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Lügen für schnellen Arzttermin: "Klar bin ich privatversichert"
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Um schneller einen Termin beim Arzt zu ergattern, behaupten manche Kassenpatienten am Telefon, sie seien privatversichert. Ein Verbraucherschützerin erklärt, wieso sich das nicht auszahlt.

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malcom1 27.11.2015, 12:36
1.

Wer mehr Geld lebt länger! Das ist Neoliberalismus in Reinform und menschenverachtend. Eine Krankenversicherung für alle muss her in die alle einzahlen, dann sinkt auch der Beitrag. Wer will kann sich dann über diverse Versicherungen besser absichern.

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dorle46 27.11.2015, 13:03
2. Zum Glück

gibt es bei mir - eine Kleinstadt im Allgäu - Fachärzte, die keinen Unterschied zwischen gesetzlich und privat machen. Ich wurde auch noch nie bei der telefonischen Anmeldung danach gefragt. Eine Bekannte wollte einmal schneller einen Termin, da privat versichert, sie bekam zur Antwort: "das interessiert uns nicht. Es gibt hier keine Vorzugsbehandlung!"

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DieButter 27.11.2015, 13:10
3.

Das mit den Servicestellen kann eigentlich nur heftig in die Hose gehen. Bis so etwas koordiniert verteilt werden kann, dauert es erstmal. Ach ja, Zeitmangel war ja der Grund für das Gesetz.
"Findet sich keine Möglichkeit, in dieser Zeit einen niedergelassenen Facharzt zu sehen, kann der Patient ein Krankenhaus aufsuchen"
Cool. Und was soll er dann da? Glaubt die Politik etwa, es gebe im Krankenhaus stets den passenden Facharzt? Das müssen ja Unikliniken sein, von denen hier phantasiert wird. Völlig lebensfremd.

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eryx 27.11.2015, 13:10
4.

Ich bin mir gar nicht einmal so sicher, ob Privatversicherte am Ende besser behandelt werden - vermutlich eher nicht, weil auch ziemlich viel unnötiger Kram gemacht wird. Eine Chefarztbehandlung würde ich mir auch immer zweimal überlegen.

Allerdings ist mir als privatversicherter auch aufgefallen, dass ich in Sachen Terminen bevorzugt behandelt werde, was einfach nicht in Ordnung ist.

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eternalchii 27.11.2015, 13:14
5.

Zitat von malcom1
Wer mehr Geld lebt länger! Das ist Neoliberalismus in Reinform und menschenverachtend. Eine Krankenversicherung für alle muss her in die alle einzahlen, dann sinkt auch der Beitrag. Wer will kann sich dann über diverse Versicherungen besser absichern.
Können Sie vielleicht erläutern, wo genau der Unterschied zwischen dem bestehenden Modell und Ihrem Vorschlag liegt? In beiden Varianten gibt man mehr Geld für mehr Leistung aus. Das heißt in beiden Varianten gibt es für weniger Geld auch weniger Leistung, oder? Ist Ihr Vorschlag laut Ihrer Definition nicht genauso menschenverachtend wie das bestehende System?

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asasse 27.11.2015, 13:14
6. nur wer unsolidarisch ist lebt länger (wenn das Geld reicht)

Geld allein reicht nicht: ich habe unter Schmerzen mal angeboten, dass ich die Privat-Patienten-Rechnung sofort und bar bezahle. Nicht mal das wollten die annehmen. Dabei bin ich freiwillig gesetzlich versichert (bei Überschreiten der Einkommensgrenze darf man solidarischerweise freiwillig in der gesetzlichen bleiben).

Geld haben reicht also nicht, um einen Privatpatienten-Termin zu erhalten. Man muss auch so unsolidarisch sein, und die gesetzliche Krankenkasse vorher verlassen haben.

Unsolidarisch ist aber die Privatkasse auch am anderen Ende: wer warum auch immer plötzlich kein Geld mehr hat, hat als privat Versicherter ein noch größeres Problem.

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garfield 27.11.2015, 13:23
7.

Zitat von malcom1
Wer mehr Geld hat, lebt länger! Das ist Neoliberalismus in Reinform und menschenverachtend.
Ich wundere mich auch über diesen Artikel. Ich denke, wir haben ein so tolles Gesundheitssystem, wo es keine Zwei-Klassen-Behandlung gibt?
Aber im Ernst: ich hatte auch schon mal mit dem Gedanken dieser Lüge am Telefon geliebäugelt, weil ich allein schon die Frage nach der Versicherungsart unverschämt finde. Was hat die denn (nun wieder naiv) mit der Krankheit und damit Dringlichkeit zu tun? Wenn einem diese Sonntagsreden ständig um die Ohren gehauen werden, sollte man die ruhig auch genau so wörtlich nehmen.

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fliegender-robert 27.11.2015, 13:28
8. Facharzt im Krankenhaus ??

Zitat von DieButter
Glaubt die Politik etwa, es gebe im Krankenhaus stets den passenden Facharzt?
Der "Facharztstandard" ist nur beim niedergelassenen Arzt gesichert. Im Krankenhaus ist ein Facharzt meist (nur) der Oberarzt und Chefarzt. Ob die Lust & Zeit für die zusätzliche Ambulanz haben?

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leserin55 27.11.2015, 13:29
9. barbaum

Da in vielen Praxen die Behandlung von GKV-Patienten (gesetzlich Versicherten) durch Privatversicherte subventioniert wird (was an den Schwächen des derzeitigen Gesundheitssystems liegt), ist eine Vorzugsbehandlung dieser schon zu verstehen. Grundsätzlich sollte es für niemanden - privat oder Kasse - lange Wartezeiten geben. Die Praxis in der Kleinstadt im Allgäu bewundere ich, so sollte es sein. Aber in vielen Fällen gilt: ohne Privatpatienten kann ich nicht überleben, also hofiere ich sie...

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