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Lügen für schnellen Arzttermin: "Klar bin ich privatversichert"
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Um schneller einen Termin beim Arzt zu ergattern, behaupten manche Kassenpatienten am Telefon, sie seien privatversichert. Ein Verbraucherschützerin erklärt, wieso sich das nicht auszahlt.

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egal 27.11.2015, 13:47
20. Ad) die Butter

Nein, im Krankenhaus soll nach dem Willen der Krankenkassen kein Facharztstandard gelten. Da reicht der Assi im 2. Jahr zur Einschaetzung/ Behandlung, solange der Nimbus des Oberarztes/Chefarztes geistesähnlich durch die Flure wabert!

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peeka(neu) 27.11.2015, 14:01
21. Hab

als Privatpatient mit 650€ SB p.a. schon den Zahnarzt hinter die Grenze nach Polen verlegt.
Werde mir dort auch für andere Krankheiten bald Ärzte suchen und nur wenn es akut wird, hier ins Krankenhaus fahren.

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JBond 27.11.2015, 14:01
22. Zusatzversicherung ändert nichts

Zitat von malcom1
Wer mehr Geld lebt länger! Das ist Neoliberalismus in Reinform und menschenverachtend. Eine Krankenversicherung für alle muss her in die alle einzahlen, dann sinkt auch der Beitrag. Wer will kann sich dann über diverse Versicherungen besser absichern.
Das würde absolut nichts an der Situation ändern...dann würden die Betroffenen eben entsprechende Zusatzversicherungen abschließen - und auf Grund derer bevorzugt bei den Ärzten einen Termin bekommen, da sie dort andere Leistungen anbringen können, als bei Kassenpatienten.

Im Gegenzug wäre eine "Volkskrankenversicherung" die auch sämtliche "erweiterten" Leistungen mit abdecken soll, von einer großen Zahl der Beitragszahler nicht bezahlbar.

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tw1974 27.11.2015, 14:06
23. Naja...

Zitat von syracusa
Doch, es gibt einen wesentlichen Unterschied: Perverserweise können sich privat Versicherte komplett aus der sozialen Verantwortung stehlen. Die Geringverdiener und Sozialfälle in der gesetzlichen Versicherung werden durch die besser verdienenden gesetzlich Versicherten subventioniert. Dass sich ausgerechnet die leistungsfähigsten Mitglieder der Gesellschaft komplett aus der sozialen Verantwortung heraus halten dürfen, ist ein ewiger Skandal unseres KV-Systems. Das muss dringend abgelöst werden durch ein von ALLEN finanziertes System. Die Beiträge müssen ungedeckelt in Abhängigkeit vom Einkommen erhoben werden. Am einfachsten geht das mit einer Steuer.
Da die "leistungsfähigsten Mitglieder der Gesellschaft" bereits einen großen Teil des allgemeinen Steueraufkommens bestreiten, finde ich den Vorwurf mangelnder sozialer Verantwortung nicht unbedingt zutreffend.

Darüber hinaus stützen die privat Versicherten das Gesundheitssystem, indem sie höhere Behandlungskosten als die gesetzlich Versicherten tragen.

Ich finde das GKV-System im Prinzip gut, allerdings stört mich, dass jemand, der aufgrund seiner Lebensweise höhere Kosten verursacht (z.B. stark übergewichtig ist, raucht, trinkt), von den GKV-Mitgliedern subventioniert wird, die auf ihre GEsundheit achten. In diesem Punkt finde ich das PKV-System mit Risikoaufschlägen besser, weil fairer und in meinen Augen auch sozial gerechter.

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KeineIdee100 27.11.2015, 14:18
24. Ich würde mir wünschen

Ich würde mir auch wünschen, dass sich die Politik und die Medien mal einem anderen Phänomen zuwenden, das Privatversicherte benachteiligt.

Ich konnte nämlich die Beobachtung machen, dass mir als Privatpatienten/Beihilfe berechtigtem Beamter im ländlichen Raum immer wieder Untersuchungen und Behandlungen aufgeschwatzt werden sollen, die ich nicht brauche. Immer wieder fühle ich mich von Ärzten unter Druck gesetzt, da noch ein Labor machen zu lassen und dort noch eine Spiegelung und hier noch ein MRT. Wenn ich allen Empfehlungen in den letzten 15 Jahren, in denen ich Privatpatient bin, nachgekommen wäre, dann hätte ich jetzt mehr CT, Röntgen und MRT-Aufnahmen als Urlaubsfotos.
Glücklicherweise habe ich Ärzte in meiner skandinavischen Verwandtschaft, die ich bei Zweifeln kontaktieren kann und nach Sinn und Unsinnigkeit einer Verordnung/Überweisung befragen kann. 1/3 aller Empfehlungen wurde von diesen bislang als völlig überflüssig angesehen. Mein Hausarzt gibt sogar ganz offen zu, dass ich und andere Private, deshalb mehr Zuwendung und Aufwendung bekommen, weil er es abrechnen kann, nicht weil er es als optimal für mich als Patientin ansieht. Und nein, ich will hier kein Ärztebashing betreiben. Ich sehe Ärzte als Vorletzte in der Nahrungskette an, die können für das kranke Gesundheitssystem auch nichts.

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tatsache2011 27.11.2015, 14:18
25. Vorteil der GKV

Zitat von syracusa
Doch, es gibt einen wesentlichen Unterschied: Perverserweise können sich privat Versicherte komplett aus der sozialen Verantwortung stehlen. Die Geringverdiener und Sozialfälle in der gesetzlichen Versicherung werden durch die besser verdienenden gesetzlich Versicherten subventioniert. ...
1) Privatversicherte stehlen sich nicht aus der Verantwortung, sondern sie gehen ein großes Risiko ein im Falle geringeren Einkommens den Krankenkassenbeitrag nicht mehr zahlen zu können.
Dazu kommt, dass die Beiträge im Alter enorm steigen.

2) Die gesetzlich Versicherten haben in der Krankenversicherung zusätzlich eine "Versicherung" gegen geringeres Einkommen, weil der Beitrag abhängig vom Einkommen ist.
Hat man höheres Einkommen stört der höhere Beitrag wenig.
Wird man z.B. mit 50 Jahren Geringverdiener, zahlt man weniger Beitrag.
Im Alter steigen nicht die Beiträge wie bei privaten, sondern die Beiträge fallen entsprechend dem Einkommen.

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pressionist reloaded 27.11.2015, 14:21
26. Sieht bei mir genauso aus ...

Zitat von dorle46
gibt es bei mir - eine Kleinstadt im Allgäu - Fachärzte, die keinen Unterschied zwischen gesetzlich und privat machen. Ich wurde auch noch nie bei der telefonischen Anmeldung danach gefragt. Eine Bekannte wollte einmal schneller einen Termin, da privat versichert, sie bekam zur Antwort: "das interessiert uns nicht. Es gibt hier keine Vorzugsbehandlung!"
... ich habe sehr, sehr gute ÄrztInnen. Keiner behandelt mich als Privaten bevorzugt.

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DieButter 27.11.2015, 14:25
27.

Zitat von fliegender-robert
Der "Facharztstandard" ist nur beim niedergelassenen Arzt gesichert. Im Krankenhaus ist ein Facharzt meist (nur) der Oberarzt und Chefarzt. Ob die Lust & Zeit für die zusätzliche Ambulanz haben?
Das ist mir bewusst. Den Politikern aber anscheinend nicht.

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doberman48 27.11.2015, 14:30
28. Lügen haben kurze Beine

Ich bin auch privatversichert. Nach Arzt- oder Behandlungsterminen bekomme ich die Rechnung zugeschickt. Spätestens dann kommt für Schwindler das böse Erwachen.

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hemithea 27.11.2015, 14:31
29.

Zitat von garfield
Ich wundere mich auch über diesen Artikel. Ich denke, wir haben ein so tolles Gesundheitssystem, wo es keine Zwei-Klassen-Behandlung gibt? Aber im Ernst: ich hatte auch schon mal mit dem Gedanken dieser Lüge am Telefon geliebäugelt, weil ich allein schon die Frage nach .....
Ich habe mal gelogen am Telefon. Als dann in der Praxis der "Fehler" auftrat, meinte ich nur kalt "Da haben Sie wohl am Telefon was falsch verstanden, ich habe explizit 'nicht privatversichert' gesagt."

Mir ging es einfach nur auf den Senkel, dass ich mit meinem nicht mal zweijährigem Sohn, der am gesamten Körper starken Ausschlag hat (Kinderarzt hat Kinderkrankheiten ausgeschlossen und auch eine Überweisung ausgestellt) nur zu hören kriege "Es sei ja kein Notfall (schließlich hat der kleine Kerl ja keine Schmerzen) und außerdem nehmen wir nicht gesetzlich versicherte an".

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