Forum: Gesundheit
Kritik an Kieferorthopäden: "Wieso dürfen die das?"
Patrick Pleul/ DPA

Die Krankenkassen zahlen jedes Jahr eine Milliarde Euro für Zahnbegradigungen - Nutzen ungewiss. Trotzdem schafft das Gesundheitsministerium keine Transparenz. Kritiker fordern eine durchgreifende Reform.

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bafibo 08.05.2019, 18:26
10. Mindestens teilweise Murks, was da gemacht wird

Mein Bruder hatte ein "Haifischgebiß": ein Schneidezahn im Unterkiefer wuchs hinter den anderen, weil kein Platz mehr war. Meine Mutter schlug vor, den Zahn einfach zu ziehen. Unserem Hauszahnarzt war das Problem zu heikel, er schickte meinen Bruder in die Zahnklinik. Dort wurde meinem Bruder eine Spange verpaßt, um den Kiefer zu weiten und den falsch positionierten Zahn an die richtige Stelle zu schubsen. Es dauerte etliche Jahre, bis die dortige Zahnärztin die Waffen streckte und den usprünglichen Vorschlag meiner Mutter befolgte. Die Quälerei hätte meinem Bruder erspart werden können, ebenso wie der Krankenkasse die Kosten. Kosmetisch und funktional ist das Resultat kein Problem, wer nicht Bescheid weiß, bemerkt es nicht einmal (und auch wer es weiß, sieht es nicht).

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PeterAlef 08.05.2019, 18:26
11. ...da sind sie schon, die Lobbyisten....

...meine vorgeschlagene Korrektur ist von meiner PKV einfach abgelehnt worden. Sie hätten das bis zu einem gewissen, jugendlichen Alter bezahlt, für mein Fortgeschrittenes wäre das wie ein selbst zu bezahlender Kleinwagen in meine privaten Kosten geschlagen.
Nicht immer, hier verstehe ich zwar die Gewinnorientierung der ZahnMafia, das darf jedoch nur die medizinische Indikation generieren, nicht eine heimliche Übereinstimmung der Zunft....

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pacoeisi 08.05.2019, 18:37
12. Patientenschützer und Bund der Steuerzahler

alles hohe Priester des Neoliberalismus mit Nachtwächterstaat und gelebter Eigenverantwortung.
Die Kieferorthopäden sind sicherlich eine der Ärztegruppen, welche am ungeniertesten zulangt.
Dennoch sollte bei aller berechtigter Kritik gut auf die wahre Intention der Mahner geachtet werden. Geht es wirklich um Transparenz oder soll wieder eine Kassenleistung in den Bereich der Lifestylemedizin ausgelagert werden.
Noch Anfang der 80er erkannte man vor Fielmann die Brille tragenden Mitschüler aus ärmeren Elternhäusern an den Kassengestellen. Kackhäßlich, mit dicken Gläsern und bei starker Fehlsichtigkeit bleischwer.
Wer arm ist, kann bei zu erwartenden Reformen als Jugendlich mit schiefen Zähnen lächeln und im Alter früher nicht mehr f..... .

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mime-sis 08.05.2019, 18:38
13. kommt ganz auf den Kieferorthopäden an

Ich habe leider einen nicht so guten erwischt. Ich hatte jahrelang eine feste Spange und die Klammern um die Backenzähne waren zu fest. Die haben mir den Zahnschmelz an zwei Backenzähnen zerstört. Einer der Zähne war nicht mehr zu retten, ich habe inzwischen ein Implantat. Die unteren Zähne liessen sich durch die Spange nicht regulieren, der Kieferorthopäde hat sie dann einfach seitlich abgeschliffen und ich habe jetzt ziemlich scharfe Kanten an den unteren Schneidezähne. Die unteren Scheidezähne haben sich auch wieder zusammengeschoben und dort wo sie abgeschliffen wurden haben sie sich dunkel verfärbt. Mein Sohn hat auch einen kleinen Kiefer und sollte er Spange bekommen, dann bestimmt keine feste Spange und der Arzt wird soweit möglich nur nach guten Referenzen ausgesucht.

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nachdenken01 08.05.2019, 18:42
14. Gesundheitssystem = Selbstbedienungsladen

Das ist doch nur die Spitze des Eisberges und dem deutschen Gesundheitssystem geschuldet: Das Einkommen niedergelassender Ärzte hängt direkt von den Kosten der Behandlung ab. Klar, die wenigsten Ärzte werden bewusst eine schädigende Behandlung durchführen, nur weil sie teurer ist. Aber es gibt genug Fälle, bei denen man nicht genau sagen, kann, was besser ist und da kann man es doch keinem Arzt verdenken, wenn er unbewusst diejenige Behandlung durchführt, bei der der Porsche dann doch etwas früher vor der Tür steht. Die Verquickung von finanziellen Vorteilen und Gesundheit ist eine Erbsünde des deutschen Gesundheitsystem. Abhilfe: Vom Staat angestellte Ärzte mit Festgehalt, dann können die Ärzte frei entscheiden, was sinnvoll ist und was nicht. Machen übrigens die Portugiesen so, deren Gesundheitskosten pro Kopf liegen bei der Hälfte von Deutschland, ohne, dass die Gesundheitsversorgung dort schlechter wäre. Man würde dann auch trotzdem noch genug Ärzte kriegen, man muss dann eben nur den Numerus Clausus mal von 1,0 etwas aufweichen, dann würden vielleicht auch mehr Leute Medizin studieren, weil sie dazu berufen sind, und nicht, weil es finanziell so attraktiv ist.

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a.meyer79 08.05.2019, 18:47
15. Spahn wo sind Sie??

Wo ist unser Super-Minister, der in einem aktuellen anderen Spiegel-Artikel mit dem Schwätzer Lauterbach so hoch gejubelt wird.

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Sensør 08.05.2019, 18:47
16. Der Nutzen von Zahnspangen?

Man braucht sich nur einfach mal genauer Bilder von grinsenden Engländern ansehen, dann begreift man den Nutzen von Zahnspangen sehr schnell.

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radius21 08.05.2019, 19:02
17. Das Gesundheitskartell

Der kleine Patient ist doch wurst. Hier geht es nicht um Medizin und eine gute Versorgung kleiner Kiefer, sondern um Segelyachten, Golfverein, Luxusvilla und Fernreisen. Das ganze System und die oft privilegierte Ärzteschaft gehört auf den Prüfstand und abgespeckt. Arzt wird man um Menschen gesund zu machen und fertig. Das darf dann ruhig etwas über dem Mindestlohn liegen, der Lohn liegt in Freude zu helfen.

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derbo73 08.05.2019, 19:11
18. Studien?

Man muss nur mal in Länder schauen, in denen Zahnspangen nicht regelmäßig eingesetzt werden - davon gibt es noch genug. Auch wenn man mit schiefen Zähnen meist kauen kann, passt es optisch kaum zu unserer Wohlstandsgesellschaft. Was mir nicht einleuchtet ist, dass Kinder mit Zahnlücke kleiner x Millimeter keinen Anspruch auf Kassengeld haben - auch wenn alle Ärzte sagen dass der Kiefer für die 2. Zähne viel zu schmal ist. Soll man selber zahlen. Mal eben 5.000 Euro, bei drei Kindern. Und nun, 1 Jahr später, müssen die Zähne alle gezogen werden, die im Weg sind und auch die Backenzähne die gerade kommen aber im Kiefer keinen Platz finden. Das finde ich gut bei ner 7 jährigen die panische Angst vor Spritzen und OP hat. Hauptsache der 78jährige bekommt noch nen Schrittmacher und ein Hüftgelenk für mehrere zehntausend Euro.

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radius21 08.05.2019, 19:18
19. Das Gesundheitskartell

Der kleine Patient ist doch wurst. Hier geht es nicht um Medizin und eine gute Versorgung kleiner Kiefer, sondern um Segelyachten, Golfverein, Luxusvilla und Fernreisen. Das ganze System und die oft privilegierte Ärzteschaft gehört auf den Prüfstand und abgespeckt. Arzt wird man um Menschen gesund zu machen und fertig. Das darf dann ruhig etwas über dem Mindestlohn liegen, der Lohn liegt in Freude zu helfen.

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