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Magersucht : Wieso (ver)hungert jemand freiwillig?
Corbis

Schlank, schlanker - Magersucht? Glaubt man den Boulevardmedien, wollen Betroffene extrem dünn sein, weil unser gängiges Schönheitsideal es so befiehlt. Doch das ist bestenfalls die halbe Wahrheit.

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majestic12 10.07.2014, 13:52
1. Ok...

Das Magersucht nicht unbedingt mit dem Schönheitsideal zu tun hat, dass Betroffene nicht einfach nur "dünn/schlank" sein wollen, habe ich jetzt begriffen. Aber was dann? Das sagt weder der Text noch die Antworten der Betroffenen... Da hätte man doch mal drauf eingehen können...

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steinbock8 10.07.2014, 14:01
2. Magersucht

Essen heißt Leben nicht essen heißt Tod wir wiederholen was wir kennen über Generationen wer nicht isst will nicht schlank sein er hat eine Todessehnsucht nur eine psychologische Therapie kann da helfen dazu gehört auch die familienaufstellung

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frubi 10.07.2014, 14:14
3. .

Zitat von steinbock8
Essen heißt Leben nicht essen heißt Tod wir wiederholen was wir kennen über Generationen wer nicht isst will nicht schlank sein er hat eine Todessehnsucht nur eine psychologische Therapie kann da helfen dazu gehört auch die familienaufstellung
Die Gründe für eine Magersucht sind breit gefächert. Das Motiv "dünn, schlank und damit sexy" zu sein ist sicherlich ein Hauptgrund. Das dahinter eine generell depresive Einstellung zum Leben steht, ist wieder ein anderes Thema.

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cherrypicker 10.07.2014, 14:14
4.

sagte mir ein befreundeter Therapeut. "Eine Essstörung ist immer Ausdruck einer tiefen Bindungs- und Beziehungsstörung."
Klassisches Beispiel wäre ein junges Mädchen, dass hungert, weil die Eltern sich scheiden lassen wollen. Die Gefühle der Eltern kann sie nicht kontrollieren, aber über das Hungern kann sie den Eltern Angst machen und sie so dazu zwingen, weiter zusammenzuarbeiten.

Und: Eine Magersucht kann auch aus einer invertierten Fresssucht entstehen. Ein Mensch isst zunächst, um sich zu beruhigen, wird dick und hasst sich dafür. Danach erfolgt die Umkehr: rigide Selbstkontrolle und der Triumph, willensstärker zu sein, als die "fetten" um ihn herum. Und um diesen Triumph ständig zu spüren, muss immer weiter gehungert werden.
Dieses Verhalten ist z.B. typisch für Menschen, die als Kinder zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben und sich beweisen müssen, dass sie "stark" und "leistungsfähig" sind, denn das verlangt unsere Gesellschaft -- auch wenn die Magersucht nur die Karikatur davon ist.

Natürlich treten Essstörungen nur dort auf, wo es ein Übermaß an Essen gibt. Sonst wirkt der psychologische Effekt ja nicht. Insofern ist es auch eine Zivilisationskrankheit.
Hm, vielleicht hätte ich den Artikel schreiben sollen, was?

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kanadasirup 10.07.2014, 14:21
5. Psyche

Gleiches Problem wie bei Cuttern:
Eine tiefe Unzufriedenheit mit sich selbst und ihrer Umwelt.
Familiäre Probleme, sexuelle Probleme, Minderwertigkeitskomplexe.
Der eine frisst sich tot, die andere hungert sich tot.

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lexik 10.07.2014, 14:27
6. Interessant...

Ich muss zugeben, dass ich auch immer dachte, dass alle Magersüchtigen sich für zu dick halten würden.
Aber ... verstehe ich das richtig, dass nicht-essen, Erbrechen und andere Formen der Ernährungsvermeidung ähnliche Erscheinungen sein können wie das Sich-Selbst-Schneiden, das manche Menschen aus verschiedenen Gründen tun?

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mk70666 10.07.2014, 14:48
7.

Zitat von lexik
... Aber ... verstehe ich das richtig, dass nicht-essen, Erbrechen und andere Formen der Ernährungsvermeidung ähnliche Erscheinungen sein können wie das Sich-Selbst-Schneiden, das manche Menschen aus verschiedenen Gründen tun?
Ja, richtig verstanden. Nahrungsverweigerung ist genauso eine Aggression gegen den eigenen Körper wie mechanische Selbstverletzung.

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chrome_koran 10.07.2014, 14:48
8. Nein.

Zitat von steinbock8
ionen wer nicht isst will nicht schlank sein er hat eine Todessehnsucht nur eine psychologische Therapie kann da helfen dazu gehört auch die familienaufstellung
Nein, dazu gehört keine "Familienaufstellung" (in der deutschen Sprache im Übrigen groß geschrieben, wie alle Substantive). Denn diese ist ein erniedrigendes, menschenverachtendes Scharlatanerie-Ritual bar jeder wissenschaftlichen Grundlage. Mit Psychologie hat es ungefähr so wenig zu tun wie ein Silberfisch mit dem Schatz im Silbersee.

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ruhepuls 10.07.2014, 14:57
9. Gestörtes Selbstbild

Wie so oft gibt es sicher nicht "die" eine Ursache. Magersucht ist ein Phänomen, das aber primär junge Menschen betrifft. Häufiger Frauen, seltener Männer (ein magersüchtiger Schulfreund von mir endete im Selbstmord). Häufig steckt dahinter ein gestörtes Selbstbild beispielsweise die fehlende Identifikation mit der eigenen Sexualität (als Frau, als Mann), weshalb die Probleme oft in der Pubertät auftauchen.
Hinzu kommt natürlich, dass "Dünn sein" erstmal ein gesellschaftlicher Wert ist, sodass es anfangs nicht auffällt, wenn jemand in Richtung Magersucht tendiert. Im Gegenteil, gerade junge Frauen erleben sich als kontrolliert (ich werd nicht dick) und erleben sich in der Regel auch nicht als dünn, selbst wenn schon die Knochen zu sehen sind.
Über das Hunger haben sie Kontrolle - wenn schon nicht über ihr Leben - so doch immerhin über ihren Körper.

Damit treiben sie zum Extrem, was letztlich viele Menschen tun, wenn sie mit der Unkontrollierbarkeit der Existenz konfrontiert werden (z.B. Älter werden, Wechseljahre). Wie sagte es mal eine Freundin von mir (so um die 50): Nimm 10 Kilo ab und Du fühlst Dich 20 Jahre jünger. Jepp...
Lebenskontrolle auszuüben ist eine Ursehnsucht der Menschheit angesichts der existenziellen Unsicherheit.

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