Forum: Gesundheit
Leben nach Amputationen: "Für einen Parkausweis müssen schon beide Beine fehlen"
Claudia Kabel

Carla Pöschl erlebt einen Albtraum: Nach einem medizinischen Routineeingriff werden ihr beide Beine amputiert. Seither kämpft sie bei Krankenkassen für sich und andere Betroffene um bessere Prothesen.

Seite 4 von 5
wauz 14.08.2016, 22:26
30. Im Prinzip ja

Zitat von Grorm
Sobald an der Einfahrt auf dem Supermarktgelände das Schild steht: "Hier gilt die StVO!" hat die Polizei schon wieder die Handhabe. Ansonsten kann man auch den Geschäftsführer des Supermarktes ansprechen, er kann, wenn er will, den Falschparker anzeigen. Abschleppen lassen hingegen wird wohl kaum möglich sein, da man mit Sicherheit noch einen freien, passenden Parkplatz finden könnte und nach § 254 II BGB eine Schadensminderungspflicht hat ...
Aber: Polizei mag sich nicht um "ruhenden" Verkehr kümmern. Zu viel Arbeit! Das mögen doch bitte die Damen und Herren vom Ordnungsamt übernehmen. Die sind ja meist schon angesäuert, wenn man sie anfordert, um eine Entfernung eines Fahrzeuges aus einer Feuerwehrzufahrt anzuordnen. Das fällt unter die gleiche Kategorie wie "nicht blinken", oder "mit 60 durch die Stadt fahren" (machen die lieben Freunde und Helfer nämlich auch).

Beitrag melden
Doppeldope 14.08.2016, 22:28
31. Nicht mit den Krankenkassen

Die Dame hat natürlich Anspruch aber 1. zahlen die Krankassen ungern, was wirklich hilft und teuer ist und 2. wird das Geld gerade anderswo gebraucht, wobei sich jeder aufsuchen mag, wo.

Beitrag melden
wauz 14.08.2016, 22:29
32. Sie sind da zu sehr auf sich zentriert...

Zitat von huginzwei
Naja, die hohe Kunst ist es einen Schaft zu bauen. Alles was unterhalb des Schaftes ist, kann ich als Anwender, bewaffnet mit einem 4er Imbusschlüssel, selbst zusammenschrauben bzw. zerlegen. Um ein elektronisches Kniegelenk einzustellen brauche ich die entsprechende Software und eine Lizenz. Mein aktuelles Kniegelenk kann ich über eine App limitiert einstellen und den 4er Imbus habe ich im Geldbeutel, falls mal der Fuss abfällt. ;-)
Es gibt ja nicht nur Oberschenkelamputierte. Da gibt es doch eine enorme Spannweite, was mögliche Varianten betrifft.
Und was der Orthopädiemechaniker in seiner Werkstatt alles gemacht hat, bevor Sie zum Anpassen kamen, wissen Sie vielleicht gar nicht.

Beitrag melden
wauz 14.08.2016, 22:44
33. Das stimmt so nicht

Zitat von dasbeau
Auf einem privaten Gelände hat die Polizei diesbezüglich keine Handhabe, auch wenn "StVO" dransteht. Der Eigentümer oder auch Besitzer dürfen im Grunde eigene Regeln aufstellen, viele greifen einfach auf die StVO zurück. Deswegen hat die Polizei noch lange nicht das Recht, diese auf dem Privatgrundstück durchzusetzen. Das darf sie nur im öffentlichen Raum.
Die bloße Tatsache, dass ein Gelände in privatem Besitz ist, macht noch nicht, dass in keinem Fall die Polizei für den Verkehr zuständig ist.
Den Unterschied erkennt man an den Formulierungen: "Hier gelten die Bestimmungen der StVO" heißt: Privatgelände, keine öffentliche Nutzung, private Regelung aus Faulheit an die StVO angepasst. Wenn aber steht "Hier gilt die StVO", dann ist das Gelände dem öffentlichen Verkehr zugänglich und gewidmet. Dann darf man auch nicht ohne Führerschein fahren, und die Polizei dürfen Autofahrer auch "blasen" lassen. Sie könnten auch sich um Behindertenparkplätze kümmern. Mögen sie aber nicht. Zu viel Arbeit.

Beitrag melden
w.diverso 14.08.2016, 22:50
34. @ wauz

Zitat von wauz
Das ist die Sorte von Schlau-Sprüchen, die immer von den Leuten kommen, die von der Materie keine, aber auch gar keine, Ahnung haben. Erstens: es gibt keine zwei gleichen Menschen und auch nicht zwei gleiche Beine. Da fällt eine Standardisierung, die über Typ und Funktionsumfang eines "Holzbeines" hinaus gehen, schon sehr schwer. Dazu noch gibt es auch nicht die Norm-Amputation. Heißt: Jede Prothese ist eine individuelle Anfertigung. Die Hauptarbeit ist dabei, sie an die Möglichkeiten des Trägers anzupassen. Und das wird mit der ganzen Elektronik keineswegs einfacher. Ein Bekannter von mir hat sich als Maschinenbauer im Diplom an einem künstlichen Kniegelenk versucht. Und obwohl seine Idee keineswegs doof war, war sie nicht umzusetzen. Es ist halt nicht so einfach, dass solche Schlaubis wie Sie mal kurz das Rad neu...
Sie haben aber auch kein Ahnung! Klar sind die Schäfte Maßanfertigung, aber die Prothese selber wird schon in Serie hergestellt, und die Elektronik bei den teueren Ausführung macht es natürlich leichter sie an den jeweiligen Patienten anzupassen. Außerdem ermöglich erst die Elektronik Funktionen die eine vernünftige Nutzung möglich macht. Stiegen abwärts gehen oder mit dem Rad fahren.

(Ich war bei der Entwicklung des C-Legs lange Jahre am Rande dabei, ich weiß also in etwa worum es dabei geht.)

Beitrag melden
111ich111 14.08.2016, 22:52
35. Nö.

Zitat von dasbeau
Auf einem privaten Gelände hat die Polizei diesbezüglich keine Handhabe, auch wenn "StVO" dransteht. Der Eigentümer oder auch Besitzer dürfen im Grunde eigene Regeln aufstellen, viele greifen einfach auf die StVO zurück. Deswegen hat die Polizei noch lange nicht das Recht, diese auf dem Privatgrundstück durchzusetzen. Das darf sie nur im öffentlichen Raum.
Es kommt darauf an, ob der Bereich als "öffentlicher Verkehrsraum" zu werten ist. Bei einem Supermarktparkplatz ist das grundsätzlich anzunehmen, egal wer der Eigentümer ist. Ist auch bei "Privatstraßen" und gemeinschaftlichen Spielstraßen so. Sie können ja mal besoffen während der Geschäftszeit auf einem Supermarktparkplatz rumgurken und dann der Polizei erzählen, sie hätte keine Handhabe, da dies keine öffentliche Straße sei. Viel Erfolg ...

Beitrag melden
ProbeersEinfach 14.08.2016, 23:07
36.

Zitat von lachina
ja, natürlich kann man um seine Rechte kämpfen, wenn man die Nerven hat, aber ich finde es traurig, dass behinderte Menschen das überhaupt müssen. Sollten sie nicht überall und von allen Stellen die größtmöglichste Unterstützung erfahren, um ein einigermaßen gutes Leben führen zu können? Wieso müssen sie überhaupt kämpfen, wieso wird nicht alles Mögliche getan???
Sehe ich genauso, eigentlich müsste es eine feste jährliche Zahlung im 5-stelligen Bereich geben, je nach Behinderungsgrad, und dazu sämtliche Vorteile, damit ZUMINDEST einigermaßen der Zustand vor der Behdinderung erreicht werden kann.

Dass Behinderte dann neben ihrem Schicksal noch vor Gericht jahrelang kämpfen müssen ist ekelhaft und ein Skandal!

Beitrag melden
Etienne LM 14.08.2016, 23:07
37. .. Parkplatzrecht

Zitat von dasbeau
Auf einem privaten Gelände hat die Polizei diesbezüglich keine Handhabe, auch wenn "StVO" dransteht. Der Eigentümer oder auch Besitzer dürfen im Grunde eigene Regeln aufstellen, viele greifen einfach auf die StVO zurück. Deswegen hat die Polizei noch lange nicht das Recht, diese auf dem Privatgrundstück durchzusetzen. Das darf sie nur im öffentlichen Raum.
Immer noch falsch, genauso wie die Beiträge davor.
Solange der Parkplatz durch Jedermann befahren werden kann (im Gegensatz z.B. zu einen Firmengelände mit Pförtner) ist es öffentlicher Verkehrsraum und die Polizei darf dort gegen zu Unrecht auf Behinderdenparkplätzen Parkende vorgehen.

Das Problem ist zumeist der fehlende Behindertenparkplatz gemäß StVO. Denn das wird der Parkplatz nur, wenn das Ordnungsamt o.ä. dort das offizielle "Zeichen 314 in Verbindung mit dem Zusatzschild 1044-10 (StVO)" hinstellt. Das ist meist nicht der Fall. Alles andere (Rollstuhl auf dem Boden gemalt) hat keinerlei rechtliche Bewandnis.

Beitrag melden
Grorm 14.08.2016, 23:35
38.

Zitat von dasbeau
Auf einem privaten Gelände hat die Polizei diesbezüglich keine Handhabe, auch wenn "StVO" dransteht. Der Eigentümer oder auch Besitzer dürfen im Grunde eigene Regeln aufstellen, viele greifen einfach auf die StVO zurück. Deswegen hat die Polizei noch lange nicht das Recht, diese auf dem Privatgrundstück durchzusetzen. Das darf sie nur im öffentlichen Raum.
Landgericht Potsdam (Urt. v. 06.11.2003 - 27 Ns 143/03):
"[...] Der Begriff des Strassenverkehrs im Strafrecht erfasst jede Art von Verkehr, der der Fortbewegung von Fahrzeugen, Radfahrern und Fussgängern auf allen Wegen, Plätzen, Durchgängen und Brücken dient, die jedermann oder wenigstens allgemein bestimmte Gruppen von Benutzern - wenn auch nur vorübergehend oder gegen Gebühr - zur Verfügung stehen; dieser Begriff unterscheidet sich von dem strassenrechtlichen Wortgebrauch. Handelt es sich in diesem Sinne um eine öffentliche Verkehrsfläche, wie z.B. im Parkhaus eines Warenhauses usw., dann sind die Regeln des Straßenverkehrsrechts (StVG, StVO, StVZO) direkt anwendbar [...]"

Beitrag melden
Stefan_G 15.08.2016, 07:58
39. zu #16

Zitat von mariakäfer
Nur ein kleiner Hinweis: Es heißt 100te
Nur ein kleiner Hinweis: So heißt es auch nicht, denn
"100te" wäre gleichzusetzen mit "Hundertte", was falsch ist. Es heißt tatsächlich "Hunderte".

Übrigens im Gegensatz zu "100stel". Das ist erlaubt und wird auch allgemein gebraucht, denn es kürzt tatsächlich "Hundertstel" ab.

Beitrag melden
Seite 4 von 5
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!