Forum: Gesundheit
Langzeitstudie: 80 Prozent der Kinder bewegen sich zu wenig
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Immer mehr Kinder sind in Sportvereinen aktiv und trotzdem bewegen sich die meisten von ihnen viel zu wenig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie - und stellt auch einen deutlichen Geschlechterunterschied fest.

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mythoughts 21.03.2019, 12:13
40. Was ist Sport?

Liebe/r "Florentinio", Sie sind offenbar der Ansicht, sportliche Leistung könne nur in "Leistungszentren" und nicht im Sportverein um die Ecke erbracht oder angestrebt werden. Ihr Sohn musste seine Fußballmannschaften immer wieder verlassen, wenn es dort um Leistung ging. Schuld daran wären Trainer wie "downgrade0815", die diesem schrecklichen Leistungsgedanken anhängen. Was für eine schräge Auffassung von Sport! Fußball und viele andere Sportarten sind ohne Wettbewerb (und damit Leistung) überhaupt nicht denkbar. Eine Mannschaft möchte ein Tor schießen, die andere das verhindern. Sollen alle Tore schießen, wie sie möchten, damit sie sich wohlfühlen? Gerade in Sportarten wie Fußball, Tennis, ... kann "Leistung" auf vielen Ebenen erbracht werden, dafür gibt es die gestaffelten Ligen. Jeder nach seinem Talent und Ehrgeiz! Wo ist das Problem? Darüber hinaus gibt es viele sportliche Betätigungen, die man ohne Wettkampf betreiben kann: Joggen, Radfahren, Schwimmen, ... Ich kann nicht nachvollziehen, wie die leistungsbesessenen Trainer Ihrem Sohn die Lust auf sportliche Betätigung vollständig austreiben konnten. Zu den Beiträgen, welche die Bewegungsarmut der Kinder auf den zunehmenden Autoverkehr und die Gefahren des Straßenverkehrs zurückführen: Zahl der Verkehrstoten 1970 in der alten Bundesrepublik: 21332 (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/unfall-statistik-692-000-verkehrstote-seit-1953-a-251626.html), Zahl der Verkehrstoten 2018 in den neuen (großen) Bundesrepublik: 3265 ( https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2019/02/PD19_069_46241.html).

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interessierter Laie 21.03.2019, 12:16
41. es ist aber explizit untersucht worden...

Zitat von haarer.15
Tendenz steigend. Wenn dies so ist, so ist das sicher eine der Hauptursachen. Es liegt ja auf der Hand. Medienkonsum verführt zur Bequemlichkeit. Und klar - durch Bewegungsmangel entstehen natürlich Übergewicht, Fettsucht und andere Zivilisationskrankheiten. Das alles ist doch vorprogrammiert. Meine bewegliche Kindheit möchte ich daher nicht missen.
und einen starken Zusammenhang zwischen höherem Medienkonsum und ausgepräterem Bewegungsmangel gab es wohl nicht. Sprich: Es liegt daran, dass viele Kinder kein oder wenig Interesse an Bewegung haben, aber nicht daran, dass ihnen (wegen exzessiven Medienkonsums oder aus anderen Gründen) die Zeit fehlt (auch wenn das sicher die häufigste Ausrede ist). Das widerlegt auch die These mit der Ganztagsschule. Andererseits erklärt es den "Vererbungseffekt". Es gar nicht nötig, dass Eltern ihre Kinder aktiv animieren oder zwangsweise in irgendwelche Sportvereine bringen. Das kann (vermutlich) eher nach hinten losgehen, weil die Kinder sich dann nicht bewegen, weil sie es wollen, sondern weil man sie zwingt. Die Eltern sind für Kinder aber die wichtigsten Vorbilder. Wenn die Eltern sehr aktiv sind, werden es die Kinder vermutlich auch sein, dann abr aus eigenem Antrieb und so wie sie das wollen.

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lock_vogell 21.03.2019, 12:19
42.

Zitat von Zoroaster1981
Natürlich gehört beides dazu. Ich treibe auch viel Sport. Aber ich benutze Sport nicht, um mein Gewicht zu halten oder reduzieren. Ihre 1300kcal zusätzlich durch eine Bewegung werden sie auch durch einen gesteigerten Appetit wieder aufbauen. Mir geht es nur darum, dass das Hauptaugenmerk bgzl. Gewicht eben bei der Ernährung liegt. Sport sollte man eher treiben, um fit zu bleiben. Sind zwei paar Stiefel.
das stimmt so aber einfach nicht.
3500 kcal wollen erst mal konsumiert werden (in gekochten nudeln gesprochen sind das ca. 2,5kg O_o)
und ich sagte ja bereits schon, dass beides zusammengehört, denn natürlich mit schoki und chips kann man recht schnell 3500 kcal konsumieren, aber wenn man "normal" ist, ist es sehr viel einfacher mit sport abzunehmen, als nur durch eine diät.
oder anders gesagt, man (oder zumindest ich) fühlt sich wohler, wenn man normal große portionen ist und das kalorien gap mit sport aufbaut, als einfach nur weniger zu essen.

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globallynaive 21.03.2019, 12:49
43. Ein Hoch auf die (gute!) schulisch Tagesbetreuung

Ich lebe in der Schweiz und mein Sohn geht in die staatliche Schule, die nach der Schule jeweils einen (gesunden) Mittagstisch und eine Nachmittagsbetreuung anbietet. Natürlich kostet das Angebot auch und nicht wenig, dafür hat es einige, auf den ersten Blick, nicht offensichtliche Vorteile:
Viele der Kinder leben in Einfamilienhäusern. Da die Eltern sehr verplant sind, ist es für die Kinder oft sehr schwierig sich mit Gleichaltrigen zum Spielen zu treffen. Oft kennen die Leute nicht mal ihre Nachbarn. Spontan vorbeigehen ist unmöglich. Also steht da Garten für Garten, in jedem ein einsames Kind, so wie einsame Zootiere herum.
Das passiert den Kindern im Tagi nicht, dort können sie den ganzen Nachmittag (nachdem die Hausaufgaben unter Aufsicht erledigt wurden) zusammen Fussball spielen oder auf dem Schulcampus inkl. Garten / Spielplatz herumstromern. Eine Aufsichtsperson schaut, dass keiner "abhaut" (wir wohnen alle in Laufdistanz und die Schule schreibt vor, dass die Kinder zur Schule laufen oder das Fahrrad / Kickboard nehmen). Als Folge haben wir kaum übergewichtige Kinder an der Schule.
Leider definieren sich sehr viele bildungsfremde Frauen über ihre Funktion als Mutter und geben vor allem schlechte Gewohnheiten (Rauchen, ungesunde Ernährung, Inaktivität, Phlegmatismus) an ihre Kinder weiter, obwohl gerade diesen Kindern mit einem guten Mittagstisch und einer gesunden Nachmittagsbetreuung am besten gedient wäre. Dieses in die Förderung der Kinder investierte Geld ist für den Steuerzahler immer gut investiert, da diese Kinder später auch weniger krank und fürsorgeabhängig werden. Für fremdsprachige Kinder gibt es in vielen Schweizer Städten den Kita-Zwang, d.h. die Kinder müssen ab dem 3. Lebensjahr eine Kita besuchen, um die notwendigen Sprachkompetenzen für den Schuleintritt zu erwerben. Leider gibt es das Angebot für einheimische Kinder am gesellschaftlichen Rand nicht, denen auch Grundkompetenzen im Alter von 3 fehlen. Ein Kita-Zwang würde bei dieser Klientel auch auf grosse Ablehnung stossen, da sich dort of Arroganz, Unwissen und Inkompetenz mit Überheblichkeit paaren und eine gewisse Unbelehrbarkeit vorherrscht. Dumm bleibt also dumm. Die Leidenden sind da die einheimischen Working Poor, welche dann, ganz abgehängt im Vergleich zu anderen Kindern mit schlechten Voraussetzungen, halt den Kürzeren ziehen.
Der erste Schritt wäre da die Einsicht, dass man selbst vielleicht nicht grad der strahlendste Stern am Himmel ist und es Platz nach oben gibt. Klar, macht es keinen Spass in der Stube zu hocken und zu lernen, statt zu gamen. Aber von nichts kommt nichts. Ich kenne viele Familien am Existenzminimum, denen genau dieses Bemühen fremd ist. Man glaubt den Kindern etwas Gutes zu tun, indem man sie soviel Fernschauen lässt, wie sie wollen und ihnen mit Süssigkeiten und Chips das Leben "versüsst"Währenddessen werden begüterte Kinder durch den ganzen Förderzirkus gekarrt unter dem Motto: "Wer jetzt nicht lernt ranzuklotzen, geht leer aus." Die gesunde Balance fehlt.

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Zoroaster1981 21.03.2019, 12:51
44.

Zitat von lock_vogell
das stimmt so aber einfach nicht. 3500 kcal wollen erst mal konsumiert werden (in gekochten nudeln gesprochen sind das ca. 2,5kg O_o) und ich sagte ja bereits schon, dass beides zusammengehört, denn natürlich mit schoki und chips kann man recht schnell 3500 kcal konsumieren, aber wenn man "normal" ist, ist es sehr viel einfacher mit sport abzunehmen, als nur durch eine diät. oder anders gesagt, man (oder zumindest ich) fühlt sich wohler, wenn man normal große portionen ist und das kalorien gap mit sport aufbaut, als einfach nur weniger zu essen.
Natürlich haben Sie recht. Ich sag mal so: das Grobe macht man mit der Ernährung und die Feinabstimmung/Gewichtsstabilisierung mit Sport.
Der Punkt ist aber: der Artikel redet von Übergewicht bei Kindern aufgrund mangelnder Bewegung und das sehe ich nicht als den Hauptgrund. Denn eben die von Ihnen erwähnten Chips, Süßgetränke und ähnliches sind bei den wirklich übergewichtigen Kindern das Hauptproblem. Da würde auch mehr Bewegung nicht mehr viel wett machen.

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human_being 21.03.2019, 13:13
45. "Was einst alles möglich war"

Wer den o.g. Text kennt bzw. ihn über die Suchmaschine seines bzw. ihres Vertrauens nachschlägt, wird die eigene Kindheit darin evtl. wiedererkennen. Was mir (Jahrgang 1964) auffällt, ist, dass manche Eltern einfach auch nicht gerade das beste Vorbild für ihre Kinder sind, sei es in Bezug auf Bewegung, Ernährung, Abhängigkeit von elektronischen Medien etc. Es ist einfach, die Verantwortung auf Schulen, Lehrkräfte, andere öffentliche Einrichtungen oder auf die Politik zu schieben - aber letztendlich haben wir vieles selbst in der Hand, am besten einfach mal die Komfortzone Sofa bzw. Auto verlassen und sich den Wind um die Nase blasen lassen. Der Satz "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung" hat mir in den letzten 10-15 Jahren sehr viel Lebensqualität beschert, und ich bin auch erst mit Anfang 40 in ein sportlicheres Dasein eingetreten. Kinder brauchen Vorbilder, warum nicht einfach mal bei sich selbst anfangen?

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henryb_de 21.03.2019, 13:20
46. Sie sprechen mir aus der Seele ...

Vernünftige Arbeit in Sportvereinen, insbesondere Mannschaftssport, ist heute fast nur noch "gegen einer Teil der Eltern" möglich. Es gibt jedoch immer positive Ausnahmen.
Kinder, die wirklich ihre Sportart lieben, lernen es, sich mit 12...13...14 vom Elternstandpunkt zu emanzipieren. Anderen legen die Eltern mit ihren "Meinungen" buchstäblich Steine in den Weg.
Das ist sehr schade. Zuerst natürlich wegen der Kinder. Aber auch für Trainer und Vereine wächst dadurch der Aufwand. Denn an Eltern, die die sportliche Arbeit "sabotieren" und die man deshalb weitestgehend raushält, tritt man natürlich auch ungern wegen anderer Unterstützung z.B. fahren oder Teamevents heran. Traurig.

Erstaunlich vor allem in Ostdeutschland, wo der Sport traditionell einen sehr hohen Stellenwert hat, fehlen jetzt die guten Leute. Die fähigen aus der Vorwendezeit verschwinden jetzt langsam altersbedingt. Die Generation die jetzt ran müßte, wurde durch den wirtschaftlichen Kahlschlag der Wende in alle Winde verstreut. Und nach der evtl. Rückkehr erkennen viele ihren Verein nicht wieder ...

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henryb_de 21.03.2019, 13:30
47. Trainer sind Sportler im Ehrenamt

Zitat von Florentinio
Eine gute Entscheidung, dass sie kein Trainer mehr sind, da sie meiner Meinung nach dafür auch nicht geeignet sind. Wenn mein Kind Leistung bringen soll, dann melde ich es in einem Leistungszentrum an. Wenn ich mein Kind beim Verein um die Ecke anmelde, soll es Spaß haben und Freunde treffen. Mein Sohn spielte 5 Jahre Fußball, wechselte häufig die Mannschaften, aber bei jedem neuen Trainer ging es spätestens nach einem halben Jahr wieder um Leistung. Darum ging es ihm aber nicht. Jetzt macht er leider kein Sport mehr. Ich wünschte es würde weniger Trainer wie sie geben, die den Kindern den Spaß an der Bewegung nehmen.
Da muss ich ihnen etwas wiedersprechen. Es gibt in den Vereinen sicher Trainer, bei denen das Soziale das Hauptanliegen ist. Aber die meisten Trainer machen das aus Liebe zu ihrem jeweiligen Sport und um dort möglichst viel weiterzugeben. Und die meisten machen das im Ehrenamt. Dazu ist eine Mindestmaß "Leistungsbereitschaft" oder zumindest Einstellung erforderlich. besonders im Mannschaftssport.

Sie können von solchen Leuten nicht erwarten, dass Sie sich dem Willen teilw. ahnungsloser Eltern (die Kinder sind meist leistungsbereit) beugen und sich mit Larifari befassen.

Für Sport ohne Anspruch gibt es zumindest in größeren Orten "Bezahlangebote" außerhalb von Vereinen. Dort können Kinder nach Gusto Sport machen und erlernen oder aber auch einfach nur "rumtoben". Dem bezahlten Trainer ist das egal, Hauptsache er verdient seinen Lebensunterhalt damit. Sowas kostet dann aber eben auch ...

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henryb_de 21.03.2019, 14:07
48. Das Verständniss haben die Trainer schon ...

Zitat von schwampf
Genau so ist es! Meine (sportlich durchschnittlich begabte) Tochter haben sie auch gerade mit ihrem Leistungsquatsch aus dem Turnverein getrieben. Es fehlt bei vielen Sportfreaks schlicht das Verständnis, dass man Sport einfach nur aus Spaß machen will!
aber wenn das Kind am Sport auf dem im jweiligen Verein üblichen Niveau keine Freude hat, ist es sicher nicht Fehler des Vereins/Trainers. Wie ein Vorschreiber schon feststellte: in den meisten Sportarten gibt es Ligen/Wettkämpfe in allen Leistungsklassen. Es kann aber von keinem Verein verlangt werden, das volle Trainings- und Wettkampfprogramm in allen Klassen/Ligen zu bieten. Wenn eine Verein in seiner Sportart vornehmlich in einer Liga/Klasse XYZ antritt, sollten das die Eltern vorher wissen und einschätzen, ob dann der Verein und das Niveau der richtige für das Kind ist.

Es steht jedem frei, sich als Ehrenamtlicher als Übungsleiter in Freizeitgruppen zu versuchen.

Das Problem liegt meist in der Erziehung der Kinder und der Verunsicherung durch die Eltern.

Viele Kinder sehen es als Kritik an der Person an, wenn der Trainer seiner Aufgabe nachkommt und Fähigkeiten analysiert, kritisiert, korrigiert und weiterentwickelt. Sie empfinden das schon als Leistungsdruck und machen dicht.

Oft erzählen Eltern, die von der Sportart keine Ahnung haben, ihren Kindern, dass sie "die Besten sind" und der Trainer keine Ahnung hat (gibt es leider auch, aber selten). Sie geben Kindern das Gefühl sie würden ungerecht behandelt, lassen sie in dem Glauben sie (die Eltern) könnten ihnen auch im Sport beistehen und alle Hindernisse aus dem Weg räumen ... etc. Sind nur Beispiele, das Spektrum ist groß.

... und der Schaden auch.

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steueragent 21.03.2019, 14:11
49. @florentinio Ich verstehe Ihren Beitrag gut.

Zitat von Florentinio
Eine gute Entscheidung, dass sie kein Trainer mehr sind, da sie meiner Meinung nach dafür auch nicht geeignet sind. Wenn mein Kind Leistung bringen soll, dann melde ich es in einem Leistungszentrum an. Wenn ich mein Kind beim Verein um die Ecke anmelde, soll es Spaß haben und Freunde treffen. Mein Sohn spielte 5 Jahre Fußball, wechselte häufig die Mannschaften, aber bei jedem neuen Trainer ging es spätestens nach einem halben Jahr wieder um Leistung. Darum ging es ihm aber nicht. Jetzt macht er leider kein Sport mehr. Ich wünschte es würde weniger Trainer wie sie geben, die den Kindern den Spaß an der Bewegung nehmen.
Ich habe auch mal eine Weile in der Jugend Fußball gespielt und auch immer gerne rumgeblödelt. Macht man als Kind halt gerne. Die meisten Fußballvereine haben jedoch den Ehrgeiz, vorne in der Tabelle mitzuspielen und das geht nur durch ernsthaftes Training. Deshalb ist Fußball nur was für Kinder, die bereit sind, im Training und beim Spiel vollen Einsatz zu bringen. Es gibt ja genug andere Sportarten, die man just für fun betreiben kann.

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