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Limonade und Übergewicht : Süß im Glas, Fett auf der Hüfte?
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Limonaden und Säfte machen nicht satt, sind schnell nebenbei getrunken - und liefern schon mit dem zweiten Glas mehr Zucker, als täglich empfohlen wird. Aber: Machen sie wirklich dick?

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ansv 12.01.2018, 14:05
40.

Zitat von Andraax
Sie kritisieren bestenfalls die öffentliche Darstellung von Studienergebnissen ("Zeitungsbericht der späten Siebziger", "Nr. 1 bei den Sachbuchbestsellern"), schließen daraus aber auf eine mangelhafte Forschung auf die man nicht hören sollte.
Ich bin zwar nicht gemeint, würde aber trotzdem wie folgt präzisieren:

Das veröffentlichte Ergebnis einer Studie ist immer abhängig vom Auftraggeber - ein Süßwarenhersteller wird sicher nichts zum Thema Übergewicht oder Karies veröffentlichen, was seinem Produkt schadet, ein Pharma-Unternehmen wird nicht darauf hinweisen, dass seine Medikamente unnötig sind.

Täglich steigt die Zahl der Lebensmittelhysteriker, die Nahrung in "gesund" und "ungesund" klassifizieren, weil sie irgendwo irgendwas gelesen haben. Wenn die Überschrift kurz und knackig genug war, wird dann "glutenfrei = gesund" und/oder "Zucker ist Gift" postuliert - aber das Leben und der Stoffwechsel ist halt komplexer.

Das Stück Sahnetorte an sich ist nicht ungesund, es kommt darauf an was man draus macht.

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Newspeak 12.01.2018, 14:20
41. ...

Zitat von StefanXX
Natürlich, ganz genau so ist es. Und jeder, der etwas anderes behauptet, leugnet damit die Grundsätze der Physik bzw. hat diese leider nicht verstanden. Alle Strategien und Mittelchen zum Abnehmen und für Diäten drehen sich letztendlich nur darum, wie man es am besten, bequemsten oder auch schnellsten schafft um diese negative Energiebilanz dauerhaft hinzubekommen.
Die Energiebilanz mag entscheiden, ob man abnimmt, aber nicht wie man abnimmt und auch nicht, ob man sein Gewicht halten kann. Es gibt eindeutige Nachweise, dass die Zusammensetzung der Nahrung beeinflusst, wieviel Kalorien Probanden am Tag aufnehmen, weil damit naemlich alle moeglichen Hormonspiegel etc. etwas zu tun haben, Hungergefuehl erzeugend oder nicht. Die Darmbakterien spielen eine Rolle. Sie koennen oben die gleiche Kalorienmenge reintun, und dennoch wird diese beim Einen in anderem Ausmass aufgenommen, als beim anderen, Vergleiche aufgrund der zugefuehrten Kalorien sind also Unsinn, weil normalerweise niemand weiss, wieviel % davon wo landen. Es gibt die selfish brain Hypothese, es gibt Erkenntnisse, dass Bauchfett selbst hormonell aktiv ist, usw. usw. Der Verweis auf die Physik ist ein bisschen einfach. Aber so sind ja auch die Physikerwitze...man nehme an die Kuh ist eine Kugel. Ist sie aber nicht. Wer bei einem hochkomplexen biologischen Problem mit klassischer Physik ankommt ist ziemlich naiv.

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Andraax 12.01.2018, 14:29
42.

Zitat von ansv
Ich bin zwar nicht gemeint, würde aber trotzdem wie folgt präzisieren: Das veröffentlichte Ergebnis einer Studie ist immer abhängig vom Auftraggeber - ein Süßwarenhersteller wird sicher nichts zum Thema Übergewicht oder Karies veröffentlichen, was seinem Produkt schadet, ein Pharma-Unternehmen wird nicht darauf hinweisen, dass seine Medikamente unnötig sind. Täglich steigt die Zahl der Lebensmittelhysteriker, die Nahrung in "gesund" und "ungesund" klassifizieren, weil sie irgendwo irgendwas gelesen haben. Wenn die Überschrift kurz und knackig genug war, wird dann "glutenfrei = gesund" und/oder "Zucker ist Gift" postuliert - aber das Leben und der Stoffwechsel ist halt komplexer. Das Stück Sahnetorte an sich ist nicht ungesund, es kommt darauf an was man draus macht.
Es gibt in der seriösen Forschung KEINE Auftraggeber. Manche Forscher haben vielleicht einen Interessenskonflikt mit Sponsoren, das ist aber nach den Regeln des "proper scientifc conduct" verboten. Publikationen, denen ein Interessenskonflikt nachgewiesen werden kann, werden zurückgenommen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft versucht mit vielen Mechanismen sauberes wissenschaftliches Arbeiten sicherzustellen. Bei über 90% der Publikationen klappt das auch!

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grabenkaempfer 12.01.2018, 14:39
43.

"Luger und ihre Kollegen werteten für die aktuelle Übersichtsarbeit nur Studien aus, die nicht von der Lebensmittelindustrie finanziert wurden. " oder anders gesagt: Wir haben uns die Studien herausgesucht, die ein für uns genehmes Ergebnis haben.
Das ist jetzt nicht viel besser als die Lobbystudien der Lebensmittelindustrie.
Ich für meinen Teil bin froh das in Ketchup Zucker ist, ansonsten wären das nur nämlich nur passierte Tomaten die einmal eingekocht wurden.

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aliof 12.01.2018, 14:48
44. Sehr gelungener Anfang (und viele Hinweise) ...

... für Jede/n die/der sich mit den angesprochenen Themen auseinandersetzen möchte. - Beginnend bei der "normalen" Ernährung, über Wirkung von Nahrungsstoffen bis hin zu Interessensverbänden, die ihre Produkte vermarkten wollen.
"Wer hat's bezahlt?" ist bei allen Studien die Kernfrage .. in Bayern bringt man das auf den Punkt mit : "Wer zahlt, schafft an." - Das gilt natürlich auch für die Lebensmittelindustrie, die mit dem Wirkstoff Zucker, gezielt eingesetzt auch in kaum verdächtigen Fertigprodukten, riesige Umsätze erzielt.
Ja, tatsächlich, in Fruchtsäfte wird nicht noch extra Zucker beigefügt. Weil eh schon so viel drin ist wie in jeder Cola (80-100 Gramm pro Liter).
Tja, auf der anderen Seite trifft das Angebot auf Konsumenten, die sehr gern darauf eingehen. Denn die kurzfristigen Folgen von Zuckerkonsum sind allesamt positiv !!! - Deshalb trifft primär Niemanden eine Schuld für die ANFANGS begangenen Fehler, denn es ist Folge eines über Millionen Jahre bewährten Programms der Evolution.
Es bleibt letztlich eine politische Frage, wieweit "man" einander informieren bzw. regulieren will. Mir würde die Verpflichtung zu klaren Angaben von exakten Inhaltsangaben an Produkten genügen. Manch Anderer wünscht sich eine Ampel ... (... auch für alle Anderen) .

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Kurt-C. Hose 12.01.2018, 14:58
45.

Zitat von CrocodileDandy
Pro Tag verbrauche ich eine Menge an Energie. Dazu "betanke" ich mich mit Kalorien. Der körpereigene Tank läuft aber nicht über, sondern bildet Reserven. Wenn ich nun dauerhaft mehr Energie aufnehme als ich verbrauchen kann, werde ich zwangsläufig dicker. Und das erstmal unabhängig von der Qualität bzw. dem Nährstoffgehalt meines Essens.
Ihr Körper ist nur keine Maschine, sondern ein biologischer Organismus. Deswegen kommt es nicht nur darauf an, wieviel Kalorien Ihr Essen absolut enthält, sondern erstens darauf, worin sich die Kalorien verbergen, weil Ihr Körper unterschiedlichen Aufwand treiben muss, um an diese Kalorien zu kommen, und weil zweitens im Rahmen Ihres im Tages- und Nachtverlauf schwankenden Metabolismus es auch darauf ankommt, Wann Sie etwas essen. Deswegen ist die Kalorienbilanz nicht ganz so trivial in Korperfett zu übersetzen, wie Sie es glauben.

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112211 12.01.2018, 15:01
46. Macht nicht dick

Ein alter Bekannter, ca 150 kg bei 1,80 m, trinkt jeden Tag Fanta. mindestens eine 1,5 L Flasche, gern auch mehr. Da er nachts Durst verspürt (er schnarcht, Mund offen, alles trocken), hat er eine bis zwei Flaschen neben dem Bett. Die sind morgens leer. Eine Studie benötige ich nicht. Für mich ist der Fall klar: ein 0,2 L Glas Fanta am Tag machen nicht dick. 20 Gläser voll aber schon. Das Schlimme: satt machen die Limonaden nicht.

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StefanXX 12.01.2018, 15:02
47. Doch, bzgl. Energiebilanz ist es so einfach

Zitat von Newspeak
Die Energiebilanz mag entscheiden, ob man abnimmt, aber nicht wie man abnimmt und auch nicht, ob man sein Gewicht halten kann. Es gibt eindeutige Nachweise, dass die Zusammensetzung der Nahrung beeinflusst, wieviel Kalorien Probanden am Tag aufnehmen.....
Da gebe ich Ihnen schon Recht ... wie es letztendlich zu der Energiebilanz kommt, das ist sehr komplex und hängt von vielen Faktoren ab, vor allem auch davon wie viel der zugeführten Energie wirklich vom Körper aufgenommen wird. Trotzdem gilt mein Satz und er ist auch so einfach: Es entscheidet einzig und alleine die Energiebilanz, ob man abnimmt oder zunimmt. Wenn Ihr Körper mehr Energie aufnimmt, als er abgibt, dann nehmen Sie zu. Und wenn sie z.B. ein schlechter Nahrungsverwerter sind, dann nimmt Ihr Körper diese Energie eben nur temporär aus und sie wird anschließend unverwertet gleich wieder abgegeben wenn Sie die Toilette besuchen. Und dabei ist es völlig egal ob diese Energie nun in Form von Zucker, Fetten oder Eiweiß vom Körper aufgenommen wurde. An dieser Wahrheit kommt niemand vorbei und ich erlebe es leider oft, dass selbst diese einfache Wahrheit von einigen schon nicht verstanden wird. Und das hat mit Naivität nichts zu tun. Denn auch bei einem hochkomplexen biologischen Organismus gelten die Grundsätze der Physik.

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Kurt-C. Hose 12.01.2018, 15:08
48.

Zitat von StefanXX
Denn auch bei einem hochkomplexen biologischen Organismus gelten die Grundsätze der Physik.
Stimmt, die gelten da wie alle andern Naturgesetze auch, nur hat die Energiegewinnung aus Nahrung in erster Linie was mit Biochemie zu tun, und nicht mit Physik.

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**Kiki** 12.01.2018, 15:15
49.

Zitat von Andraax
Ja, mein Post war eine Antwort auf Ihren, leider hat der Browser/Forum beim Zitieren einen Hänger gehabt. Ein hoher Blutzucker-Wert ist dennoch kein Symptom von Übergewicht sondern die Ursache. Die aktuelle Studienlage läßt keinen Zweifel, dass die Blutzuckerwerte in den meisten Fällen ursächlich sind (Ausnahme bestimmte Krankheiten).
Sie sind es jetzt, der Begriffe durcheinanderbringt. Wenn man eine Ursache beseitigt, dann auch deren Wirkung. Beim Blutzucker hat die Sache mit der Fructose aber gezeigt, daß dies nicht so ist. Der Blutzucker ist folglich ein Symptom.

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