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Lebenskrise: Vom Schwergewicht zum Gleichgewicht
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Weg von höher, schneller, weiter: Michael Klotzbier, Ex-160-Kilo-Mann, begräbt seine Mission, unter 100 Kilo zu wiegen. Warum? Weil er als "Botschafter der Dicken" gegen die Stigmatisierung von Übergewichtigen kämpft.

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qoderrat 12.02.2019, 13:37
50.

Zitat von acitapple
Ich kann es echt nicht fassen. Klingt wie ein Ex-Raucher, der Jahre durchgehalten aber doch wieder mit dem Rauchen angefangen hat. Alle Mühen und Kämpfe ignoriert und wieder zurückgefallen.
Komplett unterschiedliche Ausgangslage überhaupt nicht vergleichbar. Mit dem Rauchen aufhören waren 2 Wochen Überwindung, und dann war das Schlimmste überstanden.

Mit dem Essen kann man nicht aufhören, das ist ein ständiger Kampf mit dem Appetit, über den man nie hinweg kommt, das verfolgt einen den Rest des Lebens. Schon die Leistung so viel abzunehmen wie beim Protagonisten ist aussergewöhnlich, aber dauerhaft beizubehalten, da muss man schon echt hart zu sich selbst sein. Könnte ich auch nicht, gebe ich offen zu, und ich gebe ebenso offen zu, dass mir so ein starker Verzicht sehr viel von der Lebensqualität nehmen würde.

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NewYork76 12.02.2019, 20:05
51. Leider viel Unsinn

Hier muss man leider viel Unsinn lesen.

Es wird von Manchen ja geradezu so getan als ob das persoenliche Gewicht eine unbeeinflussbare Groesse ist (wie die Koerpergroesse).

Aber das ist einfach Unsinn. Wie mein Vater zu sagen pflegte: Schneewehen weht der Wind zusammen und nur selber essen macht dick.

Oder anders: Es gibt zwar Faktoren, die Uebergewicht beguenstigen, aber im Endeffekt ist es ganz einfach: Gesundes Essen in der richtigen Menge haelt schlank, Ungesundes Essen im Uebermass macht fett. Und wie ja auch das Beispiel von Herrn Klotzbier zeigt: Es ist fuer JEDEN moeglich ein gesundes Gewicht zu erreichen. (und nein, ein BMI von ueber 35 ist fuer 98% der Menschen NICHT gesund)

Mich aergert diese Relativierung nach dem Motto "Wohlfuehlgewicht" sowieso. Da gibt es ein gewaltiges Gesundheitsproblem in unserer Wohlstandsgesellschaft und statt dass man versucht das Problem zu loesen, wird einfach das Problem zu einem Nicht-Problem umdefiniert.

Konkret zum Thema: Es gibt gute und nachhaltige Wege, wie man ein normales Koerpergewicht bekommt und beibehaelt.
Sport ist ein Aspekt, aber gesunde Ernaehrung ist der Hauptfaktor. (im Verhaeltnis von ca. 20% - 80%). Natuerlich ist Abnehmen schwierig. Die Lebensmittelindustrie pumpt die verarbeiteten Lebensmittel mit Zucker, Salz und anderen natuerlichen sowie kuenstlichen Geschmacksverstaerker voll. Die Menschen werden regelrecht abhaengig gemacht von Zucker, Staerke und Salz.

Was ist die Loesung? Bei mir hat eine Umstellung auf kaum verarbeitete Lebensmittel geholfen. Viel Gemuese, viel Fisch und Eier, wenig Fleisch und Obst/Fruechte. Als Snack gibt es Nuesse.
Wer gewicht verlieren will, der laesst die unnoetigen Kohlehydrate und Milchprodukte weg. Ich habe nun ein Gewicht erreicht mit dem ich zufrieden bin. Mehr als 2x die Woche Sport mache ich selten. Am Wochenende esse und trinke ich eigentlich was ich will (Kaese, Kuchen, Brot, Schokolade, Bier, Wein, etc...).
Am Montag habe ich dann 1-2kg mehr auf den Rippen und nach der Wochentags-Routine sind die aber auch schon wieder runter.

Und das hat auch nichts mit "Veranlagung" zu tun. Wenn ich dauernd masslos essen wuerde, waere ich ganz schnell wieder bei 20-40kg mehr.

Also weniger Jammern und weniger Essen. Das Tolle ist, wenn man sich gesund ernaehrt, dann fuehlt man sich auch besser...

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Newspeak 12.02.2019, 22:46
52. ....

"Warum wird dann ungesundes Dicksein entschuldigt"

Weil man auch ungesunde Dummheit entschuldigt. So wie alle Dinge, für die man nicht nur alleine etwas kann. Ja, Dicke ernähren sich falsch. Aber es ist ebenso wissenschaftlich erwiesen, dass der gesamte Stoffwechsel eines Dicken nicht stimmt. Genetisch oder erworben. Werden Sie also nie dick, und loben Sie sich dafür, oder freuen Sie sich einfach über die guten Gene, und üben Sie soviel Nachsicht über die Macken Anderer, wie Andere dies bei Ihren Macken tun. Die Sie ohne Zweifel haben, so wie jeder Andere von uns, nur vielleicht mit dem Unterschied, dass man es noch nicht auf den ersten Blick sieht.

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medhusahh 13.02.2019, 16:24
53.

Zitat von Newspeak
Aber es ist ebenso wissenschaftlich erwiesen, dass der gesamte Stoffwechsel eines Dicken nicht stimmt.
Nein, ist es nicht. Wer weniger zu sich nimmt, als er verbraucht, nimmt ab. Das ist reine Physik. Eine Differenz von 7000 kcal führt grob zu einer Abnahme von 1 kg Fett. Es gibt dann ein paar Faktoren, die den Kalorienbedarf des Körpers beeinflussen: hohes Gewicht braucht mehr, da das Fett auf Körpertemperatur gehalten werden muss und weil es insgesamt mehr verbraucht, die hohe Körpermasse zu bewegen. Ein geringer Muskelanteil ist eher kontraproduktiv, das macht dann etwas weniger aus. Die berühmte Schilddrüsenunterfunktion lässt sich mit entsprechender Medikation sehr gut einstellen etc. pp.

Viele Übergewichtige haben leider eine Disposition zu hohem Appetit auf Zucker und Fett, viel ist allerdings auch anerzogenes / eingeübtes Verhalten. Und natürlich gibt es viele Menschen, die emotionale Belastungen mit Nahrungsaufnahme kompensieren. Ausserdem vergeht einem bei einem hohen Gewicht die Lust auf Bewegung -> weniger Leistungsumsatz -> Gewichtszunahme. Ein Teufelskreis.

Aber alles in allem ist Adipositas eher ein Wahrnehmungsproblem bezügliche der aufgenommenen Kalorienmenge als ein Stoffwechselproblem.

Ich persönlich kann aus eigener Erfahrung nur jedem der Gewicht reduzieren will raten, die aufgenommene Nahrungszufuhr möglichst genau, ohne Schummelei zu dokumentieren und den Verbrauch über einen Fitnesstracker zu erfassen. Damit hat das Stochern im Nebel ein Ende man gewinnt Klarheit darüber, wo es hakt und wo man lockerer sein kann. Kurzfristig schwankt das Gewicht leicht mal um 1-x kg, je nach Ausgangsgewicht aber jeder, der über lange Zeit gewissenhaft dokumentiert kann nach einiger Zeit die Abnahme ganz genau mit dem erzielten Kaloriendefizit in Verbindung bringen. Und bevor jemand einwendet, das sei doch ein hoher Aufwand: es ist ein geringer, wenn man die sonst üblichen Behandlungsmethoden für Adipositas heranzieht.

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Tura09 13.02.2019, 19:50
54. Dünn ist, wer soviel isst, wie er verbraucht!

Entgegen der gern verbreiteten Meinung, dass Dünne essen können, was sie wollen, ist es tatsächlich so, dass es eines lebenslangen Konzeptes und Disziplin bedarf, um seine Figur schlank zu halten. Nur wenn man es schafft, gesunde und angepasste Ernährung , sowie auch regelmäßigen Sport zu einer immerwährenden inneren Haltung werden zu lassen, wird es bei den meißten Menschen mit der "Wunschfigur" klappen.
Als Kind wurde ich von meinen Eltern ständig wegen vermeintlich zu vieler Pfunde gehänselt. In den 60er Jahren galt man schon als dick, wenn man bei 163 cm Körpergröße 54 kg gewogen hat! Heute wären viele froh, wenn sie nicht mehr wiegen würden. Diese Demütigungen haben bei mir dazu geführt, dass ich aus Frust erst recht gegessen habe. Mit Anfang 20 wog ich dann, nach viel JoJo-Gewicht hin und her, 63 kg. Grund genug, für einen Kommilitonen, sich über mich zu mokieren. Zwar ärgerte es mich gewaltig, aber es war meine "Umkehr". Ich beschloss abzunehmen und nie wieder dick zu werden (ich weiß, es war nicht wirklich sehr dick, aber eben schon zuviel). Von da an habe ich meine innere Haltung geändert. Meine Ernährung wurde anders. Ich begann vollwertig zu essen und kaum Zucker zu mir zu nehmen. Ich begann regelmäßig Sport zu machen, später auch eine Psychotherapie. Bis heute - ich bin jetzt 57 Jahre alt - halte ich mein Gewicht bei ca. 51 KG. In Puncto Ernährung muss ich noch mehr aufpassen und auch mehr Sport machen, um dieses Gewicht zu halten. Ich versuche nie mehr als 500 Gramm zuzunehmen. Es ist eine innere Haltung mit der ich gut zurecht komme. Es ist kein Kampf mehr! Aber es ist Disziplin.
Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er es handhaben möchte. Wir sind für uns selbst verantwortlich.

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hmpf765 13.02.2019, 22:27
55. Was mich am meisten an der Geschichte nervt...

ist das riesige Gewese, das Herr Klotzbier um seine Kilos macht. Wie andere bereits schrieben, sind 1 kg Fett ca. 7000 kcal, also ca. 14 Tafeln Schokolade, die man über seinen Verbrauch hinaus essen muss! Wenn man dann pro Woche mehrere 100 km radfährt und dazu Lauf- und Schwimmtraining absolviert, sind das Berge, die man essen (oder Eimer an Bier, die man trinken) muss, um in so kurzer Zeit so viel zuzunehmen, aber ganz sicher nicht "ein Bierchen hier, ein Törtchen da".
Schlank und in Form zu sein bzw. dort erst einmal hinzukommen erfordert Arbeit und Disziplin, ja, macht aber auch Spaß. Aber mal im Ernst: Allein das Theater mit Doktor und persönlichem Trainer etc. pp., um einen flachen Marathon in knapp 5h zu "laufen" ist doch schon fragwürdig. Das ist zügiges Gehtempo; wenn man diesen Stand erreicht hat, kann man langsam anfangen, tatsächlich zu trainieren, und dann macht es auch irgenwann Spaß, weil sich das Laufen tatsächlich nach Laufen anfühlt, also so, wie es von der Natur eigentlich mal "gedacht" war (der Mensch ist eigentlich ein Lauftier, mal das Buch "Born to run" lesen, ist ziemlich spannend!).
Aber wenn man sucht, findet man immer eine Ausrede, warum man gerade heute viel zu viel essen musste (die Arbeit, der Stress, ...), man schlecht drauf, der Regen zu nass, der Abend zu dunkel oder die Luft 1,3° zu kalt ist und man nicht trainieren konnte, und - schwupps - hat man schon wieder 1 Kilo mehr drauf. Und nächste Woche wieder usw.
Oder man gibt sich irgenwann einen Tritt in den Ar***, zeigt seinem Schweinehund, wer das Sagen hat und macht einfach.
Sorry, Herr Klotzbier, ich dacht damals (vor ca. 2 Jahren?), dass Ihr Projekt ganz spannend werden könnte, aber offenbar sind Sie doch nur einer von vielen Jammerlappen, die viel Wind machen, aber am Ende kommt nichts bei rum. Schade eigentlich!
Und es geht mir wirklich nicht um einen missionarischen Eifer oder so, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwie gesund sein kann, wenn ich tagein tagaus mehr als meine Frau wiegt mit mir herumschleppen müsste.

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