundsätzliches:

Zitat von elgitano
als Laie sage ich mal: giechischer/südländischer werden, lockerer im Kopf, den Perfectionismus abbauen, neue Werte schaffen, der Psyche einen neuen chip verpassen. Damit eigentlich die Fehlerquelle finden und beheben. Nicht wie unsere Gesellschaft heute handelt: Oberflächliche Behandlung mit 14 Tagen Garantie, dann sehen wir uns wieder.
"cool sein" hieß immer schon, dass man alles geregelt und im Griff hatte. Probleme ignorieren und auf dicke Hose machen ist das Gegenteil von "cool sein". "Cool"
bedeutet Probleme lösen, an denen andere verzweifeln.
"Perfectionismus" und den so erscheinen lassen,
als ob es nichts wäre, war und ist und wird immer das
Coolste der Welt sein.
Mit was? Mit Recht!
Der griechischen Psyche wird gerade (und wahrscheinlich für sehr lange Zeit) ein Realitätschip verpasst. Was das mit dem Rücken zu tun hat?
"Locker im Kopfe" Griechen können mir mit ihrer Einstellung nämlichen runterrutschen!

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wombie 21.07.2015, 21:15
19.

Zitat von Spiegelleserin57
werden in der Regel mit Magenschutzpräparaten (Pantoprazol oder Antra) verschrieben. Wer mal die Bürostühle anschaut wird feststellen dass die wenigsten wirklich den Vorschriften entsprechen und auch die PC-Arbeitsplätze sind häufig mangelhaft. Da liegen nämlich die Ursachen dass an diesem Arbeitsmaterial gespart wird. Schmerzmittel haben sehr viele und oft unangenehme Nebenwirkungen die kein Fahrzeugfahren zulassen und auch das sonstige Wohlbefinden stark einschränken. Beim Verschreiben der Krankengymnastik wird bei den Hausärzten sehr gespart ( verbunden mit großen Debatten) und die 6 malige Verordnung bringt kaum Erfolg , auch da in den Praxen häufig nur noch 15 Minuten behandelt wird, kaum Zeit eine ordentliche Therapie durch zu führen. In der Regel wird um privaten Zuzahlung gebeten. Kein Wunder also dass viele Menschen den einfachen Weg zur OP wählen wenn ihnen dieser auch heilversprechend empfohlen wird. (OPs bringen Geld) Die Kassen machen zwar Studien ABER es ändert an den den Problemen gar nichts wenn das System nicht verändert wird. Es hängt eben nicht immer an dem Nichtweiterwissen sondern oft auch an dem einfacheren Weg der der Klinik mehr Geld verspricht. Hinzu kommt dass das Budget mancher Ärzte durch die Verordnungen sehr strapaziert wird und kein Arzt möchte gerne diese Grenzen überschreiten und zahlt dann Strafe.
Vielen Patienten ist nicht bewusst, dass die Schmerztherapie oder Krankengymnastik nur eine temporäre Hilfe zur Linderung von Rückenbeschwerden sein können. Eine Chance auf dauerhafte Beschwerdefreiheit hat nur derjenige der in seinem Leben regelmäßige Zeiten für mehr Bewegung und möglichst Sport einrichtet.

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