Forum: Gesundheit
Langzeitstudie: 80 Prozent der Kinder bewegen sich zu wenig
Getty Images

Immer mehr Kinder sind in Sportvereinen aktiv und trotzdem bewegen sich die meisten von ihnen viel zu wenig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie - und stellt auch einen deutlichen Geschlechterunterschied fest.

Seite 1 von 7
Krokodilstreichler 21.03.2019, 09:56
1. Ganztagsschule als Problem

Dank der Ganztagsschule bzw. dank des G8-Gymnasiums sitzen die Schüler mitunter bis nach vier in der Schule und müssen danach noch lernen. Da wundert es nicht, dass die Schüler kaum mehr Zeit haben, um sich zu bewegen. Nach dem Arbeitspensum sind sie einfach zu müde bzw. oft ist es dann schon dunkel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stefan.horender 21.03.2019, 09:59
2. Konsequenz

Das ist nun die Konsequenz davon, dass wir unsere Städte und unsere ganzes Land seit Jahrzehnten autogerecht umbauen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
downgrade0815 21.03.2019, 10:00
3. ..hat sich vieles geändert

1.) ich widerspreche das mehr Kinder als jeh zuvor dort aktiv sind. Stand über 30 Jahre in trainingshallen als Trainer, gerade von Kindergruppen. Die Gruppenstärke hat enorm abgenommen, da eben Schulen nun meist auch nachmittags Unterricht haben.
2.) die Sicht auf Training hat sich enorm verändert. heute wollen viele "bespaßt" werden. gerade Eltern lassen sich dazu hinreissen, genau das zu verlangen. das sorgt in vielen "vereinen" zu Stilblüten...eines fasch verstandenen Demokratieverständnis. Das Kinder nicht "schwitzen" dürfen beim Training, das es zum bsp. in einem Kampfkunstverein "Demokratie" geben soll..und deshalb diejenigen "rausgeschmissen" werden, die solche Vereine teils 40 jahre geführt haben..ist eben ein solches Übel. Und das erlebte ich in mehreren vereinen.
Da sind Kindergruppen von damals 80-90 Kindern auf heute, 10-15 zusammengeschrumpft.
Was von den "neuen" Trainern..teils Jugendliche ohne vernünftige Basis, erwartet werden kann...: Nichts.
Tut in der Seele we, wenn man solche vereine nochmals besucht und sieht was daraus geworden ist.
Die Sicht auf Leistung und was dort vermittelt werden soll...wurde zum Absurdum.
Das Ergebnis ist eindeutig. Mehr Schein als Sein, es verkommt wie alles in der Gesellschaft. Der Wert auf "Annerkennung" ohne Leistung hat vieles weggebügelt.

Man kann über jede Ausnahme froh sein, die es noch gibt..eben der Kinder zuliebe. Wie in Schulen, sind es heute aber oft die Eltern welche meinen das ihre Sicht der Dinge maßgebend ist..und damit wird viel zerstört.

Wenn ich heute vereine besuche..und bei den Eltern sitze...wärend die Kiddies trainieren...wird mir übel bei den Ansichten..und so manches mal, reiße ich mich nicht mehr zusammen und frage diese Größenwahnsinnigen was sie meinen wer sie sind...und ob sie tatsächlich glauben, das sie als Couch-Potatoes sich ein Urteil erlauben können....
Ich habe meine Trainiertätigkeit aufgegeben-....nachdem in zig Vereinen ein solcher Umbruch stattfand.

Die Statistik bestätigt zumindest eins : das Ergebnis bei den Kindern....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
numbat3 21.03.2019, 10:01
4. Kirche im Dorf lassen

Wenn man liest, dass "Die motorischen Fähigkeiten heutiger Kindern um etwa zehn Prozent schlechter sind im Vergleich zu Gleichaltrigen vor 40 Jahren", dann kann ich nur feststellen, dass das ein recht guter Wert ist.
Denn wenn man weiß, welche Lockmittel heute da sind, mit der sich Menschen die Zeit vertreiben könnne, dann empfinde ich diesen Wert als noch durchaus gut.
Und auch ich sitze vor einem PC und lese diese Artikel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Zoroaster1981 21.03.2019, 10:06
5. Fettleibigkeit

Fettleibigkeit ist keine Ursache mangelnder Bewegung, sondern mangelnde Bewegung ist die Folge von Gewichtszunahme. Und dies geschieht in erster Linie durch eine falsche Ernährung in Form von Zucker bzw. schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Mono-/Disaccharide). Bewegung sollte bzgl. Kalorienverbrauch nicht überbewertet werden und kann eine schlechte Ernährung kaum kompensieren.
Zucker ist ein Zellgift und führt zu einem schnellen Glukoseanstieg im Blut und damit einhergehend starker Insulinausschüttung mit der Folge, dass Fettzellen aufgebaut werden.
Obendrein bewirkt dieser Effekt auch, dass Kinder - und natürlich auch Erwachsene - schnell müde und träge werden.
Dass wie selbstverständlich in fast sämtlichen Lebensmitteln Zucker beigefügt ist und schon kleine Kinder mit Süßigkeiten angefixt werden, ist nicht dabei nur den Eltern anzulasten, sondern der Nahrungsmittelindustrie und auch der Gesellschaft generell, die es normal findet, dass dieses Gift überall Verwendung findet und konsumiert wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vo2 21.03.2019, 10:06
6. Ich wohne neben einer Grundschule in einer 5000 Seelen Gemeinde

Gefühlt werden da morgens 90% der Kinder mit dem Auto gebracht. Ist halt praktisch schnell und vor allem sicher. Bei manchen Eltern hat man sogar den Eindruck sie würden am liebsten bis zur Schulbank vorfahren. Im Kindergarten kein anderes Bild. Meine Frau ist eine der wenigen, die unsere beiden täglich zu Fuss hinbringt. Kostet halt Zeit, die so mancher nicht hat. Oder noch schlimmer die Eltern müssten selbst laufen. Wenn man als Kind schon beigebracht bekommt, dass alle Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden, warum sollte das dann als Erwachsener ändern. Zeit ist knapp und man muss ja auch Geld verdienen fürs Zweitauto um die Kinder zu fahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ole#frosch 21.03.2019, 10:23
7. Zeit den Sportunterricht zu revolutionieren

Warum wird immer noch die Technik der Leichtathletik gelehrt. Wo meist nur ein Teil der Schüler aktiv sein kann, weil die Geräteanzahl begrenzt ist.
Lieber die Sportstunde nutzen, für ganzheitliches Training und nicht für Techniken wie man eine Kugel richtig stößt oder auf dem Balken eine gute Figur macht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 21.03.2019, 10:31
8. Klima der Angst

Ich sehe die Gründe in einem gesellschaftlichen Klima der Angst. Niemand ist sicher und gibt die Verantwortung gerne weiter. Dies liegt daran das immer so gern ein Schuldiger gesucht und haftbar gemacht werden muss.

Schulen ("Fahrrad? Erst nach der Fahrradprüfung!") und Ärzte ("Unsicher ob das harmlos ist, ich schicke Sie mal zum Spezialisten"). Dinge die mir so aktuell passieren und die vor den im Text erwähnten 40 Jahren nicht passierten und uns die Bewegung verleiden, denn Bewegung ist kurzfristig weit risikoreicher als Sitzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dokoqueen 21.03.2019, 10:31
9. Autogerecht

Zitat von stefan.horender
Das ist nun die Konsequenz davon, dass wir unsere Städte und unsere ganzes Land seit Jahrzehnten autogerecht umbauen...
Ja, das ist zumindest ein nicht unerheblicher Teil des Problems.
In meiner Kindheit, während der 1950er und 60er Jahre, konnten wir auf der Straße Fußball, Seilspringen, Einkriegen oder Gummitwist spielen und zwar ohne, dass sich unsere Eltern
Sorgen machen mussten. Selbstverständlich bewältigten wir auch schon in der ersten Klasse den Schulweg selbstständig, entweder per Pedes oder mit dem Fahrrad. Das alles sind doch heutzutage Dinge der Unmöglichkeit. Am Nachmittag trafen wir Kinder uns, nachdem die Hausaufgaben erledigt waren, auf der Straße oder dem Spielplatz und zwar ohne, dass wir uns vorher telefonisch verabreden mussten.
Schon zu Kinderzeiten meiner inzwischen erwachsenen Söhne war dies nicht mehr so einfach möglich, für meine Enkel ist an sowas gar nicht mehr zu denken.
Schulen und Horte müssten dieses Manko ausgleichen, indem den Kindern genügend Zeit zum freien Toben an der frischen Luft gegeben wird. Und das nicht nur bei Sonnenschein und milden Temperaturen, sondern auch bei Regen, Schnee und Kälte. Es macht nämlich durchaus Spaß in Pfützen zu springen oder Schneemänner zu bauen. Zu Tode erkälten wird sich dabei vermutlich niemand. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir früher öfter krank waren als die heutigen Kinder. Es hat übrigens auch noch keinem Kind geschadet, wenn es sich beim wilden Spielen mal das Knie aufgeschlagen hat - im Gegenteil, das gehört dazu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7