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Legale Drogen: So werden Alkohol- und Nikotinsüchtige künftig behandelt
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Nie wieder rauchen, endlich vom Alkohol loskommen: Zwei medizinische Leitlinien sollen sicherstellen, dass Menschen mit Suchtproblem optimale Hilfe erhalten. Ein Aspekt ist dabei geradezu revolutionär.

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bluemi 03.02.2015, 17:34
1. Raucher - Individuell verschieden

Ich wehre mich gegen den Satz "Weniger spricht die Datenlage für eine Hypnotherapie und Akupunktur." Letztendlich ist es individuell sehr verschieden, was wirklich hilft, um abstinent zu werden. Ich selbst bin nach 35 Jahren starken Rauchens und vielen gescheiterten Versuchen, mit diversen Hilfsmitteln davon wegzukommen, durch eine auf Akupunktur basierende Laserbehandlung (2 Sitzungen á 45 Minuten) mittlerweile seit 5 Monaten clean. Da ich zuvor selbst nicht so richtig dran geglaubt hatte, hat es mit Autosuggestion nichts zu tun; es hat wirklich geholfen, die extreme Gier nach Nikotin entscheidend zu lindern.

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Koalabärin 03.02.2015, 17:41
2. Die Politik ist gefragt....

ob sie antworten wird, steht auf einem anderen Blatt. Zu groß sind die Staatseinkünfte aus Steuern von Rauchern und Säufern.
Leider konnte ich in meinen jungen Jahren schon zu der Einsicht kommen, daß diese Demokratie eine ziemlich zynische Einstellung zu Ihren Lakaien hat.
Dies wird definitiv kein Projekt der oberen Priorität.
Insofern: Richtige gute Vorarbeit. Glückwunsch. Nur denke ich, daß sie versanden wird.

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pommbaer84 03.02.2015, 17:42
3. Alkohol gesellschaftlich akzeptiert.

Bei uns wächst man mit Alkohol auf. Den ersten Schnaps gibt's bei der Familienfeier mit 15 unter Aufsicht der Eltern. Alkohol ist überall zugänglich und man lernt damit umzugehen.
Das amüsante : ich kenne nicht einen Alkoholiker, aber viele die gerne mal was trinken.
Getrunken wird bei uns nur mit Anlaß, nicht aus Frust und nicht aus Langeweile. Das ist in meinen Augen der entscheidende Punkt.

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huginundmunin 03.02.2015, 17:43
4. Interessant...

Bei Alkoholikern akzeptiert man inzwischen den Ansatz der Konsumreduktion, bei Rauchern ist aber die totale Abstinenz weiterhin das unumstößliche Ziel.
Wenn dieses kein schöner Beweis dafür ist, aus welchen Fanatikern die Anti-Tabak-Lobby besteht und wie sie Studien und Empfehlungen nach ihrem Gutdünken steuern.

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Jochen.Bold 03.02.2015, 17:44
5. Fettsüchtige

Die "Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde" sollte sich zur Verbesserung der Einkommenssituation ihre Mitglieder auch um die Fettsüchtigen kümmern. Viel Behandlungspotential. Fast vier Millionen Fälle jedes Jahr.

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submerger 03.02.2015, 17:46
6. Wie wäre es denn

mit der Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins? Es sind doch klare Zeichen von eigener Schwäche und mangelnder Selbstdisziplin, wenn man trotz guten Vorsatzes nicht aufhören will. Ich habe Bekannte, die durch einen erlittenen Schock von einem Tag auf den nächsten aufgehört haben in Kette zu rauchen. Da wurde ein Knoten im Hals festgestellt, der auf Krebs hindeutete. Gottseidank hat sich dieser Verdacht später als falsch erwiesen. Kurzum, dieser Schock führte zur sofortigen Einstellung des Kettenrauchens. Was unter solchen Bedingungen möglich ist, scheint auch bei genug eigenem Selbstbewusstsein möglich zu sein- man muß nur wollen. Was nützt aller medizinischer Fortschritt, wenn man selber zu schwach ist, mitzumachen?

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wauz 03.02.2015, 17:48
7. Diagnose- und Behandlungsleitlinien sind wertvoll

Ein ganz großes Problem bei der Erkennung von Süchten ist: zu viele Ärzte, gerade Haus- und Allgeminärzte trinken und rauchen selbst, oder sind von Medikamenten abhängig. Die Beschönigung des eigenen Konsum verstellt dann den Blick auf die Realitäten. Auch viele Ärzte, die nicht selbst süchtig sind, haben oft erschreckend merkwürdige Vorstellungen von den Erscheinungsformen einer Abhängigkeitserkrankung. Viele Trinker werden erst als Alkoholiker wahrgenommen, wenn sie bereits schwere Ausfallserscheinungen zeigen. Deutlich zu spät! Diagnoserichtlinien können da eindeutig helfen, auch in dem ein Arzt seine Fragen zu Konsum präziser stellt. Genau genommen, gehört ein Sucht-Check genauso in eine Jahresuntersuchung, wie z.B. die Kontrolle der Langzeit-Blutzuckerwerte. Da die leber hart im Nehmen ist, können menschen schon sehr weit mit ihrer Suchtentwicklung vorangekommen sein, bis die die Leberwerte Alarm geben.
Und generell gilt: jedes Weniger an Suchtmittel ist schon ein Erfolg!

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opa klaus 03.02.2015, 17:51
8. Es geht ohne Nikotin!

Vor 7 Jahren habe ich als letzten Versuch eine
Lasertherapie gemacht und siehe da, ich rauche nicht mehr! Es war und ist so, als hätte ich nie geraucht.
Null Entzugserscheinungen! Die 150 Euro hatte ich in einer Woche wieder rein.

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Der Achtsame 03.02.2015, 17:55
9. Ich bin selbst Betroffener...Bin Polytoxikomane...

Mehrfachabhängiger und seit einer Langzeittherapie die 1982 beendet wurde, lebe ich absolut clean and dry. Kennzeichen für eine Suchterkrankung ist der Kontrollverlust. Diesen hatte ich auch....und meine Sucht führte mich bis in die Obdachlosigkeit....Vor meiner jetzt jahrzehntelangen Abstinenz hatte ich auch "Rückfälle", trank wieder, nahm Drogen und Tabletten....und das sofort unkontrolliert.
Ich bin deshalb schon sehr verwundert, dass plötzlich Alkoholkonsum kontrolliert, von Abhängigen, kontrolliert praktiziert werden soll. Damit wird eigentlich der Krankheitsbegriff, der durch den Kontrollverlust charakterisiert wird, ad absurdum geführt. Ich kann mir als seit fast 33 Jahren lebender genesener Suchtkranker auch nicht wirklich vorstellen, dass dies funktioniert. Zu viele Freunde und Freundinnen von mir sind rückfällig geworden und qualvoll gestorben....nur jene..die abstinent leben.....führen bis heute ein weitest gehend zufriedenes nüchternen Leben. Ich rauche auch seit über 4 Jahren nicht mehr..und ich habe seit meiner frühsten Jugend geraucht. Auch hier gilt für mich: Nur aufhören hilft...reduzieren...der Vorsatz weniger zu rauchen, hält nicht lange vor..und schnell ist man wieder beim alten Konsum. Ich kenne viele Beispiele die dies belegen.
Ich denke der Grund für den Paradigmenwechsel liegt viel mehr an zwei Faktoren: Zum Einen werden wir mehr und mehr eine Süchtige Gesellschaft...in vielerlei Hinsicht..legal oder illegale Drogen....oder Tabletten....das spielt keine Rolle..von den stoffungebundenen Süchten einmal abgesehen.
Es gibt also immer weniger Vorbilder für Abhängige, die ein abstinentes Leben vorleben. Wir sehen es bei den Drogen mit der Ersatzdroge Methadon, ähnliches gilt für Alkoholabhängigkeit..da gibt es auch Medikamente..,..die als Ersatz dienen....u.s.f....Wir kapitulieren vor der Krankheit. Das habe ich vor Jahren schon voraus gesehen.
Zumal sich lukrative weitere Verdienstmöglichkeiten ergeben...an mir..ich lebe clean and dry..verdient niemand mehr....praktizierende Suchtkranke brauchen ständige Begleitung..die kostet Geld....neue Töpfe werden da aufgemacht...
Ich finde das sehr bedauerlich...denn unsere Zeit benötigt dringend nüchterne Köpfe....im wahrsten Sinne des Wortes....Ich befürchte..es werden immer weniger.

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