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Lügen für schnellen Arzttermin: "Klar bin ich privatversichert"
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Um schneller einen Termin beim Arzt zu ergattern, behaupten manche Kassenpatienten am Telefon, sie seien privatversichert. Ein Verbraucherschützerin erklärt, wieso sich das nicht auszahlt.

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tatsache2011 28.11.2015, 11:20
160. Risiko der PKV-Versicherten

Zitat von st_anja
... wenn man mit knapp 40 (kerngesund) einsteigt ist der beitrag nahe am höchstsatz der gkv, den man sowieso berappen muss. ... die pv ist ... eine versicherung für den worst case haben wollen.
Worst case ist nicht nur schwere Krankheit, sondern mit 50 arbeitslos oder Geringverdiener zu werden.

Bei der PKV bleiben Sie bei dem hohen Beitrag, bei der GKV sinkt der Beitrag entsprechend Ihrem gesunkenen Einkommen.
Diese Versicherungskomponente fehlt in Ihrer PKV.

Im Rentenalter trifft es für alle PKV-Versicherten zu.
Im Alter steigt sogar der Beitrag.
Keine Versicherung wird Ihnen sagen können, ob die Altersrückstellungen reichen, um wenigstens den Beitrag im Alter konstant zu halten.

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mariendistel 28.11.2015, 11:33
161. Zusatzversicherung ändert nichts?

Doch das System einer Zusatzversicherung wäre, wenn auch bei weitem nicht optimal, ein kleines Stück besser:
Es gäbe keine 2-Klassen-Medizin, sondern verschiedene Übergänge zwischen beiden Klassen:
1) Es gäbe verschiedene Zusatzversicherungen verschiedener Qualität. > Auf diese Weise könnte man weniger pauschal kategorisiert werden.
2) Es wäre einfacher, im Einzelfall (!) aus eigener Tasche dazu zu zahlen, weil man dann wirklich den Differenzbetrag zahlen würde, und nicht ein ungünstiges Gemisch zwischen Privat- und gesetzlicher Berechnung.

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michi_meissner 28.11.2015, 11:56
162. Sowohl aktuelle PKV als auch GKV sind schlechte Systeme

Ich habe in meinem Leben als Festangesteller in vier KV-Systemen gearbeitet und war mit keinem zufrieden.

In der Schweiz gibt es zwar keine PKV, das Einheitstsystem taugt aber kaum als Vorbild, denn die Wartezeiten sind lang, jeder hat eine teure Zusatzversicherung oder zahlt bar dazu und man zahlt bei vielen Ärzten zudem Geld, um schneller dran zu kommen.

In Spanien ist dasselbe Prinzip noch schlechter umgesetzt, die Einheitsversicherung aber so wenig leistungsfähig, dass die Mehrheit sie bezahlt aber gar nicht nutzt sondern parallel zu den ca. 140,- Euro Kosten noch eine Pivate hat. In Austalien (NSW) ist es ähnlich, nur dass die GKV billiger ist (ca. 80 Euro) und noch schlechtere Leistungen hat (eigentlich nur Notfall). Man zahlt bei fast jedem Arztbesuch 50 AUS, um nicht 5 Monate auf einen Termin zu warten.

Das deutsche System funktioniert immerhin! Falsch läuft hier, dass man über die Altersrückstellungen in der PKV erreicht hat, dass kein Wettbewerb mehr existiert, insofern ist die Politik in der Tat Lobbyopfer.

Total daneben finde ich aber die Forderung nach einem Sozialausgleich in der PKV / GKV, denn dafür ist diese genau so wenig da, wie die Rentenversicherung, es sind vielmehr Systeme die nach einer Leistung (Beitrag) eine Gegenleistung (Kostenübernahme oder Rente) erbringen.

Ein Sozialausgleich erfolgt über Steuern, nicht über die GKV oder RV.

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michi_meissner 28.11.2015, 12:04
163. Lösungen!

Als Ziel braucht Deutschland ein System, welches wirklich gerecht ist und dem Äquivalenzprinzip entspricht, nämlich Leistung für Gegenleistung.

Dies würde das Ende der Familienversicherung bedeuten (ist nämlich Steuerzahleraufgabe) und auch die GKV müßte im Alter teurer werden, weil man eben ein höheres Risiko darstellt, würde aber auch eine jederzeitige Wechselmöglichkeit zwischen GKV und PKV bedeuten, weil endlich systemferne Geschenke an Bedürftige aus dem GKV System unterlassen würden und auf den Steuerzahler verlagert werden würden, der bei Bedürftigkeit dann eben die Beiträge zahlen müßte. Damit müßte man auch keine Personengruppe (ältere PKV-ler) mehr künstlich aus dem systemfremd subventionierten GKV-System draussen halten.

Lustig sind hier auch die Beiträge von Leuten, die die GKV zu einer 2. Steuer ohne Obergrenze machen wollen. Sollen dann Menschen, die 500.000 brutto verdienen, monatlich 15% von 40.000,- für eine KV zahlen, also 6000,- Euro und dazu noch 48% Steuern?

Ich wäre dann weg und das Ergebnis wäre genau wie in Frankreich, wo mittlerweile unter 1000 Personen die 75% Steuern zahlen, weil sich alle anderen aus dem Staub gemacht haben, die entsprechend verdienen!

Das einzige, was wir dadurch erreichen, ist deutsches Mittelmaß!

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michi_meissner 28.11.2015, 12:10
164.

Zitat von odapiel
Sie brauchen einen anderen Beruf, ziemlich eindeutig. Nicht jeder kann es sich finanziell leisten, mal eben in eine andere Stadt zu fahren. Das sind heutzutage mehr Menschen, als Sie für möglich halten würden. Nicht jeder DARF mal einfach so in eine andere Stadt fahren, ALGII-Empfänger brauchen dazu zB eine Erlaubnis ihres Sachbearbeiters. Und in der heutigen Arbeitsmarktlage kann so mancher auch nicht einfach so und jederzeit einen vollen Urlaubstag nehmen, bzw. macht sich mit sowas schnell kündigungsfertig. Nicht jeder Krankheitsfall kann "zuwarten". Da geschiehts recht oft, daß aus einem akuten Notfall bei entsprechender Wartezeit zwei werden. Mir so geschehen. Nicht jeder kann einfach so stationär ins KH. Viele Menschen haben weder Familie noch Bekannte vor Ort, die dabei helfen und die Wohnung versorgen. Oder umgekehrt, so mancher kann die Familie nicht zuhause unversorgt lassen, um die er oder sie sich kümmern muß. Einfach mal vom hohen Roß runterkommen.
Ich kann nicht erkennen, wie de Dame ansatzweise auf einem hohen Ross gesessen hat, vielmehr scheint sie extrem gut geeignet für ihren Beruf!

Vielmehr hat sie völlig recht, was die Unflexibillität mancher Patienten angeht. Gerade die lieben AG II ler sind viel zu selten in anderen Ländern mit deren Systemen unterwegs, nur desshalb wird an der deutschen Vollversorgung flexig weiter rumgemeckert.

Wer einmal in Leben in Spanien, England, Frankreich auf Staatskosten beim Arzt war, wird nie wieder den Mund aufmachen um sich über Deutschland zu beschweren!

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schlaubix 28.11.2015, 12:57
165. Aufklärung:

Also, hier scheint Unwissenheit zu herrschen, auch vom Journalisten, daher mal eine Info:
Kassenärzte müssen 20 Stunden in der Woche Klassensprechstunde halten. Wenn jetzt ein Kassenarzt auch noch einen halben Tag lang eine Privatsprechstunde einrichtet und wenn er in dieser Zeit nächste Woche noch Platz hat, dann muss der Privatpatient auch nur eine Woche auf seinen Termin warten.
Was ist den daran so schlimm oder so schwer zu verstehen? Ich denke gar nichts. Nur weiß das keiner, wie die unterschiedlichen Wartezeiten zustande kommen können.

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Softship 28.11.2015, 13:37
166.

Zitat von lapetrovna
Hier in USA wird niemandem Hilfe verweigert, gesetztlich verankert........ 90% der Beruflich Taetigen, haben eine Versicherung, bezahlt von der Firma, plus plus.....Non plus ultra....
Es sterben ca. 45.000 Amerikaner jährlich weil ihnen der Zugang zur notwenigen medizinischen Behandlung nicht möglich ist. Ja, mann kann im "emergency room" behandelt werden wenn man akut krank/verletzt ist, hilft aber nicht viel, wenn man z.B. Krebs hat. Oder eine Lungentransplantation benötigt...

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optimah 28.11.2015, 14:08
167. Grenzbelastung bei mittlerem Einkomen ist 65%

Zitat von michi_meissner
Lustig sind hier auch die Beiträge von Leuten, die die GKV zu einer 2. Steuer ohne Obergrenze machen wollen. Sollen dann Menschen, die 500.000 brutto verdienen, monatlich 15% von 40.000,- für eine KV zahlen, also 6000,- Euro und dazu noch 48% Steuern?
Die Grenzbelastung unterhalb der Sozialversicherungsgrenze ist tatsächlich 60-65%, d.h. von 100 EU Lohnerhöhung kommen 35% an. Über dieser Grenze sinkt die Grenzbelastung wieder auf 48%. Ein guter Patriot mit 500000 Brutto zahlt doch seine Steuern gern.

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gorlois7 28.11.2015, 16:16
168. Xxx

Zitat von DogHoliday1
erlangt die Lüge von den langen Wartezeiten auf einen Facharzttermin in Deutschland nicht mehr Wahrheitsgehalt. Alle internationale Untersuchungen hierzu zeigen, daß es nirgendwo so schnell Termine bekommt wie in Deuschland. In Schweden gibt es bereits Terminservicestellen (wie hier ab Jan. 2016) - mit dem Ziel, Termine für die Pat. innerhalb von 72 Tagen! zu vermitteln (nicht wie hier 28 Tage!), in Norwegen dito, jedoch innerhalb von 96 Tagen!! Wenn Sie in England z. B. Schmerzen wegen einer Arthrose haben, warten sie im NHS locker 1 Jahr!!! (gerade vor einigen Tagen von einem Pat. bestätigt, der Jahre dort gelebt hat). Schneller kommen nur privat dran (für 300 Pfund!!), wobei Sie nicht so schnell einen Termin bekommen wie hier als Gesetzlicher.Oder (European Health Consumer Report aus Schweden): In Deutschland bekommt jeder alles von jedem, ''because german doctors are good hard worker''! Jeden Tag kommen ca. 5 Patienten nicht ohne ihre Termine abzusagen!!!!! Wenn Sie dieses jedoch machen würden, würde es diesbezüglich überhaupt keine Probleme geben! Übrigens: Wenn ich mich in meiner Praxis habe vertreten lassen, mußte!! dieser Arzt genauso Facharzt sein wie ich, wenn Sie jedoch über die Terminservicestellen ans Krankenhaus vermittelt werden muß lt. Gesetz nur Facharztstandard gewährleistet sein - hierzu hat der Assistent im z. B. ersten Jahr aber ja ein Telefon.
Auf den Termin beim Orthopäden habe ich 9+2 Wochen gewartet ( am 1. Termin war er krank) auf den anschliessenden Termin zum MRT wartete ich 8 Wochen.
Gut, den OP Termin hatte ich 1 Woche später! Allerdings war ich mittlerweile aus der Arbeitgeberlohnfortzahlung herausgefallen! So altert man also gemächlich auf Hartz4 zu. Das hab ich allerdings glücklicherweise verpasst, mit ner anderen Krankheit hätte mir das aber nur durchs Warten auf Termine passieren können!

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gorlois7 28.11.2015, 16:35
169. Xxx

Zitat von tw1974
Es geht weder um Ausschnüffeln, noch darum, alle Risiken in allen EInzelheiten abzubilden. Es geht darum, dass jemand, der durch sein Verhalten ein Risiko (z.B. einer Erkrankung) wesentlich erhöht, dieses Risiko nicht auf die Allgemeinheit abwälzen können sollte. Das könnte man durch entsprechende Tarife, Risikoaufschläge, Selbstbehalte oder wie auch immer organisieren. Ich wüßte nicht, warum dieser Vorschlag "mega-dämlich" sein sollte.
Ich könnte Ihnen aus dem Handgelenk etwa 20 genetisch bedingte Risiken für einen frühen Tod sagen!
nur ein Beispiel, weil es just durch die Presse ging: genetisch bedingte Anlage für Brustkrebs!
Risikozuschlag?
Risikozuschlag nach OP?
Kinder?
Vepflichtende Meldung von...?
Verpflichtende OP ?

Oder: Morbus Huntington...

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