Forum: Gesundheit
Marlene Mortler über Drogen: "Ich mag Kontrollverlust nicht"
DPA

Marlene Mortler hat am Donnerstag den Suchtbericht 2016 vorgestellt. Im Interview spricht die Drogenbeauftragte der Bundesregierung über eigene Erfahrungen mit Alkohol und die Utopie einer Gesellschaft ohne Süchte.

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mkalus 09.06.2016, 19:27
50.

Zitat von jueho47
Das "Recht" etwas Verbotenes zu tun haben sie nicht. Es steht ihnen erstmal frei, etwas Verbotenes zu tun, müssen dann aber damit rechnen, dass das Recht gegen sie angewendet wird.
Passt doch: Cannabist ist schlecht weil es verboten ist und es ist verboten weil es schlecht ist.

So haben die Moralapostel doch schon von jeher argumentiert.

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mkalus 09.06.2016, 19:29
51.

Zitat von bakero
Wie kann Frau Mortler darüber reden, wenn sie noch nie Cannabis probiert hat?
Aber aber, es gibt da doch exzellente Dokumentationen darueber welche Nebenwirkungen Cannabis hat.

Der Goldstandardt ist nach wie vor diese bereits 1936 produzierte Dokumentation die alle Drogenbeauftragte als erstes anschauen um sich zu Informieren: https://www.youtube.com/watch?v=ATAd4YUBrAE

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kinngrimm 09.06.2016, 19:33
52. Dominanz durch Doktrin

Was man selbst nicht mag anderen auch zu verbieten, das war schon immer der christliche Weg. So gesehen nicht überraschend. Es würde mehr bringen die Sekularisierung hier im Lande nochmals aufzurollen und zu verankern als sich von diesen abgehalfterten Abstinenzlern weiter regieren zu lassen.

Könnten wir vielleicht mal jemanden in so einen Amt bekommen der sich bekennend in seiner Jugend und vielleicht noch immer bespasst mit allem was der Markt hergibt? Nur um mal jemand am Start zu haben der wenigsten weiß wovon er redet. Ich bin nicht dafür jede Droge für Kinder zu legalsieren, aber Leute die Ihre Pupertät hinter sich haben, wo das Gehirn ausgereift ist, die niemandem ausser vielleicht sich selbst durch den Genuß einen Schaden zu fügen sollten dieser Freiheit erhalten, zusammen mit regelmäßiger Aufklärung in den Schulen. Alle weichen Drogen Legal ab 23, unter Aufsicht der Eltern ab 16. So viele Probleme würden dadurch verschwinden wie man immer wieder anhand der Studien aus Portugal, Israel, Holland und den USA(hälfte der Staaten) sieht wo zB. Hanf legal oder entkriminalisert ist.

Stattdessen haben wir die ewig gestrigen Traditionalisten am Drücker, deren Kompetenz soweit reicht wie Doktrin die Ihnen Ihr Glaube zu läßt, weil mit Wissenschaft hat das oft mal gar nichts zu tun was diese vorgeben. Gewaltandrohung ist natürlich nicht der Weg, dies dann im Interview zu unterstreichen ist aber billig.

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Rhonda Fizzleflint 09.06.2016, 20:03
53. ...

Es ist egal, ob es "für die Gesundheit", "für die Kinder", "fürs Vaterland" oder "die Sache" ist. Wer anderen Menschen seinen Lebensentwurf mit Hilfe von überbordenden Verboten und Gesetzen aufzwängen will, ist und bleibt ein Faschist. Da kann Frau Mortler noch so sehr von IHREM Paradies schwärmen... so hört sich das am Anfang immer an: "die bessere Zukunft", "der neue Mensch", "die neue Ordnung"... schönen Dank auch - könnt ihr behalten!

Lustig auch: Medizinalhanf... schon klar, die Konzerne stehen bereits in den Startlöchern. Wenn Bayer Joints vertickt ist alles ok, fließt ja in die vermeintlich richtigen Taschen... aber wenn ich zum Ticker um die Ecke gehe, wird 'ne Hundertschaft Bullen und Spürhunde hinterhergeschickt. So lächerlich!

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benaulcar 09.06.2016, 20:24
54. Bitte diese Unperson ersetzen!

so viel Verlogenheit in einem Interview! Das ist beschämend.
Kein Wunder, dass es soviele junge Nichtwähler gibt. Die Politik hat sich doch längst vom Volk entfernt. Ich bin kein Drogenkonsument, aber die Kiffer sind mir doch wesentlich sympathischer ( und lassen mich in Ruhe ) als die Alkys die Ihre Frauen und Kinder vermöbeln. Ich hatte als Kind auch solche Erfahrungen mit meinem Vater. Und die Frauenhäuser sind voll von solchen Opfern. Kiffer verusachen auch keine Schlägereien oder tödliche Autounfälle. Das ist doch alles statistisch erwiesen. Selbst die. USA macht uns vor, wie eine vorsichtige Drogenliberalisierung machbar ist. Look and learn.
Stattdessen miese Berpredigt.

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bakero 09.06.2016, 20:53
55.

Zitat von barillion
Von mir aus sollen sich die Leute doch die Birne wegkiffen oder alle Gehirnzellen versaufen. Das erklärt auch so manch dümmlichen Kommentar hier. Offenbar ist das in einer Gesellschaft, in der alle wie hypnotisiert auf ihr Smartphone glotzen müssen, weils der Nachbar auch tut, der letzte Kick. Nur mit dem klaren Denken klappt es dann leider nicht mehr so. Wieviel sollen die Krankenkassen im Jahre 2040, also 15 Jahre nach Einführung des grenzenlosen Rausches durch Cannabis in Konsumeinheit mit Billigbier, den Demenzeinrichtungen im Lande denn pro Person zahlen? Ganz abgesehen von der Behandlung von Psychosen und Leuten, die durch Leute mit psychotischen Zuständen verletzt worden sind, weil sie für Charles Manson oder den Ripper von New York gehalten wurden. In meiner Jugend, die Gott sei Dank länger zurückliegt, haben wir gekifft wie die Weltmeister. Erstklassiges Gras aus Holland aus dem Shop. Wir waren eine große Clique. Und trotzdem hat es alle erwischt. Jeder fuhr nach und nach in die Klapse ein für mindestens 3 Monate. Viel Spaß dabei. Ja, es gibt auch ein Recht darauf, sich in die Psychiatrie zu kiffen oder zu saufen. Ich sehe es wie Frau Mortler und pflichte ihr bei: Kontrollverlust ist peinlich! Aber wers braucht.....
Geht's nicht ein bisschen weniger dramatisch?
Nun... Alkohol kann – ohne jeglichen Einspruch von Frau Mortler – schon von Jugendlichen völlig legal getrunken werden kann, Schnapsflaschen stehen noch an der Supermarktkasse, Fußballer sind auf Bierdosen abgebildet, überall Werbung (natürlich ohne Warnhinweise) und Alkohol wird im Gegensatz zu Zigaretten nicht hoch besteuert. Alkoholparadies Deutschland.
Es geht aber definitiv NICHT um eine Freigabe von Cannabis für Jugendliche. Aber es ist ohne überzeugenden Grund eben auch für Erwachsene illegal. Milliarden wurden im Laufe der Jahre für eine völlig erfolglose (Straf)verfolgung ausgegeben. Keinem, auch nicht den Problemfällen, ist damit geholfen. Vor allem muss man sagen, dass Cannabis – jedenfalls ganz sicher für Erwachsene – nicht so gefährlich ist, wie Sie hier allen Ernstes (?) erzählen wollen. Die allermeisten der etwa 4 Mio Konsumenten in Deutschland sind völlig unauffällig und haben KEINE Probleme. Außer eben mit Polizei und Justiz.
Es wird Zeit, die katastrophal gescheiterte Cannabispolitik zu überdenken. Weg von Verboten mit sowieso längst widerlegten Gründen dafür. Eine faire Aufklärung auf dem Stand von 2016 statt Lügen und einseitiger "Fakten". Bezahlt werden kann so eine Kampagne dann gerne von den etwa 2 Mrd Steuereinnahmen...

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brauner_atze 09.06.2016, 21:59
56.

Und manche mögen ihn, was geht das den Staat oder irgend jemanden an wenn ich/er/sie/die oder wer auch immer nehmen wollen was sie nehmen wollen, Richtig->NICHTS!

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HansFröhlich 09.06.2016, 22:14
57. zwei entlarvende Zitate

#1: "Haben die Menschen ein Recht auf Rausch?"
Mortler: "Jeder hat das Recht, in einer freien Gesellschaft Dinge zu machen, die nicht verboten sind."
Richtig wäre: die keinem anderen Schaden zufügen.
Wie frei sind wir also?
#2: Die Geschichte mit den Rauchern am Schluss zeigt doch ganz deutlich, dass sie innerlich schon anders möchte als sie letztendlich tut. Aber warum erzählt sie das?
Früher fand ich sie... uninformiert. Nach diesem Interview: Die hat ne Agenda und tut nur so.
Auch Formulierungen wie "gehört verboten" und "bin streng mit mir" sprechen für sich.

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brazzo 09.06.2016, 22:31
58.

Kommt die Frau denn jetzt wenigstens auch an guten Stoff? Laut Postillon gab es ja reichlich Beschwerden von Abgeordneten, weil die vorherige Drogenbeauftragte gar nichts vernünftiges besorgen konnte.

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Gaztelupe 09.06.2016, 22:59
59. A postel was geht immer!

Frau Mortler »mag« keinen Kontrollverlust. Das muss sie ja auch nicht, so wenig, wie sie es als Drogenbeauftragte mitteilen muss. Keine schlechte Idee übrigens, wenn der Staat ein Auge darauf hat, wer was in welchen Mengen im Land konsumiert. Das zu wissen kann zumindest nicht schaden, wenn es um bereit zu stellende Mittel geht, wenn hier und dort die Dinge aus dem Ruder laufen und schlichtweg Hilfe notwendig ist. Fürsorgepflicht nennt man das.

Allerdings ist es etwas anderes, aus Informationen einen analogen Kontrollanspruch ableiten zu wollen. Es ist Sache des Menschen und damit sein Recht, sein Bewusstsein zu verändern, zeitweilig, unter Verwendung entsprechender Mittel. Mit der Sprache und dem Bild von der Welt, mit der Musik und dem Humor hat sich der Mensch vom Tier geschieden, und der Rausch, das Glas zu viel oder der ein paar Stunden verzerrende Rauch oder Pilz sind damit untrennbar verbunden. Tatsächlich beziehen bewusstseinsverändernde Substanzen ihren entwicklungsgeschichtlichen und zivilisatorischen Sinn aus einem Übermaß des Konsums, dem mit Absicht herbeigeführten, Grenzen überschreitenden Rausch, nicht dem maßvollen, lediglich sanften Genuss; der ist eine Erfindung oder bloß eine Mode der Moderne. Als Drogenbeauftragte der Bundesregierung muss man das natürlich unter den Tisch fallen lassen und stets Beschränkungen propagieren.

Ich würde den Job nicht gerne machen, den des Drogenbeauftragten. Nicht, weil es mir an Qualifikation mangelte: Verbote und Beschränkungen zu fordern ist nun wirklich intellektuell nicht sonderlich heikel. Aber dabei ein normaler Mensch zu bleiben, das bekäme ich nicht hin ...

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