Forum: Gesundheit
Leben nach Amputationen: "Für einen Parkausweis müssen schon beide Beine fehlen"
Claudia Kabel

Carla Pöschl erlebt einen Albtraum: Nach einem medizinischen Routineeingriff werden ihr beide Beine amputiert. Seither kämpft sie bei Krankenkassen für sich und andere Betroffene um bessere Prothesen.

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brunnersohn 14.08.2016, 16:40
1. Leider ist es so,

dass die Berechtigungen für Parken auf Behindertenparkplätze äusserst schwer zu bekommen sind. Meiner Mutter - beinamputiert- war es nur nach langem Kampf mit den Behörden und vielen Attesten erlaubt auf Behinderten-Parklätzen zu parken.
Das verstehe wer will. Um Selbstverständliches kämpfen zu müssen ist unwürdig.

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mrotz 14.08.2016, 16:56
2.

Lösung:

Nur noch Top-Prothesen herstellen.
Massenfertigung sorgt für geringere Kosten.

mfg

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huginzwei 14.08.2016, 17:05
3.

Ich war etwas erstaunt über diesen Artikel und wie er m.E. unvollständig recherchiert wurde.
Gerade für Mitglieder der GKV stehen alle Versorgungsmöglichkeiten offen, weil die Sozialgerichte bis hoch zum Bundessozialgericht entsprechende Urteile gefällt haben, die eine prothetische Verorgung nach dem aktuellen Stand zugestehen. Das von den Kassen gern angeführte Argument der "Überversorgung" kann kaum gelten, denn welche Prothese ist schon besser als das originale Bein.
Das Laufenlernen mit einer Prothese erfordert viel Einsatz, Mut und Ausdauer und es ist m.E. ein Fehler zu glauben, dass man mit einem elektronischen Kniegelenk besser laufen kann. Meine Erfahrung ist, dass man sich einfach nicht so stark auf das Laufen konzentrieren muss und die Prothese einen einfach bei einem Gehfehler vor einem Kniefall rettet.
Ich selbst benutze im Alltag ein elektronisches Kniegelenk neuester Bauart. Wenn es ins Wasser geht laufe ich aber mit einer Prothese einfachster Bauart. Für diese Versorgung gibt es übrigens auch ein BSG Urteil.

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limubei 14.08.2016, 17:32
4. Organisationsprobleme

Zitat von mrotz
Lösung: Nur noch Top-Prothesen herstellen. Massenfertigung sorgt für geringere Kosten. mfg
Logische Lösungen? Nicht mit dem deutschen Krankmachsystem. 100derte von Krankenkassen mit Vorständen und Verwaltungen wollen versorgt werden.

Das System braucht einen Totalreset. Da fällt mir gerade wieder der Ekelsskandal aus der Mannheimer Uniklinik ein. Der SPD Oberbürgermeister war fleissig bei den Vertuschereien dabei.

Aufklärung und Verbesserung? Egozentrischen Schikane von aufgeblasenen Möchtegerns.

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AmyYma 14.08.2016, 17:55
5. @ huginzwei

Das Problem ist die Informationspolitik derer, die die Kosten übernehmen sollen. Und das sind oft auch jene, die Betroffene beraten sollen.
Wenn es BGH-Urteile gibt, bekommt man das von den KKs nicht mitgeteilt.
Man muss sich selbst intensiv kümmern. Das braucht Zeit, Gebduld und den die notwendige Fähigkeit, sich in teils schwierige Materien wie Gesetze udn Urteile einarbeiten zu können. Und BGH-Urteile zu finden, ist auch nicht soooo einfach.

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lindenbast 14.08.2016, 18:07
6.

Das mit den Behindertenparkplätzen ist wirklich ein schlechter Witz. Mein Mann (steife Hüfte, Arthrose im Knie, nie schmerzfrei, jeder Schritt eine Tortur, GdB 60%) hat nicht den Hauch einer Chance auf diese Berechtigung. Die gibt es aus meiner Sicht nur dann, wenn man so invalide ist, dass man auf gar keinen Fall mehr Auto fahren kann.

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huginzwei 14.08.2016, 18:25
7.

Zitat von AmyYma
Das Problem ist die Informationspolitik derer, die die Kosten übernehmen sollen. Und das sind oft auch jene, die Betroffene beraten sollen. Wenn es BGH-Urteile gibt, bekommt man das von den KKs nicht mitgeteilt. Man muss sich selbst intensiv kümmern. Das braucht Zeit, Gebduld und den die notwendige Fähigkeit, sich in teils schwierige Materien wie Gesetze udn Urteile einarbeiten zu können. Und BGH-Urteile zu finden, ist auch nicht soooo einfach.
Nein, da bin ich anderer Meinung, wenn es um die Verfügbarkeit dieser Informationen geht. In einschlägigen Fachzeitschriften, die m.W. bei jedem OT-Techniker herumliegen, stehen fast immer Artikel zu diesen Themen drin und via Suchmaschine springen mich die Artikel auch fast an. Ein OT-Techniker sollte zumindest der Spur nach wissen, wie man vorgehen kann.
Es gibt Rechtsanwälte, die sich gerade auf dieses Fachgebiet spezialisiert haben und mir ist bekannt, dass ein Hersteller sogar ein "Argumentationshilfe" aufgelegt hat.
Geduld und Ausdauer braucht man gewiss und ich kenne auch die Situation, dass ich manchmal einfach hinschmeissen wollte. Ggf. kann man sich aber Hilfe holen in einer SHG, Behindertenverbänden oder RAe.

Noch ein Nachsatz zum Thema Parken. Die orangenen Parkausweise "aG-light" werden hier garnicht erwähnt. Man darf damit zwar nicht auf die Behindertenparkplätze, hat aber die ebenfalls die anderen Erleichterungen, die der blaue Parkausweis beitet.
Wenn man weiss, dass man viel Platz beim Ein- und Aussteigen braucht, sollte man das mit seinem Techniker besprechen (Stichwort Drehadapter) oder einfach "breitbeinig" Parken, dass einen da niemand blockieren kann. ;-)

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huginzwei 14.08.2016, 18:32
8.

Zitat von lindenbast
Das mit den Behindertenparkplätzen ist wirklich ein schlechter Witz. Mein Mann (steife Hüfte, Arthrose im Knie, nie schmerzfrei, jeder Schritt eine Tortur, GdB 60%) hat nicht den Hauch einer Chance auf diese Berechtigung. Die gibt es aus meiner Sicht nur dann, wenn man so invalide ist, dass man auf gar keinen Fall mehr Auto fahren kann.
Wenn man sich im Schwerbehindertenausweis nicht mehr richtig bewertet fühlt, gibt es immer die Möglichkeit einen Verschlimmerungsantrag zu stellen. Da hilft es auch Ausdauer zu zeigen und ggf. mit Unterstützung bis vor die Gerichte zu gehen.

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aurichter 14.08.2016, 18:49
9. @ huginzwei

Auch Sie glauben an das Gute, welches gerade von Kassenseite - trotz anderslauternder Urteile des BSG - sehr gern und oft blockiert wird. Unterhalten Sie sich mit Betroffenen, dann werden Sie sich wundern, wie die Kassen diese Versorgungspraxis handhaben. Ich bin selbst betroffen und könnte Ihnen auch Geschichten, keine Märchen! erzählen, eigene und von Leidensgenossen, da bleibt Ihnen die Spucke weg. Wie hier in einer Blockadepolitik mit Menschen umgegangen wird, das spottet jeder Beschreibung, da wird das GG mit der Würde mal komplett in die Tonne getreten. Vor allem wie perfide in Ablehnungen von Kostenübernahmen argumentiert wird, das zermürbt eben Betroffene. Mir persönlich sind Fälle bekannt, wo nach einer positiven Dokumentation mit einem C-Leg ältere, aber noch sehr willige und rege Menschen die Versorgung nicht bekommen haben. Von einhundert Anträgen werden aus den unterschiedlichsten Gründen achtzig bis neunzig abgelehnt und Kostenübernahmeverfahren manchmal jahrelang verzögert, in der Hoffnung, das hier die Betroffenen a) aus Altersgründen versterben oder b) den zermürbenden Kampf aufgeben. Schon sparen die Kassen an der Stelle ein, egal was Urteile des Bundes-Sozial-Gericht dazu Aussagen. Würde ist in diesen erbärmlichen Vorgängen ein Fremdwort.

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