Forum: Gesundheit
Libysche Patienten in deutschen Kliniken: Nur noch gegen Vorkasse
REUTERS

Im Streit über die Behandlungskosten für Kriegsverletzte aus Libyen warten einige Krankenhäuser bis heute auf ihr Geld. Das Problem offenbart peinliche Versäumnisse eines scheidenden deutschen Ministers - und die Überforderung einer Botschaft in den Wirren des Arabischen Frühlings.

Seite 1 von 4
Walther Kempinski 17.12.2013, 15:05
1. FDP-Bashing

Meine Güte! Da wird immernoch gegen die FDP nachgekarrt. Und das sogar bei humanitären Verpflichtungen, wo man eigentlich nicht nach dem Geld fragt oder klagt. Man stelle sich vor, das eigene Kind käme aus dem Kriegsgebiet und US-Ärzte würden nicht behandeln und das Kind sterben lassen. Dann ginge das US-Bashing los. Aber mit FDP-Bashing fährt man hierzulande ja immernoch recht gut, medientechnisch jedenfalls.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vantast64 17.12.2013, 15:09
2. Bei Panzerlieferungen lief bisher alles glatt,

verständlich, denn hier handelt es sich um Wichtigeres, um unser höchstes Gut, den Profit. Zur Kompensation hören wir bald eine Weihnachts-/Neujahresansprache mit der Feststellung, wie menschenfreundlich D. ist. Leider nur auf dem Papier.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
romaval 17.12.2013, 15:42
3. Bei Patienten

aus dem Golf und besonders Saudi Arabien ist es genauso.Patienten kommen mit einer Kostenzusage der Botschaft und wenn die Klinik dann die Kosten einfordert wird behauptet der Patient bestreitet die erbrachten Lristungen.Aber bei einem Abschlag von 25 % könne man sofort überweisen.Dies ist auch der Grund daß fast immer jetzt Vorkasse verlangt wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jneubo 17.12.2013, 15:43
4. eine Teilwahrheit

Zitat von sysop
Im Streit über die Behandlungskosten für Kriegsverletzte aus Libyen warten einige Krankenhäuser bis heute auf ihr Geld. Das Problem offenbart peinliche Versäumnisse eines scheidenden deutschen Ministers - und die Überforderung einer Botschaft in den Wirren des Arabischen Frühlings.
Der Export von Patienten aus Libyen wurde nach meiner persönlichen Erfahrung schon unter Gaddafi seit 1974 praktiziert. Schon immer skandalös: Die meist schwerstkranken, ja moribunden Patienten wurden in Nacht und Nebelaktionen nach Frankfurt geflogen und dann den Krankenhäusern gern um Mitternacht ohne Anmeldung vor die Tür gestellt. Die deutsche Botschaft in Tripolis wurde erpresst, entsprechende Visa auszustellen. Die Auswahl der Patienten machte ein Büro in Tripolis, ich habe das mal besucht. Wer wann auf der "Exportliste" oben eingereit wurde, hing von der Bakschisch Zahlung der Angehörigen ab. Die deutsche Politik hat sich darum nicht weiter gekümmert, schließlich war man auf libysches Öl angewiesen. Die Ärzte machten mit oder haben mit dem Kopf geschüttelt. Die kaufmännischen Direktoren der Kliniken sahen ein gutes Geschäft. Nachdem Zahlungen in Millionenhöhe ausblieben gab es ein Moratorium.
Hier hätte besser recherchiert werden sollen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
steinaug 17.12.2013, 15:48
5. Die

haben doch nicht etwas ernsthaft erwartet, von den Lybiern bezahlt zu werden ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grandsport 17.12.2013, 15:55
6. Medizinische Hilfe

als Instrument der Außenpolitik sozusagen. Vielleicht humaner als mit Panzern. Je nach politischem Standpunkt kann man das kritisieren oder gutheißen. Aber klar ist: Wer die Musik bestellt, muß sie auch bezahlen!
Es kann nicht sein, dass Politiker/innen mit großer Geste medienwirksam gute Gaben verteilten, aber die Leistungserbringer auf den Kosten sitzen bleiben. Am Ende heißt das: Der Staat (genauer gesagt: der Steuerzahler) muss dann kompensatorisch mit Steuermitteln einspringen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dangana 17.12.2013, 16:17
7. Abzocken

Auch ich beschäftige mich nun sei fast 5 Jahren als Arzt mit libyschen Patienten (in Griechenland) und habe die Schwierigkeiten von beiden Seiten erlebt: auf der einen Seite eine völlig chaotische Organisation und auf der anderen Seite diejenigen die meinen die Gans mit den goldenen Eiern entdeckt zu haben.
Und die gleiche Reaktion habe ich auch von einem Kollegen in einem deutschen Krankenhaus erfahren: "das bezahlen doch nicht die Patienten,und libyien weiß gar nicht, was es hat"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jgwmuc 17.12.2013, 16:28
8. optional

unsere Arabischen Freunde. Nur Trottel verlassen sich auf Zusagen. Schmeisst sie einfach raus

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stauss3 17.12.2013, 16:29
9. Massenhafter Betrug durch Kliniken

"Kliniken nur etwas mehr als ein Viertel der veranschlagten Kosten auch nachweisen konnten"

Das nennt man wohl Betrug. Es ist eine Schande, wie verkommen die Ethik im Krankheitswesen der Bundesrepublik ist. Wenn man bei Abrechnungen Kranke betrügt, ist das einfach schäbig und menschlich unter alle Sau. Aber offenbar in Kliniken üblich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4