Forum: Gesundheit
Marburger Kardiologe: Dieser Mann spürt seltene Krankheiten auf
Tim Wegner/ laif

Jürgen Schäfer gilt als deutscher Dr. House. Hier spricht er über medizinische Detektivarbeit, Versorgungslücken und Keime im Aquarium.

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lenni2 17.08.2019, 12:08
1. Danke danke danke

Endlich mal wieder ein Mensch, der denken, sprechen und fühlen kann!
Das tut so gut, dass es hin und wieder auch solche Menschen in wichtige Positionen schaffen.
Weiter so!

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fraumitmeinung 17.08.2019, 12:19
2. unschätzbare Arbeit

Herr Dr. Schäfer, danke für Ihren Einsatz und dem Ihrer Kollegen.
Ich wünsche Ihnen sehr viel mehr Unterstützung - jeglicher Art.
Für tausende Patienten dürften Sie der letzte Strohhalm sein. Danke für Ihr Engagement.

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hanstreffer 17.08.2019, 12:20
3. Interessant aber hinkt

Ich finde den Artikel einerseits gut andererseits ergänzungsbedürftig. Gerade der Vergleich mit Cholesterinsenkern hinkt gewaltig. Für die Menschen mit Cholesterin über 800 in der Erkrankung mag der Zusammenhang stimmen zwischen Tod und Wert.
Aber darunter nicht mehr. Spätestens seit Prof. Haverich wissen wir, dass Cholesterinsenker nur das Cholesterin senken aber eben nicht Gefäßverdickungen reduzieren. Die kommen von Entzündungen. Es ist leider auch bei Dr. House jeder Fall anders.

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mantrid 17.08.2019, 12:23
4. Medizinische Detektive

Toll, dass es solche Wissenschaftler gibt. Für deren Arbeit dürfte die Digitalisierung eine riesige Arbeitserleichterung werden, wenn vielleicht sogar weltweit seltene Fälle abgeglichen werden können. Die Finanzierung ist natürlich ein Thema. Wie viel Geld soll für die Behandlung seltener Krankheiten ausgegeben werden?

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erbebraun 17.08.2019, 12:29
5. Danke!

Ich kann mich nur anschließen. Herzlichen Dank. Schön mal wieder etwas Positives zu lesen. Toll, dass es solche Menschen gibt.

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enni3 17.08.2019, 12:58
6. Immer bedenken

Ein erster wichtiger Schritt wäre, dass die Politik die Tragweite dieses Problems erkennt. Alle seltenen Erkrankungen zusammengenommen betreffen etwa fünf Prozent der Menschen in Deutschland - fast mehr als FDP-Wähler.

Etwa 4Mio Menschen in Deutschland leiden unter sogenannten seltenen Krankheiten. Von diesen Krankheiten gibt es mehr als 5000. Als seltene Krankheit gilt alles was weniger als 1 von 2000 Menschen betrifft. Die Summe ist aber immens.

Vieles ist behandelbar, aber es muss erkannt werden. Die Diagnostik ist da, das Wissen ist da, aber die freie Wirtschaft kann mit 1000 oder 100 oder 10 Patienten nix verdienen und wird daher keinen Finger rühren. Nicht wenn jeder Wettbewerber sein eigenes Ding macht.

Hier muss der Staat endlich wieder mehr Verantwortung übernehmen, aber dafür muss er sich von einigen neoliberalen Dogmen befreien.

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doke969 17.08.2019, 13:26
7. The right stuff

allergrößtes Lob an Herrn Dr. Schäfer (und das Interview). Ich bin selbst Wissenschaftler in einem nicht-medizinischen Bereich, und weiß um die Schwierigkeit der Ursachensuche bei seltenen "Fehlern". Verbal-, Finanz- und Dünkelkompetenz helfen da nicht, sondern reine vorurteilslose Wissenschaft mit vorbildlichem Charakter des oder der Analysten. Und die sind heute leider so selten wie das sie suchen. Komplement!

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ThomasH001 17.08.2019, 13:59
8. Kosten

Wenn du Hufgetrampel hörst, sind es wahrscheinlich Pferde, keine Zebras - das bekommen Mediziner im ersten Semester beigebracht. Aber ca. fünf Prozent der der Bevölkerung leiden an einem "Zebra", wie die seltenen Erkrankungen von Betroffenen genannt werden. Z. B. dauert es beim Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) durchschnittlich 14 Jahre von den ersten Symptomen bis zur Diagnose; bei Patienten, die wegen ihrer Symptome zum Psychologen überwiesen wurden, noch acht Jahre länger, also 22 Jahre! Diese Jahre sind geprägt von vielen, vielen Arztbesuchen unterschiedlichster Fachrichtungen - und ich denke, dass diese deutlich mehr kosten, als der Ausbau und Unterhalt von Kompetenzzentren, die die Diagnose seltener Erkrankungen zum Ziel haben. Man sollte angehenden Medizinern unbedingt beibringen, dass es sich zwar meist um Pferde handelt, dass man aber, wenn die Behandlungen nicht anschlagen, auch an Zebras denken sollte, und nicht immer gleich davon ausgehen sollte, dass die Erkrankung dann psychosomatisch sein MUSS.

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diskantus 17.08.2019, 14:46
9. Gut - aber leider doch in einem genannten Aspekt unrichtig.

"Die Medizin dachte lange auch, dass ein Magengeschwür vor allem psychische Ursachen hätte und hat Patienten monatelang wegen Stress mit der Schwiegermutter psychotherapiert.
Heute wissen wir: Der Auslöser ist meist ein behandelbares Bakterium, Helicobacter pylori"

Richtig ist: Helicobacter pylori haben sehr viele Menschen, ohne dass sie je krank werden. Es geht also um den AUSLÖSER - und der ist sehr wohl psychisch.
Mein Vater kann als Beispiel dienen: Als meine Mutter an Leukämie (AML) erkrankte, das Ende ist dabei voraussehbar, bekam mein Vater, gesund (Vorsorgeuntersuchungen), irgendwann Magenschmerzen, die er mit Hausmitteln bekämpfte. Fast 2 Jahre dauerte der Leidensweg meiner Mutter. Bald nach ihrem Tod ließ mein Vater sich untersuchen: Magenkrebs. - Magenentfernung, 5 Jahre überlebt (Metastasen). Eine Aufarbeitung durch psychotherapeutische Begleitung gab es nicht. - Es war einfach so eindeutig, dass kein Zweifel möglich war.
Leider will die Schulmedizin die Kraft der Psyche, die Krankheiten auslösen und heilen kann, nicht sehen. Es wäre aber eine zusätzliche (neben Chemo etc.) Möglichkeit, mittels der Psyche Krankheiten zu therapieren: wie es der US-Arzt Oscar Carl Simonton vor Jahren erfolgreich entwickelt hat; es gibt noch heute ein Krebszentrum nach seiner Methode in den USA. Der wichtigste Punkt dabei: keine Leugnung der Schulmedizin - die konventionelle Behandlung wird beibehalten. Überlebens- und sogar Heilungschancen sind signifkant höher als bei rein konventioneller Krebsbehandlung des Körpers.

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