Forum: Gesundheit
Leben nach Amputationen: "Für einen Parkausweis müssen schon beide Beine fehlen"
Claudia Kabel

Carla Pöschl erlebt einen Albtraum: Nach einem medizinischen Routineeingriff werden ihr beide Beine amputiert. Seither kämpft sie bei Krankenkassen für sich und andere Betroffene um bessere Prothesen.

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lachina 14.08.2016, 18:52
10. Behinderung....

ja, natürlich kann man um seine Rechte kämpfen, wenn man die Nerven hat, aber ich finde es traurig, dass behinderte Menschen das überhaupt müssen. Sollten sie nicht überall und von allen Stellen die größtmöglichste Unterstützung erfahren, um ein einigermaßen gutes Leben führen zu können? Wieso müssen sie überhaupt kämpfen, wieso wird nicht alles Mögliche getan???

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genugistgenug 14.08.2016, 19:17
11. Behindertenbeauftragte (Bund/Land) einschalten, die helfen

garantiert (Satire Ende) nicht*! Auf jeden Fall hat man schon Gleichgesinnte getroffen und muss nicht mehr als Einzelkämpfer (Querulant - Behördengesinnung 'Was wollen Sie denn? Sie kriegen doch ETWAS!') ankämpfen. Auch die Rechtsform 'e.V.' kann helfen.
Viel Erfolg und weiter durchhalten und kämpfen!

*Eigenes Erlebnis: Leiter der 'Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung' (Lanratsamt) bezeichnet Menschen mit Behinderung als 'Arxxxxxch' unter dem Geächter seiner Mitarbeiter. Vorgesetzte, bis Landesregierung, usw. und auch die Behindertenbeauftragten schweigen dazu.

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rjb26 14.08.2016, 19:31
12. nicht immer nur meckern

meine Mutter bekam nach ständigem nachfragen dann endlich Pflegestation 3.
konnte das auf dem Friedhof aber nicht mehrcrichtig nutzen.....

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aurichter 14.08.2016, 19:36
13. @ lachina #10

Warum wird nicht Alles getan? Ganz einfach, unabhängig der Behinderung und den mobilen Einschränkungen sind WIR als Betroffene lediglich Kostenfaktoren die die Zahlen der Kassen belasten. Was im Verwaltungsbereich u.a. bei Dienstkutschen ausgegeben wird, das muss in anderen Bereichen eingespart werden. Klingt jetzt gehässig, ist aber so. Über die Bearbeitungspraxis der Kassen lassen sich ganze Bücher schreiben. Einerseits werden Summen sprichwörtlich zum Fenster geworfen, auch bei der Protheseversorgung und andererseits soll und wird eingespart, da werden Familien an den Rand des Wahnsinns getrieben, dies fängt schon bei Kleinkindern an und hört bei der älteren Generation auf. Da wird das Gesundheitssystem angeklagt, von den wirklichen Problemen hinter den Kulissen, die maßgeblich auch für die Probleme sorgen, davon will Keiner etwas hören geschweige denn diese thematisieren, man könnte ja in diesem System schnell selbst in der Schußlinie stehen. Darum wird darüber nur am Rande diskutiert.

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huginzwei 14.08.2016, 19:43
14.

Zitat von aurichter
Auch Sie glauben an das Gute, welches gerade von Kassenseite - trotz anderslauternder Urteile des BSG - sehr gern und oft blockiert wird. Unterhalten Sie sich mit Betroffenen, dann werden Sie sich wundern, wie die Kassen diese Versorgungspraxis handhaben. Ich bin selbst betroffen und könnte Ihnen auch Geschichten, keine Märchen! erzählen, eigene und von Leidensgenossen, da bleibt Ihnen die Spucke weg. Wie hier in einer Blockadepolitik mit Menschen umgegangen wird, das spottet jeder Beschreibung, da wird das GG mit der Würde mal komplett in die Tonne getreten. Vor allem wie perfide in Ablehnungen von Kostenübernahmen argumentiert wird, das zermürbt eben Betroffene. Mir persönlich sind Fälle bekannt, wo nach einer positiven Dokumentation mit einem C-Leg ältere, aber noch sehr willige und rege Menschen die Versorgung nicht bekommen haben. Von einhundert Anträgen werden aus den unterschiedlichsten Gründen achtzig bis neunzig abgelehnt und Kostenübernahmeverfahren manchmal jahrelang verzögert, in der Hoffnung, das hier die Betroffenen a) aus Altersgründen versterben oder b) den zermürbenden Kampf aufgeben. Schon sparen die Kassen an der Stelle ein, egal was Urteile des Bundes-Sozial-Gericht dazu Aussagen. Würde ist in diesen erbärmlichen Vorgängen ein Fremdwort.
Ich berichte bisher nur aus meiner eigenen Erfahrung, wie ich mit der Kasse bzw. Versorgungsamt klargekommen bin.
Ich habe, wenn mir der Dienstweg zu lang erschien, es durchaus gebracht, dass ich jeden Tag beim Sachbearbeiter angerufen habe und ihn fragte, wie ich "helfen" kann, dass es schneller voran geht.
Mit ein bischen Vorbereitung aus dem Internet (entsprechende Urteile) klappte das bei mir.
Ich habe früher einmal eine SHG aufgebaut und geleitet. Ich kenne also auch andere Geschichten.
Im einbeinigen Bekanntenkreis kenne ich 2 Männer, die mit einem "analogen" Kniegelenk herumlaufen. Beide sind übrigens gute Tänzer. ;-)
Zum Thema Verzögerung: Es gibt das Patientenschutzgesetz (oder so ähnlich). Da muss man innerhab von 5 Wochen einen Bescheid bekommen. Sonst gilt die Versorgung als genehmigt. Dazu gibt es auch schon Urteile im Net.
Ich glaube übrigens nicht an das Gute im Menschen. Ich versuche nur mit den Vorschriften umzugehen, die es gibt.

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mariakäfer 14.08.2016, 20:12
15. @limubei

Nur ein kleiner Hinweis: Es heißt 100te

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Grorm 14.08.2016, 20:23
16. Behinderung....

Zitat von lachina
ja, natürlich kann man um seine Rechte kämpfen, wenn man die Nerven hat, aber ich finde es traurig, dass behinderte Menschen das überhaupt müssen. Sollten sie nicht überall und von allen Stellen die größtmöglichste Unterstützung erfahren, um ein einigermaßen gutes Leben führen zu können? Wieso müssen sie überhaupt kämpfen, wieso wird nicht alles Mögliche getan???
Ehrlich gesagt, ich verstehe die Problematik nicht so ganz:
Als ich noch arbeiten konnte, war das Verschreiben auch komplizierter Prothesen kein Problem, die Kassen zahlten anstandslos für alle meine Orthesenrezepte.
Btw., @ mrotz: Beinprothesen sind grundsätzlich Spezialanfertigungen, die kann man nicht wirklich "von der Stange" produzieren, sie müssen dem Stumpf angepasst werden, das ist meistens nicht so leicht. Und oft schludern die Allgemeinchirurgen gerne beim Formen eines guten Stumpfes. Andererseits kann ich auch gut lästern, ich amputierte eh niemals etwas, seit mir während meiner ersten Amputation schlecht geworden war und ein Kollege zu Ende operieren musste. Dank eine Attestes, dass ich für Amputationen einfach zu sensibel sei und Orthopäden eh nie amputieren würden (die allermeisten laufen ohnehin unter "septische OP", aber septische OPs sind grundsätzlich nichts für einen orthopädischen OP-Saal), wurden sie mir einfach offiziell aus meinem OP-Katalog gestrichen.

Dann wurde ich durch einen septischen Schock selber erwerbsunfähig, bekam sofort problemlos meine 100% Behinderung und ein Hausmädchen gestellt, weil ich für Hausarbeiten oder Einkaufen schlichtweg zu schwach bin. Das schaffte die Sozialarbeiterin des Krankenhauses, in dem ich lange 3 Monate lag, innert eines einzigen Tages! Das Einzige, was mich verwundert, ist, dass die Kasse mir Taxifahrten nur zahlte, als ich noch an der Dialyse war. Mein Labor wäre noch immer dialysepflichtig, aber ich selbst mag nicht mehr, mit vielen Tricks und Medikamenten klappt es auch halbwegs ohne. Also bekomme ich auch kein Taxi mehr bezahlt. Für mich recht unlogisch, erspare ich der Kasse doch zumindest die teure Dialyse. Aber dafür gross zu klagen, ist es mir nun auch nicht wert, bei mir in der Nähe gibt es zwei Bushaltestellen für zwei verschiedene Linien in die Innenstadt direkt vor meine nephrologische Praxis ...

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wauz 14.08.2016, 20:42
17. Das ist die Sorte

Zitat von mrotz
Lösung: Nur noch Top-Prothesen herstellen. Massenfertigung sorgt für geringere Kosten. mfg
von Schlau-Sprüchen, die immer von den Leuten kommen, die von der Materie keine, aber auch gar keine, Ahnung haben.
Erstens: es gibt keine zwei gleichen Menschen und auch nicht zwei gleiche Beine. Da fällt eine Standardisierung, die über Typ und Funktionsumfang eines "Holzbeines" hinaus gehen, schon sehr schwer. Dazu noch gibt es auch nicht die Norm-Amputation. Heißt: Jede Prothese ist eine individuelle Anfertigung. Die Hauptarbeit ist dabei, sie an die Möglichkeiten des Trägers anzupassen. Und das wird mit der ganzen Elektronik keineswegs einfacher.
Ein Bekannter von mir hat sich als Maschinenbauer im Diplom an einem künstlichen Kniegelenk versucht. Und obwohl seine Idee keineswegs doof war, war sie nicht umzusetzen.
Es ist halt nicht so einfach, dass solche Schlaubis wie Sie mal kurz das Rad neu...

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joe_spon 14.08.2016, 20:48
18. Kein Problem

Zitat von brunnersohn
> dass die Berechtigungen für Parken auf > Behindertenparkplätze äusserst schwer zu bekommen >sind.
Machen Sie es doch einfach wie viele Mitbürger bei unseren Supermärkten: Ohne Parkausweis und erst recht ohne Behinderung dort parken, und einen dann, wenn man was sagt, auch noch anpöbeln...

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brunnersohn 14.08.2016, 21:08
19.

@ joe_spon
leider ist es nicht so einfach: Parkplätzeauf dem Supermarktgelände, die als Behindertenparkplätze ausgewiesen sind, können von Menschen ohne Behinderung benutzt werden, ohne dass man dagenen was machen kann. ruft man die Polizei, sagen die, dass es ein Privatparkplatz sei und man da nichts machen könne..
Das Leben wird hier komplizierter gestaltet als notwendig.

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