Forum: Gesundheit
Laufen als Therapie: Lernen, mit der Depression zu leben
Tim Grütters

Thomas Stelter war Anwalt, sehr ehrgeizig, immer unter Druck. Dann kam eine Angststörung, schließlich eine Depression. Im Interview erzählt er, wie er sich erholte - und welche Rolle Sport dabei spielte.

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eunegin 30.10.2017, 06:46
1. sehr hilfreich!

Aus den Erfahrungen als "Personaler" heraus (die übrigens nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für Angestellte da sind!), bin ich sicher, dieser Artikel hilft einigen. Was Herr Stelter beschreibt, ist leider nicht selten. Man muss ja nicht gleich 70 km laufen, aber viele seiner Ansätze sind sehr sehr richtig.

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leicameter 30.10.2017, 07:21
2. Große Laufstrecken

Große Laufstrecken bringen ein hohes Verletzungsrisiko.
Bei mir ist es sogar Arthrose. Das baut die Psyche nicht gerade auf.....

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dauernörgla 30.10.2017, 07:23
3. Top

Guter Artikel, aber bitte WARUM ,WARUM muss es immer der Marathon sein,die Tour de Ruhr,etc er sagt es doch selber...
Es ging erst mal nur ums Laufen. Die Bewegung an der frischen Luft hat mir gut getan. Ich habe mich wieder gespürt und Dinge wie Wärme, Kälte und Regen bewusst wahrgenommen

dann kommt wieder der Leistungsgedanke, immer weiter ,immer mehr ,anderen helfen...vielleicht bin ja zu kritisch ,aber ich denke halt das diese Art der Suchtverlagerung nicht immer die Lösung ist ,was passiert einem wenn man sich das Bein bricht etc

Aber grundsätzlich bewundernswert!

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Alex Müller 30.10.2017, 08:24
4. Beeindruckend

Erstmal schön, dass Laufen wie andere relativ monotone Sportarten als eine Art Meditation immer mehr in der Therapie gefördert wird. Immer wenn ich mit Leuten spreche und sagen ich gehe Schwimmen, dann meinen die: das ist mir zu monoton. Aber genau das ist das Geniale daran, ich kann abschalten, in mich selbst reinhören meinen Körper spüren und steuern und komme mit der Zeit in einen "Flow". Danach ist jeglicher seelischer Stress wenn denn überhaupt vorhanden wieder weg. Action habe ich genug im Alltag, den brauche ich im Sport (zumindest dem Ausgleichssport) nicht auch noch. Es geht um aktive Erholung.

Was mit bei Hr. Stelter auffällt ist, dass er so ein 0 / 100-Typ ist. Übergewicht, dann Marathon, Anwalt dann Weinladen. Ich denke da liegt oft die Gefahr der Überforderung bzw. des nicht Wahrnehmens von Überlastung. Der Ehrgeiz bzw. bestimmte Emotionen bringen jemanden in die Überlastung, irgendwann ist das Maximum erreicht und man rutscht in eine Depression. Da kann ein Ausgleich bzw. eine bewusste Reduktion dieses Ehrgeizes bzw. Wahrnehmung der Emotionen und Auseinandersatzung damit sehr gut helfen. Und da kann Laufen sicherlich unterstützen. Auf jeden Fall beeindruckend dass er sich gut gefangen hat und anderen versucht mit seiner Art zu helfen. Respekt !

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passionsblume 30.10.2017, 09:11
5. Ohne Marathon ist man wohl nichts wert?

"Es ging erst mal nur ums Laufen. Die Bewegung an der frischen Luft hat mir gut getan. Ich habe mich wieder gespürt und Dinge wie Wärme, Kälte und Regen bewusst wahrgenommen. Es klingt vielleicht etwas abgedreht: Aber ich habe auch mal einen Baum berührt."

Ob ein Marathon oder Tortour de Ruhr so hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln. Da sind sie nämlich wieder, die Ziele, die anzustreben sind, der Ehrgeiz und der Druck, diese Ziele zu erreichen. Die Angst, die selbst gesetzten Ziele zu verfehlen.

In der oben beschriebenen Art und Weise laufe ich seit ein paar Jahren. 10 km, 20 km und mehr, einfach so. Und allein für mich. Ich brauche keinen Wettbewerb. Für mich ist allein der Weg das Ziel, das Empfinden von Hitze, Kälte, Regen, Schnee, Dunkelheit. Sonst brauche ich nichts. Vielleicht wäre sowas ein besserer Ansatz für Depressive als das Streben nach einem Marathon.

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Oberleerer 30.10.2017, 09:12
6.

Das Problem mit dem Ehrgeiz hat er offenbar schon aus dem Elternhaus (Leistungssport). Das hat aber eher nichts mit der Depression zu tun, eine Depression kann man auch ohne Ehrgeiz haben.

Das skurile ist aber, Depressive sehen den Sinn des Lebens realistischer. Wenn man nicht mehr gebraucht wird, ist das Leben sinnlos. Bei Müttern, die nach einer Geburt depressiv werden ist das hingegen ein wirklicher Widerspruch.

Interessant ist hier die Angststörung. In diesem Fall ist die Depression wohl die Gegenbewegung des Unterbewußtseins. Depressive haben deutlich weniger Angst. Vieleicht ist Angst das Salz in der Suppe des Leben.

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Der_schmale_Grat 30.10.2017, 09:13
7. Was ich mir noch wünsche

Ich habe wertvolle Einblicke erhalten in einem Einzelfall, der beeindruckend ist, gerade auch mit der Aussage, dass sich der Betroffene mit der Idee anfreundet, dass ihn die Erkrankung ein Leben lang - Achtung Wortspiel - "auf Trab" halten könnte. Was ich mir zusätzlich wünsche, wäre die Darstellung einer erfolgreichen Therapie bei einer Person, die nicht Akademiker ist, bisher kein erfolgreiches Geschäftsleben hatte, sozial integriert ist und nicht auch noch mehrere andere positive Eigenschaften besitzt, sondern eine Person, die eher im psychiatrisch-psychotherapeutischen Kontext alltäglich anzutreffen ist und für diesen Personenkreis als Vorbild dienen kann. Unabhängig davon bewundere ich jeden Menschen, der den Kampf mit seinen Dämonen aufnimmt und sich dem Leben stellt, wie hier berichtet.

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upalatus 30.10.2017, 09:23
8.

Wenn man aus früher die Erfahrung mit Laufen als Sport hat, kann man natürlich hier einhaken und drauf aufbauen. Prinzipiell ist bei depressiven Zuständen auch der ganz einfache, längere Spaziergang (wenns notwendig ist um jede Tages/Nachtzeit) ein echt gutes (Erst)Mittel. Es ist alles besser als kulminierend vor sich hin brütend auf Sofa oder im Bett zu verharren. Findet man dann den Weg zu expliziter Ausdauersportart (und Laufen ist dann eine gute Wahl): umso besser.

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chrisho 30.10.2017, 09:33
9. Der Mann hat einen riesigen Vorteil...

... er hat, wie ich dem Artikel entnehme, keine Familie, niemand ist von ihm finanziell abhängig und er muss keine Kinder großziehen. Es gibt Menschen die können ihren Beruf nicht einfach hinschmeißen, einen einfachen Aushilfsjob machen und pausenlos Sport treiben, weil sie Verantwortung haben. Was sollen diese Menschen tun? Daher finde ich diesen Artikel überhaupt nicht hilfreich.

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